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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Die üblichen erotischen Fantasien - und die weniger üblichen

Sind Fantasien über Nacktheit noch populär?
Das, worüber wir fantasieren, ist das, was wir nicht haben. Das lässt sich weiter ausführen, indem wir sagen: Wir fantasieren über erotische Erlebnisse, die uns innerlich bedrängen, die wir aber im wahren Leben nicht verwirklichen können. Teils sind es Fantasien, die uns zugleich befremden und erregen, und zu einem anderen solche, die uns soweit „ins Abseits“ stellen würden, dass uns selbst wohlmeinende Freunde meiden würden.

Was wissen wir über die geheimen Lüste?

Zunächst wissen wir heute, dass die Fantasien von Frauen und Männern durchaus ähnlich sind. Der Unterschied besteht vor allem darin, dass die Lüste der Männer breiter gefächert sind als jene der Frauen. Sodann ergibt sich, dass Frauen viel häufiger über aktive Dominanz fantasierten als angenommen, während Männer sich häufiger in der Rolle der Unterwerfung sahen, als erwartet wurde.

Eine Beobachtung der Forscher folgend, rechneten Frauen aber nicht damit, dass sie ihre Fantasien in die Tat umsetzen würden. Die Männer hingegen suchten zumindest nach Wegen, einige ihrer Wünsche zu verwirklichen.

Kuscheln und Lüste mit Vanillesoße

Welche Fantasien sind wirklich häufig wie Gänseblümchen? Beginnen wir einmal mit den Vanille-Erfahrungen: Blümchensex mit einem vorhandenen Partner oder einem Fremden. Die Befragten schwankten dabei zwar zwischen Kuschelromantik und Abenteuer, doch letztlich ergab sich eine Mehrheit für die Romantik, gefolgt vom Abenteuer mit Fremden und der Lust an gegenseitiger Masturbation. Die Antworten von Frauen und Männer lagen dabei in einem Bereich von „mehr als zwei Drittel“ bis hin zu 90 Prozent.

Mundverkehr – keine Einbahnstraße

Orale Fantasien sind orale Verlockungen
Eine der Überraschungen ergab sich bei der Abfrage von oralen Kontakten, sei es Cunnilingus und Fellatio in der Kombination oder separat. Generell fantasierten Frauen wie auch Männer darüber häufig. Beim gemeinsamen Genuss von Oralkontakten waren es über 75 Prozent, während nahezu 80 Prozent angaben, in ihren Träumen Cunnilingus zu geben. Davon, Fellatio zu geben, träumten immerhin noch fast drei Viertel der Frauen. Männer, die in ihren Fantasien Fellatio gaben und Frauen, die den Cunnilingus aktiv vollziehen wollten, landeten immerhin noch im Bereich zwischen einem Viertel und einem Drittel.

Haremsgedanken und Damenwahl

Was sich bei Oralkontakten zeigte, wiederholte sich bei den Triolen und Orgien. Die Männer führten dabei mit 84 Prozent, soweit nach „Triolen mit zwei Frauen“ gefragt wurden, und sie folgten auch dem Prinzip: „Je größer der Harem, umso mehr will ich der Pascha“ sein (75 Prozent). Doch bereits, wenn man Männer befragte, ob sie in der Fantasie an einer gemischten Gruppe mit mehr als drei Personen teilnehmen würden, sackte der Anteil auf 16 Prozent. Die Frauen dachten ganz anders. Mehr als die Hälfte fand diese Fantasie erregend – der Grund dafür könnte sein, dass es für Frauen attraktiv ist, aus einer Gruppe von Männern wählen zu können.

Lechzen nach Unterwerfung und roten Gesäßen

Sinnliche Dominanz ist ausgesprochen häufig in der Fantasie

Ein Anzeichen für den Wandel der Geschlechterrollen sahen viele Beobachter in den Zahlen, die man über Domination und Submission gewinnen konnte. Sowohl Frauen wie auch Männer erregte die Fantasie, Macht über ihre Partner(innen) auszuüben, und auch die Lust, diese Macht zu spüren, lag bei beiden Geschlechtern über 50 Prozent. Dabei waren durchaus unterschiedliche Empfindungen im Spiel, zum Beispiel wurden passive Fesselungsgelüste häufiger genannt als aktive. Und mit Schlägen nach Art des Herrn Grey und der Frau Anastasia konnten sich deutlich weniger Frauen und Männern anfreunden. Immerhin lagen die Zahlen auch hier noch im Bereich von einem Drittel der Befragten. Hier zeigten sich auch deutlichere Unterschiede zwischen Frauen und Männern: Davon, Frauen zu züchtigen, träumten fast 44 Prozent der Männer, aber nur etwa 24 Prozent der Frauen erregten sich in der Fantasie dadurch, Männer zu züchtigen.

