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Warum das Fühlen nicht die beste Wahl ist

Die Meinung der „Zuständigen“ für Wohlbefinden schaukelt wie ein Eselsschwanz: Mal ist es gut, wenn wir alles Erfühlen, immer Mitfühlen und uns überhaupt von unseren Gefühlen leiten lassen. Dann sind Gefühle wieder ganz schlecht udn wir sollten lieber auf Tatsachen hören.

Gefühlt ist alles besser?

Ich habe mir während meines Lebens eine Menge darüber angehört: Gefühle sind immer ehrlich, immer gut, immer positiv, immer authentisch … und was dergleichen Gelaber mehr ist. Manche Therapeuten wollten uns allen (also nicht nur ihren Klienten) die Masken vom Gesicht reißen, andere „Zwiebeln schälen“, sprich uns entkernen, bevor nichts übrig bleibt als die bloß liegende Psyche. Und noch andere wollten, das wir uns gleich ganz ausziehen, weil wir nur ohne Kleider wirklich ehrlich sind und der Körper dabei „zum anderen spricht“.

Stop!

Warum wir bei Weiten zu viel "fühlen"

Wir fühlen heute öffentlich bei Weitem zu viel. Ich rede nicht von „privat“. Privat können Sie fühlen, was sie wollen, und solange es Ihnen oder anderen nicht schadet, können sie daraus, wohlgemerkt privat, die große Show machen. Typisch für öffentliche "Gefühle" ist leider die Politik – die wird mit „großen Emotionen“ belegt. Die SPD Mitglieder fühlen irgendetwas und empören sich über ihre Spitzenkandidaten, die sich hochjubel und runterputzen, wie gerade der Wind weht. Die CDU-Mitglieder sind etwas zurückhaltender, fühlen sich aber unwohl mit der Kanzlerschaft von Frau Merkel, und die FDP fühlt sich (ziemlich offensichtlich) nicht in der Lage, sich an Regierungen zu beteiligen. Bei den Grünen wird ohnehin viel zu viel gefühlt und die AfD fühlt irgendetwas, das sie für „deutsch“ hält, während die Linke sich weiterhin dem Sozialismus verbunden fühlt.

Man hört von Gefühlen, wenn von Armut und Reichtum die Rede ist, und natürlich – von Frauen und Männern, wo öffentlich nur noch gefühlt wird – überwiegend nicht mehr „wohlgefühlt“ wie es scheint.

Alles kann „gefühlt“ werden. Gesicherte Zahlen, Notwendigkeiten und Tatsachen werden abgewertet, Probleme zu stark erfühlt und Lösungen damit unmöglich gemacht.

Öffentliche Gefühle wallen - private Gefühle werden eingekesselt

Auf der anderen Seite werden die Liebe, die Lust und die Leidenschaft verkompliziert – private Gefühle, mit denen wir ja wirklich umgehen können, wie wir wollen. „Nein“, sagen die Leute, die sonst ja immer so viel in ihren Seelchen fühlen, „das könnt ihr nicht.“ Gerade von Männern wird verlangt, die innere Gedankenpolizei einzuschalten, bevor ein Satz gesagt oder gar geschrieben wird. Klar – wir müssen uns nicht dran halten – aber dann stehen wir morgen am Pranger der selbst ernannten „Mahner“.

Ganz generell ist es heute leider so: Die kollektive Seele darf hochkochen, das macht den Massen und auch der Presse offenbar viel Freude. Und jede und jeder darf öffentlich die Mimose geben, die so schrecklich viel fühlt, und dessen/deren Gefühle von anderen verletzt und gestört. Doch diejenigen, die durch öffentlich vorgetragene Gefühle angegriffen, beschimpft und verletzt werden – die müssen schweigen.

Fühlen ist nicht die beste Wahl - und schon gar nicht bei Problemen

Ganz klar: Fühlen muss wieder privater werden – und die Öffentlichkeit muss sich wieder anhand von stichhaltigen Argumenten orientieren und verlässliche Zahlen zurate ziehen. Unterschiedliche Meinungen müssen diskutiert werden, und Probleme müssen gelöst werden.

Wir sind in der Gefühlssackgasse. Egal, wer uns da hineingelockt hat – wir müssen da wieder raus – und zwar schnell.

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