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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex
Warnung! Teile dieser Texte könnten mithilfe menschlicher Intelligenz erzeugt worden sein.

Dating-Concierges und „die Zukunft“

Zunächst: Was ist eine Dating-Concierge?

Es ist eine schwatzhafte Software, die an deiner Stelle versucht, Kontakte zu knüpfen. Dabei kann sie mit echten Personen oder auch mit anderen geschwätzigen Software-Produkten in Verbindung treten.

Originaltext (Presse):

Die Entwicklung in Richtung Technologisierung der Dating-Welt wird also wohl auch diesmal nicht aufzuhalten sein, speziell wenn man sich die wachsende Konkurrenz ansieht, wo Menschen einfach nur noch KI-generierte Avatare als Kommunikationspartner auswählen und gar nicht mehr Menschen.

Klingt wie irgendwo abgeschrieben. Denn die Erfolge, die Computerprogramme bei Menschen emotional haben können, sind bewusst so gesteuert, dass keine Konflikte entstehen. Das könnten Redakteure eigentlich wissen.

Bei echten Dialogen ist die nicht der Fall – und das ist auch gut so.

Übrigens ist man bei den Anbietern längst auf eine neue Idee gekommen: Wegen des schlechten Rufs, den „Dating“ mittlerweile hat, will man generell „menschliche Kontakte“ fördern. Da stört wenigstens nicht die Persönlichkeit. Hauptsache man wandert gerne. Oder fährt Motorrad.

Übrigens hat mir persönlich mal eine Frau gesagt: „Was willst du eigentlich? Ich bin eine Frau, du bist ein Mann – das passt doch wunderbar zusammen.“

Was geht es die Öffentlichkeit an, wenn sich Frauen über Blowjobs unterhalten?

So gut wie jede Zeitung, Zeitschrift oder Online-Publikation „empört“ sich dann und wann. Am meisten nützt dies der Auflage, wenn man dabei andere neugierig macht. Analverkehr, BDSM, Blowjobs … wenn man so etwas als Redakteur(in) in der Kneipe, Eisdiele oder Straßenbahn aufschnappt, dann spitzt man schon mal fein die Ohren, nicht wahr?

Gut ist immer, wenn man am Ende sagen kann: Oh, wie schrecklich … das würde ich nie tun/aushalten/gewähren.

Selbstgefällige Empörung um der Sensation willen?

Sagen wir mal: Wenn wir hier einen Artikel anbieten würden, wie schön Erbrechen ist, dann hätten wir wenig Leser(innen) und wir würden mit Recht verachtet. Aber wenn eine der belauschten armen Frauen ein Würgegefühl beim Blowjob bekommt und ihn dennoch bis zum Finale fortführt, ist der Effekt da. Zumindest ein Teil der Leserschaft wir dann in selbstgefällige Empörung verfallen.

Ich könnte es mal so sagen: Was immer, wer immer, wo immer aufschnappt, darüber kann er/sie denken, was er/sie will. Und die Menschen in Ruhe lassen, die irgendetwas Sexuelles aus irgendwelchen Motiven dennoch tun.

Ach, ich vergaß etwas sehr Wichtiges: Dann muss man noch einen Psychologen oder eine Psychologin fragen – was der/die so meint. Ob sie sich besser mit Würgegefühlen auskennen? Oder gar die Ethik gepachtet haben?

Könnten wir uns darauf einigen, zu sagen: Schilderungen sind Schilderungen und deshalb authentisch. Interpretationen sind Interpretationen und sie können daher Spuren von Meinungen und/oder Ideologien enthalten?

Die Liebe suchen, die Liebe verweigern

Liebe ist niemals ausschließlich Liebe. Wenn ich also von der Liebe schreibe, dann schreibe ich automatisch auch über andere Themen. Was in der letzten Zeit zu kurz gekommen ist, ist das unpopuläre Thema: „Was tust du für jemand anderen aus Liebe?“ Oder vielleicht: „Was sollte jemand für dich aus Liebe tun?“

Natürlich kann ich die Sache auch umdrehen: Wenn ein anderer sich etwas sehr wünscht und es dich dabei ekelt, befremdet oder überfordert – würdest du es dennoch aus Liebe tun? Ein großes Thema? Zu groß?

Die Verweigerer und Verweigerinnen

Das „Verweigern“ fängt ganz harmlos an, so etwas in der Art „Ich würde nie aus Liebe umziehen …“ Nicht in eine andere Stadt, schon gar nicht in ein anderes Bundesland, und um kleinen Preis ins Ausland.“

Na schön - wer niemals etwas ändern will, macht auch keine neuen Erfahrungen. Das bedeutet auch: Wenn es dieser Person zu schwierig ist, Neuland zu betreten, dann sollte er/sie möglicherweise lieber allein bleiben. Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass Menschen (Männer und Frauen) auf Dates gehen, um einen Partner zu suchen, mit dem er/sie nichts verändern muss. Was in der Folge heißt: Diese Person wird auf keinen Fall jemanden finden.

Die Verweigerung kommt oft am Schluss

Und hier schließt sich der Kreis: diese Personen gehen dennoch auf „Dates“ und reden dort einen Haufen Blödsinn, Dann stellen sie fest, dass ihr Gegenüber nicht perfekt für sie ist und sagen, sie hätten kein Feuerwerk im „Bauch“ (oder zwischen den Beinen) verspürt.