Auf der anderen Seite des Zauns

Das gleiche Geschlecht - sanfte Realität, heftige Fantasie
Aus verschiedenen Studien geht inzwischen hervor, dass die Lust am eignen Geschlecht verbreiteter ist, als man zuvor annahm. Zumindest für Frauen wurde dies wissenschaftlich erhärtet, sodass es kaum verwundet, wovon Frauen träumen. Mehr als ein Drittel der Befragten Frauen grasen in ihren Fantasien auf der anderen Seite des Zauns. Männer sind zurückhaltender, aber unter den 20 Prozent, die entsprechende Gelüst zugaben, waren sicherlich auch heterosexuelle Männer.

Und alles andere?

Einige der sinnlichen Träume, zum Beispiel, Menschen nackt zu sehen, oder sich anderen nackt zu zeigen, haben wir ignoriert. Zudem fanden wir zu wenig eindeutige Daten über anale Lüste heterosexueller Frauen und Männer. Fetische oder fetischistische Aktivitäten waren für meine Begriffe nicht ausreichend spezifiziert, ebenso wie die unterschiedlichen Arten der erotischen Unterwerfung. Wir fanden, dass erotische Flexibilität offenbar in den Träumen zunimmt, während sie in der Realität weitgehend geleugnet oder aus sozialen Gründen nicht praktiziert wird.

Findet ihr euch in diesen Träumen wieder?

Um sich dessen bewusst zu werden, ist nötig, gewisse Schranken des Alltagsdenkens zu durchbrechen. Was vorstellbar ist, offenbart sich nur für diejenigen, die sich in eine Situation vertiefen könnte, nicht für diejenigen, die an der Oberfläche ihrer Gedankensuppe Buchstaben zu finden hoffen. Und in diesem Sinne: Taucht ruhig einmal ab in eure Traumwelten, so wie Millionen andere Menschen auch.

Quellen: Wir nutzen mehrere Quellen. Einige befinden sich in im Archiv der Liebeszeitung - sie gelten als besonders zuverlässig. Andere finden sich in der Fachliteratur und in psychologischen Zeitschriften, zum Beispiel in "Psychology Today" Auch populärwissenschaftliche Publikationen wie diese sind gelegentlich hilfreich.

Nach Lust und Schlägen lechzen - wie geht das zusammen?

Die literarische Mär: Reife Dame in sinnlicher Bekleidung züchtigt jungen Mann
Die Ära der „häuslichen Disziplin“ liegt schon lange zurück. Wer in seiner Kindheit noch einen „Hinternvoll“ auf den „Blanken“ bekommen hat, bezieht inzwischen wahrscheinlich Rente. Selbst im Vereinigten Königreich, wo Schülerinnen und Schüler noch damit rechnen mussten, dass im Rahmen der Schuldisziplin eine „körperliche Züchtigung“ vollzogen wurde, war damit 1987 endlich Schluss (1). Und seither wurden auch notorische „Wiederholungstäter“ nicht mehr mit den gefürchtete „Six oft the best“ (2) bestraft, die mit dem Rohrstock vollzogen wurden.

Die Suche nach den Ursachen - ungelöst

Jahrzehntelang hatte man befürchtet, dass körperliche Schläge zu einer erheblichen Störung der Psyche führen würde, und in der Tat konnte man dies unschwer an verhaltensgestörten Jugendlichen nachweisen. Doch eine Frage blieb unbeantwortet: Warum erregten manche jungen Frauen und Männer die Schläge auf das Gesäß sexuell? Wie kam es zustande, dass sie begierig auf Schläge wurden, so sehr, dass sie sich förmlich danach drängten, jemandem das Gesäß zu präsentieren, um lustvoll geschlagen zu werden?

