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Die schöne Lust am Soft-SM sowie Chancen und Risiken - Ende der Serie

Improvisation - die erregende Spannung

Zumeist weiß der Sub als wichtigster Spieler, was ihn erwartet – schließlich ist er der Nutznießer der Prozedur. Sobald einer der Beteiligten vom Skript abweicht und zu improvisieren beginnt, erhöht sich die Spannung. Dabei wird die ursprüngliche Vereinbarung nicht verlassen, aber aus dem Stegreif ergänzt. Ein Beispiel ist die Fantasie, dass während der Sitzung jemand an der Tür klingelt. Diese Person existiert natürlich nicht – aber sie kann einen Sub allein durch den Gedanken sehr erregen. Ähnlich verhält es sich, wenn die dominante Person den Raum angeblich verlässt und der Sub nun auf sein Gehör angewiesen ist, bis er endlich die Behandlung bekommt, die er erwartet.

Keine Filmszenen nachspielen

Heute wird leider oft versucht, Szenen aus pornografischen Videos nachzuspielen. Sie werden nahezu ausschließlich wegen der optischen Wirkung gedreht. Die real empfundenen Gefühle und ihre Entwicklung spielen für die Branche kaum eine Rolle, weil sie nicht sichtbar werden.

Populäre SM-Romane - kein Vorbild für dich

In den üblichen, von Kitsch und Klischees geprägten SM-Romanen werden Bedingungen und Situationen geschildert, die zwar sexuell anregend sind, aber dennoch eher „Märchen für Erwachsene“ sind. Es ist völlig sinnlos, sie als Vorbild zu nehmen, auch wenn sie deine Fantasien angeregt haben.

Gesundheit geht vor – psychische wie physische

Ein Grundsatz, der für alle Spiele mit „Schmerz und Lust“ gilt: Die Entscheidung, in dieser Weise zu spielen, muss aus freien Stücken erfolgen und darf auch widerrufen werden. Darüber hinaus sollte nur dann gespielt werden, wenn dir beim Start völlig klar ist, in welche Lage du dich begibst – das ist unter Alkoholeinfluss oft nicht gegeben. Und außerdem sollte alles so sicher sein wie bei einer belastenden Sportart.

Schwerwiegende Probleme - selten, aber sie kommen vor

Bei Spielen, an denen körpereigene Drogen beteiligt sind, können suchtartige Phänomene auftreten. Wie du das feststellst und wer dir dabei helfen kann, sie zu überwinden, sagen die Ärzte und Beratungsstellen.

Je mehr du dich von anderen abhängig machst, kannst du von ihnen „benutzt“ werden. Tatsächlich versuchen manche Menschen im Bereich der SM-Lüste, andere so fest an sich zu binden, dass Abhängigkeiten entstehen. Sobald du das bemerkst, ist mindestens ein Gespräch darüber nötig – und manchmal sogar eine Trennung.

Dies ist der letzte Teil der Artikel zum Thema „Dating und Soft-SM“. Ich hoffe, ihr konntet die Inhalte für eure eigenen Entscheidungen gebrauchen. Wenn ja, dann gebt sie bitte weiter - wenn nein, dann sagt mir, was euch gefehlt hat.

Im Anhang könnt ihr noch nachlesen, wie wahrscheinlich es ist, mit Dominanz, Soft-SM, Schmerzlust oder Fesselungen im Berührung zu kommen. Einige erläuternde Sätze stehen auch im Magazin "sehpferd". "Die schöne Lust am Soft-SM sowie Chancen und Risiken - Ende der Serie" vollständig lesen

Schmerzenslust - die Instrumente, die Szenarien, die Sicherheit und DU

Die Wahl der Instrumente

Üblicherweise folgen die Instrumente der Züchtigung den Szenarien und der Zeit, in die ihr euch versetzen wollt. Für die nachgespielte „häusliche Züchtigung“ findet sich fast alles in Küche, Kleiderschrank, Keller und Abstellraum. Die schulische Züchtigung wird immer seltener nachgespielt – an ihre Stelle treten Fantasien um das Machtgefälle. Verschiedene Schlegel, Peitschen oder Stöcke ersetzten im Laufe der Jahre die einst so beliebten „Ruten“ oder „Katzen“. Für das bereits mehrfach erwähnte „Machtgefälle“ ist nicht entscheidend, ob Schläge ein wesentlicher Bestandteil des Spiel sind.

