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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Ein paar Anmerkungen zum Masturbieren …

Woran dachte sie kurz zuvor?
Es würde mich wundern, wenn du nicht masturbieren würdest.

Tust du es?

Ach, darüber möchtest du nicht reden, nicht wahr? Bist du eine Frau?

Dann solltest du wissen, dass sehr viele Frauen davon träumen, dass sie ihre Partner(innen) masturbieren. Und natürlich, dass sie von ihren Lovern oder Geliebten masturbiert werden.

Es mag dich beruhigen, dass die meisten Frauen während ihrer feuchten Tagträume daran denken, dass der eigene Partner Hand oder Finger anlegt, um später in Orgasmen zu versinken. Und andererseits träumen die Frauen, die dazu befragt wurden, dass sie ihren Mann gepflegt Masturbieren. Der meint zwar, er könnte das auch alleine, aber sie wird es ihm schon zeigen, dass sie die bessere Expertin ist. Natürlich in der Fantasie, wo sonst?

Wie auch immer – nach Fellatio und Cunnilingus als weibliche Fantasie stehen die Lust, vom eigenen Partner masturbiert zu werden oder ihn zu masturbieren, ganz oben. Deutlich seltener wird dabei ein Fremder oder eine Fremde einbezogen. (Vom Ehepartner träumen dabei zwei Drittel, von Fremden oder an Fremden wurde es bei etwa einem Drittel festgestellt.

Beruhigt dich dies? Beunruhigt es dich?

Was würde dein Partner dazu sagen, wenn er wüsste, dass du von ihm träumst, wenn du masturbierst? Enttäuscht? Möglich. Aber wäre es nicht noch enthüllender, wenn du von einem fremden Mann träumen würdest, den du masturbierst?

Na schön. Vielleicht geht es mich überhaupt nichts an. Aber ich denke, es könnte dich etwas angehen. Zumal, wenn du nun noch anfängst, darüber nachzudenken, wie „seine“ Träume darüber aussehen könnten.

Zwischenruf – trau keinem „guten Rat“

Zu Anfang hörte ich: „Guter Rat ist teuer“. Bevor ich lernte, dass guter Rat „im Dutzend billiger“ ist. Das heißt: Je mehr Rat du bekommst, desto „billiger“ im Sinne von „schlechter“ ist er. Gegenwärtig versuchen es wieder alle. Also Küchenpsychologinnen, bücherschreibende Psychologinnen und Frauenzeitschriften, in denen populistische Beraterinnen zitiert werden. Meist geht es darum, dir irgendwelche willkürlich Tipps über „Dating“ in die Augen zu pusten (1).

Billiger Rat für die Massen

Ich habe den Ausdruck bewusst gewählt, weil es zumeist Illusionen sind, die die dort in den Wind gepustet werden. Keine seriöse Psychologin würde einen Partnersuchende oder einen Partnersuchenden beraten, ohne eine gründliche Analyse ihrer/seiner Ist-Situation. Damit keine Zweifel aufkommen: Ich bestreite nicht, dass Psychologinnen (1) Einzelmenschen, vielleicht auch Gruppen beraten können. Aber jeder „allgemeine Rat“ ist billig. Zu billig, weil er falsche Hoffnungen weckt.

Marktgesetze beherrschen in Wahrheit die Partnersuche

Was wir wirklich über „die Chancen“ bei der Partnersuche wissen, ist sehr wenig. Am verlässlichsten sind Zahlen, und aus diesen kann man eine Art Analyse des Marktgeschehens ableiten. Schon, wenn ich diesen Ausdruck benutzen, schalten viele von euch ab, weil sie den falschen Leuten glauben. Was ihr als Dating bezeichnet, ist in Wahrheit ein Zahlenspiel um die „verbliebenen“ freien Singles. Wie viel sind verfügbar? Und wer ist in einem Alter, das „für dich passt?“. Ob du Chancen hast, ist weitgehend davon abhängig, ob das, was du darstellst, von anderen nachgefragt wird. Wenn nicht, bleibst du allein oder du passt dich den Gegebenheiten an. Einfachste Kenntnisse der Marktgesetze von Angebot und Nachfrage helfen dabei.

Psychologie ist allerdings besser als Wahrsagerei

Ja, ja … auch Psychologie kann dazu eingesetzt werden, falsche Entscheidungen zu vermeiden. Wenn ich bedenke, wie viel Menschen für ihre Entscheidungen Aberglauben (Horoskope, Handlesen, Pendeln, Wahrsagerinnen) einsetzten, müsste ich eigentlich froh sein, wenn jemand tatsächlich auf den Rat einer Psychologin hört. Jedenfalls dann, wenn er nach einem längeren Gespräch auf Augenhöhe gegeben wird.

Mehr Mut - wagen, gewinnen und hinnehmen, dann und wann zu scheitern

Es gibt im Übrigen noch einen Weg, den oder die „Richtigen“ zu finden. Er heißt „wagen und gewinnen“ und zu einem gewissen Prozentsatz das Scheitern einzukalkulieren. Eine Beziehung zu beenden ist nicht das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann.

(1) Die meisten der im Beziehungsbereich aktiven, populistisch orientierten Psychologen sind Frauen. Männer können natürlich ebenso fragwürdigen Rat geben.