Akademiker, Presse, Heterofatalismus und Zeitgeist
Wer irgendetwas studiert, erfährt zuerst, dass alles eine Ordnung haben muss. Auf diese Weise lernt er/sie, strukturiert zu denken – und das ist kein Schaden.
Menschen werden ebenfalls eingestuft – und nicht nur akademisch. Die Natur hat uns ein Überlebenskonzept zur Verfügung gestellt, das wir mit den Säugetieren teilen. Es beruht auf Furcht und Zuneigung und vielen anderen Komponenten. Sie sind so eng verzahnt, dass nicht einmal Psychologen wagen, eine genaue Definition zusammenzubasteln.
Erfundene Begriffe und Zustände als „Wissenschaft"
Autorinnen und Autoren mit akademischem Hintergrund leben hingegen davon, über wirklich und vermeintliche Zeiterscheinungen zu schreiben. Sobald sie einen Zustand erfunden (angeblich gefunden) haben, wird er mit großem Getöse veröffentlicht – und trifft auf die gefräßigen Raubtiere der sozialen Medien.
Die Presse und der Heterofatalismus
Es sind durchaus seriöse Journalistinnen und Journalisten, die sich in sozialen Medien informieren. Allerdings wird der Hintergrund immer gleichgültiger, je mehr sich die Schreibenden von der Quelle und ihren Hintergründen entfernen. Eine publikumswirksame Story auf „wissenschaftlicher“ Basis interessiert vor allem ein Publikum, dass sich als „Elite“ versteht.
Und dann lesen wir (beispielsweise in der NZZ):
Frauen leiden – Männer sind die Schuldigen. Die „WELT“ haut in dieselbe Kerbe:
Die „New York Times“ schrieb es ähnlich:
Ja, was machen wir bei der Liebeszeitung jetzt damit?
Wir suchen nach der Wahrheit – wie immer
Wir suchen nach den Quellen. Und werden bei Asa Sarasin fündig. Dort finden wir einen anderen Tonfall vor, so als ob der „Erfinder“ des Heteropessimismus etwas ganz anderes im Auge hatte, nämlich eine Art Heterooptimismus zu fordern.
Inzwischen scheint die Presse vergessen zu haben, was eigentlich beabsichtigt war. Es ist eben viel interessanter, den Buhmann in Männern zu erkennen und die Unzufriedenheit der Frauen zum Thema zu machen. Auf diese Weise kann man die Konflikte zuspitzen - und Begriffe schaffen, die sich in Windeseile verbreiten. . Und auf diese Weise kommt dann zustande, was die Begriffe bedeuten. Zum Beispiel, wie der angeblich Heteropessimismus nun in den Heterofatalismus übergegangen ist.
Bedeutungen ohne Inhalt – Heteropessimismus und Co.
Was beide Begriffe wirklich bedeuten, ist noch völlig unklar. Collins definiert Heterofatalismus so:
Für Heteropessimismus fand ich ausschließlich verklausulierte Lexikon-Definitionen, die offensichtlich von Soziologen stammen. Dies ist eine Übersetzung in Alltagsdeutsch: (2)
Worterfindungen ohne Sinn - und eine verständliche Erklärung
Beide Definitionen sollten nur mit der Kohlenzange angefasst werden, denn beide sind Wort-Erfindungen, die einen angeblichen Zustand oder eine Modeerscheinung „festschreiben“ wollen. Im Allgemeinen können wir sagen:
Heterosexuelle Beziehungen sind in eine Krise geraten, weil manche Frauen wie Männer mit ihren Inhalten unzufrieden geworden sind. Die gilt insbesondere für Akademiker(innen). Manche Autoren versuchen, einen neuen „Heterooptimismus“ wiederherzustellen. Andere sprechen bereits von „Heterofatalismus“. Damit ist gemeint, dass heterosexuelle Beziehungen häufig unglücklich machen – es handelt sich dabei allerdings sehr wahrscheinlich um eine Behauptung, die auf Ideologien oder Tendenzen des Zeitgeistes beruht.
(1) Ambivalent sein: Sowohl etwas wollen wie auch das Gegenteil anstreben, darüber im Konflikt sein.
(2) Auf der Basis des Begriffs im englischen Wikipedia.
Menschen werden ebenfalls eingestuft – und nicht nur akademisch. Die Natur hat uns ein Überlebenskonzept zur Verfügung gestellt, das wir mit den Säugetieren teilen. Es beruht auf Furcht und Zuneigung und vielen anderen Komponenten. Sie sind so eng verzahnt, dass nicht einmal Psychologen wagen, eine genaue Definition zusammenzubasteln.
