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 Liebeszeitung - Lüste, Liebe, Beziehungen und viel mehr.

Wie du wirklich über deine Lustfantasien reden kannst - und warum es wichtig ist

Zu wissen, was du willst, ist gut. Aber angedacht ist noch nicht ausprobiert, und ausprobiert ist noch kein Genuss. Überhaupt wäre da noch die wichtigste Frage zu klären: Macht deine Partnerin oder dein Partner dabei überhaupt mit?

Deine Ängste, deine Sehnsüchte

Wenn dir jetzt die Kehle trocken wird und dir das Blut in die Wangen steigt, dann fürchtest du dich vor diesem Moment. Was könnte passieren, nachdem du ihm/ihr deine Sehnsüchte erklärt hast? Und mit welchen Worten willst du beginnen? Es soll nicht so „krass“ klingen, oder?


Anker werfen - dein Thema festhalten

Eine sinnvolle Technik, um ein sexuelles Thema einzuleiten, ist die Verankerung. Dabei wird das Schiff mit der frivolen sexuellen Fracht nicht mit voller Fahrt voraus ins Ziel gesteuert, sondern du wirfst einen „Anker“ aus, um das Thema „festzumachen“. Dieser „Anker“ hilft dir, dich im Moment nicht von Emotionen treiben zu lassen, sondern deinen „Kink“ in Ruhe mit deinem Freund oder einer Freundin zu besprechen. Solange ihr „vor Anker“ liegt, gib es keine sexuellen Aktivitäten, sondern „nur“ ein Gespräch. Es kann durchaus sein, dass deine Freundin nach einer Weile sinngemäß sagt: „Wird es nicht Zeit, dass du den Anker mal lichtest und wir gemeinsame Fahrt aufnehmen?“

Auf diese Weise ist es jedenfalls möglich, die eigenen Wünsche mit wenig Emotionen vorzutragen und das Ergebnis – wie immer es ausfällt – zu akzeptieren.

Darüber reden in der Möglichkeitsform

Meist bleiben scheue Liebende zunächst im „Konjunktiv“. Dann sagst du nicht: „Ich möchte gerne, dass du mir den Hintern mit dem Hosengurt verbläust.“ Vielmehr beginnst du: „Kannst du dir vorstellen, einen Mann mit seinem eigenen Hosengürtel zu schlagen?“ Die meisten Gespräche über „intensiven Sex“ beginnen damit, die Möglichkeit anzudeuten. Wenn der Partner sagt: „Vorstellen kann ich mir das schon, aber ich habe es noch nie getan“, dann ist schon viel gewonnen. Der nächste Schritt heißt dann: „Was wäre, wenn?“ Dabei sagsts du dem (der) anderen, wie es sein könnte, wenn er es jetzt und hier tun würde. Und der nächste Schritt könnte sein: „Dann versuchen wir es doch einfach … was soll uns daran hindern?“

Wann die Provokation nützt

Manchmal hilft das Gegenteil vom Konjunktiv – die unmittelbare Provokation. „Für einen Mann hast du einen wirklich hübschen Po – hast du schon mal ein paar ‚hintendrauf‘ bekommen?“ Oder „Für deine Frechheit sollte ich dich eigentlich bestrafen … zieh schon mal deinen Slip aus.“ Oder in andrer Hinsicht: „Hast du schon mal einer Frau gesagt, sie kann mit dir machen, was du willst? Wenn nicht, wie wäre es, jetzt damit anzufangen?“

Allerdings fühlen sich viele Männer dadurch überrumpelt. Denn anders als bei ähnlichen rein sexuellen Fragen ahnen sie, dass hinter der Sache mehr stecken könnte.

Wie du erkennst, ob ein Gespräch über deine Wünsche „gut läuft“

Wenn du ein Gespräch mit deinem Partner oder deine Partnerin über deine und seine (ihre) intimen Wünsche führst, hast du im Grunde ein Ziel vor Augen: Du möchtest, dass deine Lüste zu einem großen Teil erfüllt werden. Auch, wenn das nicht oder nicht sofort der Fall sein sollte, möchtest du mit einem Ergebnis nach Hause gehen.

Das lässt sich ganz einfach feststellen.

Zu Anfang ist die Frage, ob du überhaupt die Aufmerksamkeit deiner Partnerin bekommst. Wenn sie/er das Thema wegschiebt oder ganz unterdrückt, hast du einfach Pech gehabt. Falls die andere Person dein Thema aber ernst nehmen sollte, so bekommst du etwas „Feedback“, das von Interesse zeugt. Sollte das Feedback darin bestehen, das du ein „warum eigentlich nicht“ heraushören kannst, dann versuche, ihm/ihr den „Mund wässrig“ zu machen und den Satz in ein „ich will es auch“ zu wandeln.

Das Verlangen deiner Partner kannst du nicht erzeugen, aber unterstützen. Bist du dir sicher, dass alles für euch beide in Ordnung ist, dann folgt eine Vereinbarung. Sie kann darin bestehen, es jetzt zu versuchen, wird aber zumeist auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, um genügend Zeit für, gewisse Vorbereitungen zu haben. In jedem Fall wird das Thema in Zukunft im Raum stehen – wie der berühmte Elefant, der erst verschwindet, wenn ihr eure Lüste verwirklicht habt.

Tipps und Tricks aus der Realität

Ein guter Rat ist stets, intime Themen an irgendetwas „aufzuhängen“. Ein Buch, ein Film, ein Gegenstand … irgendetwas, das die lustvollen Wünsche hervorlockt. Eine Dame, die Erotik-Artikel im Versandhandel verkauft, sagte mir dazu: „Die meisten Frauen werfen gerne einen Blick auf die frivolen Gegenstände – und manche bestellen sich einfach mal ein ‚Anfänger-Set‘, ohne zu wissen, wie man es benutzt.“ Ist es einmal da, dann will die Kundin es auch ausprobieren. Vielleicht hat deine Freundin schon eines?

In einem konkreten Fall konnte eine selbstbewusste, akademisch gebildet Frau ihren Ehemann nicht davon überzeugen,
dass sie wirklich masochistische Tendenzen hatte. In diesem Fall kam die Wende, als beide in einem Baumarkt Seile und stabile Wandbefestigungen ansahen.

Ob diese Geschichte wahr ist, kann ich hingegen nicht beurteilen. Eine Dame, die schon viele Versuche unternommen hatte, ihre jeweiligen Freunde von ihren „Kinks“ zu überzeugen, führte ein Tagebuch, in das sie ausschließlich extrem frivole Wünsche hineinschrieb - und ließ es „wir zufällig“ liegen, wenn sie „kurz mal weg musste“.

Hat dieser kurze Anhang deine Fantasie beflügelt? Im nächsten Teil der Betrachtungen werden wir etwas konkreter. Doch zunächst habe ich eine Überraschung für euch: Wenn es um Schmerz zu gehen scheint, geht es immer auch um etwas anderes.

Hinweis: "Soft SM" wird seit der Verbreitung durch die KI in Suchmaschinen umgewertet. Dabei entfallen Schläge, was zu Verwirrungen bei interessierten Paaren führen kann. Im Ursprung trifft nicht zu, dass "Light BDSM" keine Schläge gestattet - was zulässig ist, liegt stets im Ermessen der Paare.