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Herrschen und Unterwerfen ohne Psychologie

Bis zum19. Jahrhundert bestimmte der Mann nach Gutdünken
Wechselbäder - der erste Teil

Wer von der Möglichkeit der Beherrschung wie auch der Unterwerfung reden will, sollte bei unserer physischen und sozialen Existenz anfangen. Wir sind Primaten. Wir kommunizieren über unsere Körper weit mehr, als uns manchmal lieb ist. Wir sind darauf programmiert, in einer Situation zu flüchten und in einer anderen standzuhalten. Wir können über andere Macht ausüben, ja, wir können sogar körperliche, soziale und psychische Gewalt auf sie anwenden. Das alles ist teils verboten, andernteils verpönt und drittens durchaus ein Mittel der Disziplinierung, also der Unterordnung unter die Gesetze der Horde, in der wir uns bewegen.

Vor nur 125 Jahren noch die Regel: Schläge für Untergeordnete

Wem das befremdlich erscheint, der mag bedenken, dass noch im 19. Jahrhundert die Prügelstrafe zu den üblichen Disziplinierungsmaßnahmen gehörte, die man den Sträflingen, dem Gesinde, den Ehefrauen sowie den Söhnen und Töchtern antun durfte.

Was macht die Natur heute noch mit uns?

Doch „zurück zur Natur“. Wir haben sowohl das herrische wie auch das devote Verhalten in unsrer eingebauten Primaten-Entwicklung. Wir üben Macht aus und unterwerfen uns der Macht. Da wir nicht zumeist mal in der einen, mal in der anderen Rolle sind, kennen wir beide Zustände recht gut. Bleiben wir mal bei der devoten Einstellung: Wir weichen der Gewalt, ziehen den Kopf ein, versuchen, den anderen mit Demutsgesten mild zu stimmen, erröten und entschuldigen uns selbst dann noch, wenn wir uns nicht schuldig fühlen.

Unser Erbe - ohne Kultur

Somit haben wir das Werkzeug geerbt, zu herrschen oder und unterzuordnen. Es gibt zahnlose Beispiele dafür, wie harsch insbesondere die „Untergebenen“, namentlich Frauen, das Gesinde oder Kinder, diszipliniert wurden, wenn sie es wagten „wider den Stachel zu löcken“ oder gar selbstbewusst aufzutreten.

Die minderwertige Frau - auch im Abendland

Seit alter Zeit gelten die Frauen, insbesondere durch den Einfluss des Christentums, als „minderwertig“. Sie hatten demütig und unterwürfig zu sein, und wehe, sie waren es nicht(1). Aus dieser langen und schrecklichen Zeit stammt die Mähr, Frauen seien von Natur aus devot. Das ist solange glaubwürdig, wie sie nicht zu Macht kommen und in der Lage sind diese brutal umzusetzen – auch gegen andere Frauen. Wer daran zweifelt, mag sich in der Geschichte umsehen.

Die alten Regeln taugen nichts - Frauen sind nicht devot

Heute können wir mit der Dominanz und der Unterwerfung spielerisch umgehen. Das heißt, wie können diese Rollen im Alltag annehmen, abgelegen, wechseln, verändern oder auch fallweise anwenden. Und zudem können wir uns, wenn wir genügend selbstbewusst sind, auf soziale oder erotische Rollenspiele einlassen, die um Dominanz und Unterwerfung kreisen.

(1) Unter den vielen Beispielen sei das "Rezept für die bösen Weiber" von Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen erwähnt. Die Geschichte datiert von 1672. und schildert, wie ein Edelmann seine Gattin bis aus Blut peitschen ließ und sie dann in eine "Kuhhaut einnähen" ließ. Wer dem Erzähler Grimmelshausen misstraut, kann auf "Arsfemina" Beispiele finden.

Bild: Nach einer anonymen Zeichnung, nachbearbeitet.

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