Um es vorwegzunehmen: Eine glaubwürdige Antwort darauf steht noch aus. Von dem Begriff „passive Algolagnie“ bis zum modernen Wort „Masochismus“ ist die Literatur zwar voller Erklärungen. Doch eine eindeutige Ursache konnte aus der Sicht der Psychologie und der Psychiatrie nicht gefunden werden. (3)

Die Freudianer verweisen auf die Kindheit

Aus der Psychotherapie hören wir, dass diese Frauen und Männer in ihren frühen Jahren körperlich geschlagen oder psychisch gedemütigt wurden. Obgleich diese These auch heute noch recht häufig vertreten wird, gilt sie als widerlegt, denn es erwies sich als unmöglich, dafür den Beweis anzutreten. Verdächtigt wurden aus psychiatrischer wie auch aus psychologischer Sicht einerseits „negative Einstellungen gegenüber der Mutter“ und Störungen in der „analen Phase“, die eine Verbindung von Lust und Schmerz ermöglichten. Körperliche Züchtigungen wurden seltener erwähnt, gelten aber, gelten aber in populärwissenschaftlichen Berichten weiterhin als Ursache für die Schmerzlust.

Die Pubertät – Doppelbindungen im Strudel der Sinne?

Den sadomasochistischen Helden und Antihelden in der Literatur wird oft unterstellt, dass ihre Prägung durch Erlebnisse im Jugendalter entstand. (3) Beschrieben wird oftmals, dass die Jünglinge oder auch die jungen Frauen weit nach Eintritt der Pubertät gezüchtigt wurden. Wenn es sich um junge Männer handelte, so würden sie sich während des Körperkontakts zur strafenden (weiblichen) Person erregen – und gegebenenfalls gar ejakulieren. Als Verursacher kommen Gouvernanten oder entfernte weibliche Verwandte infrage, vorzugsweise Tanten oder Cousinen. Angenommen wird, dass die jungen Männer dabei eine Doppelbindung an die Sinnlichkeit und an den Schmerz entwickeln, ähnlich wie bei den pawlowschen Hunden. Für junge Frauen mag dies in gleicher Weise zutreffen, doch fehlen Beweise aus der Literatur und der Realität.

Gedankliche Schmerzlust im Erwachsenenalter

Im Widerspruch zu beiden Theorien steht vor allem, dass viele junge Menschen weder das eine noch das andere erlebt haben. Und dennoch kreisen ihre Fantasien darum, in der Lust den Schmerz zu erleben und im Schmerz die Lust. Wer sich darauf einlässt, benötigt allerdings einen Menschen, der ähnlichen oder gegenteiligen Begierden hingibt. Es scheint sich herauszukristallisieren, dass heterosexuelle Frauen dabei oft gleichgeschlechtliche Begegnungen vorziehen, weil sie Männer für zu brutal und unüberlegt halten. Heterosexuelle Männer hingegen wollen sich ganz bewusst vor Frauen erniedrigen und dabei die Schläge genießen, die sie dabei empfangen.

Einfachere Erklärungen für die Schmerzlust

Die einfachste Erklärung für die Schmerzlust besteht allerdings darin, dass Schläge, die eine flächige Rötung der Haut verursachen, sich auch auf die Durchblutung der Genitalien auswirken. (6) Es scheint zumindest so, als ob dieser Grund im Dschungel der komplizierten Denkweisen untergegangen ist.

Ebenso naheliegend erklärt die Gehirnforschung die Nähe von Lust und Schmerz. (7) Demnach ist ein gemeinsames Zentrum im Gehirn für Lust und Schmerz verantwortlich, und angenommen wird nun, dass sich beide ergänzen.
Eine weitere Erklärung, die zwar psychologisch motiviert ist, aber sehr leicht nachvollzogen werden kann, kommt aus den Kreisen jener Welt, in der „Entspannung durch Schläge“ angeboten wird. Das liest sich textlich so (noch 4):

Viele Männer aus der Mittelschicht … wurden in dem Glauben erzogen, dass Erfolg alles ist. Wir sind dann ständig bemüht, uns diesen Erfolg zusichern – und wir empfinden es daher als Erleichterung, unsere Macht vorübergehend abzugeben.

Für nichts verantwortlich zu sein, nicht ständig „seinen Mann stehen zu müssen“. Die Kontrolle völlig abzugeben und sich nur der strafenden Hand der Partnerin hinzugeben – das scheint die neue Wonne für viele Männer zu sein. Es heißt, dass vor allem solche, mit Macht und Einfluss ausgestattete Männer, die exklusiven Studios dominanter Frauen besuchen.

