Skip to content
 Liebeszeitung - Lüste, Liebe, Beziehungen und viel mehr.

Gibt es eigentlich eine „christliche Sexualethik“?

Unsere Kultur, so hieß es früher einmal, entstand aus dem Griechentum, dem Germanentum und dem Christentum.

Der Glaube mag Berge versetzen, aber irgendwie passte der Mix nicht – denn die Kultur stammte eben auch aus Arabien – und ganz besonders aus Rom.

Soweit die Ethik betroffen war, galt später das Christentum als Richtschnur. Politiker begannen, von der christlichen Leitkultur zu reden. Und obwohl das Christentum keine Leitsätze für die Sexualität schuf, wurde es lange Zeit als gültiger Maßstab für die Ethik im Sexualbereich benutzt.

Die Frage ist: Wenn die Sexualethik tief im Christentum verwurzelt ist, halten sich dann wenigstens Christen daran?

Die Antwort verblüfft sicher manche Theologen, aber kaum Menschen, die sich am Alltag der Menschen orientieren:

Besonders überraschend fand ich, dass Glaube und Sexualität in wesentlichen Aspekten fast zwei getrennte Welten sind, die nebeneinander existieren, aber wenig miteinander zu tun haben. Das gilt nicht, wenn man sich die sexualethischen Einstellungen anschaut: Die hängen durchaus damit zusammen, wie intensiv die Befragten glauben und welche theologische Grundhaltung sie haben. Aber Erleben und Handeln in Bezug auf Sexualität, etwa sexuelle Zufriedenheit oder sexuelle Handlungsfähigkeit, die Stärke des sexuellen Begehrens, hängen kaum messbar mit Glaubensaspekten zusammen.

Sagt der Forscher Prof. Dr. Tobias Künkler dem Magazin PRO.(1)

Die Frage, ob es „christliche Ethik“ in der Sexualität gibt, ist damit zwar nicht beantwortet. Sicher ist aber, dass Christen durchaus zwischen der realen Welt und ihren Gegebenheiten und den Ideologien, die sozusagen als „Beipack“ des Glaubens geliefert werden, unterscheiden können.

(1) Das Zitat fällt sehr lang aus. Ich konnte es jedoch nicht kürzen, weil ich dann den Sinn verfälscht hätte.