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Anmerkungen zum erotischen Nikolaus

Süßer Nikolaus
Schon bemerkt? Demnächst ist wieder Nikolaus. Es ist möglich, dass die Erwachsenen, die früher einmal liebevolle oder bedrohliche Gestalten in roten Mänteln mit Wattebärten sahen, abnehmen. Mr. Wattebart ist nicht mehr so „in“, und seine Begleiter hat er auch zumeist verloren. Brauchtum, so heißt es dann, sei das mit Nikos Klaus ohnehin nicht, eher Aberglaube und sozial völlig inkorrekt.

Der Nikolaus mit dem Janusgesicht

In vielen Norddeutschen Gegenden, vor allem in Städten, kommt der Nikolaus sowieso mit einem Janusgesicht, weil er zum Richter über Gut und Böse ernannt wurde – und zugleich auch den Strafvollzug ausführte. In anderen Gegenden ist dafür sein „Geselle“ zuständig, der Knecht Ruprecht, der noch unter vielen Markennamen grassiert, in Österreich vor allem als Krampus.

Wie kommt die Erotik zum Nikolaus?

Und alle Jahre wieder versuchen Menschen, erotische Nikolaus-Geschichten zu schreiben. Sie wenden sich entweder an jene, die den Nikolaus als wonnigen Brummbär kennenlernten, der Süßes bringt – oder an die anderen, die den Nikolaus als Tag der Abrechnung mit der Rute, dem Sack oder anderen peinlichen Begebenheiten fürchten. Oder eben alternierend an beide Emotionen: die Lust und den Schmerz.

Der „bürgerliche“ Nikolaus oder einer seiner Gesellen ist dafür prädestiniert: Es ging ja immer darum, „brav“ zu sein und vom Nikolaus dafür belohnt oder – falls nicht – eben auch bestraft zu werden, und sei es nur symbolisch.

Der letzte gerechte Richter von drauß' vom Walde

Bei Erwachsenen erwacht merkwürdigerweise daraus eine Fantasie: Das ganze letzte Jahr, ja vielleicht das ganze Leben, war eine Mixtur aus „brav sein“ und „böse sein“, und am Ende wurde beides weder honoriert noch bestraft. Wer sollte es auch tun? Der moderne Mensch ist für sein Tun und Unterlassen – so weit er sich an die Gesetze hält – allein verantwortlich.

Die einzige Instanz, die in der Kindheit über alles informiert war, sogar über die kleinen Geheimnisse, war der weißbärtige Herr, der es möglicherweise gar noch verlas. Jede Überschreitung von Vaters Verboten und Mutters weisen Ratschlägen war ihm bekannt, und auch jede gute Tat. Und er richtete gerecht, dieser Nikolaus.

Wenn Nikolaus und Nicola erotische Wunschgestalten werden

Wo ist nun die Verbindung zur Literatur, oder gar zur erotischen Literatur? Und wieso wirken Geschichten über sinnliche Kontakte zu Nikoläusen heute noch, obgleich der pelzbewehrte Mann auf Durchreise kaum noch Äpfel und Rutenschläge verteilt?

Einige kluge Menschen sagen, es sei der Wunsch nach dem Lohn für gute Taten und der Strafe für böse Handlungen, der den Menschen heute fehle. Die Personalchefin, die Entlassungen vornehmen muss, obgleich sie den sozialen Abstieg der Mitarbeiter erkennt, fühlt sich schuldig, obgleich sie nicht daran schuld ist. Und der Betriebsratsvorsitzende, der wenigstens noch diesen oder jenen retten konnte, wird nicht belohnt, sondern beschimpft, weil er nicht mehr erreicht hat.

Genau an dieser Stelle kommen die Träume von Gerechtigkeit, Lob und Strafe hervor. „Gib mir endlich die Liebe, die ich verdiene – oder die Strafe.“ Doch wer soll es tun? Eine Escort-Frau für diejenigen Männer, die Freude gebracht haben? Da ragt doch jeder gleich: Wie kannst du an so etwas denken – solche Frauen sind doch (…). In die Klammern kannst du diene Gedanken einsetzten. Oder eine sogenannte „Domina“ für die Männer, die sich schuldig fühlen und dafür mal zu Tränen gebracht werden wollen?

Und was wäre eigentlich, wenn Frauen sich mit ähnlichen süßen und sauren Gedanken herumquälen würden?

Da ist Mr. Rauschebart genau richtig, solange er alle Rollen einnehmen kann – und in der Fantasie ist dies immer möglich – jedenfalls bei Frauen.

Männer malen sich vielleicht eine „Nicola“ aus, die unter dem roten Mantel sündhaft tolle Dessous trägt, oder die statt mit einem Jutesack mit einem Peitschenkoffer auftritt.

Das Geheimnis der Nikolaus-Erotik liegt - in einem Geheimnis

Und die Geschichten vom erotischen Nikolaus? Je geheimnisvoller der Fremde auftritt, und je weniger erkennbare Spuren er hinterlässt, umso lustvoller kann die Story von der erotischen Begegnung mit Nikolaus und Nicola werden.
Am besten er (oder sie) bleibt nicht bis zum nächsten Morgen. Dann kann der fremde Reisende auf immer unerkannt bleiben – und deine Leserinnen und Leser können spekulieren, wie viel von der Story Realität oder Traum war.

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