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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Probleme mit der Partnersuche?

Probleme mit der Partnersuche? Warum löst ihr sie nicht einfach?

Ich habe heute einen recht deutlichen Artikel in der Badischen Zeitung gelesen. Dort wird über eine Psychologin berichtet, die eines der Probleme dieser Zeit (ohne oder mit Corona) auf den Punkt bringt.

Je höher die Ansprüche sind, desto schwieriger ist die Suche", sagt Dorothea Fritsch von der Freiburger Psychosozialen Beratungsstelle in Familienkrisen. Da helfe nur, sich klarzumachen, wo man am ehesten Abstriche machen könne in seinen Erwartungen.

Ich weiß, dass solche Sätze eure Herzen nicht gerade höherschlagen lassen. In Frauenzeitschriften steht es schließlich anders. Und überhaupt predigen konservative wie progressive weibliche Berater ansonsten unisono: „Es liegt nicht an dir, wenn du keinen Partner findest!“

Doch, es liegt an dir. Aber du kannst es ändern.

Deine Probleme kannst du lösen

Vor einigen Tagen hat mich jemand konsultiert, der wusste, dass ich zu gegen Ende der 1980er-Jahre über Problemlösungen doziert hatte. Ich schreibe euch das in einer Abwandlung, was ich ihm geschrieben habe:

1. Es gibt eine allgemeine Theorie der Problemlösungen, und sie ist tatsächlich sinnvoll.
2. Allerdings muss es sich dabei um ein Problem handeln, das heißt, du weißt, was jetzt ist und nicht sein soll und das, was sein soll, aber nicht ist. Wenn es sich um ein solches Problem handelt, kannst du es lösen.
3. Alles zu belassen, wie es ist, kann keine Problemlösung sein. Du musst bereit sein, etwas zu verändern.
4. Die Methode zu verwenden, erfordert ein genaues Hineindenken und etwas Geduld. Ich selbst habe diese Methode erst verwendet, nachdem viele Jahre vergangen waren, seit ich sie erlernte.
5. Die Hauptschwierigkeit liegt darin, dein Problem ehrlich zu befragen, um den notwendigen Ist-Soll Vergleich aufzustellen. Wem das nicht gelingt, fängt mit der Methode nicht viel an.

Wer diesen Text kritisch liest, wird feststellen, dass die Methode weder ein Zaubermittel beinhaltet, noch einen Stufenplan zur Selbstveränderung. Notwendig ist nur eine realistische Einschätzung des Problems – deines Problems.

Ich unterrichte heute nicht mehr, sodass dieser Artikel keine Aufforderung ist, mich zu konsultieren – dazu liegt meine „aktive Zeit“ schon viel zu lange zurück.

Probleme zu haben bedeutet, kein Lösungen zu haben

Der wichtigste Satz, den du über Probleme erfahren kannst, ist dieser:

Probleme zu haben, bedeutet keine Lösungen zu haben

Der Satz klingt recht einfältig, aber er sagt aus, was viele vergessen: Wir alle verfügen aufgrund unserer Existenz als Menschen über die natürliche Fähigkeit, Schwierigkeiten und Abweichungen automatisch zu bearbeiten. Haben wir Probleme, dann hat die Automatik der Lösungen versagt. Da Einzige, was wir dagegen wirklich tun können, ist, sie wiederzubeleben.

Eine Idee zur Problemlösung

Ich schlage einfach vor, dass du dir selbst mindestens zwölf besser mehr) Fragen über deine Situation ausdenkst, die vorzugsweise mit „Was“, „Wie“, „Welche“ eventuell auch „Wo?“ oder „Wann“ beginnen. Sie sollten sich also „offen“ beantworten lassen. Das ist deine Grundlage.

Beantworte sie dir selbst aus der linken Seite eines Heftes. Ich nenne mal naseweis eine Frage: „Wie schlafe ich jetzt?“ Nun brauchst du noch mindestens 11 weitere Fragen.

Wenn du damit fertig bist, geht es darum, was sein soll – es ist das, was du dir wünscht, entbehrst oder jedenfalls nicht hast.

Wenn du damit fertig bist, finde den Unterschied heraus. In ihm liegen die Puzzlesteine deines Problems. Nun bräuchtest du sie im Grunde nur noch zu bewerten, was dir an alldem am wichtigsten ist. Damit hast du dein Problem gelöst, aber natürlich noch keinen Partner.

