Skip to content
Werbung Email:

Können Sex-Bloggerinnen monogam sein?

Selbst erdacht, aber selten selbst gemacht
Die Frage ist richtig lustig, wenn ich’s mal von der Seite der professionellen Redakteurin sehe. Unsere Leser glauben ja immer, wir würden von uns als Person schreiben, wenn wir Themen aufgreifen.

Klar – du musst offen und tolerant sein, wenn du über Sex schreiben willst. Besser ist noch, wenn du Sex als überwiegend positiv ansiehst und du keine Berührungsängste hast. Die haben übrigens ziemlich viele Schriftsteller(innen) und deshalb liest sich‘s oft so, als hätten ihre Finger Angst, die Tastatur zu berühren, wenn es „ums Eingemachte“ geht. Ich sag immer: Wenn du’s nicht körperlich spüren kannst, was du beschreibst, dann lass es besser bleiben.

In Wahrheit schreibst du als Bloggerin gar nicht über Sex, sondern du gibst dem eine Form, worüber andere reden, chatten und sich in Foren auslassen. Dazu gehört insbesondere, tolerant gegenüber Masturbation zu sein, aber auch gegenüber Sex in Gruppen. Du kannst über Blümchensex schreiben (wenn es jemanden interessiert) oder über die Erfahrung mit Schmerzgrenzen (was mit Sicherheit mehr Leser(innen) anlockt). Und du kannst über lustvolle Sexsucht ebenso schreiben wie über die Gefühle, berührt zu werden, ohne Sex schenken zu können.

Es gibt Bloggerinnen, die ihr Liebesleben öffentlich beschreiben, und ich habe manchmal meinen Zweifel, ob sie die Wahrheit sagen … und außerdem frage ich mich, warum sie dies tun.

Es mag wohl sein, dass unser Sexleben immer wieder mal ein bisschen einfließt in unsere Texte – aber wesentlich stärker fließen Impulse ein, die wir aus der Fantasie, aus Berichten anderer oder aus Foren schöpfen. Der Grund ist einfach: Das Liebesleben von Autorinnen und Autoren ist überwiegend simpel – wie dies fast bei jedem Menschen der Fall ist. Es würde nicht reichen, um Bücher zu füllen oder täglich einen Artikel zu schreiben.

Und weil das alles so ist, können Sex-Blogger(innen) entweder mit niemandem oder mit einer Person oder auch mal mit mehreren die Lust teilen – es ist völlig unbedeutend.

Lesen Sie hier, was eine andere Autorin dazu meint: (Englisch) Bidl nach einer Illustration aus dem Jahr 1913

Was macht eigentlich eine gute Verführerin?

Verführung durch Körpersprache - hier recht deutlich
Es gibt viele Gerüchte darüber, wie eine Verführerin sein muss. Die Geschichte kennt sie als „Femme fatale“, also als männermordendes Ungeheuer oder mysteriöse Gehirnwäscherin, als Blutsaugerin oder was man sonst noch Schlechtes sagen könnte.

Alles Unsinn … das ist sie nicht. Eine gute Verführerin ist nichts mehr als eine kontaktfreudige, dialogbereite, oft spielerisch veranlagte Frau, die sich mit den männlichen Wünschen ebenso gut auskennt wie mit den eigenen Fähigkeiten, sie zu erfüllen.

Sie ist idealerweise –

- Offen und authentisch.
- Beherrscht die Körpersprache aktiv und passiv.
- Selbstbewusst und durchsetzungsstark.
- Unmissverständlich sinnlich.
- Und absolut feminin, auch wenn sie dominant ist.

Wenn du den Beweis brauchst: Versuche bitte mal, auf keinen Fall eine Verführerin zu sein. Kleide dich entsprechend, stelle deine Körpersprache darauf ein, sei schroff und maskulin. Du wirst merken: Das strengt unheimlich an. Menschen werden dich belächeln. Du musst Erklärungen dazu abgegeben.

Es gibt Naturtalente unter den Verführerinnen, die jeden Mann in jeder beliebigen Situation aus dem Stand verführen können – nun ja, fast jeden. Aber das ist nicht die Regel. Denn obwohl fast alle Frauen die Grundlagen der Verführung kennen, schämen sich doch viele, aktiv zu verführen. Es ist – wie so oft – diese falsche, schädliche Scham, die Frauen hindert, den ersten Schritt zu tun und sich zu holen, was sie wirklich wollen.

Gute Verführerinnen haben normalerweise mit der Methode Versuch-und-Irrtum begonnen, denn es gibt kaum „Lehrerinnen“, es sei denn, du hättet seien gute Freundin gehabt, die dir einmal gezeigt hat, wie es geht.

Der Prototyp der Verführerin in vergangenen Zeiten

Manche Frauen denken, Verführerinnen seien schöne, schlanke Püppchen, auf die alle Männer fliegen würden. Das ist ziemlich dumm. Eine Verführerin strahlt nicht Schönheit aus, sondern Lust. Andere denken, Verführerinnen würden sich den Männern anbieten wie Huren. Auch ganz falsch: Verführerinnen treten Männern mit großer Selbstverständlichkeit gegenüber. Sie wissen ja, wer sie sind und was sie können.

Und wie ist es mit dem vampirhaften „Aussaugen“ der Gefühle? Mit der Abhängigkeit, in die Männer angeblich durch Verführerinnen getrieben werden?

