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Was ist eigentlich mit „ganz normalem Sex“?

Leidenschaft gibt es auch in der Missonarsstellung - zu Anfang jedenfalls
Jedes Mal, wenn ich über ungewöhnliche Lüste lese, denke ich an die „ganz gewöhnliche Liebe“, das „ganz gewöhnliche Prickeln“ und manchmal eben auch – an den „ganz gewöhnlichen Sex“.

Ich hörte neulich, die Beobachtung der Arbeit in Bordelle sei zunächst ebenso merkwürdig wie frustrierend, doch schon nach einigen Tagen gewöhne man sich daran, was dort abläuft – Routine eben. Diese Routine ist dem Kenner erotischer Literatur nicht unbekannt. Nahezu alles, was dort beschrieben wird, geht in ein Gedankenschema über, das nur noch einordnet. Normalerweise kennt man bald alle Szenarien und auch alle sogenannten „Perversionen“. Zumindest den Teil, der „auf der Haut“ und „ein paar Zentimeter in der Haut“ passiert. Fast alles, was Sexualität ausmacht, ist „irgendwie“ auch Hautkontakt, wenngleich es nicht immer „PiV“ ist, wie man neuerdings zum gewöhnlichsten aller Vanille-Sex-Praktiken sagt. Getrübt wird der Hautkontakt zwar gelegentlich dadurch, dass all dies davon, dass immer häufiger ein Latexhäutchen zwischen den Partnern „gefühlsähnlich“, aber eben nicht wirklich gefühlsecht zwischen den Partnern steckt – aber das ist nun einmal nötig, wenn die Partner häufig gewechselt werden.

Technisches Gerät zur Lusterfüllung?

Neben dem Haut-Haut-Kontakt, ob mit Zwischenlage in Latex oder ohne, ist der Kontakt von Geräten zu Haut zu erwähnen, die eine gewaltige Konjunktur erleben. Diese „Toys“ sind zwar öffentlich eher verpönt, aber im privaten Bereich äußert beliebt. Ob Dildo, Vibrator oder Masturbator – was damit passiert, ist jedenfalls kein Haut-Haut-Kontakt.

Warum überhaupt den Schmerz loben?

Der kleinere Teil, allerdings auch der spektakulärste, sind schmerzhafte Kontakte aller Art. Die Literatur ist voll davon, und nicht immer werden die Autoren der Sache gerecht. Wir kommen gar nicht darum herum, solche Themen aufzugreifen.

Warum werden sinnliche Hautkontakte eigentlich eingeschränkt?

Erstaunlicherweise gelten manche Haut-Haut-Kontakte als „enorm pervers“. Das ist erstaunlich, denn während der PiV-Sex meist schnell vorüber ist, können Berührungen der Hände und der Zunge auf der Oberhaut – also nicht nur an typischen erogenen Zonen - lange und ausdauernd gestaltet werden. Das Eigenartige daran: Gilt die Zone, die mit der Zunge bespielt wird, als „erogen“, so lächeln die Leser wissend. Gilt sie hingegen als banal, so empören sie sich über den „Fetischismus“ der dahintersteht.

Ekel vor echter Lust?

Im Internet wird der „ganz normale Sex“ weiterhin für Paare propagiert – insbesondere in konservativen Foren. Es sei „Kuscheln mit GV“, „Missionarsstellung und Ekel vor Körperflüssigkeiten“, und dann und dann und wann fällt der Ausdruck „Blümchensex“ oder „Vanilla“.

Fragen Sie sich doch mal, warum es weder eine „wertvolle“, noch eine „pornografische“ Literaturgattung gibt, in der mehrfach geschildert wird, wie ein mit Latexhaut bestückter Penis in die Vagina eindringt.

Sie werden finden: weil es sich langweilig, lustlos und banal liest. Und genau deswegen kommt „gewöhnlicher Sex“ eben sehr selten in Büchern und Magazinen vor.

Und nun fragen Sie sich doch bitte: Und warum sollte er hier vorkommen? Würden Sie so etwas wirklich lesen wollen?

Bild: Nachkolorierte Buchillustration, PiV - populäre Abkürzung für gewöhnlichen Sex in der Vagina.

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