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Nützen präzise Algorithmen bei der Partnersuche?

Dieser Tage meldete sich mal wieder der Kollege Fernando Ardenghi. Jener wird immer hellhörig, wenn von Algorithmen die Rede ist - die kennt er wie kein anderer. Das Problem ist nur: Algorithmen passen auf die Liebe wie der Fisch aufs Fahrrad, sobald „Persönlichkeitsmerkmale“ verglichen werden. Und dabei gilt: Je mehr Merkmale, umso weniger „Matches“, und umso weiter muss jemand reisen, um die Person zu treffen.

Fragwürdige Kriterien überall

Das würde manchen nicht abschrecken (Deutsche aber bestimmt). Das Problem ist allerdings: je mehr Kriterien abgefragt werden, desto fragwürdiger ist die Übereinstimmung, weil in all den sogenannten „wissenschaftlichen“ Psychotests auch Eigenschaften abgefragt werden, die für Zweisamkeit und/oder Liebe in der Praxis keine Rolle spielen.

Weitgehend nutzlose Spielerei: präzise Algorithmen

Was im Fazit heißt: Die Spielereien mit Algorithmen sind weitgehend nutzlos. Erprobt wurde schon fast alles, und die Ergebnisse sind eher „gemischt“.

Da macht auch der Herr Ardenghi den Fehler, wen er schreibt:

Kompatibilität bedeutet genaue persönliche Übereinstimmung.

„Genaue“ persönliche Übereinstimmung existiert nicht - jeder Psychologe wird es euch bestätigen, und manche meinen gar, dass sie eher hinderlich ist. Oder mit dem Volksmund: Wer will schon das Spiegelbild seines Partners sein?

Ardenghi beruft sich auf einen Artikel in „OPW“, der seinerseits auf einem Artikel von „Wired“ beruht. Man kann noch einen Satz hinzufügen: Die enttäuschenden Erfolge bei der Suche auf Dating-Seiten und Apps beruhen nur zu einem geringen Teil auf falsche oder fehlende Algorithmen. Abgesehen davon sind „Algorithmen“ sowieso nicht „falsch oder richtig“, sondern die psychologischen Grundlagen sind bereits fragwürdig.

Die Gründe für den Misserfolg liegen nicht in falschen Matching-Programmen

Die wahren Gründe liegen bei den Suchenden und ihren Erwartungen. Sie sind bei Apps größtenteils eine Folge der „verspielten“ Suche, falscher Selbsteinschätzung und zu hohen Anforderungen an die Partner(innen). Bei Online-Partnervermittlungen liegt die Sache etwas anders, weil die Einstiegshürden wesentlich höher sind.