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  Eigenwerbung

Geh‘ nicht essen, wenn du hungrig bist ...

Blauäugig in die Zeit nach der Pandemie?
Geh‘ nicht essen, wenn du hungrig bist ... ist ein blöder Spruch. Doch tatsächlich werden Partnersuchende in dieser Richtung beraten: Gehe nicht zu Verabredungen, wenn du Lust hast. Unser Artikel beschäftigt sich damit, was nach der Pandemie sein wird, Und damit, warum jetzt viele Moralisten auftreten, die Singles zu edleren Menschen erziehen wollen.

Manchmal lese ich dumme Sprüche, zum Beispiel „kauf keine Lebensmittel ein, wenn du hungrig bist.“ Das sei, so erfahre ich weiter, alles wissenschaftlich bewiesen.

Lebe so asketisch weiter, wie du es in der Pandemie gelernt hast?

Na schön. Geh‘ nicht essen, wenn du hungrig bist. Trink nicht, wenn du Durst hast … Und vor allem: vögel nie jemanden, wenn du geil auf ihn bist.

Ja, es geht um die tolle Zeit, wenn draußen wieder die Blüten duften, die Obrigkeiten uns unsere Freiheiten zurückgegeben hat und man wieder alles „dürfen darf“, was das Herz begehrt.

Schon warnen die Leute, die daran verdienen, dass wir auch in Zukunft alle „viel Zeit benötigen sollten“, um zueinanderzufinden. Sie haben „Slow Dating“ für uns entdeckt. Der Trick ist eigentlich alt: Jemand, der kurzfristig einen Partner findet, nützt den Dating-Portalen wenig - aber je länger jemand sucht, umso länger bleibt er als „Mitglied“ erhalten. Und das heißt: Er muss vor allem immer wieder Geld abdrücken.

Moralisten wittern Morgenluft

Nicht nur die Geschäftemacher, auch die Moralisten wittern wieder Morgenluft. Ihre Kalkulation: Sobald die Pandemie ihren Schrecken verloren hat, werden die Menschen wieder übereinander herfallen ... einfach aus Lust. Und das ist, wie jede Moralistin und jeder Moralist weiß, ganz schlecht für die Menschen.

Ich lese, dass wir zunächst mal wieder herausfinden sollen, was wir lieben. Richtig lieben, also nicht aus animalischer Lust. Überhaupt sollen wir uns ganz doll lieben. Dann aber auch unsere „Familien und Freunde“.

Und - ja, da klingen mir die Ohren. „Wir können nicht sicher sein, wie sich alles entwickelt“, also entwickeln wir selber mal gar nichts, oder? Appelliert wird übrigens an „gesunde“ Arten, mit der Lust umzugehen.

Und wir sollen „in uns gehen“. Dazu gehört eben weiterhin „slow Dating“, doch zuvor will ich noch diesen Satz loswerden, den ich ebenfalls las:

Stelle dir Dating nicht als Quelle sofortiger Befriedigung vor, sondern betrachte es als ein Werkzeug, um dir das Liebesleben zu ermöglichen, das du wirklich willst.

Das Liebesleben, das du wirklich willst ... wie schön das klingt. In Wahrheit ist die Aussage aber eine Mischung aus Egoismus und Belanglosigkeit. Eine Partnerin oder einen Partner wünscht du dir aus vielen Gründen, und das Liebesleben spielt dabei eine Rolle. Aber nach der fünften oder meinetwegen zwanzigsten Verabredung wirst du wissen: Was DU von anderen erwartest, entspringt deinem vorwitzigen Hirn, nicht deinen Möglichkeiten. Und DEINE Möglichkeiten sind selbst dann noch limitiert, wenn du zwei Studienabschlüsse hast, täglich Sport treibst und drei essbare Menüs kochen kannst.

Ja, es geht um dich - aber mit deinen Möglichkeiten

Natürlich geht es um dich - aber nicht um deine Forderungen an das Leben, sondern um das, was du einem anderen Menschen bieten kannst, denn das muss jemand wollen. Mit anderen Worten: Was du willst in Ehren. Aber andere wollen auch etwas. Und wenn „Wollen“ auf „wollen“ stößt - woher soll dann eine gute Beziehung oder eine Liebesbeziehung kommen?

Vielleicht solltest du wirklich nicht essen gehen, wenn du hungrig bist. Aber bestimmt dann, wenn du Lust auf die Speisen hast, die aufgetischt werden. Wobei dann auch die spontane Lust abgehakt wäre.

Und wenn du Lust auf ein Leben zu zweit haben solltest, dann brauchst du keine Schablone, die du zu jedem Date mitbringst. Viel wichtiger ist, eine Idee zu entwickeln, wie du mit einem der vielen möglichen Partner leben könntest. Oder einfach: Was willst du aus der Zweisamkeit gewinnen? Was würdest du dafür aufgeben?

