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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Kennenlernen nach 2-G-Regeln?

Paarungen nicht ohne Impfungen - oder`?
Werden die Menschen von der Reproduktion ausgeschlossen, die sich nicht impfen lassen? Lassen unsere Regierungen jene emotional verkommen, die dem Impfstoff abhold sind?

Nein, natürlich nicht. Aber zu einer aktiven Partnersuche gehört nun einmal, mehrere Begegnungen mit unterschiedlichen Personen zu haben – und dies oft innerhalb eines relativ kurzer Zeitrahmens.

Weil das so ist und nicht so, wie es die Fraktion der „Tiefgründigkeitspropheten“ gerne behauptet, benötigt man selbst beim allerbesten Willen zwischen fünf und acht Dates, bis es „klappt“. Natürlich gibt es Menschen, die mit drei Dates auskommen – ihnen stehen aber andere gegenüber, die ein Dutzend Dates und mehr benötigen. Das liegt teilweise daran, dass „Online-Dater“ zu Beginn oft planlos vorgehen – denn auch Meisterinnen und Meister der Kunst sind nicht „vom Himmel gefallen“.

Die 2-G-Regel sollte also eine Pflicht sein für alle, die sich aufmachen, um Dates einzugehen – und zwar gleichgültig, zu welchem Zweck. Wer sich ihr widersetzt, nimmt in Kauf, anderen zu schaden – und sich selbst natürlich auch.

Und nein – „2 G“ heißt nicht, Gershwin und DuBose Heyward folgend: „Gut aussehen für Frauen, Geld haben für Männer.“ (1) Es heißt wirklich und wahrhaftig: Geimpft oder genesen sein.

Partnersuche – sogar die Suche nach Sexpartnern – ist eine Frage von Vertrauen. Und Vertrauen kann niemand erreichen, der über seinen Impf- oder Genesungsstatus flunkert.

(1) Textstelle aus "Pogy and Bess". (Summertime): Your daddy's rich and your ma is good-lookin'.
Bild: Liebesverlag-Archiv

Bedroht, erregt oder im Rausch der Gefühle?

Furcht und Faszination zugleich
Sobald Gefahr droht, schaltet sich unser Gehirn schlagartig in einen Alarmzustand. Wenn es sich um eine akute Bedrohung handelt, müssen wir sofort reagieren, wie einst der Urmensch. Wer im Auto sitzt, wird spontan bremsen, wer die Straße überquert, mit einem kühnen Sprung aus der Gefahr Zone fliehen. Wir bemerken kaum, wie wir uns oder andere gerettet haben.

Das heißt: Bevor die Gefahr tatsächlich eintritt, reagiert unser Körper automatischen mit denselben Methoden wie die meisten Säugetiere: bewegungslos Verharren, Flüchten oder Kämpfen.

Alles, was bei uns Menschen „automatisch“ funktioniert, gelingt erstaunlicherweise über blitzartige bio-chemische Reaktionen. Auch wenn wir sie nicht genau benennen können, wissen wir doch, wie sie sich auswirken. Kürzlich wurde ein Artikel verbreitet, der recht genau schildert, was geschieht (gekürzt):

Die Erwartung, dass uns Schlimmes zustoßen kann, setzt eine chemische Kaskade in Gang … Das Nebennierenmark stößt große Mengen des aufputschenden Stresshormons Adrenalin aus, der Blutzuckerspiegel steigt, das Herz schlägt schneller und die Handinnenflächen werden feucht.

Keine Gefahr - und stattdessen Lust an Qualen

Was passiert nun aber, wenn im Grunde gar keine Gefahr besteht? Die meisten von uns kennen Märchen und Gruselgeschichten, Spielfilme und Kriminalfilme, in denen das Grauen recht plastisch und faszinierend geschildert wird. Oftmals wird es bis ins Unerträgliche gesteigert und wir sehen schreckliche Bilder von gequälten Menschen. Wir wissen nicht, ob und wie sie gerettet werden, hoffen es aber. Wir beruhigen uns möglicherweise damit, dass es sich um Katz-und-Maus-Comics handelt, bei denen die Maus stets überlebt. Oder wir sagen uns: „Ach, die Figur stirbt sowieso nicht, die wird für die Serie in der nächsten Woche erneut benötigt.“

Wenn am Ende die Guten gerettet werden, setzt meist eine wohltuende Entspannung ein. Andere Botenstoffe durchwandern unsere Blutbahn, und ein wohliges Gefühl macht sich breit.

Wir müssen uns also nichts schämen, dem Gefühlsmix zu verfallen. Er gehört zu unserer Natur.

Horror, Gefahr und Sexualität

Wie steht es aber um Gefahren und Sexualität?

Eines hat die Gefahr in jedem Fall mit dem Geschlechtsakt gemeinsam: Beide sind Ausnahmesituationen. Und noch etwas haben beide Situationen gemeinsam: Der Verstand wird vorübergehend ausgeschaltet. Und etwas Drittes? Ja, auch. Denn wieder sind biochemische Botenstoffe am Werk, die wir nicht vollständig willentlich beeinflussen können.

Die Literatur (und damit auch der Film) benutzt oftmals einen Trick, um Bedrohungen, Horror, Furcht und Lust miteinander abzumischen. Dabei wird die schöne Heldin oder der muskulöse Held der Gefangenschaft, der psychischen oder physischen Folter ausgesetzt. Auch in Agenten- und Spionagegeschichten kommt dieser Aspekt vor: Der Held oder die Heldin verfallen beinahe einem Schurken, weil sie sich sexuell auf ihn/sie einlassen.

