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 Liebeszeitung - Lüste, Liebe, Beziehungen und viel mehr.

Die Woche: Beobachtungen, Sex und die Zukunft der Lust

Diese Woche habe ich einige Beobachtungen gemacht. Die erste war, dass immer mehr Dating-Teilnehmer sogenannte „Fragekataloge“ verwenden. Es mag sein, dass manche von euch darin eine „echte Hilfe“ sehen, damit keine „peinlichen Pausen“ entstehen. Doch Fragenkataloge enttäuschen auch, nämlich dann, wenn eine Frage an die nächste gehängt wird. Aber auch, wenn sie „psychologisch“ aufgebaut sind und etwas aus dem Gegenüber „herauslocken“ sollen. Bei der Bahn würde man sagen: „Nächster Halt – Verhörstadt.“ Der übernächste Halt wäre dann: privater Lügendetektor.

Das erste Date - bitte ohne gemeinsame Lebensentwürfe

Beim ersten Date wird ohnehin viel Unsinn geredet. Als mein Urgroßvater seine dritte Frau heiratete, war dies noch unglaublich wichtig – und die gesamte Zukunft einer möglichen Ehe wurde in drei Stunden abgehandelt. Danach wurde sie zeitnah Realität. Heute planen viel zu junge Paare über viel zu lange Zeitspannen – sie nehmen das Leben voraus, das überwiegend in ihren Fantasien existiert. So viel kann ich verraten: Das wirkliche Leben verläuft selten so, wie es geplant wurde.

Online-Dating ist noch lange nicht tot

Einige Themen kommen immer wieder. Ich bin überzeugt, dass wir auch Online-Dating weiter beobachten müssen. Im Moment schreibt die Presse jeden Schrott, den ihr die „Trendvorbeter“ präsentieren, aber diese angeblichen Trends stimmen nicht mit den Notwendigkeiten überein. Es wird neue und andere Trends geben, die nichts mit dem überhitzten Dating-Markt und seinen Seifenblasen zu tun hat. Im Gegenteil – die gegenwärtige „Dating-Krise“ wird mit etwas Glück zu mehr Klarheit und Transparenz führen.

Randthemen bekommen mehr Bedeutung

Ein Thema, das die „Liebeszeitung“ gegenwärtig wieder aufgegriffen hat, ist die MILF, die trotz des entwürdigenden Namens ein fester Bestandteil der Fantasiewelten (und mancher Realitäten) ist. Demnächst wird es der „Cuckold“ sein, der neu bewertet werden sollte. Auch die frivole Mode des „Peggings“ sollte neu beschrieben werden, ebenso wie die vielen Wünsche nach „Gespielinnen“ für Frauen, Männer und Paare. Überprüft haben wir kürzlich noch einmal die „Jagd auf die Einhörner“, aber noch nichts dazu veröffentlicht.

Was ich jetzt schon sagen kann: Wer solche Praktiken genüsslich und in gegenseitigem Einverständnis ausübt, ist ein Glückspilz. Und damit das auch so bleibt, reden die Menschen nicht über ihre kleinen, frechen und lustvollen Praktiken. Wer es dennoch tut, geht das volle Risiko ein, diffamiert oder attackiert zu werden.

Was sich nicht ändert: Lustgewinne wollen (fast) alle

Es gäbe noch viel zu schreiben über das, was allgemein als „Trends“ angesehen wird. Aber im Grunde ist alles doch immer ähnlich: Ein erwachsener Mensch vergnügt sich mit einem anderen erwachsenen Menschen, der ebenfalls ein Vergnügen dabei empfindet. Solange der Lohn für beide ein gewisser Lustgewinn ist, wer wollte sie angreifen?

Reden über die wahren sexuellen Wünsche - und Wochenende

Heute fiel mir noch die „gespaltene Sex-Gesellschaft“ in die Hand. Während ein Teil der Menschen die neuen sexuellen Freiheiten genießt, ist allein der Gedanken daran anderen peinlich. Persönlich sage ich dazu zumeist: „Na und – wozu die ganze Aufregung?“

Und damit: ein schönes Wochenende für euch!

Die gespaltene Sex-Gesellschaft

Offen für alle, offen für alles - oder genervt von der Offenheit?
Wer die Kulturszene beobachtet, wird früher oder später bemerken, dass Sex allenthalben präsent ist: Nicht nur im viel geschmähten Internet, sondern auch in Filmen und sogar im Fernsehen.

Sexpositiv - offen für viele Varianten?

Der eine Teil der Gesellschaft, überwiegend Intellektuelle und Freigeister, sieht sich selbst als „Sexpositiv“. Seine Mitglieder können sich beispielsweise durchaus vorstellen, dann und wann auch die Pfade sogenannter „heterosexueller“ Beziehungen zu verlassen. Der Begriff „warum eigentlich nicht?“, ersetzt den Ausdruck „um Himmels willen, niemals“. Und wer es sich nicht oder „noch nicht“ vorstellen kann, hat oft wenigstens Fantasien, die oft frivoler als die Realität sind.

Verwundert oder erschrocken über die Entwicklung?

Ein anderer Teil - wohl überwiegend die Menschen aus braven, eher durchschnittlich gebildeten Familien, sehen diese Szenerie teils mit Verwunderung, teils mit Abscheu. Auch in ihrer Brust wohnen zwei Seelen, wie im Faust. Doch bei ihnen siegen letztlich Furcht und Abscheu, eng verbunden mit Erziehung, Kultur und Religion.

Unaufgeregt - ist Sex doch "privat"?

Wieder andere sind tolerant, sehen Sexualität aber als „Privatangelegenheit“, Sie teilen ihre Wünsche, Sehnsüchte und Fantasien mit wenigen Menschen, statt sie an die „große Glocke“ zu hängen.

Was meinst DU?

Der österreichische „Standard“ fragt seine Leserinnen und Leser, wie sie es mit der Offenheit beim Sex halten. Unabhängig davon finde ich, dass es sich für jeden Menschen lohnen könnte, seine Bedürfnisse genau so gut zu kennen wie seine Sehnsüchte oder Fantasien.