Doch nun weißt du, worauf du wirklich achten könntest, wenn du demnächst ein Date hast, und was du gegebenenfalls vernachlässigen könntest.

Oder mit anderen Worten: Wenn dein Problem war, zu viel zu wollen, dann weißt du jetzt, wohin du deine Prioritäten setzt.

Wenn alles klappt, hast du dein Problem gelöst.

Über die Liebe zum Damenfuß

Sinnlich oder verwerflich?
Aus dem Titel kannst du schon erkennen: Ich versuche es mal „altmodisch“. Wenn du in der „seriösen“ Literatur nach Fußerotik suchst, findest du den komplizierten Begriff mit den zwei „F“, denn Google nicht mag. Sogar in relativ seriöser Literatur kommt er nicht vor, man spricht dort von „Partialismus“.

Nun ist es so: Bei der Liebe zum Fuß handelt es sich eigentlich um die Lust an einem Körperteil, der nicht zu den „erogenen Zonen“ gehört. Nehmen wir an, es wäre ein solcher Teil des Körpers, wie etwa die Frauenbrust, so wäre es (altertümlich) Busenfetischismus. Dies wäre nun zwar auch nur eine „Liebe zum Körperteil“, aber dadurch weniger sanktioniert, dass dieses Verhalten durchaus zur beidseitigen Erregung dienen kann.

Die Liste der guten und verfemte Lüste (stark vereinfacht nach Schulnoten):

1. Lust auf ganze Person: sehr gut.
2. Lust auf ihren Körper: gut.
3. Lust auf ihre Brüste: befriedigend.
4. Lust auf ihre Füße: ausreichend.
5. Lust auf ihre Schuhe am Körper: mangelhaft.
6. Lust auf die Schuhe allein: ungenügend.

Wenn du das verinnerlicht hast, weißt du, wie manche Sexualforscher (und nicht nur sie!) über die Rangfolge der Liebkosungen denken.

Kommen wir also zu den Füßen. Demnach glaubt der Fußliebhaber (nach Meinung eines Psychiaters)

Seine mangelnde Potenz durch die Befriedigung mit (dieser Verhaltensweise) stärken zu können. (Die Verhaltensweise) ist auch Symbol für das eigene Geschlechtsorgan, das der Frau … symbolisch geschenkt wird.

(Nunberg, Neurosenlehre).

Die Liebe zum Fuß, die Lust und die Perversion

Die Liebhaber des Frauenfußes mögen sich darüber empören oder lächeln. Üblicherweise wurden in alten Lexika besonders Fotos von Prostituierten in Schnürstiefeln gezeigt, um die „Perversion“ der Handlung zu betonen.

Kommen wir zurück auf die Erde, wo ein junger, sinnlicher weiblicher Fuß ruhen mag, während ein Mann damit beginnt, eben jenen Fuß zu liebkosen. Wir wissen, dass es Damen gibt (ja, Damen …) die es sinnlich, angenehm oder amüsant finden, wenn ihre Füße massiert, geküsst oder beleckt werden. Und so viel ist auch sicher: Nicht alle Männer, die Lust auf Füße oder Zehen haben, wollen auch die Schuhe belecken. Wir können also durchaus Fußliebhaber von „Unterwürfigen“ unterscheiden.

Kaum Erfahrungsberichte über die Lust der Damen

Oft wird gefragt, wie es Frauen empfinden, wenn jemand (es muss kein Mann sein) ihre Füße liebkost oder gar leckt. Ich muss gestehen, dass keine der Recherchen, die ich durchführte, ein eindeutiges Ergebnis zeigte. Als Fazit blieb, dass diejenigen Frauen, die es mögen, darin ein sinnliches Erlebnis der besonderen Art sahen - und diejenigen, die es nicht mögen? Wahrscheinlich kommen sie damit gar nicht erst damit in Berührung.

Erfahrungsberichte sind - wie immer - mit Vorsicht zu genießen. Ich las vor einiger Zeit, dass manche Frauen durchaus die Macht genießen, die sie über den Mann haben, solange er am Boden liegt und inbrünstig ihre Zehen schleckt. Aber es sei eben auch ein Vergnügen der besonderen Art, wenn sie so viel und vor allem so lange die ungeteilte Aufmerksamkeit des Mannes hätten - und sei es nur über die Füße.

