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Schwiegermutter und Hund

Bitte an der Leine führen ...
„Hunde sind willkommen und deine Schwiegermutter auch.“ Nun gut, nicht meine Art von Humor, doch als ich das Bild jemandem zeigte, war es mit der Gemütlichkeit vorbei. „Schwiegermütter“, so wurde ich belehrt, seien doch so wichtig.

Na ja, wenn Vater und Mutter arbeiten gehen und die Kita geschlossen ist? Oder wenn man um Geld für das neue Auto nachsucht?

Ich könnte nun abwiegelnd sagen: Jeder Mensch ist wichtig. Doch wäre die nächste Frage: Was an ihm ist wichtig für mich?

Die Schwiegermutter ist auch Mutter - klar, sonst könnte sie nicht Schwiegermutter werden. Und sie liebt vermutlich ihre Tochter oder ihren Sohn. Und also ist sie auch wichtig für den jeweiligen Partner oder die Partnerin.

Wichtig für uns sind immer die Personen, die uns mögen, uns raten und trösten, ohne dabei zuerst an sich zu denken. Wer uneigennützig von dem gibt, von dem er genug hat, ohne sich dabei aufzudrängen, ist ideal für jeden Menschen, der Rat und Hilfe benötigt.

Wir sollten ihnen etwas zurückgeben, etwas, das nicht nach „Tauschhandel“ aussieht. Ein „Danke“ reicht oft schon.

Und auf welche Personen können wir verzichten? Vor allem auf solche, die sich ungefragt einmischen, und bevormunden, uns korrigieren und versuchen, uns zu disziplinieren.

Schwiegermütter können wichtig sein, aber auch unerträglich. Und was passiert, wenn sie Konflikte in unsere Beziehungen tragen? Was, wenn sich ein Paar entzweit, weil die Schwiegermutter „in die Ehe hineinfunkt“?

Nein, ich plädiere nicht für „Leinenzwang“. Aber durchaus für Zurückhaltung.

Nach der Pandemie: Die Begierden werden zurückkommen

Hier nicht küssen - am besten gar nicht ...
Nach der Pandemie ist vor der Flut der Begierden, die lange Zeit in Fesseln gelegt wurden. Doch statt uns darauf vorzubereiten, reden uns die Moralisten ein, dass danach das Himmlereich auf Erden eintritt. Es ist an der Zeit, ihnen auf die Füße zu treten.

Eine große Anzahl ansonsten weitsichtiger Menschen erwartet von der „Corona-Krise“ positive Auswirkungen – so wie beim „reinigenden“ Gewitter, das ja auch zunächst mal furchtbar rumst und dabei vor allem Schaden anrichtet.

Der gute Mensch der Moralisten - ein Trugbild

Die Moralisten erwarten, dass die Sexualität in der Zukunft nahezu ausschließlich in monogamen Betten stattfindet, die ewig Gestrigen pochen auf bürgerliche Werte und hoffen, dass die „guten Sitten“ zurückkommen mögen. Die Schöndenker träumen von der allumfassenden Solidarität, die der Krise folgen wird. Der „gute Mensch“, der bekanntlich stets edel und hilfreich ist, wird allenthalben als Kasperkopf auf den Rampen der Medien präsentiert.

Nun ist der ganz gewöhnliche „gute Mensch“ allerdings vor allem Mensch. Er will das Beste für sich, und er unterstellt dabei, dass sein Wille, das Beste zu schaffen, auch anderen nützt. Er kennt seinen Vorrat an Mitgefühl und weiß, dass er ihn nicht erschöpfen darf. Tut er es dennoch, fällt er aus als Versorger, Glücksbringer und Tröster.

Machen wir uns nichts vor: Moralisten reden mit falschen Zungen. Das, was sie im Munde führen, ist nicht menschlich, sondern ein Flickwerk aus vielerlei Dogmen. Im Grunde genommen ist ihnen gleichgültig, was Menschen bewegt.

Und dien Prognosen, alles würde „danach“ besser, edler und moralischer?

Der Keuschheitsgürtel der Jetztzeit - eine Maßnahme mit schweren Folgen

Die Wahrheit mag schwer zu ertragen sein, aber währen der Krise wurde das Individuelle, das Schöpferische, das Befreiende zunächst einmal weggesperrt. Den Ledigen wurde die Lusterfüllung verweigert. Der Keuschheitsgürtel der Jetztzeit heißt: „Abstand halten“. Er verhindert aber nicht nur Infektionen, sondern auch die Triebabfuhr. Man muss kein Priester, Psychologe, Psychotherapeut oder Psychiater sein, um zu beurteilen, was mit Menschen passiert, die ihre Triebe im Übermaß zügeln müssen. Die meisten Singles nehmen dies zähneknirschend in Kauf, aber auch die gutwilligsten warten auf den Tag und die Stunde, in dem sie ihren Keuschheitsgürtel abnehmen dürfen.

