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  Eigenwerbung

Geheimnisse und Schlüpfriges aus 20 Jahren sehpferd

20 Jahre sehpferd - ein Teil betrifft auch die "Liebeszeitung"
Dieser Tage zelebriere ich "20 Jahre Sehpferd". Und dies alles ist wirklich geschehen in diesen 20 Jahren.

Wenn jemand Themen aufgreift, die von der begierigen Öffentlichkeit zwar verschlungen werden, die aber in der bürgerlichen Gesellschaft als „anrüchig“ gelten, kann viel passieren. Meist etwas, mit dem man nicht gerechnet hat. Es gibt seriöse Schauspielerinnen, die immer seriös waren, und sich dennoch ihrer Rollen der Vergangenheit schämten. Dann gibt es solche, die zwar nicht ganz so seriöse Rollen hatten, aber sich inzwischen zu viel gefragten Schauspielerinnen entwickelt hatten. Welche von beiden Gruppen haben sich bei mir jemals beschwert? Ihr dürft raten.

Erst Aktmodell, dann doch lieber Bildungssystem

Einige Male habe ich Artikel über junge Frauen entfernt. Dabei ging, soweit ich mich erinnere, um Fetisch- oder Wäschemodelle. Einmal jedoch ging es um eine junge Frau, die weitgehend textilfrei für Herrenmagazine posiert hatte und darauf zunächst sehr stolz war. Das änderte sich jedoch, als sie später eine Karriere in sensiblen Bereichen des Bildungssystems anstrebten. Soweit ich noch Zugriff auf die heutigen Betreiber hatte oder selbst Webmaster blieb, habe ich sie entfernt. Einmal beschwerte sich sogar eine Grafikerin, dass ich sie als Zeichnerin für eine angeblich frivole Webseite genannt hatte.

Ich habe sie immer aus dem "Schussfeld" genommen

Kurz: Ich habe immer versucht, alle aus dem „Schussfeld“ zu nehmen, die sich selbst irgendwie dort hineinmanövriert hatten. Und zwar völlig unabhängig vom Presserecht. Denn ich dachte mir (und denke weiterhin) mit 19 oder 21 Jahren darf man sich noch in einer Weise zeigen, die man später nicht mehr zu sehen wünscht. Wer aber aufwendige Karrieren auf Nacktheit und öffentliches Hervorheben seiner Sexualität aufbaut, um sich später einen Heiligenschein zuzulegen, dem ist nicht mehr zu helfen.

So sind die Jahre vorbeigegangen – zu Anfang noch mit etwas Sensationslust und dürftigen Nachrichtenquellen, die nicht immer ganz koscher waren. Dann aber mit eigenen, gründlichen Recherchen. Und insgesamt kann ich sagen: Im Grunde war alles richtig und sinnvoll.

"Geheimnisse" werden gewahrt, wenn mich darum bittet

Noch ein Satz zum Online-Dating: In dieser Branche lernte ich ausgesprochen aufrichtige Menschen kennen. Einige waren so ehrlich, dass ich ihnen versprechen musste, ziemlich viel von dem, was sie mir sagten, nicht zu schreiben. Und genau so habe ich es auch getan. Den Rest habe ich damals in der liebepur veröffentlicht.

Der unhygienische Kuss anno 1920

Der angeblich sichere Kuss - 1920
Wir schlagen uns wacker, wenngleich etwas verwirrt und abgekämpft durch Epidemien und Pandemien. Damit ihr etwas zu lächeln habt, zeige ich euch hier eine Anzeige von ca. 1920. In einer wissenschaftlichen Zeitung jener Zeit erschien dazu ein etwas ironischer Artikel, und zwar in der Ausgabe 96/1920 der Zeitschrift „Popular Science Monthly“ (Seite 198). Auszug aus dem Text:

Text (unten, Auszug)

Wissenschaftler warnen uns, dass Küsse unhygienisch sind - transportieren sie doch alle Arten von gefährlichen Krankheitskeimen. Viele von uns tragen das Risiko, doch manche von uns gehören zu den Vorsichtigen, die sich um den umsichtigen und reinen Kuss bemühen. Einer von ihnen hat dieses Kuss-Filter entwickelt, ... das Netz ist mit einer antiseptischen Substanz bedeckt, dass alle keime im Nu tötet.

Der Text im Original


Quelle zum Nachlesen: Babel.

Wem nützen "Würde und Respekt" beim Date?

