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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Was bietest du von dir an?

Sich anbieten heißt nicht, sich allen zur Schau zu stellen ...
Dies ist ein Artikel darüber, was du anzubieten hast – und wie du an den Partnermarkt gehst, wenn du schon über 30 bist. Klar, dass es die Dame im Bild falsch macht - aber was machst du eigentlich?

Eines der interessantesten Phänomene rund um das „späte Kennenlernen“ ist die Tatsache, auf einem Markt zu landen.

Das Wort allein macht vielen Menschen Angst. Ein Markt? Nur wenige von euch werden Kaufleute sein, und nur die könnten uns sagen, was ein Markt ist: Der wahre oder virtuelle Ort, an dem Anbieter und Interessenten zusammenkommen.

Die Puristen stört von jeher, dass wir am Partnermarkt Anbieter und Kunde zugleich sind. Doch bei genauer Betrachtung ist das nicht so. Jeder ist zunächst Anbieter - und er wartet darauf, dass Interessenten vorbeischauen.

Das Marktgeschehen - Schaulustige und Interessenten

Wenn wir das Marktgeschehen an einem beliebigen Tag verfolgen, dann sehen wir auch: Nicht jeder, der einen Markt besucht, ist ein Käufer. So mancher und so manche geht grundlos von Stand zu Stand, hat also nicht die Absicht, irgendetwas „mitzunehmen“. Anderen sind die Angebote zu teuer - das geht vielen Besuchern von Kunstmärkten so. Sie gehen dorthin, weil sie die Schönheit lieben und seufzen manchmal, dass sie nichts davon in ihre Wohnung mitnehmen können. Wieder anderen ist nichts gut genug - sie suchen nach seltenen Exemplaren, die sehr teuer und dazu sehr rar sind.

Die Anbieter - sich selbst zu vermarkten, ist nicht einfach

Kommen wir nun zu den Anbietern. Der Interessent, der vorbeischlendert, will wissen, was angeboten wird. Das ist allerdings nicht ganz so einfach, denn nur die optische Präsentation ist halbwegs verlässlich. Die übrigen Eigenschaften müssen mühsam erforscht werden, weil Anbieter auf dem Partnermarkt in der Regel nicht alle Eigenschaften vorzeigen wollen. Manche können es nicht einmal, weil sie nicht genau wissen, welche Eigenschaften sie haben.

Wir haben es also mit Anbieterinnen und Anbietern zu tun, die nur einen Teil dessen an den Tag legen wollen oder können, was tatsächlich „in die Tüte“ kommt.

Wenn das alles wäre, nun gut ... darüber könnten wir reden.

In Wahrheit zählen die Bedingungen

Allerdings haben wir in der „Partnerbranche“, insbesondere aber beim „späten Kennenlernen“ einen Verkäufermarkt. Das heißt, der Anbieter ist fast immer in der besseren Position als der Interessent. Das liegt daran, dass es deutlich weniger Anbieter als Interessenten gibt. Das mag seltsam klingen, aber wir müssen uns vergegenwärtigen, dass „Suchende“ eben „suchen“, ohne konkrete Vorstellungen zu haben, während Anbieter sich bewusst sind, zu welchen Konditionen sie „verkaufen“.

Wahrscheinlich seid Ihr jetzt verwirrt. Denn die Frage, die euch auf den Lippen brennt, könnte sein: “Ich bin doch Anbieter, und ich weiß, was ich will - warum nimmt mich dann niemand?“

Keine Frau bietet sich an ... Vorurteile nützen auch nichts

Es könnte daran liegen, dass du Anbieter bist, aber dich nicht wirklich anbietest. Über dem Wort „anbieten“ liegt eine Art „Fluch“: Niemand mochte seine Eigenschaften zu Markte tragen. Die Moral will es so, und insbesondere Frauen wurde eingeschärft, sich auf keinen Fall anzubieten. Wir kennen die Sprüche: „Ich will gefunden werden“ oder auch „ich muss doch ‚schwer zu haben“ spielen, um wertvoll zu sein‘“, oder ganz einfach: „Eine Frau bietet sich nicht an“.

Welche Eigenschaften sind gefragt?

Gut - fragen wir uns, was die Interessenten suchen, und welche Angebote sie erwarten. Der Preis wird in Eigenschaften bezahlt, und die sind:

- Das „Wesen“, also die Gesamterscheinung.
- Die Persönlichkeitseigenschaften.
- Die „soziale Kompetenz“ oder der Umgang miteinander.
- Die intellektuellen und künstlerischen Eigenschaften.
- Das Einkommen und /oder der soziale Stand.
- Die körperliche Schönheit.
- Die erotische Wirkung.


Das alles kann angeboten werden. Und falls es in einer akzeptablen Form geschieht, dann bleiben die Interessenten / Interessentinnen wenigstens stehen und wollen mehr erfahren. Und das ist schon mal der erste Schritt - denn jemand, der stehen bleibt, interessiert sich auch.

Zurück zum Markt - jemand, der sich interessiert, ist noch kein Abnehmer. Und bis es am Partnermarkt zu einer Bindung kommt, sind oft mehrere Treffen nötig.

Und ... die Liebe?

Fehlt euch etwas? Ja, natürlich - die Begierde, die Schmetterlinge, die Liebe oder ein anderes, vergleichbares Gefühl. Ja, es fehlt. Aber Liebe und die vielen anderen Gefühle, die man ähnlich benennt, entstehen durch die Lust auf Nähe. Und es zunächst einmal gar nichts mit eurem Angebot zu tun.