P.S. Wenn du etwas dazu sagen möchtest, dann kommentiere hier einfach.

Das absolut perfekte Match und die Utopisten

Es ist ja bekannt, dass mir gelegentlich die Zehennägel hochgehen, wenn ich die Pressemitteilungen der Online-Dating-Unternehmen lese. Dazu gehören auch Beiträge, die aus der Sicht von „Beobachtern“ verfasst wurden.

Oh, bitte, wie war das (1)?

Der Online-Dating-Markt hat sich bei seinen Bemühungen, die Bedürfnisse der Benutzer zu erfüllen, auf Suche, Kommunikation und Kompatibilität konzentriert. Mark Brooks, CEO von Courtland Brooks, ist der Ansicht, dass der größte Fortschritt durch Investitionen in Ressourcen und Forschungen erzielt wurde, die sich auf Kompatibilität beziehen. Aber es gäbe noch erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten. Die Wissenschaft sei durstig nach Daten und liefere im Austausch „unglaubliche Einblicke“.
Gibt es Beweise für die Wirksamkeit von Kompatibilitäts-Tests?

Schön, wenn die Veranstaltung, auf der Brooks sprach, von entsprechenden Unternehmen gesponsert wurde – was er im Übrigen nicht verschweigt. Allerdings wüssten wir nun wirklich gerne, wie ungeheuerlich diese unglaublichen Einblicke sind und worauf sie beruhen. „Big Data“ ist da kaum ein Argument, eher eine Verschleierung.

Gibt es ein Universal-Konzept für perfekte Partnerschaften?

Dies wieder rief einen alten Bekannten, Fernando Ardenghi, auf den Plan. Er behauptet seit vielen Jahren, das Konzept des „perfekten Matches“, also des besten infrage kommenden Partners, zu besitzen.

Das ist seiner Meinung nach ganz einfach (2):

1. Man benötigt objektive Messungen an der Persönlichkeit, wie sie (nur) der 16PF6-Test gewährleistet.
2. Sodann muss man nur noch die Kompatibilität der Partner feststellen.

Das Erstere dürfte nicht schwer sein: Mehrfaktorentests zur Erforschung der Persönlichkeit sind keine Innovation, sondern basieren auf der Annahme, dass unsere Verhaltensweisen auf fünf bis 16 Grundfaktoren beruhen. Inwieweit diese eine Rolle für Beziehungen spielen, ist fragwürdig. Das 16-Faktoren-Modell wird - wie die beiden verwandten Theorien (3) – überwiegend in der Berufswelt eingesetzt.

Utopien, Fantasien und Realität

Und nun? Sind wir nun klüger? Manche Psychologen behaupten, dass sie unser Verhalten aus fünf oder eben 16 Merkmalen voraussagen können. Eine Theorie darüber, wie sie sich zwei Menschen in der Beziehung ergänzen können, und ob oder inwieweit beide gleich oder ähnlich sein sollten, existiert in der Literatur nicht.

Also sind wir hernach nicht klüger. Ich frage mich ohnehin, ob, und wenn ja, warum so wie viele Menschen nach „totaler Übereinstimmung“ streben. Und ich halte die gesamte Psychologie, die dahintersteht, für völlig antiquiert.

(1) Onlinepersonalwatch.
(2) OnlineDatingSoundBarrier.
(3) Big Five (Fünf Faktoren Modell, beispielsweise hier., Myers-Briggs, hier.
Hinweis: Für interessierte an der 16-Faktoren-Theorie nach Raymond Bernard Cattell.


Die Welt der lustvollen Entehrungen - wenn du ein Mann bist

Ein Beispiel des Genusses, wie sie ein Künstler des 20.Jahrhunderts sah
"Die Welt der Entehrungen - wenn du ein Mann bist" ist ein Zugang zu einer Welt, die zwar immer transparenter wird, aber dennoch im Nebel des Verruchten schlummert. Warum wir im Moment nicht von Frauen reden? Weil wir für derartige Artikel keine begeisterte Autorin haben. (1)

Eines der bestgehüteten Geheimnisse in der Welt der Erotik sind „erwünschte Entehrungen“.

