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Kritische Distanz zu Aussagen über Sex

"Sie dürfen aber wirklich nur zum Tee bleiben, mein Herr ..."
Aussagen über unsere menschliche Sexualität sind inzwischen so häufig wie Gänseblümchen – und so belanglos. Denn nur, wenn Sexualität gemeinsam mit einem anderenBbegriff gebraucht wird, bedeutet sie für uns mehr als wahlweise Wollust oder Fortpflanzung. Dementsprechend wird Sexualität in der öffentlichen Diskussion fast immer zuerst bewertet, um erst später beschrieben zu werden. Insofern haben wir nahezu alle längst unser Vorurteile kultiviert: Dies ist guter Sex, jenes schlechter Sex.

Wertorientierung und Sexualität - wissenschaftliches Kaspertheater?

Seit ich denken kann, wird seitens der Sexualwissenschaftler versucht, den jungen Menschen eine „wertorientierte Sexualpädagogik“ anzudienen. Das klingt gut und edel, ist aber in Wahrheit eine Farce. Denn die Frage ist nicht, ob sich Sexualität mit Werten anreichern lässt, sondern welche Werte für den Umgang mit der eignen Sexualität gelten sollen. Mit anderen Worten: Kann, soll und darf man sich dazu eigene Werte schaffen? Muss man dem „Mainstream“ der bürgerlichen Gesellschaft folgen? Kann man Wissenschaftlern glauben, die in ein paar Jahren mit einiger Sicherheit wieder das Gegenteil von dem behaupten, was sie heute von sich geben? Wird überhaupt versucht, der Jugend ein realistisches Bild von der Sexualität zu vermitteln, bevor man mit der etwas lachhafte Diskussion über eine „wertorientierte“ Sexualpädagogik beginnt?

Von vornherein wertorientiert oder zunächst wertoffen?

Stellen wir uns doch mal diese Frage: Muss der Weg zur eigenen Sexualität „wertorientiert“ sein oder könnte er nicht auch „wertoffen“ sein? Haben wir außerhalb der Sexualität den Anspruch, dass wir alle nach den gleichen, einheitlichen und unverrückbaren Wertschablonen funktionieren? Mit Sicherheit nicht. Werte muss man sich schaffen und verinnerlichen, und auch wissen, wann man einmal auf ihre Anwendung verzichten kann.

Gelebte Sexualität muss verhandelbar sein

Wenn wir hingegen etwas mit Sicherheit sagen können, dann ist es dies: Gleich, welch „wertvolle“ Auffassung wir persönlich zur Sexualität entwickeln – sie muss dennoch verhandelbar sein. Ist sie es nicht, so werden wir kaum einen Partner finden, mit dem wir unsere Sexualität teilen können.

Ein Plädoyer für das Individuum

Ich rate dazu, kritisch zu sein, wenn Wissenschaftler über Sex spricht – nicht, weil ich den Wissenschaftlern generell misstraue oder ihre Kompetenz bezweifle. Sondern weil ich diese Frage stelle: Gilt das, was der Wissenschaftler da pauschal in die Presse pfeift, auch für jeden einzelnen Menschen?

Natürlich nicht. Jeder hat andere Erfahrungen, jeder andere Ängste. Und ob die „Werte“ bei der Sexualität wirklich im Vordergrund stehen? Es gibt mit Sicherheit Anzeichen dafür, dass dies nicht so ist und niemals so war, wenn die Leidenschaft groß genug ist.

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