Die Befreiung von den Fesseln wird Begierden auslösen

Nein – es gibt sie nicht, die „positiven“ Auswirkungen der Krise. Sie werden aus fragwürdigen Motiven herbeigeredet. Die „Zeit nach der Krise“ wird davon geprägt sein, dass sich die Gierigen unter den Menschen um jeden Preis holen, was sie entbehren mussten. Wenn wir uns auf etwas verbreiten müssen, dann darauf, diese Situation zu beherrschen und dort regulierend einzugreifen.

Sexuelle Experimente und ihre Risiken

Nicht die richtige Methode, Risiken zu beurteilen
Sexuelle Experimente und ihre Risiken - oder: warum das Vermeiden keinen Nutzen bringt

Jedes sexuelle Experiment, das du eingehst, ist ein Risiko, in dem du mit zwei Schwestern zu tun bekommst: eine heißt „Chance“, die andere „Gefahr“.

Die Gefahren - der Schnupfen der Psyche und der erschlaffende Penis

Die Gefahren zuerst: Möglicherweise ist „das Technische“ dir im Weg: Die Liegefläche ist beispielsweise zu hoch oder zu niedrig. Das macht beim Blümchensex natürlich nichts aus, bei Experimenten aber schon. Dann ist es das Physische: die Erregung im Kopf und die im Penis oder der Vagina laufen nicht synchron. Sie bleibt trocken, er bleibt weich. Und schließlich ist es die Psyche, die plötzlich Schnupfen bekommt und zu niesen beginnt – dann geht nichts mehr. Die Nachdenklichen und psychologisch Geschulten unter euch werden auch an Langzeitfolgen denken, doch die werden überschätzt, jedenfalls, wenn ihr nicht miteinander verheiratet seid.

Die Chancen - mehr Lust an der Lust erzeugt noch mehr Lust

Die Chance ist die schönere der beiden Schwestern. Alles, was irgendwie technisch schief gehen könnte, kann abgefangen werden, und wenn trotzdem etwas nicht ganz „passt“, kann man improvisieren. Bei kleinen physischen Problemen kann Abhilfe geschaffen werden, und nicht bei allen sexuellen Experimenten muss der Mann „bocksteif“ sein und die Frau „klatschnass“. Wobei wir nun zur Psyche kommen müssen: Ein gelungenes sinnlich-erotisches oder sexuelles Experiment beflügelt, macht Lust auf mehr und kann auch ein ganzes Leben positiv verändern. Manchmal erleben einzelne Partner einen „Durchbruch“. Dann fragen sie sich, warum sie dies oder jenes nicht schon früher getan haben.

Solltest du es wagen, dich einfach "gehen zu lassen"?

Wenn wir genau wüssten, dass ein Risiko zum Erfolg führt, würden wir alle Risiken eingehen. Wenn wir alle fürchten müssten, dass Risiken im Chaos enden, würde sie niemand eingehen. Manche Risiken sind abschätzbar, andere nicht. Die Schwierigkeit bei sinnlichen, erotischen oder sexuellen Risiken besteht darin, dass Gefühle freigesetzt werden, die wir nicht willentlich beherrschen können, sondern die wir einfach „geschehen lassen müssen“.

Ja oder Nein zum Risiko?

Normalerweise hindern uns Furcht, Scham und die üble Nachrede missgünstiger Mitmenschen, unser Liebesleben in „Eigenregie“ zu gestalten. Unsere natürlichen Triebe und Sehnsüchte sowie unsere Neugierde auf das Ungewöhnliche oder Unbekannte treiben uns aber an, Wagnisse einzugehen.

Erotische Wagnisse kann man einschätzen. Je weniger Personen beteiligt sind und je mehr man den Beteiligten vertrauen kann, umso sicherer ist der Versuch. Der eigentliche Risikofaktor sind wir selbst. Ja, es könnte nicht so lustvoll sein wie gedacht. Und ja, wir könnten versagen. Aber wäre das wirklich so schlimm?

