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Nach der Pandemie: Die Begierden werden zurückkommen

Hier nicht küssen - am besten gar nicht ...
Nach der Pandemie ist vor der Flut der Begierden, die lange Zeit in Fesseln gelegt wurden. Doch statt uns darauf vorzubereiten, reden uns die Moralisten ein, dass danach das Himmlereich auf Erden eintritt. Es ist an der Zeit, ihnen auf die Füße zu treten.

Eine große Anzahl ansonsten weitsichtiger Menschen erwartet von der „Corona-Krise“ positive Auswirkungen – so wie beim „reinigenden“ Gewitter, das ja auch zunächst mal furchtbar rumst und dabei vor allem Schaden anrichtet.

Der gute Mensch der Moralisten - ein Trugbild

Die Moralisten erwarten, dass die Sexualität in der Zukunft nahezu ausschließlich in monogamen Betten stattfindet, die ewig Gestrigen pochen auf bürgerliche Werte und hoffen, dass die „guten Sitten“ zurückkommen mögen. Die Schöndenker träumen von der allumfassenden Solidarität, die der Krise folgen wird. Der „gute Mensch“, der bekanntlich stets edel und hilfreich ist, wird allenthalben als Kasperkopf auf den Rampen der Medien präsentiert.

Nun ist der ganz gewöhnliche „gute Mensch“ allerdings vor allem Mensch. Er will das Beste für sich, und er unterstellt dabei, dass sein Wille, das Beste zu schaffen, auch anderen nützt. Er kennt seinen Vorrat an Mitgefühl und weiß, dass er ihn nicht erschöpfen darf. Tut er es dennoch, fällt er aus als Versorger, Glücksbringer und Tröster.

Machen wir uns nichts vor: Moralisten reden mit falschen Zungen. Das, was sie im Munde führen, ist nicht menschlich, sondern ein Flickwerk aus vielerlei Dogmen. Im Grunde genommen ist ihnen gleichgültig, was Menschen bewegt.

Und dien Prognosen, alles würde „danach“ besser, edler und moralischer?

Der Keuschheitsgürtel der Jetztzeit - eine Maßnahme mit schweren Folgen

Die Wahrheit mag schwer zu ertragen sein, aber währen der Krise wurde das Individuelle, das Schöpferische, das Befreiende zunächst einmal weggesperrt. Den Ledigen wurde die Lusterfüllung verweigert. Der Keuschheitsgürtel der Jetztzeit heißt: „Abstand halten“. Er verhindert aber nicht nur Infektionen, sondern auch die Triebabfuhr. Man muss kein Priester, Psychologe, Psychotherapeut oder Psychiater sein, um zu beurteilen, was mit Menschen passiert, die ihre Triebe im Übermaß zügeln müssen. Die meisten Singles nehmen dies zähneknirschend in Kauf, aber auch die gutwilligsten warten auf den Tag und die Stunde, in dem sie ihren Keuschheitsgürtel abnehmen dürfen.

Die Befreiung von den Fesseln wird Begierden auslösen

Nein – es gibt sie nicht, die „positiven“ Auswirkungen der Krise. Sie werden aus fragwürdigen Motiven herbeigeredet. Die „Zeit nach der Krise“ wird davon geprägt sein, dass sich die Gierigen unter den Menschen um jeden Preis holen, was sie entbehren mussten. Wenn wir uns auf etwas verbreiten müssen, dann darauf, diese Situation zu beherrschen und dort regulierend einzugreifen.

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