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Telefonsex - damals ...

Mit zwei Frauen? Kein Problem ...
Telefonsex mit einer Dame in der Ferne, ganz ohne Video? Das war einmal „ganz normal“, und geworben wird damit bis heute. Diese Werbung stammt von ca. 1985 - gerade mal 35 Jahre her. Wir haben die Texte und die Telefonnummern entfernt.

Warum dein Rat vielleicht nicht gut ist - und wie du es besser machen kannst

Lösungen sind gefragt
Warum dein Rat vielleicht nicht gut ist – und meiner vielleicht auch nicht, doch als „gelernter“ Problemlöser glaube ich etwas davon zu verstehen. (1)

Ich brauche deinen Rat – aber wozu?

„Ich benötige deinen Rat“ – dieser Satz begeistert alle Menschen, die gerne helfen. Allerdings ist „helfen“ oft nicht hilfreich, wie einst Michael Lukas Möller schrieb, den ich persönlich kannte.

Glaubt mir: die meisten Menschen, die gelegentlich Rat suchen, wollen in Wahrheit entweder „nur reden“ oder sich eine vorgefasste Meinung bestätigen lassen.

Wenn wir diese aussieben, bleiben einige, die ehrlich und wahrhaftig nach einer Lösung ihrer Probleme suchen.

Lösungen aus dem Katalog – wie beim Helpdesk?

Und schon sind wir mitten im Thema: Einen Rat zu geben, bedeutet nicht, aus allen Lösungen, die bereits in unseren Köpfen vorhanden sind, eine auszusuchen. Das machen - leider – die angelernten Hilfskräfte in Hotlines oder Maschinen, die an ihre Stelle gesetzt werden. Der Rat muss vielmehr genau auf das individuelle Problem passen.

Nun kommt die zweite Hürde: Dazu müssen wir das Problem kennen – und analysieren. Genau das können wir aber nicht immer, weil wir dazu den Ratsuchenden brauchen, der sehr viele Fragen vorab beantworten kann, die hilfreich sind.

Dies verwirrt den Ratsuchenden, denn zumeist erwartet er, von uns die Lösung präsentiert zu bekommen – er glaubt nicht, dass er sie nur mit unserer Hilfe erarbeiten kann.

Die Schwierigkeiten, ehrlich zu beraten und die Lösungen

Michael Bungay Stanier sagt uns:

Die erste Schwierigkeit bei der Beratung besteht darin, dass wir häufig das falsche Problem lösen. Wir werden verführt zu denken, dass die erste Herausforderung, die wir wahrnehmen, die eigentliche Herausforderung ist, (… der wir uns stellen müssen) … - aber das ist sie fast nie.

Wie können wir nun wirklich Probleme lösen?

Als Ratsuchende(r): Schildere dein Problem ausführlich, und beantworte alle Fragen gewissenhaft, die man dir dazu stellt. Wenn du aufgefordert wirst, dies schriftlich zu tun, dann folge dem Berater. Ein gutes Problemlösungskonzept ist abhängig davon, dass viele (und die richtigen) welche Fragen gestellt werden – und du sie auch beantwortest. Dazu kann ich persönlich noch ergänzen: Die meisten Probleme stehen in Verbindung mit der Furcht, sich selbst zu verändern. Salopp ausgedrückt: „Deine Lage ist mies, aber sie ist dir bekannt – jede andere Lage erscheint dir gefährlich, weil sie unbekannt ist.“ Zur Beruhigung für dich: einige Probleme sind wirklich einfach zu lösen. Sie lösen sich zum Beispiel, indem du sie niederschreibst.

Als Ratgeber: Jeder von uns ist einer Art Schlaumeier, der immer die gleichen Sätze formulieren wird. Irgendwann hat man „alle Probleme gehört“, und holt dann „Lösung 17“ aus dem Zettelkasten. Das mag gelegentlich hilfreich sein, nützt aber der Person nichts, die ernsthaft nach individuellen Lösungen sucht.

Ich zitiere hier noch einmal Michael Bungay Stanier in Kurzfassung – die Zitate geben genau das wieder, was Problemlöser erlernt haben – oder eben nicht.

Die erste Frage lautet: „Was ist hier die eigentliche Herausforderung für mich?“" (oder auch) … (wie findet man gemeinsam) das wirklich wichtige Problem …
Die zweite Frage lautet: "Und was noch?" Dies wird dir helfen, bei allen Fragen, die du stellst, tiefer und weiter zu gehen.
Die dritte Frage ist eine schwierige Frage, aber sie sehr wichtig: „Was willst du?“ Wenn einer Person klar wird, was sie will, wird dies zu ihrer Lösungsgrundlage.