Die aufkommende Macht der Frauen

Wo wir gerade bei machtvollen Männern sind – unsere Gesellschaft befindet sich in einem ständigen Wandel. Frauen drängen an die Macht und beginnen, diese nach gleichen Regeln auszuüben wie Männer. Und sie erfahren bald, welche Anstrengung damit verbunden ist, Macht auszuüben und Macht zu erhalten. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, wann auch sie nach Möglichkeiten suchen, sich ganz in die Hände einer dominanten Person zu begeben – zeitweilig und ohne Verbindlichkeit.

(1) Informationen im britischen Schulmuseum.
(2) Gemeint sind sechs heftige Schläge auf das Gesäß mit dem gefürchteten "Cane" (Rohrstock).
(3) Auf "Psychotherapeuten"
(4) In zahllosen viktorianischen Schriften, auch in "gehobener Literatur".
(5) Aus der "Spectatorworld" - weitgehend eine sinnreiche Spekulation.
(6) Den Schilderungen von Personen entnommen, die als glaubwürdig gelten.
(7) Aus "wissenschaft.de"

Illustration: Aus "Painful Pleasures", erschienen 1931.

Der Mythos von der perfekten Geliebten

Mythos oder Wirklichkeit - gibt es eine perfekte Geliebte?
Eine gute Geliebte ist jemand, an den du dich erinnerst, und die in dir den Wunsch weckt, die Begegnung zu wiederholen.

(Sergio Fosela, Autor)

„Gut im Bett zu sein“ ist sicher nicht das Lebensziel der meisten Frauen – und auch nicht das Ziel der Männer. Ja, wenn wir es genau nehmen, bedeutet der Satz gar nichts. Frau und Mann suchen vieles im Partner – Sicherheit, Vertrauen, Verständnis und auch Lust. Und wenn wir ganz ehrlich sind, dann wissen wir überhaupt nicht genau, was die orgiastischen Beben in uns auslöst. Doch andere scheinen zu wissen, warum sie das Ziel verfolgen, eine möglichst perfekte Geliebte zu sein.

Wer will eine "perfekte Geliebte sein?

„Perfekte Geliebte“ sind zumeist Frauen, die nicht nur besonders viele Männer beglückt haben, denn nur Erfahrung sorgt dafür, die Lust „in den Griff“ zu bekommen. Denn dabei gilt es vor allem, Reiz und Reaktion in Einklang zu bringen und Kenntnisse über die anatomischen Feinheiten zu sammeln. Ob „perfekt“ oder nur „erfahren“ – nach einigen Begegnungen verfügt jede Frau über ein gewisses Repertoire, das sie auf der Bühne der sexuellen Lust einsetzen kann.

Techniken und Virtuosität

Allein über Techniken zu verfügen bedeutet jedoch nicht viel. Von einem Musiker wird nicht nur die Beherrschung des Instruments, sondern ein beseeltes Spiel erwartet. Und erst die Kombination von Techniken und persönlichem Enthusiasmus macht aus der Spielerin eine Virtuosin.

Die meisten Menschen – Frauen wie Männer – sind zunächst weder erfahren noch virtuos. Wer weniger als ein halbes Dutzend Freunde hatte, oder wer stets Menschen mit eher überschaubaren Bedürfnissen getroffen hat, weiß nicht viel von dem, was zwischen Liebenden möglich ist. Viele wollen es auch gar nicht wissen, sondern glauben, alles würde sich schon irgendwie fügen.

Männer wollen eigentlich nur Lust - und dies ohne Mühe

Manchmal denken Frauen, Männer seien von Pornografie getrieben und wollten das nachvollziehen, was ihnen dort entgegenlacht. Doch eines der offenen Geheimnisse besteht darin, dass sie dazu nicht einmal in der Lage sind. Zutreffend ist hingegen, dass sie von aufregendem, erfüllten Sex träumen. Meist handelt es sich um eine Mischung aus Romantik, Frivolität, intensiven Hautkontakten, sinnlichen Küssen, Oralverkehr und erschöpfenden Ejakulationen.

Diese Sichtweise deutet darauf hin, was wirklich gefragt ist. Anders als von den Damen, die man gemeinhin als „Escorts“ bezeichnet, erwartet der „ganz gewöhnliche Mann“ von seiner Freundin keine gespielte Perfektion, sondern vor allem natürliche Begeisterung. Kleidung, Verhalten und Ausstrahlung zeigen ihm, ob er eine Person trifft, die „sexpositiv“ ist. Ihre Bewegungen und Berührungen sowie ihr Duft und der Klang ihrer Sprache begeistern den Mann. In der täglichen Liebespraxis reichen diese Voraussetzungen durchaus, um Männer zu erregen.

