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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Retro-Unterwäsche

Was die Dienstmagd trug ...
Dessous, Lingerie, Reizwäsche - die alten Zeiten sind noch nicht vorbei. Und nach wie vor gibt es dann und wann auch neue „Wäsche“ im echten Retrolook“. Ob er immer sexy ist? Wahrscheinlich nicht. Aber wir wüssten doch sehr gerne, ob ihr euch dafür interessiert.

Und was wir jüngst entdeckten:
Liebte da jemand den alten Stil?

Die feine Dame verführte einst aufwendiger und verlockte die Männer, auf ihren „Busen“ zu sehen.

Blickfang ... vor langer, langer Zeit


Bildernachweis: Oben: Flohmarktfund, Liebesverlag-Archiv. Mitte: Bewusst nicht sexy, aber dennoch frivol. Comic by Liebesverlag.de. Unten: Korsett-Ausstellung in einem Museum. Liebesverlag-Archiv.

Gewöhnlich tust du das ganz Gewöhnliche, oder?

Was nun - das Gewöhnliche, oder ...
Bei so viel „heißen“ Themen im Oktober – wie ist das eigentlich mit dem „ganz Gewöhnlichen“? Na, wenn ich so darüber nachdenke, dann fällt mir einer dieser Sprüche ein:

Ein Paar kommt zusammen, um Kinder zu zeugen und zu gebären, aufzuziehen und zu anständigen Menschen zu erziehen.

So etwas kann man mit der Religion oder mit der Natur begründen. Nur mit dem Unterschied, dass die Natur dem Menschen (und anderen Primaten) die Fähigkeit verlieh, jeden Tag und jede Stunde Lust auf Sex zu haben. Und zudem die Gabe, zur Erfüllung solcher Lüste auch Varianten zu erfinden.

Das Gewöhnliche und die Tabus

Und schon ergibt sich die Frage: Was ist denn nun das „Gewöhnliche“? Nach Auflassung einiger religiöser Dogmatiker ist es der Geschlechtsverkehr (PiV) zum Zweck der Zeugung. Aber das ist nun wieder eher die Absicht der Natur.

Und weil dies alle so ist, erfinden wie Menschen sowohl Erweiterungen und Ergänzungen als auch Tabuzonen. Als „Tabu“ galt bis in die 1950er-Jahren Oralverkehr und Analverkehr wurde nur heterosexuellen Wüstlingen und „Schwulen“ zugeschrieben. Das Volk ekelte sich öffentlichkeitswirksam vor Menschen, die es dennoch taten. Noch bis vor wenigen Jahren war es für Männer absolut undenkbar, den Cunnilingus auszuführen – ganz zu schweigen von Analstimulationen oder gar Fellatio. Bis heute verlangen sogenannte Hetero-Männer von Frauen Praktiken, die sie an sich selbst oder für sich selbst nie zulassen würden. Das alles lässt sich begründen, ohne jeden Zweifel. Aber die Begründungen sind fadenscheinig, denn auch für Frauen ist Fellatio wie auch Analverkehr nicht unbedingt ein Vergnügen, sondern eher eine Herausforderung.

Intimrasur ja - Sex nein?

Und wie war das mit dem Gewöhnlichen? Wir lesen immer wieder, dass Frauen nicht auf Dates gehen, ohne sich vorher die Schamhaare zu rasieren. Und es gibt eine große Anzahl von Frauen wie auch von Männern, die diese Praxis nicht normal finden.

Andererseits empfinden es manche Frauen als „ehrenrührig“, sich vor Dates auf die Möglichkeit des Geschlechtsverkehrs vorzubereiten – in diesem Fall nicht wegen der Schamhaare, sondern wegen des Wohlstands. Ich erinnere mich immer an den Spruch mit dem Regenschirm: Wenn du einen dabeihast, wird es wahrscheinlich nicht regnen. Sollte es aber doch regnen, bist du froh, dass du ihn aufspannen kannst. Das gilt sinngemäß auch für Kondome.

Vorbereitet sein ist alles

Das Gewöhnliche ist, bei Begegnungen auf alles vorbereitet zu sein – auf das Einlassen, auf den Rückzug, auf Küsse und Umarmungen, auf „Ja“ und auf „Nein“, und mindestens auf „gewöhnlichen“ Geschlechtsverkehr. Die Fragen mögen gar nicht aufkommen (wie die Sache mit dem Regenschirm) - aber es tut wirklich gut, immer vorbereitet zu sein.

Die Neugierde, die Scham und die Lust

Neugierig auf Neues oder Furcht vor der eigenen Courage?
Heute führe ich euch nicht auf die Bühne des Lebens, sondern auf die Bühne des Theaters. Tanya Marten schrieb 2008 das Bühnenstück „Euphoric Tendencies” – eine Komödie über erotische Hochgefühle.

Das Theaterstück lebt von einem Kontrast: Beth ist eine enttäuschte Autorin, die ihr Geld in einem Alternativ-Buchladen verdient. Ihre Freundin Mina hingegen hat ein reiches, erfülltes Sexleben mit zahlreichen „Besonderheiten“. Und dazu gehört auch, den Po anderer zu röten und gerötet zu bekommen. Die als „schüchtern“ beschriebene Beth fragt dennoch eines Tages, wie es sich wohl anfühlen mag, aus Lust geschlagen zu werden.

Beth: Wie fühlt sich das an?
Mina: Was, auf den Po geschlagen zu werden?
Beth: Ja.
Mina: Ich dachte schon, du würdest mich nie fragen. Ich werde es dir zeigen.
(Mina steht auf und geht auf Beth zu.)
Beth: Schon in Ordnung - erzähl es mit einfach.
Mina (Setzt sich wieder); Nein, nein, nein und nochmals nein. Manches muss man einfach selbst erlebt haben, um es zu verstehen. Also komm her und leg dich über meinen Schoss.
Beth: Ich kann das nicht.
Mina: Das könntest du ganz sicher. Tu einfach so, als würde ich dir den Rücken schrubben.
Bath: Ich weiß nicht recht ...
Mina: Na, komm schon, du wolltest es doch wissen. Ich tu dir damit nur einen Gefallen. Und ich werde wirklich sehr nett sein, das verspreche ich dir.
Beth: Ich komme mir so dumm dabei vor ...
Mina: Oh, das ist in Ordnung … du wirst dich die ganze Zeit über die Sache amüsieren.


Es handelt sich – natürlich um eine Komödie. Doch die Frage „was wäre, wenn …“, können offenbar viele Menschen nachvollziehen. Und nicht nur bei dieser Variante der Lust.