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Trennkost: Sex und Liebe sind trennbar

Wenn die Sehnsucht ruft, gibt es auch ein Echo
Wir werfen gerne mit Begriffen herum, die wir wie die Kaninchen aus dem Hut ziehen. Mal ist es Liebe, mal die Seele. Und immer, wenn wir einen solchen Begriff aus dem Hut geholt haben, fühlen wir uns großartig. Ja, wir sind Kulturmenschen, wir haben eine Beziehung zu uns selber, zu unseren Mitmenschen und vielleicht gar zum lieben Gott.

Wir reden so viel über die Liebe, weil wir nichts von ihr wissen

Doch eigentlich haben wir einen Haufen Blech geredet. „Die Liebe“ existiert nicht „als solche“ – sie wäre nichts ohne das Erleben, das wir mit ihr verbinden. Wir haben erlebt, wie es sich „anfühlt“, geliebt zu werden – und wir haben Menschen spüren lassen, was wir für Liebe halten. Das ist alles, was wir von der Liebe wissen. Auch die Königinnen und Könige, die dort draußen vor der Stadt in ihren Elfenbeintürmen Philosophie oder Soziologie lehren, wissen nicht mehr als wir, aber sie reden viel darüber, eigentlich nichts zu wissen.

Schreckliche Theorien über Frauen, Liebe und Sex


Die Theorie von Liebe und Sex ist grau und schrecklich. Sie wird mit der jeweils vorherrschenden Moral abgemischt und ist schon deshalb völlig unbrauchbar. Mitte des vorigen Jahrhunderts waren die Menschen noch völlig überzeugt davon, dass Frauen im Grunde keine erotischen Gelüste hatten. Um diese dennoch hervorzurufen, musste der Mann monatelang Affentänzchen verführen, mit ihr ausgegeben und „nett“ zu ihr sein. Was dabei „in der Seele“ der Frau geschah, wusste man zwar nicht, man nahm aber an, dass Frauen williger wurden, sobald sie im Hintergrund die Hochzeitsglocken läuten hörten. Aber damit nicht genug: Es gab sehr ernsthafte Menschen, die sich sicher waren, dass alle Frauen vor dem Sexualakt ein langes, ausgiebiges Vorspiel wünschten, ohne dass sie ihre Körperreaktionen nicht auf den Mann als Beglücker ausrichten konnten. Und wenn Sie’s dennoch taten? Dann meist nur, weil der Mann sie bedrängt hatte, oder um ein wenig „danke schön“ zu sagen.

Frauen wollen keinen Sex, sondern Liebe?

Damals galt: Frauen wollen an sich keinen Sex, geben aber auf Dauer dem Drängen der Männer nach. Ein lustvolles, erotisch selbstbestimmtes Leben? Oh, das versaute die Heiratschancen – also unterließen es die „anständigen“ jungen Frauen besser, sich in die Lotterbetten der Junggesellen zu steigen und dort Lustschreie auszustoßen.
Warum ich Ihnen das erzähle? Weil auch heute noch viele Frauen und Männer der Überzeugung sind, man solle nur miteinander schlafen, wenn man „volles Vertrauen“ zum Partner gewonnen habe. Oder man müsse unbedingt rückhaltlos verliebt sein, weil der Sex sonst nicht als lustvoll empfunden werde.

Zur eigenen Geilheit stehen - immer noch verpönt?

Doch die Realität hat sich längst gewandelt. Denn während Mitte des vorigen Jahrhunderts keine Frau zugab, „heimlich geil“ zu werden, lernt die heutige Frau recht bald, dass sich „Geilheit“ und „Mann“ durchaus trennen lassen. So vorbereitet und mit dem Wissen über ihre Körperreaktionen ausgestattet, kann sie dann eben auch auf einen Mann zugehen, um nach einer relativ kurzen Flirtphase die aufregenderen Wonnen zu zweit zu genießen.

Selbstverständlich muss ein bisschen Verliebtheit dabei sein. Doch „Verliebtheit“ ist kaum mehr als ein drogenähnlicher Rausch, der eben auch kurzfristig herbeigeführt werden kann und der ebenso rasch wieder abgebaut werden kann. Sex ohne Liebe ist also machbar, und wahrscheinlich ist dieser Sex aufregender als der Sex, der an Wochenenden in den Ehebetten stattfindet.

Sexualität ist Sexualität - Liebe ist Liebe

Sexualität ist – auch bei Frauen – nicht zwangsläufig an „die Liebe“ gebunden. Für viele der modernen Frauen, die heute in Berlin und morgen in Paris sind, ist klar, dass Sex sein muss – aber nicht mit einem ständigen Partner. „In einer Hotelbar findest du immer einen Mann mit ein bisschen erotischer Ausstrahlung“, sagte mir vor einigen Jahren eine Bankmanagerin, „Du musst ihn nur ansprechen – der Rest läuft dann ganz von selbst.“

Wenn der Sex schön ist, nimmt die Ärztin auch den Klempner

Es scheint, als ob in der Sexualität, oder sagen wir besser, in der Wollust, alle Schranken fallen können: Der Mann muss nicht wohlhabend, gebildet oder stilvoll sein - sexuelle Erfahrung und ein bisschen Charme reichen völlig. „Du, das beste sexuelle Erlebnis hatte ich mal mit einem Klempner“, wusste eine akademisch gebildete Dame.

Sex geht ohne Liebe

Sex ohne Liebe geht nicht? Wer das sagt, sollte sich noch einmal überlegen, für wen der Satz gilt. Es ist in Ordnung, wenn eine Frau sagt: „Ich muss erst über beide Ohren verliebt sein, bevor ich mich für ihn hinlege.“ Das ist ihre persönliche Erfahrung, dun daraus bezieht sie ihre Liebes-Persönlichkeit. Es ist aber eine Zumutung, wenn sie sagt: „Alle Frauen brauchen viel Zeit, um Vertrauen zu gewinnen - und nur bei vollem Vertrauen ist Sex schön.“

Das Fazit: Sex ist schneller Genuss - Liebe ein langer Prozess

Was entnehmen wir nun daraus? Es gibt keinen Beweis dafür, dass Sex ohne Liebe „unmenschlich“ oder „unweiblich“ wäre. Sex ist immer möglich, wenn einer der beiden Partner geil ist und den anderen dazu verführen kann, diese Geilheit mit ihm zu zelebrieren. Würde man hingegen sagen „Sex benötigt zwangsläufig die Liebe“, so würde man die Liebe abwerten: Sie ist ein enormer Gefühlskomplex, der sich erst nach und nach zwischen Partnern aufbaut. Und Sex? Der ist verfügbar wie Brot und Wein, und wer davon kosten will, der soll sollte ihn bitte schamlos genießen.

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