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Liebe im April: Wo du bist, kannst du es tun – oder?

sie dürfen es immer öffentlich tun - du aber nicht
V

on November bis März sieh die Welt schlecht aus für die Liebenden in traditionellen süd-und osteuropäischen Familien: Da gibt es kein stilles Plätzchen im Freien, wo sie einander liebkosen oder gar lieben können. Dazu sollte ich vielleicht sagen: Liebkosen in der Öffentlichkeit ist ein in vielen Ländern ein erduldetes Phänomen. Man weiß ja, wie lange es dauern kann, bis das junge Paar ein eigenes Dach über dem Kopf hat. Da nickt jeder verständnisvoll ab, wenn man ein bisschen eigenartig rittlings auf dem Partner sitzt und sich nach Strich und Faden abknutscht oder unter der Kleidung streichelt, solange man dabei nicht allzu sehr auffällt – eine Parkbank reicht aber im Budapester Millennium-Park reicht da aber als „intimer Ort“ - man sollte es nur nicht gerade auf dem Moskauer Platz tun.

Erstaunlich, wie dezent die meisten Paare sind. Sex im Freien auf der Wiese? Nein, daran denkt man nicht. Die Wiese ist dazu da, um Bluse und Rock auszuziehen, und sich bräunen zu lassen –aber nicht für die Liebe. Irgendwie kann man „es“ also nicht überall tun, wo Platz ist.

Ja, und was erwarten wir eigentlich von euch, wenn ihr „es“ trotz alledem im Park, am Flussufer, in der Mauernische oder sonst wo tun wollt? Vor allem, dass wir euch dabei nicht zusehen müssen. So schön es sein kann, ein junges Liebespaar im Frühling auf einer Parkbank in inniger Umarmung zu sehen, so anstößig kann es sein, irgendwelche Hubbewegungen im Frieren beobachten zu müssen – schließlich haben sogar Männer gelegentlich wirklich andere Dinge im Kopf als Sex, auch wenn dies manche Frauen nicht glauben.

Liebe im Flugzeug? Ab Business Class, und wenn man nicht zu laut dabei ist – auch wenn dies dementiert wird. Die Flugbegleiterin bringt manchmal sogar noch Champagner und eine Wolldecke, um den Vorgang zu verbergen – es kommt immer ein bisschen auf die Fluggesellschaft, die Stimmung und das Ansehen der Personen an. Das geht noch eher als die Liebe „in vollen Zügen“ zu genießen – Abteile sind schließlich selten geworden.

Im Speiselokal? Einstmals soupierte man noch mit Damen im Separee, doch das ist aus der Mode gekommen – hier war immer alles möglich, weil man den Vorhang schließen konnte. Dennoch soll es noch Lokale mit kleinen Nischen und schweren Tischdecken geben, an denen mindestens noch intime Berührungen möglich sind. Baustellen kurz vor der Fertigstellung? Ziemlich unbequem – und Autos und Toiletten sind eigentlich wirklich das Letzte, was man sich als Liebesnest wünschen würde.

Man sieht – viel bleibt da gar nicht, um die Liebe wirklich zu genießen und nicht nur „kurz und schmerzlos“ zu vollziehen. Ein Geheimtipp sollen ja öffentlich zugängliche Waldhütten sein – im April ist es immer noch ungewöhnlich, dass hier Betriebs- und Vereinsfeste stattfinden.

Nein, es gilt nicht so recht: Wo du bist, kannst du es tun. Irgendwie ist in Deutschland irgendwo immer jemand in der Nähe, und sei es der Förster – und weil es keine Liebeshotels gibt, bleibt dann nur noch der Weg, sich ein ganz gewöhnliches Hotelzimmer zu nehmen, um die Liebe zu zelebrieren – dort hat man dann endlich auch mal die Muße, nachher noch ausgiebig zu kuscheln.

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