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  Eigenwerbung

Rollenspiele und Erotik - erster Teil: Voyeure und Exhibitionisten

Exhibitionistin und Voyeurin im Roman
Ich habe euch in einem vorausgegangenen Artikel darauf hingewiesen, dass wir alle immer wieder in Versuchung kommen, im Alltag zu spielen. Ich zitiere dazu abermals den Psychiater Eric Berne. Er schreibt:

Spiele sind eingezwängt zwischen Zeitvertreib und Intimerlebnissen. (Die Spiele) … füllen einen Großteil der amüsanten Stunden des gesellschaftlichen Umgangs aus. Darin liegt die soziale Bedeutung der Spiele.

An dieser Stelle erinnere ich daran, dass bei Eric Berne keine Rollenspiele, sondern die üblichen „Spielchen“ zwischen Erwachsenen gemeint sind. In unsrem Fall interessieren am meisten die Party-, Sex-, Räuber- und Doktorspiele, weil sie erotische Komponenten enthalten.

Wir kratzen bei den „realen“ Spielen sozusagen an unserer „sozialen Wertschätzung“, ohne dass wir uns körperlich oder emotional völlig entblößen.

Was ist nun ein erotisches Rollenspiel?

Der Unterschied zu erotischen Rollenspielen liegt darin, dass wir dabei unsere Rolle bewusst einnehmen. Das heißt: Wir wissen, dass wir spielen, wir kennen die Regeln, und wir nehmen die Konsequenzen in Kauf, die das Spiel erfordert. Und – wir sind im erblühten Erwachsenenalter, dürfen uns aber tatsächlich „wie die Kinder“ in Illusionen suhlen.

Ein großer Teil der erotischen Spiele (wenn nicht alle) beruht auf „Gefälle“ oder „Komplementär-Transaktionen“. In diesem Fall nimmt ein Partner die führende Rolle ein, der andere die des Geführten. Wenn man Erotik-Spiele analysiert, wird man schnell feststellen: Diese Spiele sind selbstverständlich „sozial inkorrekt“. Wären sie „sozial korrekt“, so wären sie keine Spiele, sondern Rituale.

Die Bühne öffnen – Voyeure und Exhibitionisten

Wenn ihr die erotischen Spiele aus dieser Sicht betrachtet, liegt ihr immer richtig. Wir können also die Bühne öffnen. Die ersten Spiele beruhen darauf, dass sich jemand entblößt … und auf die Reaktionen des Partners/der Partnerin wartet. Man könnte alle diese Spiele als „Voyeur(in) und Exhibitionist(in) bezeichnen. Sichere können wir darüber diskutieren, wie häufig "Voyeurinnen" und "Exhibitionistinnen" tatsächlich vorkommen, aber wir sollten auch dabei bedenken, dass es sich um Spiele handelt.

Zuschauen und sich Entblößen

Bekannt sind folgende Spielformen:

- Die Stripperin und der Klubbesucher (meist m/f).
- „Zufällig“ spärlich bekleidet sein, wenn ein Fremder kommt.
- In unangemessen erotischer Kleidung „erwischt“ zu werden.
- Fotograf(in) und Modell.
- Sexfilmer(in) und scheue(r) Darsteller(in).
- Sich in einer Praxis/Klinik erotisch zu entblößen.
- Sich ausziehen zu müssen, wo es „peinlich“ ist.

Diese Spiele könnte man als „sinnliche Herausforderungen für Paare, die Blümchensex bevorzugen“ bezeichnen. Es gibt ohne jeden Zweifel noch andere, heftigere Spiele, bei denen sowohl gewöhnliche emotionale wie auch physische „Schamgrenzen“ spielerisch überschritten werden.

Der Monat ist ja noch lang … und ihr werdet sicherlich noch davon hören. Der zweite Teil ist in Vorbereitung.

Eine Frage für euch

Habt ihr euch jemals die Frage gestellt, wer das Spiel beginnt? Ist es derjenige, der damit beginnt, sich teilweise zu entblößen oder vielleicht der Spielpartner, der dazu auffordert? Manche Rollenspieler sagen, dass der Starke den Schwachen dazu verführt. Andere behaupten, in Wahrheit verführe der Schwache den vermeintlich starken Partner. Macht euch einfach Gedanken darüber. Es lohnt sich.

Bild: Möglicherweise Buchtitel der 1950er Jahre, Autor unbekannt.