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Kann eine dominante Frau wirklich sadistisch sein?

Gute Schauspielerin oder echte Sadistin?
Kann eine dominante Frau wirklich sadistisch sein?

Sadistische Neigungen oder konsequente Methoden zur Disziplinierung sind nicht zu verwechseln mit echtem Sadismus. Und ob professionelle „Dominas“ wirklich eine „sadistische“ Veranlagung haben oder einfach nur emotionslose und kaltschnäuzige Dienstleister sind, die ihren Job tun – wer will es schon wissen? Sie sind: Dienstleisterinnen für Illusionen, die den meisten Menschen ziemlich „krank“ zu sein scheinen, die aber von den Klienten als durchaus als erotisch empfunden werden.

Was wir herausfinden konnten: Professionelle Domina-Frauen, die emotional überleben wollen, suchen sich einen Ausgleich (zum Beispiel einen ziemlich gewöhnlichen Freud, jedenfalls aber einen, der nicht masochistisch ist). Es kann auch eine liebevolle Freundin sein. Dies würde dafür sprechen, dass Dominas nicht von Natur „sadistisch“ veranlagt sind.

Viele Dominas äußern sich ausgesprochen plakativ auf ihren Webseiten, zum Beispiel, dass sie über alle Grenzen hinausgehen würden und die Herren so lange schinden, bis sie ihre eigenen Vorstellungen durchgesetzt hätten - sogar in "Überzeit".. Das halte ich für unwahrscheinlich. Warum sollte sich eine Domina länger mit einem Kunden beschäftigen, als er dafür bezahlt?

Wir wissen aus vielen Schilderungen, dass es Männer gibt, die extremen Schmerzen und Erniedrigungen ausgesetzt werden wollen, ohne wirklich „echte“ Masochisten zu sein. Doch auch sie würden bei einer „echten“ Sadistin“ kaum auf ihre Kosten kommen. Und die „Sadistin“ selbst? Hat sie Freude am Sadismus, wenn sie doch nur eine Episode im Leben der Männer darstellt, einem Callgirl nicht unähnlich?

Oder müssen Dominas im Internet einfach behaupten, „Sadistinnen“ zu sein, weil dies zu den Illusionen gehört, die sie verkaufen? Schließlich arbeiten sie in einer Branche, in der die Illusionen weitaus mehr zählen als die Tatsachen.

Soweit der Teil, den wir in Webauftritten sehen. Daneben gibt es Paare, in die in DS-Beziehungen leben - also äußerlich meist ganz normalen Ehen mit bürgerlichem Anstrich, die innen von weiblicher Dominanz und Unterwerfung geprägt sind. Zumeist gehören die Paare zur sogenannten „Szene“, einige aber auch nicht. Es ist schwer vorstellbar, dass Frauen in solchen Beziehungen wirklich sadistisch sind.

Was meint ihr?

Ich als übrigens zuletzt: „The Story of Control“. Eine hübsche Lebens- und Liebesgeschichte. Und ein ziemlich realistisches und differenziertes Bild von einer Frau, die ihr Leben abseits der Gesellschaft lebt, aber immer und überall selbstbewusst und kontrolliert handelt.

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