Es ist kein Geheimnis, dass es bei Paaren auf die Zukunft ankommt, nicht auf dein Wünschen und Wollen, das keine Grundlagen hat.

Das Date nach der Pandemie - so, wie vor der Pandemie?

Dein Date nach der Pandemie? Vielleicht wird es erst einmal der Lust dienen - das ist durchaus legitim. Denn wenn „gelockert“ wird, werden die meisten Singles erst einmal gucken, wo sie „Dampf ablassen“ können. Dann, etwas später, werden die Unseligen unter euch wieder die Masche reiten, alles zu wollen, aber im Grunde kaum etwas zu haben, das wirklich gefragt ist. Und meine Prognose ist: Das gibt nichts als Frust - und zwar bis zum Sanktnimmerleinstag.

Die Klugen, so denke ich, werden sich besinnen. Und sie werden das tun, was wirklich erfolgreich ist: Einen gemeinsamen Weg zu finden, auf dem beide Neuland entdecken. Und essen, wenn beide Lust darauf haben.

Quelle der Zitate und Verweise von Ellen Nguyen

Lockdown - emotionale und physische Lüste

Nicht dieselbe Berührung ...
Etwas wirklich sinnvolles über den Lockdown und die Lüste zu schreiben, ist fast unmöglich. Wir versuchen es dennoch, weil Menschen und ihre Gefühle wichtig sind.

Rein physisch ist es kein Problem, den Körper durch Reizungen aller Art sinnlich zu wecken. Von zärtlichen Berührungen, Massagen durch die eigene Hand bis hin zu Genitalkontakten, Vibratoren und selbst zugefügten erotischen Schmerzen.

Weder der Penis oder die Klitoris ist unser "Lotse"

Und doch ist es für unser „Gesamtsystem“ nicht üblich, dass der Genuss mit der Berührung der eigenen Haut beginnt. Wer das glaubt, verkennt die komplexen Zusammenhänge, die bei „sinnlichen“ Kontakten wirksam werden. Unser Gehirn ist ein wahrer Künstler, wenn es um das Kombinieren von Eindrücken geht. Erwartung, optische Eindrücke, sinnliche Berührungen und ein großes Maß an Fantasien kommen zusammen und bringen das „Blut in Wallungen“ wie der Volksmund sagen würde. Und nein, die Aufzählung ist keinesfalls komplett. Warum ein Mann (beispielsweise) von einer Blondine angetan ist, bei einer dunkelhaarigen Frau aber keinerlei Reaktion verspürt? Warum der eine die Schlampe will, der andere die scheue Geliebte? Wir wissen es nicht. Der Grund liegt irgendwo in seinen Erfahrungen verborgen.

Emotionen sind nicht ausschließlich "psychisch" bedingt

Körper und Psyche gehen oft nicht synchron. Mal folgt der körperlichen Reaktion eine psychische, mal der psychischen eine körperliche. Überhaupt sind „Emotionen“ im erotischen Bereich nicht einfach „irgendwelche Gefühle, die mal irgendwie entstanden sind“ – sie sind zu einem großen Teil auf den Einfluss körpereigener Drogen zurückzuführen.

Manchmal machen wir die Erfahrung: Die Drogen wirken zwar, sogar intensiv, aber die erwünschte vollständige Entspannung bleibt aus. Und dies sowohl bei sinnlichen Selbst-Massagen, Masturbationen oder selbst zugefügten Schlägen.

Szenarien aufbauen - ein Mittel, dem Frust zu entfliehen

Bei der Masturbation, die ja auch in „normalen“ Zeiten sehr verbreitet ist, bauen sich die Lustvoll-Ausführenden oft Szenarien auf. Das heißt, die Lust wird nicht erzeugt, indem „Hand angelegt“ wird, sondern indem zunächst eine Situation „zusammengeträumt“ wird. Nur der Mittelteil besteht dann aus Masturbation, am Schluss steht das Einkuscheln.

Wie ist das nun bei den „scharfen“ Berührungen? Was ist mit D/S Liebhabern, wie geht eine erotische Schmerzliebhaberin damit um?

Die eigenen Schläge und die der anderen

Offensichtlich ist es nicht so einfach. Eine Bloggerin (1) hat es erprobt, und zunächst war sie sehr zufrieden: Wenn der Winkel von Hand und Gesäß stimmt, ist es durchaus möglich, die gewünschte physische Wirkung zu erzielen.

Indessen bliebt die emotionale Wirkung aus – jedenfalls die erhoffte. Statt Erleichterung spürte sie Trauer, und aus ihr heraus begann sie zu weinen. Sie selbst konnte sich nicht den Partner (die Partnerin) ersetzen. Da fehlte der Menschen, an den sie sich hernach kuscheln konnte.