Erfundene Begriffe und Zustände als „Wissenschaft"
Autorinnen und Autoren mit akademischem Hintergrund leben hingegen davon, über wirklich und vermeintliche Zeiterscheinungen zu schreiben. Sobald sie einen Zustand erfunden (angeblich gefunden) haben, wird er mit großem Getöse veröffentlicht – und trifft auf die gefräßigen Raubtiere der sozialen Medien.
Die Presse und der Heterofatalismus
Es sind durchaus seriöse Journalistinnen und Journalisten, die sich in sozialen Medien informieren. Allerdings wird der Hintergrund immer gleichgültiger, je mehr sich die Schreibenden von der Quelle und ihren Hintergründen entfernen. Eine publikumswirksame Story auf „wissenschaftlicher“ Basis interessiert vor allem ein Publikum, dass sich als „Elite“ versteht.
Und dann lesen wir (beispielsweise in der NZZ):
Dating ist zum Desaster geworden. Dabei leiden vor allem die Frauen an den Männern, die ihre Ansprüche nicht erfüllen. Und wenden sich von ihnen ab. Das Phänomen hat einen Namen: Heterofatalismus.
Frauen leiden – Männer sind die Schuldigen. Die „WELT“ haut in dieselbe Kerbe:
Er will sich nicht binden, nicht zusammenziehen und bestimmt noch kein Kind: So viele Frauen verzweifeln an der Ambivalenz (1) der Männer, dass es mittlerweile einen Begriff für ihr Leiden gibt: Heterofatalismus. Aber wohin mit dem Begehren?
Die „New York Times“ schrieb es ähnlich:
Frauen haben es so satt (… nach passenden Männer zu suchen), … dass das Phänomen sogar einen Namen hat: Heterofatalismus. Was machen wir also mit unserem Verlangen?
Ja, was machen wir bei der Liebeszeitung jetzt damit?
Wir suchen nach der Wahrheit – wie immer
Wir suchen nach den Quellen. Und werden bei Asa Sarasin fündig. Dort finden wir einen anderen Tonfall vor, so als ob der „Erfinder“ des Heteropessimismus etwas ganz anderes im Auge hatte, nämlich eine Art Heterooptimismus zu fordern.
Inzwischen scheint die Presse vergessen zu haben, was eigentlich beabsichtigt war. Es ist eben viel interessanter, den Buhmann in Männern zu erkennen und die Unzufriedenheit der Frauen zum Thema zu machen. Auf diese Weise kann man die Konflikte zuspitzen - und Begriffe schaffen, die sich in Windeseile verbreiten. . Und auf diese Weise kommt dann zustande, was die Begriffe bedeuten. Zum Beispiel, wie der angeblich Heteropessimismus nun in den Heterofatalismus übergegangen ist.
Bedeutungen ohne Inhalt – Heteropessimismus und Co.
Was beide Begriffe wirklich bedeuten, ist noch völlig unklar. Collins definiert Heterofatalismus so:
Die Vorstellung, dass heterosexuelle Frauen Beziehungen zu Männern anstreben, obwohl sie wissen, dass Unglück die Folge sein könnte.
Für Heteropessimismus fand ich ausschließlich verklausulierte Lexikon-Definitionen, die offensichtlich von Soziologen stammen. Dies ist eine Übersetzung in Alltagsdeutsch: (2)
Heteropessimismus besteht aus gelebter Entfremdung von heterosexuellen Beziehungen, die nach Meinung der Wortschöpfer auf negative Erfahrungen mit heterosexuellen Beziehungen beruhen, die letztlich zur Hoffnungslosigkeit führen.
Worterfindungen ohne Sinn - und eine verständliche Erklärung
Beide Definitionen sollten nur mit der Kohlenzange angefasst werden, denn beide sind Wort-Erfindungen, die einen angeblichen Zustand oder eine Modeerscheinung „festschreiben“ wollen. Im Allgemeinen können wir sagen:
Heterosexuelle Beziehungen sind in eine Krise geraten, weil manche Frauen wie Männer mit ihren Inhalten unzufrieden geworden sind. Die gilt insbesondere für Akademiker(innen). Manche Autoren versuchen, einen neuen „Heterooptimismus“ wiederherzustellen. Andere sprechen bereits von „Heterofatalismus“. Damit ist gemeint, dass heterosexuelle Beziehungen häufig unglücklich machen – es handelt sich dabei allerdings sehr wahrscheinlich um eine Behauptung, die auf Ideologien oder Tendenzen des Zeitgeistes beruht.
(1) Ambivalent sein: Sowohl etwas wollen wie auch das Gegenteil anstreben, darüber im Konflikt sein.
(2) Auf der Basis des Begriffs im englischen Wikipedia.

Kommentare
Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt