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Frauen und Macht – der Umgang kann kompliziert werden

Absolutes No-Go: Nötigung und das Ausnutzen sexueller Abhängigkeit
Ich muss mal aus dem Berufsleben plaudern – und zwar damit, wie Menschen mit der Macht umgehen. Doch zuvor werfen wir mal einen Blick auf Schimpansen oder kleine Jungs. Wie Sie wissen, herrschen bei den Schimpansen Hierarchien, die auch im Zoo noch deutlich erkennbar sind. Und doch gelingt es manchen klugen Kerlchen, die Macht durch geschickte Tricksereien zu umgehen. Wer nun werde mächtig noch trickreich ist, muss mit den anderen „niedrig gestellten“ Männchen kuschen und darben.

Jungs und Bosse - und bist du nicht willig, so brauche ich meine Macht

Aha – bei kleinen Jungs ist das so ähnlich, nur können die durch ihr Köpfchen manches trickreich regeln, was die großmäuligen Muskelprotze nicht schaffen. Na ja, und das geht im Berufsleben gerade so weiter, nicht wahr? Die Oberaffen üben Macht aus, zwingen die unteren Chargen zum Kuschen, klauen ihre Ideen oder metzeln ihre Gedanken nieder. Sie zwingen sie zu peinlichen Selbstdarstellungen, schicken sie auf entwürdigende Seminare, zu laden sie zu lächerlichen Sportwettkämpfen ein oder lassen sie sogar mal über glühende Kohlen gehen – buchstäblich.

Einwände - so ist es ja nun auch wieder nicht ...

Das alles gibt es – auch wenn zwei Einwände erlaubt sind: Erstens - neuerdings machen sie das auch mit Frauen. Und zweitens: Man kann ja „nein“ sagen. Und Leute: Dies alles ist zwar grandioser Bullshit, aber leider auch eine gängige Praxis. Die Pseudo-Eliten, mit denen sich die Bosse umgeben, sollen ja unterwürfig sein und bleiben, damit die eignen Schwächen auf keinen Fall sichtbar werden. Ach ja, vergessen: Wer „nein“ sagt, nicht mehr Teil am Festbankett, wir nicht mehr privat beim Chef eingeladen und von Beförderungen ausgeschlossen. C’es la Vie.

Einwand gegen den Einwand: Das ist nicht immer und überall so. Und wie bei allen Primaten, schaffen es kluge Kerlchen, sich aus der Affäre zu ziehen. Gut, das ist auch wahr.

Frauen wollen Macht - und müssen sie dann eben auch festigen

Nun kommen Frauen, die in die Hierarchien einsteigen wollen. Was, Sie waren niemals Leutnantin oder Feldwebelin, Klassensprecherin oder AStA-Vorsitzende? Dann wollten Sie sich auch nie für eine Führungsposition qualifizieren … ach, aber Sie haben lauter Einser-Zeugnisse? Na ja, dann können wir es ja mal mit Ihnen probieren … alles Very Old School, nicht wahr? Und nein, es ist nicht die Regel.

Wie aber sieht es wirklich aus? Wenn Sie die „große Macht“ haben wollen und ihnen niemand in die Karten gucken soll, dann müssen Sie in bestehenden Firmen ein kleines privates Imperium aufbauen und Drähte ziehen. Ob Sie dabei persönliche Beziehungen aufbauen und verwenden, ihr Wissen um private Dinge ge- und missbrauchen oder dem einen oder anderen eine (nicht-sexuelle) Gunst gewähren, die in Ihren Kompetenzen, aber etwas außerhalb der Norm liegt – wer wird schon fragen? Sollte es ihre eigene Firma sein oder haben Sie bereits einen komfortablen Chefsessel, dann fragt Sie sowieso niemand.

Führen: starke Personen manipulieren, schwache charmieren?

Ihre „Untergebenen“ werden teilweise Männer sein – die können sie leicht manipulieren, wegloben oder sonst wie austauschen. Falls sich männliche Köpfe zeigen, die Ihnen überlegen sind oder die Machtgelüste verspüren, müssen Sie die Notbremse ziehen. Das machen Sie natürlich nur, wenn sie ängstlich sind. Doch welche Managerin / welcher Manager hat nicht Angst um den Job?

Und die Frauen? Einbinden, um jeden Preis einbinden, bevor auch nur der Hauch eines Machtkampfes entsteht. Machen Sie es wie die Männer: Geben Sie ihnen Pöstchen, die nicht viel wert sind, bei denen sie sich aber austoben können.

Führen Frauen mit Sex?

Oh, Hallo, wo bliebt denn der Abschnitt über Sexualität, Übergriffe und Nötigung?

Wahrscheinlich haben sie Nötigungen nicht nötig. Männer als Untergebene sind gerne bei ihnen, weil sie Ihre Art lieben und für jede kleine Gunst dankbar sind, die sie ihnen gewähren, und ach, wieder ist nicht Sex gemeint. Ein charmantes Lächeln wirkt tagelang nach. Und Frauen … ja, Frauen. Ein Teil wird reagieren, als wäre der Chef ein Mann: Jedes Lächeln, jedes Kompliment, jede private Bemerkung geht ihnen herunter wie süßer Likör – also warum wollen Sie sich dann noch der Gefahr aussetzen, mit jemandem intim zu werden?

Na also … schade, wenn Sie nicht bemerkt haben, dass es sich um eine Satire handelt. Etwa Wahres ist natürlich auch dran, sonst hätte ich ja keinen Grund zu dieser Satire.

Das Bild oben zierte ein Groschenheft in den 1950ern - es wurde leicht retuschiert.

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