Ein einfaches, harmloses Besipiel

Die klassische Situation, die oft geschildert wird: Du gehst irgendwo hin, wo du nicht erwarten kannst, dass du dich ausziehen musst. Das erste, was deine Gastgeberin sagt: „Die Kleidung verdeckt oft die Emotionen ... zieh dich bitte aus, damit ich sehen kann, ob du ehrliche Gefühle für mich hast.“

Zwar hättest du nichts dagegen, dich der Dame in einer erotischen Situation nackt zu zeigen - aber dennoch fühlst du dich entehrt, weil Nacktheit nicht zu der Art der Verabredung passt.

Nun wäre es noch nötig, dass dich irgendein Teufel reitet, der dir sagt: „Tu es trotzdem, du könntest am Ende eine höchst lustvolle Erfahrung machen.“

Und wenn du es tust, und du tatsächlich das Wechselbad von Entehrungen, Scham und Lust genießt, ja ... dann bist du dort gelandet, wohin sich viele Männer träumen.


Drei Grundvarianten heftiger Rollenspiele

In den heftigeren und bewegenderen Schilderungen werden die Protagonisten vor Publikum entehrt, was Frauen wie Männer gleichermaßen anregt und befremdet.

Bleiben wir einen Moment bei „Männern mit dem Wunsch, entehrt zu werden.“

Dabei gibt es im Grunde drei heftigere Varianten:

1. Darum zu bitten, ein „Sklave“ zu sein.
2. Sich wegen seines Verhaltens züchtigen zu lassen.
3. Auf ungewöhnliche Art passiven Sex zu erwarten.

Nehmen wir mal an, die beiden erste Varianten wären dir aus einschlägigen Werken der Literatur bekannt. Die dritte Variante allerdings wurde erst populär, als die Betonmauer fiel, die um anal-passiven Sex herum gebaut wurde.

Diese Variante ist inzwischen absolut populär. Wenngleich sie immer noch „entehrende“ Züge in der Literatur wie in der Pornografie hat, so ist sie dennoch zu einem erotischen Rollenspiel geworden, das viele (männliche) Anhänger hat.

Der Siegeszug des Strap-On-Gürtels

Das kannst du mir glauben oder auch nicht. Aber wenn du die Kataloge von Erotik-Versandhäusern über Jahre verfolgst, kannst du feststellen, dass es einen wahren Boom für das wichtigste Hilfsmittel gibt. Es ist der Strap-On-Gürtel, also ein Kunstpenis zum Umschnallen. Dieses Instrument hat es von einem teuren, nur in Spezialgeschäften erhältlichen geheimnisvollen Gegenstand zu einem Verkaufsschlager in vielen Variationen geschafft. Mittlerweile gibt es so viele unterschiedliche Modelle, dass es sogar schon Verbraucher-Ratgeber gibt, welchen dieser Instrumente man zweckmäßigerweise wählt. Ein weiteres Indiz besteht darin, dass der Gleitmittelverbrauch inzwischen erheblich zugenommen hat.

Vom Instrument der Erniedrigung zum willkommenen "Spielzeug"

Interessant ist, dass die „Entehrung“, die damit ursprünglich verbunden sein sollte, inzwischen einem eher lustvollen Gebrauch gewichen ist. Die drastische Art und Weise, in der die Autorin Gigi Martin in ihrem einst gefeierten Buch „Die Herrin“ (unter neuerem Titel „Herrin Gnadenlos“) damit umging, ist unpopulär geworden.

An diesem Beispiel mag sich zeigen, wie sich die Welt wandelt. Der Zeigefinger, der auf „diese perversen Männerschweine“ zeigt, wird mehr und mehr bedeutungslos.

Denn wo es um sexuelles oder sonst wie lustvolles einvernehmliches Verhalten unter Erwachsenen geht, muss die Moralisäure ebenso draußen bleiben wie der Männerhass. Was bleibt, ist der sinnliche Eindruck, die Lust daran, auch einmal von der Norm abzuweichen.

Männer haben mehr Lustzonen, als du ahnst

Gesunde Männer sind - unabhängig von ihrer sexuelle Selbstdefinition - durchaus empfänglich für ungewohnte „Behandlungen“ durch Frauen. Jedenfalls, solange sie dabei etwas fühlen, was sie in sinnliche Wallungen versetzt. Was es ist oder sein könnte, ist für jeden Mann anders. Dazu fällt mir noch ein hübscher Satz ein: „Männer haben zwölf sensible Hot-Spots“ ... und dabei war die Prostata noch nicht einmal dabei.