Unterschätzen und Überschätzen der Intensität

Zu den Instrumenten wäre noch zu sagen, dass einige über- andere aber unterschätzt werden. Harte Peitschen, Lederriemen und Rohrstöcke beißen teuflisch in die Haut. Wer sie benutzen will, sollte genau wissen, was er (oder sie) tut. Oft findet man unter recht „orthodoxen“ Gegenständen wirksame Schlegel, wie etwa Kochlöffel, Pfannenwender oder die berühmten Teppichklopfer. Es gibt im Internet viele Seiten, die ziemlich authentisch beschreiben, wie einzelne Gerätschaften wirken. Ich verzichte gerne darauf, die „typischen“ Schmerzen zu beschreiben, die diese Instrumente erzeugen. Es sind ja nicht die einzelnen Schläge, die als sinnliche Herausforderungen erlebt werden, sondern die Szenerie, in der du sie empfängst.

Zeit und Ort - sicher und verschwiegen

Meist reicht die „kleine Bühne“ mit wenig Dekoration, vor allem, wenn beide über viel Fantasie verfügen und du als Schlagende(r) über schauspielerische Fähigkeiten verfügst. Dabei sind nicht die Schläge selbst gefragt, sondern die Gefühle, die sie auslösen sollen.

Zu deiner eigenen Sicherheit und als Schutz vor Spekulationen solltest du möglichst wenig von euren Spielen nach außen dringen lassen. Dazu gehört der Schutz vor neugierigen Blicken (Vorhänge und Jalousien schließen) wie auch etwas Vorsicht mit Schlaginstrumenten, die laute Geräusche erzeugen. Falls heftige verbale Reaktionen zum Spiel gehören, können die Aktivitäten in einen weitgehend schalltoten Raum verlegt werden, beispielsweise einen Partyraum. Denke auch daran, dass du deine Aktivitäten in eine Zeit verlegst, in der weder Paketboten noch Verwandtenbesuche zu erwarten sind.

Und schließlich: Keine Fotos oder Filme, vor allem nicht mit Mobiltelefonen, die „online“ manche Information übermitteln, die du gerne in deinen vier Wänden behalten würdest.

Bei all dem Verlockenden an der Schmerzlust will ich gegen Ende noch auf die Grenzen, Risiken und einige Irrtümer hinweisen. Das lest ihr in der nächsten Ausgabe, in der auch noch eine überraschende Fakten veröffentlicht werden.

Vorhang auf: die Rollenspieler auf der Bühne der Schmerzlüste

Die Kleidung, die Dekoration und das „Werkzeug“, mit der die Züchtigung durchgeführt wird, richtet sich nach der dem Thema des Rollenspiels. Je überzeugender der dominante Partner in diesem Spiel ist, umso weniger Ausstattung wird benötigt.

Rollenspiele gehören zum Alltag - ein Seitenblick auf die Psychologie

Rollenspiele sind unter Menschen ziemlich alltäglich. Der Psychiater Eric Berne schrieb sogar ein ganzes Buch darüber – und seine Beispiele hatten nichts mit Soft-SM zu tun. Herr Berne beobachtete einfach die Gespräche der Menschen und stellte fest, dass sie dabei drei mögliche Rollen einnahmen. Zu seinem „System“ gehörten drei Spielertypen, die Miteinander in „Transaktionen“ traten. Und damit sind wir mitten im Thema. Denn eine der Varianten schildert eine „parallele Schräglage“, bei der die Partner ein verbales Abhängigkeitsverhältnis nachspielen. (P zu CH).

Das besondere am Rollenspiel mit Soft-SM

Einer der beiden Partner nimmt dabei die Rolle der führenden, machtbewussten Person an, die über andere bestimmen kann. Der andere Partner fügt sich in die Rolle einer Person, über die „bestimmt“ werden kann, die „belehrt“ werden darf und überhaupt in Verdacht steht, „Mängel“ zu haben. Worte in SM-Spielen hinterlassen oft tiefere Eindrücke als Hiebe – und in der Kombination gehören sie zu den wichtigsten Elementen des Rollenspiels.

Bei SM-Spielen ist üblich, die dominante Person mit machtvollen Attributen auszustatten. Dazu gehört eine feste Ansprache, die einschüchtern kann, strenge Kleidung, deutlich mehr Bewegungsfreiheit und ein Instrument, das der Züchtigung dient.

Wie die Partner ihre Rollen spielen und erleben

Bleiben wir einen Moment bei der Rolle. Wenn du einen Schauspieler fragst, dann wird er dir erklären, dass seine Persönlichkeit während seines Auftritts mit der Rolle verschmilzt. Das heißt, sein Auftritt, seine Gestik, seine Mimik und alles, was du von ihm wahrnimmst, wirkt „echt“, obwohl dieser Mensch im „wirklichen Leben“ ganz anders wirkt.

