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Sag die Wahrheit über deine Lüste

einer der beliebtesten geheimen wünsche der frauen: von einer frau verführt zu werden


Es ist erstaunlich: Selbst unter der psychologischen Folter, die in den 1970er und 1980er Jahren in vielen sogenannten Selbsterfahrungsgruppen praktiziert wurde, sprachen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kaum über ihr Sexualleben, geschweige denn über ihre sexuellen Wünsche. Ich persönlich bin nie in einem angeblich therapeutischen Extrem- oder gar Nacktencounter gewesen, und habe auf diese Weise niemals mit dem „heißen Stuhl“ Bekanntschaft gemacht, in dem sich der Gruppendruck sozusagen kumuliert. Doch selbst dort wurden nach Auskunft von Teilnehmerinnen selten sexuelle Geheimnisse ausgeplaudert – obwohl sich ein großer Teil der erfahrenen Psycho-Voyeure dies durchaus einmal gewünscht hätten.

Ein überraschendes Geständnis geheimer Lüste

Doch manchmal, beispielweise auf Partys, wurde mir klar, dass Gäste einfach das Bedürfnis haben, davon zu sprechen. Ich erinnere mich an ein Fest unter überwiegend „braven“ Bürgerkindern, die teilweise so originäre Kirchgänger waren. Ich hatte von einer der jungen Frauen das Gerücht gehört, sie brauche „eine Spezialbehandlung“, und weil ich schon immer neugierig war, sprach ich sie darauf an. Naiv wie ich damals war, dachte ich an bestimmte Formen des erotischen Vorspiels, und ich muss gestehen, erst Jahre später begriffen zu haben, was sie mir eigentlich sagte. Tatsache war jedenfalls, dass sie sich regelmäßig einem Ehepaar als Lustobjekt für „flotte Dreier“ zur Verfügung stellte – und dies unter einem Etikett, das es damals offiziell gar nicht hätte geben dürfen: Schmerzlust.

So "pervers" wie jeder andere

Wie "pervers" ist diese Frau gewesen? So pervers wie du oder jeder andere, der auf der Party war. Nur, dass sie etwas Besonderes erlebte und dies auch zugab. Die meisten anderen Menschen bleiben bei ihren Träumen und Fantasien – das ist einfacher und nicht so gefährlich – und ab da beginnt das Verleugnungsspiel: „Wie kannst du denken, dass ich mir jemals so etwas wünschen würde?“, sagen die Frauen und Männer dann, und was sie denken ist: „Wenn es doch nur eine sichere und nicht so peinliche Situation gäbe, in der es möglich wäre“.

Jeder, der genügend Fantasie hat, kann sich in Situationen hineindenken oder hineinträumen, in denen Lust und Leidenschaft grenzenlos werden – unabhängig davon, was legal, physisch möglich oder unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Stellung möglich wäre. Doch auch die Umsetzung des Möglichen stößt an enge Grenzen: Singles werden einen fremden Menschen fragen müssen, und bei gebundenen Menschen wäre die erste Adresse der Partner: Beides ist höchst gefahrvoll, wenngleich aus unterschiedlichen Gründen.

Die Wahrheit über die Lüste ist schwer herauszubringen

Selbst bei den Profis der Branche, den Huren und Dominas, geben sich die Kunden zunächst verschlossen. Sowohl Frauen wie auch Männer trauen sich nicht einmal dort, ihr Innerstes nach außen zu kehren, und oft muss die Dame durch geschickte Gesprächslenkung herausfinden, welche Fantasien wirklich hinter der Oberfläche lauern. Manche Männer würden sogar einer „professionellen Dienstleisterin“ kaum alle Wünsche von Angesicht zu Angesicht verraten. Manche wünschen sich sogar ein „strenges erotisches Verhör“, damit sie dann unter vermeintlichem Zwang gestehen können, was sie wirklich wünschen.

„Privat“, also in festen Beziehungen oder gegenüber nicht-professionellen Geliebten und Liebhabern ist die Sache noch schwieriger. Ob beim ONS, bei einer Sechsmonatsbeziehung oder in der Ehe ist immer die Frage: „Will ich den Genuss dieser Beziehung infrage stellen, nur, damit meine besonderen Wünsche erfüllt werden?"

Fast alle, die ich fragen konnte, verneinten – sie würden die Partner also nicht “alles gestehen“ und damit möglicherweise die Beziehung infrage zu stellen. Manche von ihnen waren sich sogar sicher, dass ihr Geständnis zu kleinen, mittleren oder gar großen Katastrophen führen könnte.

Auch die Wünsche der Frauen werden oft zurückgewiesen

Paradox daran ist vor allem, dass die Partner sehr oft eigene geheime erotische Wünsche und Vorstellungen haben, sich aber dennoch über die Wünsche des anderen entsetzt. In der landläufigen Vorstellung ist es oft die Frau, die sich über die Wünsche des Mannes empört, doch in letzter Zeit hört man auch die umgekehrte Version: Manche Frau wurde bereits von ihrem Mann zurückgewiesen, als sie ihrem Mann beichteten, was sie schon immer einmal wollten – sei es ein Dreier, eine Flagellation oder gar ein scharf gewürztes Rollenspiel. Das gilt insbesondere, wenn diese Wünsche erst nach längerer Ehedauer geäußert werden: Für den Ehemann ist die Frau die liebevolle Partnerin und Mutter seiner Kinder – und da treibt ihm der Gedanke das Entsetzen ins Hirn, sie könne eine „geile Schlampe“ sein, die sich der Schmerzlust hingeben will.

Die geheimen Lüste verwirklichen - mit kleinen Tricks?

Paare, die einander dennoch überzeugt haben, sind in der Regel solche, bei denen ein Partner bereits zuvor die „natürliche Dominanz“ ausgeübt hat. Der stärkere Partner benutzt dabei in der Regel die Salamitaktik oder versucht, den anderen möglichst nahe an die Sache heranzuführen, ohne gleich aktiv zu werden. Ich erinnere mich an den Fall eines Paares, bei dem sie die stärkere Partnerin war, aber gerne einmal hilflos gefesselt werden wollte. Ihr Partner erwiese sich zunächst als entsetzt, und erst als sie mit ihm zusammen auf die typische Männerdomäne „Baumarkt“ ging, wurden die Utensilien gekauft – und dann auch angewendet.

Sind die beiden Partner spielerisch veranlagt, hilft selbstverständlich auch die reine „Neugierde“, die oft in einem „warum eigentlich nicht?“ mündet. Die meisten der wilderotischen Rollenspiele beinhalten ja harmlose Spielvarianten wie etwa „Doktor spielen“, „Schule spielen“ oder vielleicht „Gefangen nehmen“, die sich durchaus auch zunächst als „verspieltes Tändeln“ mit dem Genre ausführen lassen. Besonders beliebt ist das Spiel „kitzeln“, das sich sehr schnell in eine erotische Folter verwandeln lässt.

Fortsetzung folgt …

Titelbild © 2009 by fictiona future

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