Höfliche Ansprache - ist das schon "Würdevoll"?
Dieser Tage habe ich zwei Begriffe im Zusammenhang mit „Kennenlernen“ gelesen: würdevoll und respektvoll.

Beide Begriffe kommen aus Quellen, in denen gerne ein lehrhafter Ton angeschlagen wird. Wenn wir sagen „wir sollten die Würde des anderen respektieren“, dann könnten wir etwas damit anfangen - mit „würdevollem Dating“ nicht. Es erinnert an „würdevolles Auftreten“, also sich der eignen Würde bewusst zu sein. Mit „Respektvoll“ geht es mir ähnlich.

„Würdevoll“, (1) so lehrt uns „Der Grimm“, ist ein Wort, das in den „90er-Jahre des 18. Jahrhunderts entstand - also zu einer Zeit, als sich der Bürgerstand etablieren konnte. Sehen wir genau hin, dann war die Würde einstmals als Gegensatz zur Anmut verwendet. Meyers Lexikon erklärt uns, was es für die bürgerliche Gesellschaft war: (2) das Gegenteil von Anmut.

Und die Würde? Wenn die Würde des Menschen unantastbar ist, was wir ja mindestens bei Dates erhoffen dürfen, dann sollten wir den potenziellen Partner (die Partnerin) nicht „entwürdigen“oder „seiner /ihrer Würde berauben“. Doch er geht schon mit dieser Absicht zu einer Verabredung? Das neue Zauberwort heiß: „Sei, wie du bist, aber mit Würde“ (3) . Da wird sich jeder fragen: Ja, was denn? Geht der Autor davon aus, dass wir uns sonst „würdelos“ präsentieren? Vor allem, wenn wir uns „geben, wie wir sind“?

Die Idee der „bürgerlichen Sexualität“ ist auch die Realität vieler „Dates“ unter all jenen, die unbedingt „Anstand“ beweisen wollen. Eine bürgerliche Erziehung“ ist heute nicht mehr abhängig vom „Bürgerstand“ - nahezu einjeder (einjede) bekommt sie. Das heißt aber auch, dass alle daran hängen (4):

Zurückhaltend, ehrenhaft und respektvoll sei die Sexualität in gebildeten Schichten ...

Man erwartet, frau erwartet ... ich habe noch nie so viele einfältige und dummdreiste Sprüche darüber gehört, was „gentlemanlike“ ist. Gespielte Gefälligkeit? Eingeübtes Wohlverhalten? Respekt gegenüber Frauen? Nein - die Rechnung zu bezahlen. Aber auch sonst wird allerlei „erwartet“. Während der Verabredungen werden sozusagen „Erwartungen gegeneinander ausgespielt“, während die Gemeinsamkeiten in Marginalien gesucht werden. Bürgerliches Wohlverhalten eben.

Würdevoll und respektvoll - guter Rat für ein Date?

Was wird es uns bringen, einander „würdevoll“ oder „respektvoll“ zu begegnen? Wer darauf mit dem nackten Knöchel pocht, wird sich eher verletzen. Denn es geht weder um „Würde“ noch um „Respekt“, sondern um eine aufgesetzte Verhaltensnorm, an die sich die Schwachen und Unentschlossenen klammern.

Wer stark ist und weiß, was er /sie zu bieten hat und welche Risiken er/sie beim Date eingeht, kann grundsätzlich alles tun, was er will und jede Regel über den Haufen werfen. Also gelten die Regeln für jene, die sich „aufsetzen“ oder „aneignen“.

Was bringt uns die "neue Masche mit der Würde?"

Ist das günstig für uns? Nützt es uns, um längere Beziehungen einzugehen?

Natürlich nicht. Die Persönlichkeitseigenschaften kommen ohnehin heraus. Und dann heißt es „Beim zweiten Date stellte er/sie aber fest, dass ...“ Als Grund wird oft „zu schnelles Verlieben, zu früher Sex, oberflächliches Kennenlernen“ oder etwas in der Art angeben.

Könnte es nicht sein, dass es das „Kennenlernen in Würde und Respekt“ war, welches eben doch mit dem „wahren Wesen“ kollidierte?

Ich bin der festen Überzeugung, dass es so ist.

Anderer Meinung? Bitte schön - ihr habt das Wort.

(1) Grimm (Stichwort bitte aufrufen).
(2) Meyers, Retro.
(3) Aus Österreich, Regionalpresse
(4) Aus der Krone".
Bild (Illustration), möglicherweise von Léon Lebègue (historisch)