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Sex und Dating - Trends 2022? Vergiss es!

Ich wage es - Tacheles zum 1. Januar 2022
Ich wage mal wieder eine Prognose – und bind einige Themen ein, die mir schon lange am Herzen liegen.

Dating-Trends

Es tut mir leid, aber für 2022 sind weder Dating-Trends noch Innovationen im Bereich des Kennenlernens zu erwarten. Trends nicht, weil „Trends“ beinhaltet, dass die Phänomene massenhaft auftreten müssen und dabei auch noch Erfolg versprechen müssen. Klare Ansage: Solche Trends gab es nicht und sie wird es auch 2022 nicht geben. Sie sind eine Erfindung von Bloggern und „sozialen“ Netzwerkern.

Kennenlern-Trends

Die Betonbauer der Dating-Branche rühren weiterhin Zement mit Sand und Wasser an. Sie vertrauen darauf, dass ihr Supersimple-Konzept, das nun über 20 Jahre alt ist, auch weiterhin Früchte trägt. Die Idee ist nicht einmal abwegig, weil sie immer noch funktioniert. Denn wer ernstlich sucht, hat keine Lust, Bildchen anzugucken. Und ein Vorschlag pro Tag aus der Lostrommel zu ziehen, ist ein Treppenwitz, aber keine Alternative. Fazit: Trends werden aus Zaubertüten geholt – sie spielen in Wirklichkeit keine Rolle. Auch 2021 wird bei der „seriösen“ Partnersuche mit den alten Karten gespielt.

KI – Zauberwort entzaubert

KI eignet sich überhaupt nicht für Dating-Portale. Wo es keine Logik für die Paarfindung gibt, kann es keine KI geben. Andererseits kann KI sehr einfach „gefakt“ werden. Das hat etwas mit dem Barnum-Effekt, aber auch mit der „Prophezeiung“ zu tun, die von angeblichen Matching-Empfehlungen ausgeht. 2022 wird niemand ernsthaft Rechenkapazitäten kaufen, um komplizierte, nutzlose Formeln zu verarbeiten oder Programmierer zu beschäftigen, die den „Stein der Weisen“ erfinden – die Goldmacher haben es einst schon vergeblich versucht.

Sextrends

Um Sextrends zu erleben, muss man/frau erst mal Sex praktizieren. Und vorläufig scheiden viele Gruppenaktivitäten aus. Sobald sich dies ändert, könnten tatsächlich neue Trends entstehen. Wenn die Corona-Pandemie zum Stillstand gekommen ist, wird mit Sicherheit wieder mehr Spontansex und käuflicher Sex nachgefragt. Denn bei Abklingen der Corona-Ängste gib es zunächst Nachholbedarf. Das kann 2022 durchaus zu Problemen führen.

Beziehungstrends

Nachhaltiges Kennenlernen ist ein Schlagwort, sonst nichts. Das bleibt auch 2022 so. Wer die Absicht hatte, zu heiraten, aber 2021 keine Feier riskieren wollte, könnte bei Nachlassen der Covid-Befürchtungen durchaus nachholen. Und wer „schon lange“ nachhaltig sucht – für den ändert sich sowieso nichts. Schlecht dran sind alle, die sich „nicht entscheiden“ können. Das ist ganz einfach: Wer sich schnell (aber ausreichend gründlich) entscheidet, nimmt die Anwärter(innen) „aus dem Markt heraus“. Wer sich nur schwer entscheidet, bekommt dadurch keine besseren, sondern nur „andere“ Angebote. Also: 2022 wird sich gar nichts ändern.

Sexuelle Experimente

Sobald wieder ein schneller, offener Austausch in der Gesellschaft möglich ist, werden mehr Frauen und Männer mit ihren sexuellen Ausrichtungen und/oder sexuellen Vorlieben experimentieren. Im Moment versuchen die meisten Menschen ja, möglichst geringe Risiken einzugehen. Sobald wieder Sicherheit und Stabilität einkehrt, werden alle (Frauen und Männer) wieder mit ihren Möglichkeiten spielen. Das Spiel „mit dem Feuer“ ist normalerweise zu erregend, als dass jemand darauf verzichten würde. Aber – all dies ist davon abhängig, ob sich die Epidemie Lage 2022 erheblich verbessert.

Zurückhaltung oder „soziale Korrektheit“

Die übertriebene und unbegründete Zurückhaltung von Frauen und Männern wird wieder auf ein „normales Maß“ zurückgehen. Dies ist schon jetzt im Alltag und im „sozialen Netzwerken“ deutlich zu bemerken. Auf der anderen Seite werden Akademiker/innen uns umso aggressiver auffordern, und „endlich“ zu disziplinieren – nicht nur die Männer. Man wird von dieser Seite versuchen, die Gender-Sprachregelungen durchzusetzen und weiterhin „Männer“ für alles verantwortlich machen wollen, was „Frauen“ im Leben schief geht. Ich hoffe, dass es 2022 endlich eine Rückkehr zur Vernunft gibt, aber die Aussichten sind schlecht, solange wir auf Pseudo-Eliten hören.

Minderheiten und Demokratie

In den vergangenen Jahren haben immer wieder Minderheiten versucht, ihr Geschlecht, ihr Meinungen, Weltanschauungen und Ausrichtungen als positiver hinzustellen als die der anderen. Das betraf zuletzt sogar die Hautfarbe. Jegliche Absicht dieser Art ist undemokratisch und gehört daher nicht in unsere Gesellschaft. Ich hoffe, dass wir im Jahr 2022 wieder „alle Brüder und Schwestern“ werden und uns auf allen Ebenen vorbehaltlos unterhalten können. Andererseits sehe ich in der Verbindung zwischen „Minderheit sein“ und „sich ideologisieren lassen“ eine Gefahr für Deutschland – auf jeder Ebene.

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