Und dann denke ich mal: Die armen Menschen, die sich demnächst mit diesen Luschen treffen werden – sie sind wahrhaftig zu bemitleiden.

Die Geheimnisse der frühen Jahre und das Ziel der Lust

Späte Zweifel, plötzliche Reue?
Sollte eine Frau ihrem Mann nach einer langen Ehe die frivolen Geheimnisse ihrer Jugend beichten? Und sollte sie ihm erzählen, dass sie oft an andere Menschen, Ereignisse und Fantasien denkt, wenn beide „Sex haben“?

Ich habe einen Moment gestutzt, als ich davon hörte. Die Geheimnisse früher Jahre? Über die sollte irgendwann einmal Gras wachsen. Es mag ja sein, dass es ab und an Esel oder Kamele gibt, die das Gras wieder herunterfressen. Aber dem Ehemann beichten, mit welchen Personen du als junge Frau gevögelt hast? Will wirklich jemand wissen, wie viele Männer und Frauen du verführt hast? Oder von wem du verführt wurdest?

Das haken wir besser ab, oder etwa nicht?

Der Mix im Kopf des Mannes beim Sex

Das andere ist wesentlich delikater. Und jetzt mal fein die Ohren spitzen, bitte: Nahezu alle Männer benutzen gewisse emotionale Verstärker, während sie mit ihren jeweiligen Zufallsbekanntschaften, Freundinnen, Geliebten oder eben auch Ehefrau schlafen. Denn „Sex zu haben“ ist ein Prozess, an den der Mann all seine Energien verschwendet. Und da will der Mann natürlich den Erfolg – nicht nur bio-mechanisch, sondern mit einem starken Gefühl im Hinterkopf. Und woher das kommt, ist ihm ziemlich egal, Hauptsache, der eigene Körper spielt mit. Falls jetzt jemand das Wort Liebe in den Mund nimmt: Ja, das gehört zur Illusion. In der Realität vermischen sich Chemikalien, Erinnerungen, Wünsche und das, was die aktuelle Partnerin dazu beiträgt.

Harte Brocken, nicht wahr? Nicht sehr romantisch, oder?

Auch Frauen nutzen den Gefühls-Mix

Erstaunlich ist alleine, dass nun auch Frauen zugeben, sich der Chemie und dem gespeicherten sexuellen Gefühlsgut hinzugeben, wenn sie zur Sache gehen. Schließlich wollen auch sie den Erfolg – also möglichst einen Orgasmus. Und wir wissen ja inzwischen, dass es gar nicht so einfach ist, den beim „gewöhnlichen Sex“ zu bekommen. Und weil das alles so ist: Wenn der Mix aus Gedanken, Erinnerungen, Fantasien und Körperchemie die Lust anheizt und der Partner dann noch seien Beitrag dazu leistet … ist dann nicht das Ziel von „schönem Sex“ erreicht?

Verwirrt die Presse Online-Partnersuchende mit Behauptungen?

KI ist ein riesenhaftes Geschäft. Einmal, weil KI auf manchen Gebieten wirklich Erstaunliches leistet. Dann aber auch, weil sehr viele Menschen in der Hoffnung leben, damit Geld zu verdienen.

Und was tun Redaktionen in einem solchen Fall? Sie nehmen von allen ein bisschen, was jüngst an Informationen bei ihnen eintrudelte, schütteln diese mal kräftig durch und schreiben … und schreiben … und schreiben.

Zum Beispiel etwas über Partnersuchen.

Behauptung eins:

Menschen suchen Partner, weil sie einsam, sind.

Behauptung zwei:

Die meisten haben die Nase voll, selber zu suchen.

Behauptung drei:

Wenn wir ihnen eine KI zur Verfügung stellen, die für sie sucht, läuft die Sache wie am Schnürchen – denn das macht jetzt die „Dating-Concierge“.

An dieser „Gedankenkette“ ist so gut wie alles falsch – aber das macht nichts.

Wer einsam ist, sucht nach Begegnungen, oftmals unqualifiziert, ziellos und erfolglos. Das lässt sich theoretisch ändern: durch Umdenken. Praktisch will das niemand – es ist zu mühevoll.

Zweites ist die Folge von erstens: Diejenigen, die unqualifiziert suchen, schieben den meisten Frust. Dabei häufen sich die Misserfolge, die in der Person oder im Verhalten oder in völlig absurden Vorstellungen liegen.

Erstens und zweitens ergibt drittens: Die Menschen werden empfänglich für Pseudolösungen. Mehr Fitness, anders Kleiden, in Seminaren das Ego aufbauen … das Übliche eben. Und diesmal ist es KI.

Für die Partnersuche reicht "Minimal-KI"

Um es mal auf einen Nenner zu bringen: Das bisschen KI, dass dazu nötig ist, Partner zusammenzubringen, hat jeder halbwegs seriöse Anbieter schon lange. Die sogenannten Algorithmen sind recht einfach und weitgehend von Beruf, Bildungsgrad, Einkommen, sozialem Stand und Entfernung abhängig. Ein bisschen Psycho-Umkränzung schadet nichts, bringt aber auch nicht viel ein.

Der Risikofaktor der Partnersuche sind die Suchenden

Vergaß ich, den entscheidenden Risikofaktor zu erwähnen? Es ist der Mensch, der sucht. Insbesondere wenn er jemanden sucht, der sehr schwer zu finden ist.

Übrigens: Wie so oft, besteht der Verdacht, dass Pressemitteilungen der Anlass sind, Loblieder auf KI zu schreiben.