(1) Wegen neuer Tendenzen in der Beurteilung erotischer Autorinnen legen wir nunmehr Wert darauf, dass wir nicht einfach Recherchen anstellen, sondern dass derartige Artikel von "betroffen" Frauen stammen. Willst du einen Artikel aus der Sicht einer Frau schreiben? Dann melde dich bitte per E-Mail.
Bild: Leo Fontan, französischer Grafiker, Teilansicht, Illustration für ein Buch

Lust und Zweifel – ist „sexuelle Orientierung“ allein entscheidend?

Hanne Blank wollte es genau wissen ... wir auch ...
Als die Autorin Hanne Blank nach ihrem Ehemann gefragt wurde, antwortete sie mit „mein Partner“, ein Begriff, der im Englischen geschlechtsneutral ist.

„Warum nutzen Sie das Wort Partner?“, fragte der Arzt, den sie konsultierte, und ergänzte dann, „jedermann weiß, dass ‚Partner‘ in Wahrheit ‚gleichgeschlechtlicher Partner‘ bedeutet. Sie sollten ‚mein Mann‘ oder ‚mein Freund‘ sagen. Wenn Sie Partner sagen, ist das irreführend.“

Daraus entstand dann ihr bekanntes Buch „Die erstaunlich kurze Geschichte der Heterosexualität.

Liebe kann jeder geben - beim Sex machen wie Unterschiede

Die Sache ist „technisch gesehen“ keinesfalls kompliziert, emotional aber schon. Wir werden mit der Fähigkeit geboren, Liebe zu schenken, und wir können sie nahezu beliebig entwickeln. Jemanden zu lieben (auch innig) ist keine Frage des Geschlechts. Bei körperlichen Berührungen trennen wir bereits, was zwischen Frau und Mann stattfinden kann. Dabei wird häufig geschildert, welche Körperteile unter welchen Voraussetzungen berührt werden dürfen. Und zwar für Frauen zu Frauen anders als für Männer zu Männern und zwischen Frau und Mann noch einmal anders. Wir haben als gelernt, dass manche Berührungen zwischen Fremden nicht angebracht sind, andere auch nicht zwischen engeren Bekannten, und manche eben nur beim Sex. Kein Zweifel, dass viele dieser geschriebenen und ungeschriebenen Vorschriften Sinn haben. Aber wie verhalten sich Erwachsene, die frei und unabhängig sind?

Der entzauberte Sex - nur eine besondere Art von Berührungen?

Wenn wir nun sagen, dass Sex kaum mehr als eine Folge besonders intimer Berührungen, so wird er schnell entzaubert. In der Literatur ist dies bereits seit Langem der Fall.

Einige Autoren haben darüber berichtet, dass sie von Menschen intim berührt wurden, die sich später nicht als das herausstellten, was sie zu sein schienen. Seit Jahrzehnten tauchen vor allem bei Autorinnen Figuren auf, die sich als durch und durch heterosexuell bezeichnen, sich aber dennoch genüsslich von Frauen verführen lassen.

Fiktion und Wissenschaft

Die Fiktion ist der Realität dabei zwar weit voraus, doch auch die Wissenschaft kommt dem Phänomen der gleichgeschlechtlichen Lust immer näher. Demnach sind vor allem Frauen eher von der „Lust als solchen“ angetan als von der Lust, die ihnen Männer bereiten können. Wenn Männer geschildert werden, die von andren Männern verführt wurden, so geschah dies in einschlägigen Lokalen, während eines Dreiers mit einem Bi-Paar oder unter Drogeneinfluss. (2)

Ist enthemmte Sexualität möglicherweise gar nicht an die sexuelle Grundorientierung gebunden? Ich wage nicht, die Frage zu beantworten, weil jeder Mensch eigene Wege verfolgen kann und dabei andere Hürden sieht.

Wir können nur Recherchieren und Berichten - aber wir kennen Deine Meinung zu diesem Thema noch nicht. Wie wäre es damit?
(1) Hanne Blank, "Straight" , Boston 2012. Das Buch bestellt dir dein Buchhändler vor Ort.
(2) z.B. In "What's not to love" London 2000.