Das Spiel In einzelne "Akte" aufteilen

Die meisten Spiele dieser Art werden in drei Akten gespielt. Im ersten Akt spielt die Unterwerfung die größte Rolle, und sie kann ziemlich lange ausgespielt werden. Im zweiten Akt geht es zur Sache – der „Sub“ wird gezüchtigt, bis er sein Spiel als „erfüllt“ ansieht. Der dritte Akt ist nötig, um das Spiel zu beenden, und wieder in den Alltag einzutauchen. Für alle drei Phasen gibt es Vorschläge, aber sie sind bestenfalls „Meilensteine“. Kein Spiel ist exakt wie das andere, und bei einigen Szenen werdet ihr improvisieren müssen.

Alles gesagt? Nein. noch nicht ganz. Was fehlt, sind noch ein paar wichtige Details - und vor allem die Frage der Sicherheit.

Unsere Definition von Soft-SM: "Soft-SM ist eine Variante aus dem Katalog der vielen BDSM-Aktivitäten, bei dem eine dominante Person und eine unterwürfige versuchen, einen Gewinn aus einem Machtspiel zu ziehen. Was der Gewinn ist und wie er entsteht, wissen nur die Partner, die miteinander spielen."

Was Wunsch nach Schlägen - eine Erklärung aus moderner Sicht

In der Schule haben wir gelernt, dass unser Körper zahlreiche „Rezeptoren“ besitzt, die uns ermöglichen, zu sehen, zu hören oder mechanische Reize auf der Haut wahrzunehmen. Über die Nervenbahnen werden diese an das Gehirn weitergeleitet. So viel davon stimmt tatsächlich. Allerdings können Augen nur optische Eindrücke wahrnehmen, Ohren nur Töne aufnehmen und die Hautoberfläche nur Druck, Stoß oder Stiche wie auch Hitze und Kälte bemerken.

Das Vorzimmer des Gehirns

Die erstaunliche Tatsache, die wir in der Schule nicht gelernt haben: Alle über die Nerven ankommenden Informationen werden „im Vorzimmer“ des Gehirns geprüft. Eine werden sofort durchgelassen: „Wenn die Herdplatte heiß ist, musst du sofort die Hand zurückziehen.“ Andere dringen gar nicht erst zur „Verarbeitung“ vor. Und wieder andere müssen erst einmal „bewertet“ werden, bevor etwas passiert.

Unser Gehirn hat die erstaunliche Fähigkeit, einen Eindruck mit den Situationen zu vergleichen, in denen er „schon einmal“ aufgetreten ist. Also etwa: Mit wem war ich zusammen, als es geschah? Was habe ich dabei empfunden? Will ich es noch einmal erleben, um es nun deutlicher zu erspüren?

Gefühle wandeln sich - vom Wunsch nach Erfahrungen

Zum anderen wandelt sich die Empfindung mit Lebensalter und Erfahrung, was letztlich heißt: Wir bleiben neugierig, wie wir etwas „jetzt und hier“ hören, sehen oder empfinden. Ein simples Beispiel: Viele Menschen mögen scharfe oder bittere Speisen nicht. Was aber „scharf“ oder „bitter“ ist, wandelt sich mit den Jahren, und jede neue Erfahrung damit verändert unser Verhältnis dazu. Falls du es nicht glaubst: Hast du als Kind Spargel gemocht? Mir kam er bitter vor. Und heute esse ich mit Wonne Spargel, der mir gar nicht mehr bitter vorkommt.

Vom Gemüsestand zurück zur Psychologie: Unser Gehirn ist in der Lage, sich bitteren Erfahrungen zu vergessen und neu zu lernen. Manche lieben die Süße im Bitteren, andere entdecken im Süßen das Bittere, und dies ist keinesfalls ungewöhnlich.

Das Neue, das Ungewöhnliche und die Herausforderung

Nehmen wir an, eine Empfindung würde tatsächlich zum Gehirn vordringen und nicht gleich im Vorzimmer erledigt werden. Dann beginnt das Gehirn, diese Situation mit anderen zu vergleichen, die bereits bekannt sind oder in irgendeiner Weise anregend sind. Es sagt uns also: „Warte mal ab, was kommt.“ Dadurch werden wir offen für neue Erfahrungen.

Viele Menschen berichten Erstaunliches: Sie sagen, dass sie die Lust am Schmerz auch dann wahrnehmen, wenn die Rezeptoren gar nicht erst aktiviert wurden. Mit anderen Worten: Sie empfinden den Schmerz, ohne geschlagen zu werden. Sie benötigen lediglich einen Auslöser, der die Fantasie freisetzt.

