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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Wenn er eine Frau spielt und sie einen Mann

In der Grafik meist glaubwürdiger als im realen Leben - Mann in der Rolle einer Frau
Sowohl die Suchmaschinen des Internets wie auch die Gesellschaft an sich fürchtet ein Thema wie der „Teufel das Weihwasser“: den spielerischen Wechsel der Geschlechterrolle. Stattdessen findet man unzählige Diskussionen darüber, ob Männer bei Online-Spielen die weiblichen Rollen annehmen „dürfen“. Etwas weniger heftig, aber doch noch deutlich wird die Diskussion bei Autorinnen/Autoren: Dürfen sie als Icherzähler(innen) in die Rolle des anderen Geschlechts schlüpfen?

In der Pädagogik versucht man, junge Menschen damit vertraut zu machen, wie das jeweils andere Geschlecht fühlen könnte – das lässt sich in Rollenspielen simulieren.

Die Bedenken gegen Gender-Rollenspiele bei Erwachsenen

Bei Erwachsenen jedoch tauchen plötzlich bedenken auf. Es gibt durchaus Männer, die sich betont maskulin auftretende Frauen suchen. Schon läuten dann bei manchen Beobachtern die Alarmglocken. Man fragt sich: Will er vielleicht „eigentlich“ einen Mann? Will er die Rolle wechseln und „eigentlich“ eine Frau sein? Dabei wird vergessen, dass es sich bei den Spielen der Erwachsenen wahrhaftig nur um Rollen handelt. Jeder der beiden Spielenden gibt sein Bestes, um die Rolle des anderen Geschlechts zu spielen – was übrigens gar nicht einfach ist.

Authentisch Frau oder Mann zu spielen ist nicht einfach

Mann im Kleid
Wer wirklich „authentisch“ wirken will, muss die Stimme anpassen und eine neue „Erscheinung“ annehmen. Der Mann wird vor allem lernen müssen, wie eine Frau zu gehen, also auch ein wenig gegen die physische Veranlagung herumzuspazieren. Die Frau hingegen lernt dabei, „Raum einzunehmen“ statt graziös zu wirken. Die Kleidung wird das Erscheinungsbild ergänzen, kann es aber nicht ersetzen. Wer jemals einen Mann gesehen hat, der in der Öffentlichkeit als Frau auftritt, weiß es – die Erscheinung bleibt – auch wenn der ungeschulte Transvestit betont feminine Kleidung trägt. Frauen tun sich offenbar noch etwas schwerer damit, denn eine Frau im Blazer, mit Hosen und flachen Schuhen ist auch auf große Entfernung als Frau erkennbar. Und das ist eigentlich schon die ganze „Verkleidung“ als Business-Mann.

Der Wechsel der Macht - von einfach bis hin zu S/M und Fetisch-Spielen

Frau im Männer-Outfit
Wird das Rollenspiel intim, dann geht es meist um die Macht. Dabei legt der Mann alles ab, was ihn üblicherweise als machtvollen Verführer („Macho“) auszeichnet, während die Frau spielerisch mit einer enormen Macht ausgestattet wird. Je nachdem, was im Detail gespielt wird, kann dies durchaus in Bereich der SM-Spiele oder Fetisch-Spiele übergehen.

Das wird verständlicher, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass beide ja nicht nur Rollen spielen, sondern auch Klischees verkörpern. Wenn solche Klischees durchgespielt werden, dann werden die üblichen ethischen Regeln ganz bewusst (und einvernehmlich) außer Kraft gesetzt. Das ist nicht nur beim Geschlechterwechsel so, sondern auch bei anderen Rollenspielen. Man denke an das Rollenspiel von „Zögling und sadistischer Erzieherin“, das jede sogenannte „Domina“ perfekt beherrscht.

Warum Rollenspiele bei bestehenden Paaren anders sind als mit Fremden

Im privaten Bereich gelten andere Regeln. Die Rolle hat einen genau markierten Anfang und ein ebenso deutliches Ende – und danach herrschen wieder andere Machtverhältnisse, wie sie sonst auch in Ehen vorkommen. Die Rückwandlung ist sozusagen Teil des Spiels. Wenn der Mann beispielsweise während des Spiels als „kleine, lüsterne Schlampe“ behandelt wird, kann er morgen wieder als Hausherr auftreten – in Jeans und Pulli oder im Maßanzug. Und die „Dame des Hauses“ kann sich ebenfalls wieder liebevoll um das Wohl der Gäste kümmern.

Überhaupt liegen über den privaten Beziehungen, in denen häufig erotischer Rollenspiele zelebriert werden, die Nebelwolken des Schweigens. Das mag der Grund sein, warum kaum ein Paar darüber Auskunft gibt, welche Gefühle und Sehnsüchte sie sich und dem Partner / der Partnerin erfüllen, indem sie die Rollen tauschen.

Ja – und wer es weiß, der darf nun lächeln.

Bilder:
Oben: Grafik nach einem Foto (anonym).
Rechts und Links: Figuren aus dem Liebeverlag-Archiv.

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