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Ist sie eine Hure? Und woran erkennst du das?

Ein Gesicht sagt gar nichts aus ...
Blödsinnige Frage – werden die meisten von euch sagen. Eine Hure ist eine Frau, die im Hamburger Stadtteil St. Pauli (oder sonst wo) im kurzen Rock und mit deutlich präsenten Brüsten am Straßenrand steht. Oder eine, die im Bordell „arbeitet“, irgendwo im Koberfenster sitzt oder …

Oder?

Na gut, oder. Oder eine Frau, die „Haus- und Hotelbesuche“ macht, ihre Tarife im Internet veröffentlicht und … oder?

Eine Hure ist immer, wen Männer dafür halten

Grundsätzlich ist immer die Frau eine Hure, die Männer dafür halten. Sie gehen dabei von dem Typ Hure aus, mit der sie es „gemacht“ haben, oder die sie mal am Straßenrand gesehen haben. Mit diesem Bild der Frau gehen sie dann durchs ganze Leben. Plakativ gesagt: Sie ist stark geschminkt, auffällig blondiert, trägt ihre Brüste schamlos spazieren, und zeigt mehr von ihren Oberschenkeln, als es eigentlich üblich ist. Und natürlich „wackelt sie mit der Tasche, womit denn sonst?

Der männliche Blick versagt bei Damen, die Haltung zeigen

Wer ist die Frau, die dort unauffällig an der Bar sitzt, dezent geschminkt ist, wenig Schmuck und einen Blazer trägt? Woher weißt du, ob sie eine Sekretärin ist, die sich einen Kaffee gönnt, oder eine Escortfrau, die auf ihren Kunden wartet?

Kulturelle Unterschiede trüben das Bild

Es ist immer so – wer einem bestimmten Bild entspricht, wird auch so angesehen. Denkt dabei mal an den „Ententest“ (1). Die meisten Menschen (und vor allem Männer) schließen vom Äußeren aufs Innere. Und interessant ist dabei, sie sie sich täuschen können. In Budapest beispielsweise versuchen die meisten jungen Frauen, extrem sexy zu wirken, was schon mal einen Schüler veranlasste zu sagen: „Bei euch laufen die Mädchen so im Warenhaus herum wie bei uns die Huren auf St. Pauli“. Nein, das tun sie nicht – sie kleiden sich lediglich provokativer als die jungen Damen aus distinguierten Hamburger Familien. Und sie tun die auch, wenn sie mit dem Kinderwagen unterwegs sind.

Das „hurenhafte“ als Charaktereigenschaft

Offensichtlich mehr als eine Gefälligkeit ...
Als „hurenhaft“ bezeichnen Männer gelegentlich auch eine besondere Charaktereigenschaft, die sich in einem „merkantilen“ Verhalten zeigt. In meiner Jugend sagte man, sie seinen vom „Stamm Nimm“. Das heißt sie fordern wesentlich mehr ein als sie zu geben bereit sind.

Natürlich handelt es sich dabei nicht wirklich um „Huren“ – und auch nicht ausschließlich um Frauen. Dahinter steckt die seit Jahrhunderten ausgeprägte Eigenschaft der Kaufmanns- und Händlerfamilien, etwas mehr zurückzubekommen, als man einsetzt. Oder im Extremfall - um wesentlich mehr zu gewinnen, als allgemein üblich ist.

Zum Einsatz kommt dabei das Ungleichgewicht im Handel mit Dienstleistungen: Sie werden währungslos angeboten. Du sagst jemandem, dass du etwas gerne von ihm hättest, und er gibt es dir, weil er es erstens entbehren kann und zweitens darauf hofft, dass er etwas dafür zurück bekommt. Das geht recht einfach, weil es keinen „Usus“ für solche Geschäfte gibt.

Passiert das nicht, ist normalerweise der Ofen aus. Nicht so beim „Stamm Nimm“: Hier macht machen die „Stammesangehörigen“ einen zweiten Versuch. Sie denken dabei: „Wenn er/sie so blöd war, mir einmal eine Leistung auf mein schönes Gesicht hin zu schenken, wir er das auch noch einmal tun. Das hat mit Sex oder dergleichen zunächst einmal gar nichts zu tun. Es gibt Fälle, in denen diese „Gefallen“ in ganz normalen Arbeitsverhältnissen gefordert und erfüllt werden. Allerdings gibt es auch Internet-Betrüger(innen), und Trickser(innen), die diese Masche reiten.

Hybrid-Verhalten: Sex nicht versprechen, aber andeuten

Wirklich mies wird es, wenn Wohlwollen, Verständnis, Liebe und gelegentlich eben auch Sex als Gegenleistung „in Aussicht gestellt“ wird. Dieser Trick funktioniert seit Jahrhunderten, und er beruht darauf, dass es immer wieder einerseits Menschen (meist Männer) mit übergroßem Durst nach Sex gibt und andere (meiste Frauen), die infam genug sind, dies auszunutzen.

Ja, und wer ist nun eine Hure? Jemand, der Menschen ständig veranlasst, in fragwürdigen Tauschgeschäften (oder gar Geschenken) mehr zu geben, als sie jemals wiederbekommen? Oder jemand, dessen Tarife im Internet stehen?

Eines steht fest: Die auffällig geschminkte Frau mit flehenden Augen und verlockender Stimme kann heute Versicherungsvertreterin oder Bäckereiwarenverkäuferin sein. Und die unauffällige, gepflegte Frau, die lächelnd mit Rock und Blazer eine Hotelhalle betritt, kann durchaus den Herrn von Zimmer 201 aufsuchen, der bereits einen Briefumschlag mit dem Lohn bereitliegen hat.

Und das Fazit?

Wenn du als Kunde nicht infrage kommst, oder eine Prostituierte für dich nicht infrage kommt – dann ist jede Frau auf einer Party oder in einer Bar eine Dame. Sprich mit ihr, wie man mit einer Fremden spricht, und freu dich am Gespräch mit ihr. Und Respekt solltest du eigentlich allen Frauen zollen – egal, was sie sind oder für dich sind.

(1) Ententest : Wenn jemand watschelt wie ein Ente und schnattert wie ein Ente, ... dann ist er auch eine Ente.
Bilder: Oben Bearbeitung einer Zeichnung unbekannter Herkunft.
Unten: Studiofoto unbekannter Herkunft

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