Das meist, wodurch Menschen zu Ruhm und Ehre gekommen sind, haben sie aufgrund von Wagnissen erreicht. Und falls sie zu sinnlicher Freude, mitreißender Lust oder erotischen Genüssen gekommen sind, haben sie erreicht, indem sie sich selbst auf Wagnisse eingelassen haben. Und etwas will ich euch noch mitgeben: Die Menschen um euch herum reden über euch, egal, was ihr tut. Mal seid ihr zur prüde, mal zu geil. Mal lachen sie über euch, weil ihr zögert, und mal sind sie schadenfroh, wenn ihr „auf die Nase fallt“.

Und jetzt? Was tut ihr?

Bild: bedauerlicherweise ist mir der Autor unbekannt.

Das Ungewöhnliche in Dir

Was, wenn das Undenkbare in dir aufblitzt?
In dir steckt das Gewöhnliche wie das Ungewöhnliche. Man muss kein Psychotherapeut sein, um zu wissen, dass alles, was du an Gedanken zulässt, nur die Spitze eines Eisbergs ist. Du kontrollierst dich selbst. Deine Umgebung kontrolliert dich. Dein Leben fällt dir leichter, wenn du unauffällig bist.

Und doch muss ich dich fragen: Was machst du, wenn das Undenkbare dich berührt? Wenn Gedanken in dir aufkeimen, die du zugleich fürchtest und liebst?

Es gibt kaum etwas „Undenkbares“ in der Liebe unter Erwachsenen. Die Gedanken schwimmen in uns wie die Fische im Meer. Wenn wir ihnen nicht begegnen wollen, weichen wir ihnen aus. Und wenn wir es doch wollen?

Und du weißt, wer du bist?

Du glaubst, zu wissen, wer du bist. Jeder glaubt es, die Wissenden wie die Unwissenden, die Ehrlichen wie die Falschmünzer.

Doch wer bist du, wenn dich das Undenkbare in dir berührt oder gar überfällt? Lässt du es zu? Gibst du dich dem hin, was an deiner Seele zerrt? Oder wirst du hart wie Marmor und wehrst alles ab, weil du fürchtest, was hinter den Mauern deiner Wohlanständigkeit liegt?

Hier folgt kein Rat. Aber nachdenken könntest du schon mal darüber, oder?

(Nach einigen Gedanken von Adrienne Maree Brown)

Die Causa DFG – Kritik an den Wissenschaften unerwünscht?

Nachdenken ist jedem gestattet
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zofft sich gegenwärtig mit Dieter Nuhr, der für sie nicht als Kabarettist, sondern als Bürger ein bestelltes Statement abgegeben hat – sozusagen eine kritische Laudatio.

Offensichtlich auf Druck einiger Kommentatoren wurde der Beitrag gelöscht. Nuhr hatte offenkundig nicht gesagt, was die Kommentatoren gerne lesen würden, obgleich alles, was er gesagt hat, sinnvoll und hilfreich ist, um Wissenschaft zu verstehen.

In meinem Leben als kritischem Journalisten, der sich auch gerne mit Wissenschaftlern zofft, weiß ich, wie empfindlich manche der sogeannten Fachleute sind. Die Aussage „was wollen sie Laienwürstchen eigentlich hier?“ stammt zwar noch aus den 1980er-Jahren, aber die latente Arroganz kam auch später in einigen Kommentaren zum Ausdruck, als ich zu bloggen begann.

Wissenschaft muss sich der Kritik stellen - sie ist keine Religion

Und deshalb die klare Ansage: Journalisten haben das Recht und die Pflicht, Wissenschaftler kritisch zu hinterfragen, und sie sollten dies viel häufiger tun. Es geht dabei nicht um einen Konflikt zwischen der reinen Wahrheit und einigen versponnenen Leugnern – sondern darum, angebliche Wahrheiten in einem neuen Licht zu betrachten, in dem sie kläglich verblassen oder aufs Neue zu leuchten beginnen.

Dies sind meine Worte an die Wissenschaft: Wir als Bürger und Journalisten sind keine Gläubigen, die den Worten lauschen, die von der Kanzel gepredigt werden und hinter denen wir ewige Wahrheiten vermuten müssen. Wir haben Vergleiche. Wir haben die Möglichkeit der logischen Überprüfung. Und wir haben ein Leben, in dem wir gleichfalls Erkenntnisse sammeln konnten. Wir glauben nicht an euch – wir denken parallel zu dem, was ihr denkt. Wir können irren, so wie ihr auch irren könnt.