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Die Liebe – Selbstliebe

Sich selbst zu lieben heißt nicht, sich zu bespiegeln ...
Wer immer das Alte Testament geschrieben hat, muss ein kluger Kopf gewesen sein. Er setzte in Levitikus bei der menschlichen Eigenschaft an, sich selbst zu lieben – und versuchte von daher sein Volk für die Liebe an anderen zu motivieren – sowohl zu den „eigenen Leuten“ wie auch zu Fremden. Wir lernen es in der Schule:

Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.

(Levitikus [3. Mose] 19,18).

Es gibt Hunderte von Interpretationen dieses Satzes, und viele „Heiler“ oder Psychotherapeuten bieten „Kurse zum Erlernen der Selbstliebe“ an.

Wenn die Liebe im Überfluss genossen wurde

Indessen ist die Liebe zu sich selbst längst vorgeprägt: Wer reichlich selbstlose und bedingungsfreie Liebe empfangen hat, kann sie auch geben. Das heißt aber nicht unbedingt, dass er auch dazu bereit ist – man muss ihn daran erinnern, ihn auffordern. Ist dies der Fall, wird er so viel Liebe schenken, wie er im Überfluss hat und entbehren kann. Das heißt, er wird keinen Handel mit Liebe beginnen, aber auch dafür sorgen, dass sich seine Quelle der Liebe nicht erschöpft.

Wenn die Liebe schon immer einen Preis hatte

Was ist mit einem Menschen, der weder selbstlose noch bedingungslose Liebe empfangen hat, also jemand, der sich die Liebe schon als Kind erkaufen musste? Nun, er kann durchaus bereit sein, Liebe zu schenken. Nur sind die Bedingungen bei ihm anders: Entweder er weiß, dass seine Quelle schnell versiegt, weil sein Vorrat an Liebe knapp ist. Oder er versucht, das zu tun, was ihm antat: Liebe zu verkaufen, das heißt, sich zu fragen, was er denn dafür bekommt, jemanden zu lieben (oder was er zahlen muss).

Ökonomisches Verhalten ist nicht falsch

Unabhängig davon, wie wir Liebe erlernt haben (oder eben auch nicht) versuchen Menschen stets, sich ökonomisch zu verhalten, weil sie ihr eigenes psychisches Überleben gerne absichern würden, bevor sie die emotionale Existenz anderer sichern.

Liebe im Überfluss oder bis zur Neige?

Das aber bedeutet: Solange ein Mensch Liebe im Überfluss „auf Vorrat“ hat, die ihn selbst nichts gekostet hat und unter dessen Verlust er auch nicht leidet, solange gibt er. Wir nehmen einfach an, dass er sich selbst sehr lieben muss, um diesen Vorrat anzusammeln. Aber er muss auch wissen, wie viel er davon abgeben kann, bevor sein Vorrate erschöpft ist. Und zusätzlich muss er wissen, wie er seinen „Tank“ wieder auffüllen kann, falls sein Vorrat doch zur Neige gehen sollte.

Sieht nun dieser Mensch, dass andere die Liebe bei ihm „abzocken“ wollen, so wird er misstrauisch. Und ab diesem Zeitpunkt versucht auch der liebevollste Mensch, seine „Haut zu retten“. Er wird in Zukunft entweder „den Hahn zudrehen“ oder eben auch damit beginne, der Liebe ein Preisetikett zu verpassen – womit die Liebe zum „Deal“ wird. Das ist nicht zwangsläufig negativ zu sehen – ein Großteil der Beziehungen läuft über „Deals“. Aber es hat ursächlich nichts mehr mit der eigentlichen Liebe als Gefühl zu tun, sondern nur noch mit der Ökonomie der Liebe.

Selbstliebe - die beste Quelle für psychisches Überleben

Die Selbstliebe ist eine Garantie dafür, dass wir psychisch überleben - sie setzt uns in die Lage, selbstzufrieden zu leben, auch wenn andere uns nicht lieben. Und sie ist eine Quelle, um andere mit Liebe zu beglücken – ohne Liebesbeweise oder Liebes-Deals. Insoweit ist die Selbstliebe unerlässlich, ob sie nun dazu führt, dass wir auf andere zugehen und unser Füllhorn ausschütten oder ob wir sie dafür verwenden, mit einem einzigen Menschen ein liebevolles Leben zu beginnen.

Bild: Buchillustration (anonym), Auszug

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