Wenn eine Begegnung wirklich erfüllt sein soll, so lernen wir daraus, dann ist ein Ausklang nötig. Eigentlich spielt es keine Rolle, ob es sich um eine lupenreine Freundschaft handelt, um heftigen Sex oder um ein Rollenspiel der „scharfen“ Art.

Gefahren durch den Lockdown - deine Psyche verhungert

Manchmal, auch das wissen wir, ist alles nur eine Illusion. Aber dann ist es eben eine Illusion mit Abschluss und keine mit offenem Ende, bei dem man nackt und weiterhin hungrig zurückbleibt.

Der Lockdown ist psychisch gesehen, eine Katastrophe für die Lüste und Begierden der Singles Die einzige Methode, sie abzumildern, beseht darin, Szenarien mit sich selbst durchzuspielen. Wenn es denn gelingt.

(1) Die zitierte Erfahrung stammt von Erica Scott.

Sich selbst sinnlich schlagen … geht das?

Den Schmerz antesten - alleine erproben, bevor es der Lover tut
Nahezu alle Liebhaber sinnlicher Schmerzen haben eine bestimmte Szenerie im Hinterkopf – völlig unabhängig davon, ob sie diese schon einmal erlebt haben oder nicht.

Mancher hat sie gelesen, andere waren in der Lage, sie aus der eignen Fantasie geschöpft. Ein junger Mann erzählte mir, er könne sich „in die Schläge hineindenken“, und er erreiche seinen Samenerguss überhaupt nur, wenn er sich heftige Schläge auf sein nacktes Gesäß vorstelle.

Gefühle: Kitzeln ist nicht schlagen

Wer sich in seiner Jugend einmal dazu bereit erklärt hat, sich „durchkitzeln“ zu lassen, weiß, dass nur das „Fremdkitzeln“ zu den intensiven Empfindungen führt. Sich selbst zu kitzeln ist so gut wie unmöglich. Sich selbst zu schlagen ist möglich, hat aber bei geringen Einwirkungen ebenso wenig Auswirkungen. Man führt dies darauf zurück, dass man sich auf den selbst zugefügten Schlag vorbereiten kann – er kommt also „ganz anders an“.

Wer wissen will, wie der Schmerz wirkt, kann es erproben

Nur wenige emotional „intakte“ Menschen erproben an sich selbst, wie der selbst zugefügte Schmerz auf sie wirkt. Man hört bisweilen von Wachsspielen, bei denen auch intime Körperteile angesprochen werden. Und manche abenteuerlustige Frau denkt sich: „Ich probiere selbst mal Brustklemmen, bevor sie mir mein Freund anlegend darf.“

Ein Schauspiel für sich selbst

Dieser Tage versuchen viele Frauen und Männer, sich selbst erotische Szenarien aufzubauen. Dazu kann beispielsweise gehören, sich zunächst zu verkleiden, gerne auch frivol, um sich dann vor einer imaginären Person oder Gruppe zu entblößen. Mit Schottenrock im Stil der 1960er? Als viktorianische Hausangestellte? Im Pyjama oder Baby Doll?

Auf echten Schmerz kann verzichtet werden

Ob du tatsächlich einen „richtigen Schmerz“ brauchst? Oder reicht eine harte Bürste zur Massage der Haut? Ist die Haut einmal „irgendwie“ gerötet, so wirkt dies recht nachhaltig.

Manche Menschen benötigen eine Art „Skript“, um durch die folgenden imaginären Schläge den Höhepunkt der Lust zu erreiche, andere führen innere Dialoge mit verteilten Rollen. Sich selbst verbal zu erniedrigen, ist wesentlich einfacher als sich selbst „sinnvoll“ zu schlagen.

Ja- das alles endet voraussichtlich in Masturbation, und wenn es gut war, dann eben auch in wollüstiger Erschöpfung.

Aber warum eigentlich nicht?

Nachtrag für Autorinnen

Falls du eine Autorin bist: Schreib doch einfach über alles, was dir gerade durch den Kopf geht. Weitere Anregungen im Artikel "Lüste in der Pandemie"

Wenn sich die Gürtelschnalle öffnet

Das Geräusch der Gürtelschnalle ..
Das Geräusch, das eine Gürtelschnalle verursacht, hat dich schon immer erregt. Erst, wenn er den Gürtel geöffnet hat, wird er sich auch weiter ausziehen. Und wenn du nichts anderes willst, als dass er sich endlich auszieht, weil du selbst schon lange geil bist … dann ist das Klicken der Gürtelschnalle wie eine Erlösung.

Es ist, als ob du ein altmodisches Radio anschaltest, so eins mit Drehknöpfen. Wenn es klick macht, beginnt die Musik – aber du weißt noch nicht, was gespielt wird.

