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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Warum ducken sich Rollenspieler(innen) vor der Entdeckung?

Beliebte Szenerie bis in die 1940er Jahre: der Jüngling und die ältere "Tante"
Die Nachfrage nach sinnlichen Rollenspielen steigt - doch das öffentliche Interesse duckt sich nun tief unter den Esstisch. Warum?

Der Hauptgrund liegt in einer Annahme: Die Frau verliert bei Rollenspielen – und zwar unabhängig von der Rolle, die sie einnimmt.

Das kann ich euch ein bisschen auffieseln:

- Im öffentlichen Bewusstsein sind Frauen zumeist die geknechteten, entwürdigten oder körperlich leidenden Teilnehmer.
- Selbst, wenn die Frau die aktive Rolle spielt, tut sie dies auf Betreiben von Männern, denn die Macht hat im Grund der passive Teilnehmer.
- Besonders „krass“ wird das Geschehen empfunden, wenn es sich um Macht- Disziplinierung- und Erziehungsspiele handelt.

Argumente gegen Rollenspiele stammen aus der Pornografie

Die Argumente für diese Thesen kommen aus der Pornografie und einigen Bereichen der Literatur. So gab es im Vereinigten Königreich um 1900 herum noch eine Art „gemischte“ Darstellung des sinnlichen Spiels mit Schlägen. Frauen nahmen die „Erziehungsmaßnahmen“ sowohl an Männer wie auch an Frauen vor. Dabei wurden sowohl männliche wie auch weibliche „Opfer“ möglichst plastisch und durchaus differenziert dargestellt.

Die Abwertung der jungen Frau in Flagellations-Magazinen

In den 1960er-Jahren änderte sich dies: Damals wurde die „ewig gleiche Story“ in jedem der einschlägigen Schriften neu erfunden. Nun wird eine, junge, schöne, naive und häufig auch abenteuerlustige Frau wird für ihr Fehlverhalten von einem Mann gezüchtigt. Dies führte zu einer „gewissen Einseitigkeit“ in der Betrachtungsweise. Man konnte in Leserbriefen nachlesen, welche „Qualitäten“ der Körper aus der Sicht der Rezipienten haben sollte und wie die Züchtigungen selbst stattfinden sollten. Die Männer sahen diese Frauen also offensichtlich als reine „Objekte“ an, die genau das tun sollten, was sie begehrten. Die Geschichten, in die solche Züchtigungen eingebracht wurden, waren ausgesprochen trivial, und die sinnliche Lust blieb fast immer auf der Strecke.

Wandel durch "Shades Of Grey"?

An dieser Stelle sei gesagt: Es geht bei Rollenspielen nicht immer um Züchtigungen. Mal geht es um wesentlich „härtere“ Themen, mal um ausgesprochen „niedliche“ Verhaltensweisen. Aber die Züchtigung ist besonders spektakulär und steht deswegen im Fokus vieler Betrachtungen – zuletzt in den „Shades of Grey“ und all den Büchern der zahllosen Kopierkatzen der Trilogie. Die Leserschaft - das wissen wir - bestand überwiegend aus Frauen.

Warum ziehen die Rollenspieler(innen) die Köpfe ein?

Der Hauptgrund für das „Abducken“ der heutigen Spielerinnen und Spieler scheint darin zu liegen, dass sie nicht zugeben wollen (oder können) im heftigen Rollenspiel Lust zu empfinden. Kurz: Sie fürchten nach wie vor gesellschaftliche Ächtung.

Während der Recherchen (die längst noch nicht abgeschlossen sind) haben wir festgestellt, dass die Ablehnung oder Zustimmung bei „Rollenspielen, die Schläge beinhalten“ auch abhängig von folgenden Faktoren abhängig ist:

- Wer schlägt, wer wird geschlagen?
- Ist es eine rein erotische Züchtigung?
- Wenn ja, worin besteht die Lust daran?
- Wurde die Züchtigung als Strafe inszeniert?
- Wenn ja, welche Bedeutung hat der Schmerz?
- Handelt es sich um eine gleichgeschlechtliche Paarung?


Ihr seht, die Fragen sind längst nicht alle beantwortet. Was wir wissen, ist in etwa, dass rund ein Viertel der Männer davon träumt, geschlagen zu werden, gegenüber einem starken Drittel der Frauen. Unklar ist aber völlig, wie viele Frauen (Männer) davon träumen, solchen Szenen zuzusehen (oder dabei zu sein, indem sie darüber lesen) und in welcher Rolle sie sich dann wohlfühlen. Gerade bei Leserinnen/Lesern wird ja angenommen, dass sie sich mit einer der beiden konträren Rollen identifizieren.

Eure Meinung ist gefragt.
Bild oben: Entflecktes Bild nach "Francis Heuber" - vermutlich ein Pseudonym. Das Original zeigt zusätzlich ein Bild an der Wand., etwa 1931. Als "Tanten" wurden früher oft Frauen angesprochen, die in keinem "echten"" Verwandtschaftsverhältnis standen, also "Nenntanten".

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