Neutraler gesagt: Unser Gehirn kann unser Empfinden in viele Richtungen steuern, die wir nicht genau voraussagen könne. Und dazu gehört auch, ob ein Schlag schmerzt, als Erniedrigung empfunden wird oder sich mit Lust verbindet. Aus der Sicht der Gehirnforschung verwundert dies nicht.

Schmerzliche Herausforderungen - für viele nicht ungewöhnlich

Starke körperliche Anstrengungen erzeugen zudem biochemische Prozesse, die das Gefühl erzeugen, sich verausgabt zu haben. „Ohne Schmerz kein Gewinn“ ist eine übliche Formulierung, die allgemein anerkannt wird. Leistungssportler werden sogar bewundert, weil sie die Strapazen ertragen, die ihnen „der Sport“ abfordert. Im Grunde tun sie gar nichts anderes, als ihre Grenzen auszutesten, denn nur wenige werden tatsächlich einmal „siegen“. Betrachtet man dies nüchtern, so liegt ihr Gewinn darin, bis an die Grenzen gegangen zu sein.

Was du von hier mitnehmen kannst

Was wir zum Thema „Schmerzlust“ oder „Soft-BDSM“ mitnehmen können, ist einfach: Gesucht werden sinnliche Sensationen, die emotional wie auch körperlich als Herausforderung empfunden werden. Was dabei genau geschieht, entzieht sich unserer Kenntnis. Wir wissen nur, dass die Biochemie einen Teil der Sensationen bewirkt, aber wir wissen nicht, was sich letztlich im Gehirn abspielt.

Wer glaubt, dass es „nur“ darum geht, den „Hinter versohlt“ zu bekommen, der irrt. Es geht um das Gesamtpaket der Erfahrungen – und die sind so vielfältig, dass wir sie beim besten Willen nicht als „Züchtigungen“ beschreiben können.

Genug gesagt? Im nächsten Teil reden wir über Rollenspiele - reißen den Vorhang auf und blicken hinter die Kulissen.

Wie du wirklich über deine Lustfantasien reden kannst - und warum es wichtig ist

Zu wissen, was du willst, ist gut. Aber angedacht ist noch nicht ausprobiert, und ausprobiert ist noch kein Genuss. Überhaupt wäre da noch die wichtigste Frage zu klären: Macht deine Partnerin oder dein Partner dabei überhaupt mit?

Deine Ängste, deine Sehnsüchte

Wenn dir jetzt die Kehle trocken wird und dir das Blut in die Wangen steigt, dann fürchtest du dich vor diesem Moment. Was könnte passieren, nachdem du ihm/ihr deine Sehnsüchte erklärt hast? Und mit welchen Worten willst du beginnen? Es soll nicht so „krass“ klingen, oder?


Anker werfen - dein Thema festhalten

Eine sinnvolle Technik, um ein sexuelles Thema einzuleiten, ist die Verankerung. Dabei wird das Schiff mit der frivolen sexuellen Fracht nicht mit voller Fahrt voraus ins Ziel gesteuert, sondern du wirfst einen „Anker“ aus, um das Thema „festzumachen“. Dieser „Anker“ hilft dir, dich im Moment nicht von Emotionen treiben zu lassen, sondern deinen „Kink“ in Ruhe mit deinem Freund oder einer Freundin zu besprechen. Solange ihr „vor Anker“ liegt, gib es keine sexuellen Aktivitäten, sondern „nur“ ein Gespräch. Es kann durchaus sein, dass deine Freundin nach einer Weile sinngemäß sagt: „Wird es nicht Zeit, dass du den Anker mal lichtest und wir gemeinsame Fahrt aufnehmen?“

Auf diese Weise ist es jedenfalls möglich, die eigenen Wünsche mit wenig Emotionen vorzutragen und das Ergebnis – wie immer es ausfällt – zu akzeptieren.

Darüber reden in der Möglichkeitsform

Meist bleiben scheue Liebende zunächst im „Konjunktiv“. Dann sagst du nicht: „Ich möchte gerne, dass du mir den Hintern mit dem Hosengurt verbläust.“ Vielmehr beginnst du: „Kannst du dir vorstellen, einen Mann mit seinem eigenen Hosengürtel zu schlagen?“ Die meisten Gespräche über „intensiven Sex“ beginnen damit, die Möglichkeit anzudeuten. Wenn der Partner sagt: „Vorstellen kann ich mir das schon, aber ich habe es noch nie getan“, dann ist schon viel gewonnen. Der nächste Schritt heißt dann: „Was wäre, wenn?“ Dabei sagsts du dem (der) anderen, wie es sein könnte, wenn er es jetzt und hier tun würde. Und der nächste Schritt könnte sein: „Dann versuchen wir es doch einfach … was soll uns daran hindern?“