Es gibt sie, aber sie sind Exoten. Eine normale Verführerin hat kein Interesse, jemanden abhängig zumachen, weil sie dieser Umstand sie ja auch selbst abhängig macht. Vielleicht erhofft sie sich gewisse Vorteile – vielleicht erwartet sie, beschenkt zu werden. Doch meisten ist es die Freude, die Männer haben zu können, die sie wirklich will, und ansonsten ihr Leben zu genießen. Und natürlich amüsiert es sie gelegentlich klammheimlich, dass sie Männer zu etwas verführt hat, was diese stets abgelehnt haben.

Und du als Verführerin? Sieh einfach mal in den Spiegel, und versuche, immer aufmerksam und sexy auszusehen. Das hilft.

Bilder: oben; Standbild aus einem unbekannten Film; unten: "Snappy", 1937.

Sexuelle Wünsche – erfühlen statt erfüllen?

Manches ist in der Fantasie schöner als in der Realität
Das Hauptproblem bei der Erfüllung erotischer oder konkreter sexueller Wünsche ist die Angst, darüber zu sprechen, sei es mit dem Partner oder mit irgendjemandem sonst.

Was kannst du tun, wenn du solche Wünsche hast? Oder auch nur, wenn du solche Wünsche in eine Kurzgeschichte oder ein Buch einbinden willst?

Ich will euch zehn Möglichkeiten zeigen, mit ungewöhnlichen erotischen Wünschen umzugehen.

Die zehn Wege, sich eine seltsame Lust zu erfüllen.

1. Fantasieren ist sinnvoll. Natürlich nicht nur, wenn es um erotische Wünsche geht, sondern bei jeder Idee, die du vielleicht einmal umsetzen willst.
2. Wenn du dich traust, schreib’s auf. Es ist immer eine gute Idee, die Möglichkeiten schwarz auf weiß vor sich zu sehen – das verfestigt die Idee und macht sie realistischer.
3. Ja, wenn du kannst, dann rede mit jemandem darüber. Mit Frauen und Männern, mit Hetero- und Homosexuellen. Auch, wenn du niemals schreibst: Behaupte einfach, du wolltest darüber schreiben und suchst nach Informationen.
4. Lies Foren. Je harmloser sie sind, umso wahrscheinlicher wird dort die Wahrheit gesagt. Heute findest du in Frauen- oder Medizinforen alles – auch Erotik, die hart an der Grenze liegt.
5. Versuche, dein Wissen aus Büchern zu vertiefen. Manchmal ist es schwer, ein glaubwürdiges Buch über Sex, Erotik, Fetische und Ähnliches zu finden. Du erkennst diese Bücher daran, dass sie keine Perfektion vermitteln wollen.
6. Lies Schilderungen und Kurzgeschichten. Sie informieren manchmal ganz gut über die sexuellen Praktiken, die du anstrebst. Die meisten sind leider sehr unrealistisch und schlecht geschrieben. Finde die heraus, in denen Gefühle genauer beschrieben werden.
7. Visuelle Pornografie hilft. Ja, sie ist meist unrealistisch, aber sie zeigt dir dennoch, was geht und was nicht. Echter Sex und andere Praktiken sind wesentlich schmutziger und weniger elegant. Und sie und funktionieren nicht auf Anhieb so doll wie im Film.
8. Stell dich neben dich und frage dich: Wenn ich die Lust ausleben wollte, von der ich träume, wie wäre ich dann? Willst du diese Person sein oder nur spielen?
9. Sei für einen Moment dein Partner. Versuche, dich in die Person hineinzuversetzen, die du als Partner brauchst. Was wird sie denken und fühlen?
10. Mach es einfach, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Weihe eine gute Freundin oder einen guten Freund in deine Wünsche ein, und bitte sie (ihn) etwas mit dir auszuprobieren. Klappt am besten bei Fetischen und SM, weniger bei Vanille-Sexpraktiken.

Wenn du dies alles tust (oder einen Teil davon), dann weißt du ein bisschen mehr über deine Gefühle, die du bei den neuen Praktiken empfinden könntest – und vielleicht bekommst du schon eine Vorstellung, wie sie sich wirklich anfühlen könnten. Solltest du wirklich eine Autorin sein, ist unerlässlich, alle Punkte zu beherzigen.

Dominanz

Freude an der Dominanz? Dann mach weiter!
Wenn du deinem Freund einen Dienst erweist, den er als “dominant” empfindet, kann es sein, dass du dich selbst überhaupt nicht als dominant erlebst. Du bist dann vielleicht seine liebe Freundin, die ihm eine Gefälligkeit erweist. Das heißt: Du spielst die Domina, damit er Freude daran hat. Nun kann’s sein, dass es dir nach und nach Freude bereitet – wer weiß das schon. Aber wenn du keine Lust dazu hast, Macht auszuüben und auszuprobieren, wie weit du gehen kannst – dann verpufft die Freude daran, ihm „mit Dominanz zu dienen“ ganz schnell.

Wenn du deine Dominanz verinnerlichen kannst – dann mach weiter.

Bi ist bi. Punkt.

Frauen können zwar von der Öffentlichkeit unbehelligt „bi“ sein, aber keiner kann in Frieden leben, wenn es den bösen Nachbarn (oder Nachbarinnen) nicht gefällt. Und Bi-Phobie ist offensichtlich in „Queer“-Gruppen verbreiterter als unter Hetero-Frauen.

Im Girlyjuice-Blog wird dies in einem Gedicht beschrieben.

Wer sich näher informieren will, der sollte den aufschlussreichen Artikel von Anna Pulley aus dem Jahr 2013 lesen. Einen etwas neueren, ebenfalls sehr ausführlichen Artikel findet ihr in der „Huffington Post“ (2016 von Maria Burnham).