Der Gürtel öffnet sich, und nun nestelt er den obersten Knopf auf – und damit den letzten Halt seiner Hose. Jetzt kannst du meistens schon ahnen, was er darunter trägt. Farbe? Muster? Fabrikat? Form?

Seine Hände greifen nach dem Reißverschluss – das kann jeder Mann, ohne hinzusehen. Wenn er sie herunterzieht, steigen die Erwartungen an das, was er darunter verbirgt. Warum sollte er die Boxershorts gleich mit den Jeans herunterziehen? Es ist viel interessanter, wenn du ihn erst einmal in einer Unterhose ansehen kannst. Du kannst sehen, wie geil er schon ist und ahnen, was dich erwartet. Manchmal findet nun ein Blickkontakt statt. „Ja, herunter damit“, sagen deine Augen. Das versteht er und zieht seine Boxershorts nach unten. Dann weißt du, was du erwarten kannst. Ästhetisch schön? Sauber und hygienisch? Nur erigiert oder schon mit hellen Tropfen der Hoffnung benetzt?

Was weiter geschieht? Das bestimmst du, wenn du gerade in der Situation bist. Nur du. Erinnerst du dich?

Nehmen wir nun mal an, alles wäre nicht real … sondern du würdest vor dem Bildschirm sitzen und hättest dir gerade diese Geschichte ausgedacht – wie würde sie weitergehen?

Die Reaktionen der Haut des anderen genießen

Mal mit Bürste, mal ohne - das Symbol für OTK-Spanking regt Männer an
Was bewegt eigentlich eine Frau, wenn sie einen Mann züchtigt? Diese Frage ist schwer zu beantworten, denn die meisten Frauen, die sich der Züchtigung verschrieben haben, sind Profi-Dominas. Befragt man sie, so sagen sie oft, was Männer gerne hören wollen. Zum Beispiel, dass es ihr Lebensstil ist. Das erschient dem Beobachter stets merkwürdig. Eine Masseurin, eine Krankenschwester oder eine Wurstverkäuferin würde niemals sagen, dass sie ihren Beruf mit in den Alltag nimmt.

Eine der besten Antworten, die wir hörten, war „weil es mir eine Genugtuung bedeutet, wenn der Mann restlos zufrieden mit meiner Behandlung ist.

Der Genuss der Rolle - ein Schlüssel zur Dominanz?

Interessant ist auch die Variante, das mit der Unterwerfung verbundene Rollenspiel zu genießen. Ganz bin die Rolle zu schlüpfen, die ganze Strenge ausspielen zu können – das scheint durchaus ein Zustand zu sein, der glaubwürdig ist.

Ein Teil, so erzählte eine Domina, sei das Lesen der Körpersprache unter den extremen Bedingungen einer Spanking-Sitzung. Zitat:

Der Körper zeigt von Natur aus Reaktionen. Ich beobachte stets, wie der Körper zu mir spricht. Ich kann die kleinen Schauer sehen, die über die Haut wandern und das Zittern beobachten. Und natürlich höre ich auch das verhaltene Stöhnen und Wimmern. Bei Männern ist wirklich interessant, wie sie versuchen, ihre Tränen zurückzuhalten.

Ein bisschen Genugtuung ergibt sich offenbar auch aus anderen Komponenten. Zum Beispiel, wenn der Mann sich überwinden muss, aus der sozialen Alltagsrolle auszusteigen und sich zu unterwerfen. Oder die Scham abzulegen, sich vor einer Frau auszuziehen.

Dominanz und das wahre Leben

Das Buch
Was wirklich in einer Frau vorgeht, die dominiert, beschreibt Adrianna Taylor sehr eindrücklich in ihrem Buch „The Story Of Control“. Sie hat Freude an Psycho-Spielen und genießt die Macht, die sie dabei über ihre Klienten hat. Und sie ist alles andere als eine Bilderbuch-Domina, die emotionslos ihren Job verrichtet. Leider ist das Buch derzeit in Deutschland nicht erhältlich, aber die Kritiker waren damals (2014) voll des Lobes.

In einem Punkt sind sich alle einig – für eine Frau, die in der Dominanz vor allem ein „einträgliches Rollenspiel“ sieht, ist es schwierig, eine echte Liebesbeziehung einzugehen. „Die meisten Männer“, so der Tenor, „haben kein Verständnis dafür, dass ich diesen Beruf ausübe.“

Und mit diesem Zitat verlasse ich euch für heute.

Ach, noch eine Frage an euch, nur für das Protokoll: Was würde euch Freude daran machen, einen Mann „übers Knie zu legen“?

Recherche: Internet-Quellen, Interviews, Bücher.

Bild: Comic-Symbol für den Wunsch, "übers Knie gelegt zu werden"