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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Fellatio geben – aus Liebe oder warum?

Der Männertraum - für Frauen besser nur ein Traum?
„Wahrscheinlich hat deine neue Partnerin schon mehr Fellatio gegeben, als du jemals einen Cunnilingus versucht hast. Aber das heißt nicht, dass sie sofort dazu bereit ist, wenn DU in ihr Leben trittst“. (1)

Seltsam – niemand redet wirklich über Fellatio, aber viele Frauen haben ihn schon geschenkt. Und fast alle haben davon geträumt, es einmal zu tun, auch wenn sie es tatsächlich niemals versucht haben. (2) Andere tun es, um dem Partner zu gefallen, obwohl sie selbst weniger begeistert sind. Und nur wenige tun es mit absoluter Hingabe.

Der Grund, es nicht zu versuchen, kann in religiösen oder ethischen Überzeugungen liegen. Oftmals liegt der Grund, es „nicht zu tun“ aber auch in negativen Erfahrungen. Der Grund, es trotz mancher Aversionen zu tun, liegt in der Freude des Schenkens, die manche andere Gefühle ausblendet. Bleibt die Frage nach dem Grund, Fellatio mit sinnlicher Begeisterung zu geben.

Die Männer - begierig, ohne nachzudenken?

Reden wir von Männern. Manche von ihnen schauen Pornos an. In ihnen tun es alle Frauen – und sie wirken dabei zumeist nicht nur sehr professionell, sondern sie sprühen auch vor Begeisterung. Merkwürdigerweise tun sie es lange und ausdauernd, ohne dass der Partner dabei die finale Befriedigung erlangt.

Weil es für die Männer in solchen Filmen offensichtlich selbstverständlich ist, dass die Frauen dabei in helle Verzückung verfallen, glauben sie, ihre Freundin würde auch so handeln. Doch sie ist keine „Darstellerin“, sondern jemand, der einen lustvollen Abend mit einem begehrlichen, gleichwohl aber zärtlichen Partner verbringen möchte. Fellatio ist dabei eine Möglichkeit, aber nicht die Hauptsache.

Oral - sehr intim, wirklich sehr intim

Den so viel ist sicher: Für liebende Paare geht es beim Oralsex nicht um eine besonders intime Reizung der Genitalien. Wie beim Zungenkuss geht es darum, besonders intime Berührungen zu erspüren, die Reaktionen des Körpers hautnah zu erfühlen und sie zu genießen. Oralsex ist die totale, direkte Hingabe an den Körper des anderen, weil sie buchstäblich nicht nur im Unterleib stattfindet.

Für Männer nur ein kurzes Vergnügen?

Männer wollen oft nur „oral befriedigt“ werden, dann haben sie ihr Ziel erreicht und ihr Vergnügen gehabt. Und etwas kann ich euch in die Hand versprechen: Es ist ein kurzes Vergnügen und schnell wieder vergessen. Jedenfalls, wenn es dabei bleibt.

Und weil das so ist, liegt die Choreografie für den Sex mit oralen Einlagen eben doch eher bei der Frau. Ein schöner, langer und für beide Partner befriedigender, sinnlicher Abend erfordert eben doch ein wenig Kunstfertigkeit und leider eben auch ein bisschen Erfahrung. Was übrigens für beide gilt, denn wem etwas geschenkt wird, der sollte sich auch dankbar zeigen.

Wer jetzt, ob Leserin oder Leser, einen tiefen Seufzer ausgestoßen hat, weiß, warum er oder sie dies tat. Und nein, ich verteile keine guten Ratschläge zum Thema. Nur diesen einen: Es gibt nur einen Weg, herauszufinden, ob es dir die aktive Rolle gefällt: es zu tun.

(1) Sinngemäße Übersetzung, im Original deutlich frivoler. Wir lasen für euch einen Blogbeitrag, den wir nicht verlinken können. Die Autorin nennt sich -em- und soll bereits viele Beiträge im Internet zum Thema verfasst haben.
(2) Dazu gibt es eine überaus verlässliche Studie, die mir vorliegt.

Eine Geschichte zum Erröten

Schon leicht errötet?
Kann man eine frivole Geschichte so erzählen, dass sich alles völlig harmlos liest? Urteilt bitte selber ...

„Ich hörte, dass du mit deinem neuen Freund David eine ernsthafte Diskussion über den Umgang miteinander hattest. Würde es dir etwas ausmachen, mir mehr darüber zu erzählen?“

Sarah lächelte in sich hinein. Ihre Freundin Zoe hatte eine sehr intime, private Frage gestellt. Und ja, sie wollte sie beantworten – ehrlich, aber nicht offen. Denn „offen und ehrlich“ hätte bedeutet …


Nun ja, du errötest doch noch nicht, oder? Dann lies weiter, bitte.

„Oh, es gibt darüber nicht viel zu erzählen. Wir hatten eine sehr ernsthafte und intensive Diskussion, und die Argumente fielen Schlag auf Schlag, wenn ich das mal so salopp sagen darf.“

Zoe sah verdutzt auf, dachte einen Moment nach und fragte schließlich: „Was meinst du mit Schlag auf Schlag?“

„Nun, zu Anfang verlief unsere kleine Diskussion etwas stockend - weißt du, David war nicht daran gewöhnt, sich mit einer Dame ernsthaft über Fragen der Disziplin auseinanderzusetzen. Schließlich hat er … nun sagen wir, wenig Erfahrung, was Fragen des Respekts gegenüber Frauen angeht.“

„Stockend? Solche Auseinandersetzungen verlaufen doch oft sehr erregt?“

„Das vermied ich, indem ich von Anfang an nur treffsichere Argumente benutzte, denen sich David unzweifelhaft öffnen musste. Und ich argumentiere sehr selten emotional, sondern wiederhole Argumente eindringlich, die mein Partner nicht genügend verinnerlicht ...“

„Und damit hast du David überzeugt?“

„Selbstverständlich, Zoe, was denkst du? Wenn ich glaubte, nicht wirklich verstanden zu werden, schärfte ich meine Argumente, und das reichte am Ende völlig, um Davids Verhalten mir gegenüber zu verbessern. Ich denke, dass es auch nachhaltige Eindrücke bei ihm hinterließ.“


Einen Moment herrschte Stille, bevor Zoe vorsichtig nachfragte: „Und das ist wirklich die Wahrheit? Ich meine, ist das, was ich verstanden habe, wirklich so geschehen?“ Dabei ertappte sie sich bei einem leichten Erröten.

„Du siehst genau so aus, als ob du es verstanden hättest.“


Und du? Sind deine Wangen auch schon leicht gerötet?

Nein, wie verurteilen dich nicht, falls es so ist. Und wenn du tatsächlich manchmal frivole Erzählungen liest, dann kennst du die Geschichte in mindestens einer der vielen Varianten, in denen sie schon erzählt wurde.