Was du über Probleme wissen kannst

Wer Probleme hat und damit zu dir kommt, hat keine Lösungen mehr. Es ist sehr einfach, ihm die Lösungen schnell und unkompliziert hin zu reichen, aber es hilft selten. Aber „keine Lösungen mehr zu haben“ ist seine eigentliche Schwierigkeit, . Also solltest du ihm helfen, seine Lösungen selbst zu finden -das hilft ihm.

(1) Hinweis: Ich persönlich bin nicht mehr auf diesem Gebiet tätig und hege daher keine kommerziellen Interessen. Diesbezügliche Anfragen sind zwecklos.

Warum müssen Menschen „Sex lernen“?

Genussvolle Lektion
Warum müssen Menschen „Sex lernen“, und wie sagt man jemandem, was man von ihr/ihm will?

Sex ist natürlich, aber ... die Sexualität der Menschen ist weiter gefächert als bei den meisten Säugetieren und Primaten. Das mag einerseits an unseren Fantasien liegen, besonders an der, die manche als „schmutzige Fantasien“ bezeichnen, andererseits aber auch an der Möglichkeit, Sexualität ständig herbeizurufen und auszuführen - da sind Varianten gefragt.

Neben den Möglichkeiten spielen die Fertigkeiten oder erotischen Künste eine große Rolle. Dazu meint die Kulturwissenschaftlerin Beate Absalon:

Sexualität kann schnell zu einem Projekt werden und als etwas begriffen werden, dass man beherrschen und optimieren kann.

Lust schenken und schenken lassen - nicht ganz so einfach

Das ist die eine Seite - zu erlernen, wie man Lust schenkt und welche Lüste man am liebsten vom anderen als Geschenk bekommen würde. Mir gefällt der Ausdruck „Geschenk“ besonders gut - denn viel zu viele Frauen und Männer hausieren mittlerweile mit ihren „Ansprüchen“. Das führt dazu, Sex zu konsumieren, und kaum jemand will ständig der willfährige Lieferant für Orgasmen sein - weder Frauen noch Männer.

Die andere Frage, mit der sich Liebende, Autoren und Wissenschaftler häufig beschäftigen, ist die Sprache: „Wie sage ich eigentlich der anderen, dem anderen oder wem auch immer, wonach ich lechze?“ Was darf ich sagen, ohne „anzuecken“? Oder für Autorinnen/Autoren: Wie würde meine Figur den Satz sagen, der mir im Kopf herumgeht?

Schriftsteller(innen) im Zwiespalt: Zu vögeln oder nicht zu vögeln?

Besonder Autorinnen zögen oft: Was ist schon zu pornografisch? Was noch nicht? Aber wenn es zu „seicht“ ist, trifft es dann die Sprache meiner Figur? Und für den Rest der Welt gilt: Latein? Anatomisch? Verniedlichend? Verschleiernd? Humorvoll?

Ein Beispiel: Wenn wir hier oftmals das Wort „vögeln“ verwenden, dann zucken die Edelmütigen zusammen, die dazu „Sex haben“ sagen oder gar noch „miteinander ins Bett gehen“. In Wahrheit deckte „vögeln“ aber alles ab, was bei „gewöhnlichem Sex“ praktiziert wird.

Es stimmt schon - fast allen fehlt die „eindeutige“ Sprache, über Sex zu sprechen.

Und was ergibt sich daraus?

„Sex zu lernen“ ist wichtig, aber unsere Wünsche in Sprache umzusetzen ist ebenso wichtig - wir können unsere Partner(innen) nicht einfach mit unseren Wünschen überfallen.

Und ihr?

Habt ihr irgendwelche Vorschläge? Seid ihr Autorinnen/Autoren?

Wie sagt/schreibt ihr den Vorgang „es“ zu tun? „Es“ war übrigens lange Zeit ebenfalls eine Verschleierung für „vögeln“.

Bild: Nachkolorierte Zeichnung, Anonym, vermutlich zwanziger Jahre

Was willst du mit einem Bad Boy?

Wenn Frauen einen „Bad Boy“ suchen, dann wollen sie „etwas absolut heißes im Bett“. Dass der Kerle dann nicht viel taugt, ist klar, macht aber zuerst nichts - später kann man ja der Freundin die Ohren vollweinen, was für ein Schuft der Kerl war.

Die „bösen Jungs“, so heißt es, sind Nonkonformisten. In Wirklichkeit sch... sie darauf, was andere denken. Und sie verachten dich, wenn du nicht mit ihnen vögeln - und noch mehr, wenn du's doch getan hast...

