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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Wenn der Preis der Liebe steigt

Liebesbörse: Wahre Liebe steigt im Preis
Hat man dir in deiner Kindheit und Jugend gesagt, du müsstest immer schön folgsam, fleißig und „anständig“ sein? Und hat man dir dafür angeboten: „Dann haben dich die Leute lieb“? Nein, nicht nur die Eltern, auch Kindergartentanten aka Erzieherinnen, Lehrer(innen), Lehrherren, Prokuristen, Meister(innen) oder wer auch immer?

Wenn du brav bis, bekommst du Liebe

Ich rede hier keinesfalls von Frauen – das würde ich tun, wenn ich ein gängiges Klischee erfüllen würde, das gerade wieder in aller Munde ist. Nein, ich rede von all jenen, denen etwas versprochen wurde, wenn sie „brav“ sind. Also all jene, die irgendwann gelernt haben, dass Liebe mit einem Preisschild versehen ist. Und nein, ich meine nicht sexuelle Liebesbeweise.

In diesem Fall meine ich die Liebe, wie sie die Soziologen und Gläubigen verstehen: eine Art geheimnisvoller Sozialkitt. Aber auch das Gefühl, gemocht oder wenigstens anerkannt zu werden, also „geliebt“ im weitesten Sinne.

Liebe mit Preisschild - der Handel mit "Wohlverhalten"

Wenn wir gewohnt sind, den Preis der Liebe in „Wohlverhalten“ zu bezahlen, wie es viele von uns erwarten, dann begeben wir uns in eine gefährliche Abhängigkeitssituation. Und doch wird genau dies oft eingefordert. Um ein Beispiel zu nennen: Da will ein jemand einen anderen Jemand kennenlernen und hat vor allem im Kopf, „zu gefallen“. Das mag verständlich oder gar tugendhaft erscheinen – aber es kann eben auch krankhaft sein.

Der Fluch von "mehr desselben"

Der Preis der Liebe steigt, wenn wir uns abhängig machen. Das heißt, wir geben immer mehr oder ertragen immer mehr für immer weniger Liebe. Zugleich werden wir Opfer eines Prinzips, das „mehr desselben“ heißt. Es besagt, dass wir mehr erreichen, indem wir uns auf einem bekannten Weg immer mehr anstrengen. Am Ende ist der „Preis der Liebe“ so hoch, dass wir ihn nicht mehr bezahlen können und darunter zusammenbrechen.

Warum wird den Preis überhaupt zahlen? Weil wir es „so erlernt“ haben. Wir sollten „lieb sein“ oder „nett sein“ und noch besser, wir sollten etwas tun, damit andere „lieb“ oder „nett“ zu uns waren.

Und bedingungslose Liebe?

Bedingungslos geliebt zu werden, ist selten – bedingungslos zu lieben folglich auch. Wer das Glück hatte, in der Kindheit bedingungslos geliebt zu werden, macht allerdings recht bald die Erfahrung, dass andere die Preisschilder bereits hochhalten. Da steht dann drauf: „Je mehr Leistung du für uns erbringst, umso mehr lieben wir dich“.

Wie lösen wir das auf?

Verhandeln, um den Preis der Liebe zu senken?

Viele Menschen versuchen, über Liebe zu verhandeln, also den Preis der Liebe möglichst zu drücken. Man kann dies deutlich in Gesprächen bemerken, die Partnersuchende führen. „Alles“, was der andere will, kann man nicht bieten, also versucht man, etwas anderes als Vorteil anzubieten. Das ist nicht unklug, solange der andere am Ende nicht sagt: „Das reicht nur für eine Freundschaft, aber nicht für die Liebe“. Das heißt im Klartext: „Wenn du meinen Preis nicht zahlen kannst, dann lass es eben bleiben.“

Das muss natürlich nicht so sein. Aber ist ein Beispiel dafür, was passiert, wenn Liebe gegen Leistung verrechnet werden soll.

Selbstbewusst sein und in der Liebe auf "Diät" gehen?

Eine andere Methode ist die, möglichst viel Selbstbewusstsein und eine gewisse Genügsamkeit zu entwickeln, um auch mit wenig Liebe durch den Tag zu kommen. Hungrig nach Liebe zu sein, ist ohnehin das Tor zur Manipulation durch andere – also ist es wirklich sinnreich, eine gewisse „Diät“ einhalten zu können.

Der Preis der Liebe - Zustände wie in der Inflation?

Letztendlich allerdings muss der „Preis der Liebe“ fallen. Preise steigen immer dann, wenn das Angebot zurückgeht und/oder die Nachfrage steigt. Die Frage bleibt, was wir alle daran tun können: Mehr und bedingungslosere Liebe anbieten oder die Nachfrage nach Liebe zurückfahren? Jeder möge sich selbst entscheiden, was er für sich und seine Mitmenschen tun kann.

Wir können natürlich auch auf „besser Zeiten“ hoffen. Aber die werden nicht besser, da bin ich sicher.

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