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Die Codes der (Un-) Käuflichkeit - KfI, OfI und FI

Verlockung: Ohne FI
Der Code der käuflichen Liebe, die nicht deutlich als „käuflich“ gekennzeichnet werden soll, besteht seit über 50 Jahren und er heißt „FI“. In der Langform: Die Inserentin hat „finanzielle Interessen“ oder weniger verblümt: Sie erwartet einen Lohn für ihre sexuellen Dienstleistungen. Doch auch, wenn die Käuflichkeit ausdrücklich durch „OFI“ oder „KFI“ verneint wird, ist Vorsicht angesagt: Eine seriöse, nach einer Affäre dürstende Frau wird kaum jemals ein „kfI“ in ihrer Anzeige oder ihrem Profil hinterlassen.

KFI - ein Mensch "ohne finanzielle Interessen" bietet sich sexuell an

Zu den meistgesuchten Begriffen im Erotik-Code gehört die Bezeichnung „KfI“. Sie bedeutet, dass die Dame oder der Herr vorgibt, für die angebotenen erotischen Dienstleistungen kein Geld zu fordern – oder, falls es sich um eine Anfrage handelt, nicht beabsichtigt, dafür zu zahlen.

Einst gehörte diese Floskel zu den Anzeigencodes in „halbseriösen“ Zeitungen, insbesondere in den kostenlosen Anzeigenzeitungen, die bisweilen groß in Mode waren.

Manche Damen verwenden vornehmere Floskeln

Die Damen, die vornehm verschleiern wollten, dass sie für ihre erotische Großzügigkeit belohnt werden wollten, verwendeten ganz andere Floskeln. Sie suchten einen „echten Gentleman“ oder einen „solventen Herrn“. Diese Art von Verschleierung wird heute noch gelegentlich verwendet, etwa, wenn „Peitschenfrauen“ (sogenannte Dominas) einen „Tribut“ erwarten. Eine Frau, die sich an „nicht ganz so solvente“ Männer wandte, sprach oftmals davon, ein „Taschengeld“ zu erwarten. Auch dieser Begriff wird heute noch verwendet.

Wenn eine Frau zeigen wollte, dass sie durchaus erotische Ambitionen hatte, sich die Erfüllung aber „auf Gegenseitigkeit“ vorstellte, dann wurde oftmals die Formel „keine FI“ oder KFI oder OFI verwendet. Das sollte dem Anzeigenleser signalisieren: „Was ich mit dir vorhabe, liest sich vielleicht so, als ob ich Geld nehmen würde, aber es ist nicht so.“ Damit wollte man sich vor allem von den getarnten Huren absetzen, die in den gleichen Anzeigenspalten zuhause waren.

Auf manchen Erotik-Portalen erwarten mehr 90 Prozent der Frauen Geld

Obgleich die Codes KfI, OfI und FI heute zumeist unnötig sind, werden sie dennoch weiter benutzt. Auf typischen Erotik-Portalen erwarten mehr als 90 Prozent der Frauen offenkundig finanzielle Zuwendungen, während sich etwas fünf bis zehn Prozent ganz bewusst als „ohne finanzielle Interessen“ anbieten.

So gut wie alle Frauen, die auf einschlägigen offenen Kontaktseiten inserieren, sind professionelle Escorts. Dennoch wird in einigen Anzeigen verschleiert, dass es es „nur“ um Geld geht. Gerade der naive, sehnlich suchende Mann soll im Glauben gehalten werden, dass Geld – wenn es denn schon verlangt wird – eher ein kleines Geschenk ist, während die Liebe davon unabhängig mit natürlicher Leidenschaft ausgelebt wird (man nennt diese Form auch GFE). So beharrt eine Dame iin ihrem Profil darauf, dass sie selbst an Sex interessiert sei, denn bei ihr handle es sich um „eine zärtliche und leidenschaftliche Dame von Welt, die jede Stunde mit dir genießen will“.

Wer hat keine finanziellen Interessen?

Offenbar haben aber auch Anzeigen Erfolg, in denen zwar offenkundig mit der Schlafzimmertür geklappert wird, doch völlig ohne Geld und mit viel Romantik. Da wäre eine Studentin, frisch, jung und abenteuerlustig, die dem geneigten Herrn den Traum einer sinnlichen Sommernacht erfüllen will – Anruf genügt.

Und den Männern, die wirklich glauben, dass es die professionell vorgespielte „Liebe“ kostenlos gibt? Ihnen kann man nur einen Satz aus Josephine Bakers Song „Don’t Touch My Tomatoes“ entgegenrufen:

Mister, take advice from me
The more you look is the less you'll see
But if you just must have your way
Double the price you'll have to pay


Das kann ungefähr so übersetzt werden:

Lieber Mann,, du musst dies verstehen:
Je mehr du guckst, umso weniger gibt’s zu sehen.
Aber wenn's nach deinem Kopf gehen soll.
Zahlst du eben den doppelten Zoll.


Heute gibt es Ausnahmen - aber sie sind nicht öffentlich zugänglich

Heute ist die Welt ein wenig anders als vor etwa 40 Jahren, als man davon ausgehen musste, dass sich in Foren, auf Anzeigenseiten oder ähnlichen Publikationen nahezu ausschließlich notgeile Männer mit käuflichen Frauen trafen. Inzwischen gibt es sie, die Frauen, die dezent (aber eben nicht aggressiv) nach Männer für eine Nacht suchen. Dies ist bei einigen Formen von "Casual Dating" der Fall.

Aber der Satz der Josephine Baker gilt immer noch: Wer seinen eigenen Dickschädel durchsetzen will, zahlt am Ende mehr, als ihm lieb sein kann.

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