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Liebeskummer – wie lange schmerzt die Trennung?

liebeskrank - keine angst, es vergeht bald, wenn du es wirklich willst


Die Trennung – da ist sie nun. Manchmal wird sie als Befreiungsschlag empfunden, und in den 1970er Jahren sogar manchmal als solche deklariert: „Was hast du zu verlieren außer deinen Fesseln?“ Doch in Wahrheit ist die Trennung von einem langjährigen, geliebten Partner alles andere als ein Honiglecken: Das sitzt man nun, verlassen, einsam, voller Selbstzweifel. Hätte man sie nicht verhindern können, diese Trennung? Ja, und warum ich? Warum jetzt? Schmerz, Tränen, Ohnmacht, Verwirrtheitszustände begleiten die meisten Trennungen.

Was soll man bei Liebeskummer als "getrennter Teil" nun tun?

Anders als andere rate ich dazu, vor allem das Leben nicht zu vergessen: Vor allem den Alltag tagtäglich in Ordnung halten. Nicht „krankschreiben“ lassen, sondern versuchen, auch unter Erschwernissen zu arbeiten. Nicht zurückziehen, sondern am Leben weiter teilhaben. Nicht ganz auf Partner(innen) verzichten, sondern ruhig ein paar flüchtige Begegnungen riskieren.

Die Trennung verläuft in Phasen

Im Allgemeinen verläuft die Trennung aus psychischer Sicht in drei Phasen: Der Verzweiflung an der Tatsache der Trennung, das Grübeln über die Schuld an der Trennung und der (zunächst meist zögerliche) Wiedereinstieg in die Partnersuche. Wäre da nur die Psyche, dann wäre n Trennungen durchaus überschaubar – aber so ist es ja nicht wirklich. Bei den meisten Trennungen, insbesondere aber bei Scheidungen, kommen Fragen um „Haus und Kind“ dazu, mit deren Hilfe man den Partner noch nach Jahren mit n Schuld- und Hassgefühlen nerven kann. Man zögert sozusagen den Abschied hinaus, indem man den anderen ständig wieder in das eigene Leben einbindet. Übrigens ist dies nicht nur mit Prozessen, Hasstriaden und Verleumdungen möglich, sondern auch durchaus durch „Sex mit dem (der) Ex“.

Nach einem Vierteljahr sollte man sich neu ausrichten

Wie lange dauert nun aber die Trennung, wenn sie reibungsarm verläuft? Interessant ist, dass sich häufig einer der Getrennten aufschwingt wie ein Vogel und überhaupt keinen Trennungsschmerz empfindet – meist ist es nur der Verlassene, von dem die Rede ist. Dieser braucht in der Regel ein paar Tage oder Wochen, bis er wirklich begriffen hat, was da passiert ist – und erst dann wird er den ersten vernünftigen Entschluss fassen können: Hilfreich ist dabei, sich von allem äußerlichen Erinnerungen zu befreien. Bleibt man in der Wohnung zurück, so tapeziert man am besten erst einmal neu, kauft sich ein anderes Bett oder wechselt die Garderobe.

Nach einem Vierteljahr sollte eine Klärung und eine Neuausrichtung bereits erfolgt sein – und nach einem halben Jahr darf man davon ausgehen, dass ein „halbwegs normales Leben“ mit Lust und Liebe möglich ist. Hiobsbotschaften, die Trauer würde “mindestens 19 Monate“ dauern, sind an den Haaren herbeigezogene Statistikwerte, die keine Relevanz haben. Man sollte sich davor hüten, an solche Dinge zu glauben – sie könnten durch den Effekt der „selbsterfüllenden negativen Prophezeiungen“ wahr werden. Besser ist, neugierig auf jeden neuen Tag zu sein und auf die kleinen Erfolge und sinnlichen Lüste, die er bringt, zu setzen – schon bald wird man merken: Ein paar Schleckereien, eine kleine Neuanschaffung, ein paar Blumen, ein vorsichtiger Flirt – all das kann das Leben durchaus schon bald bereichern.

Liebeskummer - nur wenige Freunde sind hilfreich

Ob Freunde immer hilfreich sind, darf getrost bezweifelt werden: Gute Freunde und erst recht gute Ratgeber sind rar. Frauen sollten sich in acht nehmen vor den „Witwentröstern“, die alsbald antanzen und unter dem Vorwand des Trostes schnellen Sex erwarten. Männer müssen damit rechnen, dass ein paar weibliche Hyänen aufkreuzen, die sich ebenfalls schnell mal an einem verwirrten Mann bedienen wollen, der nicht so genau hinguckt, mit wem er sich einlässt.

Bei Liebeskummer: Stilles Männerleid, wortreiche Frauenhilfe?

Das Psychologenklischee: „Männer leiden stumm, Frauen suchen Hilfe“, das gerade durch die dpa verbreitet wurde, ist zu bezweifeln: Wahr ist vielmehr, dass sich Frauen ihre Realitäten eher durch Gespräche schaffen als durch Handlungen. Während Männer also versuchen, sich dem Alltag wieder unmittelbar zu stellen, versuchen Frauen eher, diesen Alltag durch Gespräche zu simulieren, bevor sie ihn als realistisch anerkennen. Im Übrigen ist nicht wirklich wichtig, wie man seine Konflikte bewältigt, sondern dass man es aktiv angeht.

Bild © 2011 by Carnie Lewis

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