Wann die Provokation nützt

Manchmal hilft das Gegenteil vom Konjunktiv – die unmittelbare Provokation. „Für einen Mann hast du einen wirklich hübschen Po – hast du schon mal ein paar ‚hintendrauf‘ bekommen?“ Oder „Für deine Frechheit sollte ich dich eigentlich bestrafen … zieh schon mal deinen Slip aus.“ Oder in andrer Hinsicht: „Hast du schon mal einer Frau gesagt, sie kann mit dir machen, was du willst? Wenn nicht, wie wäre es, jetzt damit anzufangen?“

Allerdings fühlen sich viele Männer dadurch überrumpelt. Denn anders als bei ähnlichen rein sexuellen Fragen ahnen sie, dass hinter der Sache mehr stecken könnte.

Wie du erkennst, ob ein Gespräch über deine Wünsche „gut läuft“

Wenn du ein Gespräch mit deinem Partner oder deine Partnerin über deine und seine (ihre) intimen Wünsche führst, hast du im Grunde ein Ziel vor Augen: Du möchtest, dass deine Lüste zu einem großen Teil erfüllt werden. Auch, wenn das nicht oder nicht sofort der Fall sein sollte, möchtest du mit einem Ergebnis nach Hause gehen.

Das lässt sich ganz einfach feststellen.

Zu Anfang ist die Frage, ob du überhaupt die Aufmerksamkeit deiner Partnerin bekommst. Wenn sie/er das Thema wegschiebt oder ganz unterdrückt, hast du einfach Pech gehabt. Falls die andere Person dein Thema aber ernst nehmen sollte, so bekommst du etwas „Feedback“, das von Interesse zeugt. Sollte das Feedback darin bestehen, das du ein „warum eigentlich nicht“ heraushören kannst, dann versuche, ihm/ihr den „Mund wässrig“ zu machen und den Satz in ein „ich will es auch“ zu wandeln.

Das Verlangen deiner Partner kannst du nicht erzeugen, aber unterstützen. Bist du dir sicher, dass alles für euch beide in Ordnung ist, dann folgt eine Vereinbarung. Sie kann darin bestehen, es jetzt zu versuchen, wird aber zumeist auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, um genügend Zeit für, gewisse Vorbereitungen zu haben. In jedem Fall wird das Thema in Zukunft im Raum stehen – wie der berühmte Elefant, der erst verschwindet, wenn ihr eure Lüste verwirklicht habt.

Tipps und Tricks aus der Realität

Ein guter Rat ist stets, intime Themen an irgendetwas „aufzuhängen“. Ein Buch, ein Film, ein Gegenstand … irgendetwas, das die lustvollen Wünsche hervorlockt. Eine Dame, die Erotik-Artikel im Versandhandel verkauft, sagte mir dazu: „Die meisten Frauen werfen gerne einen Blick auf die frivolen Gegenstände – und manche bestellen sich einfach mal ein ‚Anfänger-Set‘, ohne zu wissen, wie man es benutzt.“ Ist es einmal da, dann will die Kundin es auch ausprobieren. Vielleicht hat deine Freundin schon eines?

In einem konkreten Fall konnte eine selbstbewusste, akademisch gebildet Frau ihren Ehemann nicht davon überzeugen,
dass sie wirklich masochistische Tendenzen hatte. In diesem Fall kam die Wende, als beide in einem Baumarkt Seile und stabile Wandbefestigungen ansahen.

Ob diese Geschichte wahr ist, kann ich hingegen nicht beurteilen. Eine Dame, die schon viele Versuche unternommen hatte, ihre jeweiligen Freunde von ihren „Kinks“ zu überzeugen, führte ein Tagebuch, in das sie ausschließlich extrem frivole Wünsche hineinschrieb - und ließ es „wir zufällig“ liegen, wenn sie „kurz mal weg musste“.

Hat dieser kurze Anhang deine Fantasie beflügelt? Im nächsten Teil der Betrachtungen werden wir etwas konkreter. Doch zunächst habe ich eine Überraschung für euch: Wenn es um Schmerz zu gehen scheint, geht es immer auch um etwas anderes.

Hinweis: "Soft SM" wird seit der Verbreitung durch die KI in Suchmaschinen umgewertet. Dabei entfallen Schläge, was zu Verwirrungen bei interessierten Paaren führen kann. Im Ursprung trifft nicht zu, dass "Light BDSM" keine Schläge gestattet - was zulässig ist, liegt stets im Ermessen der Paare.