Klar versuchen manche von euch trotzdem, einen "Bad Boy" zu ergattern. Die Formel ist:

Wer gefährlich ist, wird dadurch umso heißer, und dass der Bad Boy nichts taugt, macht mich noch mehr an.
Wenn er mit dir gevögelt hat, kannst du später damit prahlen - jedenfalls, wenn deine Freundinnen emotional und intellektuell etwas unterbelichtet sind.

Und was fand ich jetzt? Fünf Tricks, wie du einen „Bad Boy“ gewinnst.

Na, wenn du dich absolut ruinieren willst, bitte.

Die Krise - Singles ohne Körperkontakte?

Verlockung Cam Girl?
Wer „notgeil“ ist (das gibt’s mittlerweile auch bei Frauen) kannte in der Vergangenheit Plätze, an denen dies Problem behebbar war. Oder er/sie hatte da „so eine App“, mit der man schnell jemanden „in der Umgebung“ finden konnte. Schließlich gab es für Frauen und Männer mit exklusiverem Geschmack noch die seriösen „Casual Dating-Seiten“, da ging’s zwar nicht ganz so fix, aber eben doch noch zügig, bis Frau und Mann aneinander aufeinander oder ineinander kamen.

Professionelle Sex-Arbeiter(innen): Tote Hose?

Jetzt geht – gar nichts mehr? Und was ist mit all den „Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern“, die in der allergrößten Not „zu Diensten“ waren? Ein Teil von ihnen soll angeblich virtuellen Sex verkaufen – aber das geht nur begrenzt, denn ein Cam-Girl muss öffentlich das Gesicht zeigen. Das ist mancher Frau definitiv peinlicher als ihre Vulva vorzuzeigen. Und überhaupt: Ist lustvolles Flüstern per Bildschirm überhaupt das Gleiche wie dem Lover im Hotelzimmer dieselben Worte ins Ohr zu hauchen? Die Wahrheit ist bitter - lest nach im "Standard".

Gute Ratschläge ohne Wirksamkeit?
Begierde mit Abstand
Wir haben dutzende „guter Ratschläge“ gesehen, wie Singles mit der gegenwärtigen Sex-Not umgehen und auch, wie die Dienstleistungs-Anbieter versuchen, dennoch „über die Runden“ zu kommen. Was die Singles betrifft, sind dies ausschließlich „Durchhalteparolen“, die nicht den Strom wert sind, die der Computer dabei verbraucht. Sex-Arbeiterinnen, die üblicherweise „recht klamm“ sind, versuchen sich inzwischen als Cam-Girl. Manche verkaufen auf zweifelhaften Portalen Kleidungsstücke, Sex Fotos oder „home made“ Porno-Videos – dazu benötigen sie aber eine solide Fan-Base, und die wächst auch nicht von heute auf morgen. haben da mal nachgeschaut und glauben danach kaum noch, dass dort als „Sex-Profi“ ohne „Online-Fans“ viel Geld zu machen ist.

Singles ohne Hoffnung auf Zweisamkeit?

In Krisenzeiten denken die Krisenmanager vor allem an diejenigen, die ihnen nahestehen: Familien. Man weiß: dort ist die Reservearmee des Gutmenschentums, oder die „Subsidiarität“. Die Familie stützt, fängt au und übernimmt die Aufgaben, die eigentlich der Staat erfüllen sollte. Ob gerne oder nicht – das fragt kaum jemand.

Ja, toll – die Gutmenschen freut es sichtlich, wenn sie sehen, wie unsere Gesellschaft wieder ins 19. Jahrhundert abdriftet. „Eia, Popeia, was raschelt im Stroh …“

Und die Singles? Sie sind offensichtlich nicht „als solche“ systemrelevant. Sie darben, frusten, vereinsamen … und werden zornig. Und dabei ist nicht einmal ein Ende abzusehen, außer man glaubt den dummen Sprüchen von „Video Dating“ oder „Treffen im Park auf Distanz“.

Vorläufig scheint es keine Lösungen zu geben, ja, man denkt nicht einmal darüber nach. Es scheint, als würden Single in den Überlegungen der gegenwärtigen, familienzentrierten Politik gar nicht vorkommen. Und unsere Demoskopen erzählen uns ständig, alle wären so schrecklich zufrieden damit, sich selbst wegzusperren.

Wie es weitergehen soll? Ich weiß es nicht – aber ich befürchte, dass niemand glücklich wird, wenn er keine Hoffnung auf echte Zweisamkeit hat.

Bilder: Oben Cam-Girl, aus einer Werbung für Cam-Chats.
Mitte: Nach einer historischen Zeichnung, unbekannter Künstler.