Skip to content
Werbung Email:

Wissenschaftler: Bisexuelle Männer gibt es doch

Die Studien, die über bisexuelle Männer durchgeführt wurden, werfen viel Licht auf die Oberflächlichkeit und Arroganz, mit der Wissenschaftler vorgehen. Inzwischen werden alle Ergebnisse, die mit den üblichen wissenschaftlichen Primitivmethoden „erzielt“ wurden, auch von andren Wissenschaftlern in Zweifel gestellt. Dies betrifft nicht nur diese Studie, sondern alle Studien, bei denen Fotos, Laborsituationen und eine fragwürdige Auswahl der Probanden eine Rolle spielten. Dieser Artikel ist ein Meinungsbeitrag und hoffentlich eine Warnung an all jene Wissenschaftler, die schnell zu Ruhm kommen wollen und dabei schlampig arbeiten.

Der Fall – "Bisexuelle sind überwiegend verkappte Schwule"

Im Online-Lexikon Wikipedia wird unter dem Stichwort „Bisexualität“ auf eine Studie hingewiesen, die wie folgt zitiert wird:

Eine 2005 veröffentlichte Studie aus den USA kommt zu dem Schluss, dass eine bisexuelle Selbstbezeichnung nur in ca. 2 % der Fälle eine sexuelle Orientierung zu beiden Geschlechtern bedeutet. Drei Viertel der als bisexuell bezeichneten Probanden seien homosexuell, der Rest heterosexuell.


Es ist völlig klar, dass hier eine „Abstempelung“ versucht wurde – und dies mithilfe primitiver Testmethoden. Angewandt wurde das umstrittene Verfahren, den Probanden erotische Fotos zu zeigen und dabei die sexuelle Erregung des Penis zu messen. Damit entzog man den Probanden ihre Definitionsmacht über sich selbst, aber auch über andere bisexuelle Männer. (Zu diesem Thema lesen sie bitet auch: "Bisexuell - Etikett oder Befindlichkeit?" vom gleichen Autor in unseren "Hintergründen".

Nun sind bisexuelle Männer nicht mehr schwul

Nun hat man versucht, die alte Studie durch eine neue zu ersetzen – zwar wurden die gleichen Verfahren angewandt, doch war man sorgfältiger bei der Auswahl der Probanden, und siehe – diesmal kam nicht heraus, dass bisexuelle Männer überwiegend Tarnkappen-Homos waren.

Immerhin ist es einigen Wissenschaftlern, die nicht an den betroffenen Studien beteiligt waren, diesmal zu danken, dass beide Studien – die neue wie die alte Studie – nicht einfach hingenommen wurden. Man könne, so eine Sprecherin des Ressourcenzentrums für Bisexuelle in Boston, nicht einfach hinnehmen, dass Studien anhand von sexueller Stimulation durchgeführt würden, dies sei ausgesprochen kleinkariert.

Die Testverfahren: Abseits jeder Wirklichkeit

Andere Wissenschaftler bezweifelten das Testverfahren generell. Eine Wissenschaftlerin sagte der NYT, man könne nicht alleine die sexuelle Erregung als Maßstab für die sexuelle Orientierung und Identifikation eines Menschen verwenden. Im Übrigen könne man die Bildershow in einer Laborsituation ohnehin nicht mit der Wirklichkeit vergleichen.

Na, da sind wir aber froh, dass wenigstens ein Wissenschaftler diese Worte mal in den Mund nimmt. Denn Fotos zu zeigen, ist eine der üblichsten „wissenschaftlichen Methoden“ auf dem Gebiet der Sexualität. Sie ist billig und man bekommt schnelle Ergebnisse, die dann ebenso schnell wieder an die gierige Pressemeute verteilt werden können. Ob die Ergebnisse wahr oder unwahr sind, interessiert schon lange nicht mehr – Hauptsache, sie wurden mit sogenannten „wissenschaftlichen Methoden“ durchgeführt.
Die Definitionsmacht der Wissenschaft muss gebrochen werden

Indessen können wir die Menschen wenigstens soweit beruhigen: Die sogenannten „Wissenschaftler“ haben einen Teil ihrer anmaßenden Definitionsmacht eingebüßt, weil sie nun wenigstens Gegensätzliches behaupten. Wir können als humane Wesen nur hoffen, dass es uns eines Tages gelingt, ihnen die Macht zu entreißen, die sie sich im Handstreich angeeignet haben. Die Liebe gehört den Liebenden alleine, gleich, welche sexuellen Neigungen man hat.

Wissenschaft: Nun soll die Liebe ganz vereinnahmt werden

Ich würde all dies gar nicht schreiben, wenn die Wissenschaftler nicht mittlerweile die Definitionsmacht über alle Gebiete der Liebe an sich zu ziehen versuchten. Der neueste Auswuchs dieser Arroganz: Es wird dreist behauptet, man könne entschlüsseln, welche Partner miteinander glücklich würden.

Der Zufallsgenerator würde die Wahrheit an den Tag bringen


Da kann ich nur noch dies sagen: Stellen Sie einen Zufallsgenerator auf, meine Damen und Herren, und stellen Sie daneben Ihre „psychologischen“ Testverfahren – und dann sollen sich danach Paare bilden. Lassen Sie ein paar Monate vergehen, und versuchen sie herauszufinden, welche Paare glücklicher geworden sind. Ich wage keine Prognose, nehme aber persönlich an, dass die Abeichungen nicht signifikant sind.

Wer es besser weiß, mag mir schreiben.

Quellen: NYT via Nerve.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Formular-Optionen