Die Monster wohnen auch in uns

Und was macht das mit uns? Etwas ganz Einfaches:

Das Monster überschreitet stellvertretend für uns Grenzen in Form von gesellschaftlichen Werten und Normen

Ob Graf Dracula, Erzsébet Báthory, James Bond oder eine “Femme fatale”, der „böse Wolf“ oder die „eifersüchtige Stiefmutter“ - sie alle haben in Romane, Filmen und Märchen „gesellschaftliche Normen“ überschritten.

Horror und der sexuelle Reiz daran

Die sexuelle Reizung durch Horror mag fragwürdig sein – doch sie ist ganz offensichtlich sehr häufig. Zudem ist der Zusammenhang zwischen Lust und Pein wissenschaftlich bereits ausführlich behandelt worden. Gegenwärtiger Stand der Hirnforschung ist jedenfalls: Das Lustzentrum im Gehirn wird besonders stark erregt, nachdem der Schmerz gerade begonnen hat.

Was nun das Denken und Nachdenken betrifft – all dies ist dem aktuellen Empfinden in Sondersituationen „nachgeschaltet“. Entweder, um das Überleben der Person zu sichern, oder um die Art zu erhalten.

Wer darin ein Problem sieht, mag es tun. Aber falls du einer (eine) davon bist: Auch du bist ein Teil der Natur – unabhängig von dem, was du denkst.

Zitate und weitere Quellen:

Süddeutsche Zeitung zum Thema Horror
Wissenschaft.de zu Lust-Schmerz
Quarks.de zum Thema Horrorfilme und Gefühle.
Bild: Vermutlich aus einem "Groschenroman" der 1950er Jahre

Die Vagina - allzeit feucht und wohlschmeckend?

Eine Frage, die öffentlich bisher so gut wie nie gestellt wurde, ist: Sollte eine Frau allzeit bereit für den Sex sein? Und falls sie es nicht ist, sollte sie stets kurz zuvor über eine Möglichkeit verfügen, die Bereitschaft zu simulieren?

Nein, diese Frage stammt nicht von uns – sie wurde im Internet von bestimmten Benutzerinnen von TikTok aufgeworfen. Es ist eine Weile her – aber bis die auf dieser Webseite veröffentlichen Trends an unsere Ohren gelangen, vergeht zumeist einige Zeit.

Weil uns die Geschichte ein bisschen märchenhaft vorkam, haben wir sie verfolgt - und festgestellt, dass sie zwar von TikTok ausging, dann aber recht schnell über Online-Magazine verbreitet wurde, bis wir sie im Juli 2021 in einem deutschen Business-Magazin wiederfanden.

Die Lösung für die aktuellen Sex-Probleme der meist jungen Nutzerinnen sollen Vaginal-Zäpfchen bieten, und laut Werbung dienen sie dazu:

Lang anhaltende Feuchtigkeit zu spenden und zugleich die Elastizität der Haut zu fördern.

Doch die Zäpfchen beinhalten noch eine andere Attraktion. Denn sie sind mit einem Extrakt aus Früchten versehen, was inzwischen im Internet zu zahlreichen Diskussionen, aber auch zu einem regelrechten Boom auf das Produkt führte. Aktuell scheint Ananas die bevorzugte Sorte zu sein. Doch auch Erdbeere, Blaubeere und Wildkirsche sind als Geschmacksrichtung im Angebot. Und die Produkte sollen nach einem Bericht von „Business Insider“ im Juni 2021 weggehen wie die buchstäblichen „warmen Semmeln.“

Zitat (Business Insider):

Das ansprechende Design des Produktes, das viel mehr an hochwertige Naturkosmetika als an Apothekenartikel erinnert, tut sein Übriges.


Den Ursprung finden wie bei "TikTok"

Die „Erfahrungsberichte“ auf TikTok sagen beispielsweise aus, dass,

Du dein (Lust-) Zentrum nach dem Geschmack deiner Wahl schmecken und riechen lassen kannst.

Und dabei würden „zehn Minute vor dem Geschlechtsverkehr“ reichen. Offenbar wünschte eine zweite Produkttesterin einen „Guten Appetit“ – was darauf hindeutet, dass sie auch die Attraktivität des „Dining at the V“ fördern könnten – ein Slang Ausdruck für den Cunnilingus.

Warum steht dieser Artikel hier?

Für uns als Redaktion ist ein Beispiel dafür, wie sich Nachrichten verbreiten, die eigentlich keine sind, wie Trends erzeugt werden, die völlig unsinnig sind und wie stets alle versuchen, daran zu verdienen. Und mal so gesagt: Mag Ananas auch noch so fruchtig schmecken – ob diese Frucht wirklich den Lockeffekt hat, den man sich vorstellt? Wahrscheinlich werden die Herren eher schweigen, die in den Genuss der Aromen kommen.

Anhang - zeitlicher Ablauf: So gut wie alle Berichte beziehen sich auf ein ausgesprochen albernes Video, das am 8. September 2020 auf TikTok veröffentlicht wurde. Im gleichen Monat schrieb Claire Gillespie über die Vaginalzäpfchen, und im Januar 2021 folgte (beispielsweise) Korin Miller in „Shape“ mit einem Bericht über das Produkt. Der deutsche Beitrag von Juliane Reuther erschien zuerst am 15. Juli 2021. Wir verlinken nicht direkt auf TikTok,, doch wir haben den Beitrag angeschaut.