Für den perfekten Liebesakt gibt es keine Partitur

Selbstverständlich haben die Frauen, die von Männern als „wundervolle Geliebte“ empfunden werden, alle ein Arsenal an Techniken, die sie besonders gut beherrschen. Aber Techniken versagen, wenn sie mechanisch angewendet werden. Die Wahrheit ist: Der wundervolle, erschöpfende „Liebesakt“ steht nicht auf der Partitur, sondern muss improvisiert werden. Eine Expertin verriet uns dazu einen einfachen Grundsatz:

Es geht nicht darum, Freude zu empfangen oder Freude zu bereiten, sondern darum, aus beiden Teilen ein harmonisches Duett zu formen, um den Partner ebenso zu befriedigen wie uns selbst.

Natürlicher Enthusiasmus ist gefragt

Bedeutet dies nun, dass lustvoll liebende Frauen gar keine besonderen Fähigkeiten benötigen, um ihr Lover zu begeistern? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Männer träumen gerne davon, der Faszination einer Frau zu erliegen, bevor sich die Schlafzimmertür öffnet. Doch erst bei den darauffolgenden Berührungen entscheidet sich, ob die Geliebte enthusiastische Gefühle in ihm wachruft. Besonders an den Berührungen der Lippen, der Zunge, der Hände und der Brüste erkennt der Mann, ob die Geliebte sich zurückhält oder ihm die sinnlichen Genüsse bietet, die er sich erträumt.

Es wird eine Weile dauern, bis sich beide aufeinander eingespielt haben, denn das Ziel – das sollten wir nie vergessen - ist es, einander die größtmögliche Lust zu verschaffen. Und für viele Frauen ergibt sich dann die Frage, wie sie ihren Liebhaber zu einem „perfekten Geliebten“ machen können.

Hinweis: Wir haben in diesem Artikel Gedanken aufgegriffen, die aus den "sozialen Netzwerken" stammen. Dabei geht es oft um Attraktivität und Begierden und kaum darum, ob das Verhalten erstrebenswert ist oder nicht. Diese Welt ist dem Autor im Grunde völlig fremd, aber sie existiert nun einmal. Eure Meinung ist gefragt

Lustvolle Unterwerfungen ohne Geschlechter-Klischees?

Dominante Frau, submissiver Mann
In allen Bereichen des Lebens finden wir starke und selbstbewusste Frauen. Niemand wundert sich mehr über eine Boxerin oder eine Fußballerin, eine Monteurin oder eine Managerin, die im Beruf Härte zeigt. Nur im Bereich der spielerischen Lust beherrschen Rollenklischees unser Denken. Unser Autor hat sich gefragt, ob das so sein muss.

Wie, wann und wo beginnt eigentlich die erotische Unterwerfung? Was bewegt uns Menschen, unsere soziale Integrität zu verlassen, um uns emotional, körperlich und vor allem sexuell darauf einzulassen, uns zu erniedrigen? Wieso genießen wie dir Dominanz, die uns auf die Knie zwingt, und uns sogar dazu bringt, unser Selbstbewusstsein außer Kontrolle zu setzen? Und warum lassen wir uns dabei auf Erniedrigungen, Entehrungen und sogar Schläge ein?

Frauen und das Klischee des „schwachen Geschlechts“

Wenn du als Leser jetzt denkst, damit können nur Frauen gemeint sein, dann folgst du dem Klischee, das Adam und Eva vorgaben. Frauen sind demnach durch göttliche Fügung, Natur, Kultur, Evolution und andere Faktoren dazu bestimmt, sich dem Mann zu unterwerfen. Wenn sie dies verweigern, verstoßen sie gegen allerlei ungeschriebene Gesetze, Vorgaben und Usancen.

Sind wir Gefangene unserer Rollenklischees?

Femininer Mann, selbstbewusste Frau
Was davon nicht geschrieben steht, ist in den Köpfen eingraviert – bei Frauen wie bei Männern. Wir werden in unseren sozialen Welten dazu gezwungen, Unterschiede im Verhalten festzustellen, die auf Vorurteilen und antiquierten Denkweisen beruhen. Hier Jungs – dort Mädchen. Wir erwarten bestimmte Verhaltensweisen, und sie beruhen auf den geschlechtlichen Eigenschaften, die wir Frau und Mann zuschreiben. Männer wollen keine weiblichen Anteile in sich erkennen, Frauen weigern sich, maskuline Verhaltensweisen in sich wahrzunehmen. Und die Lust? Beide, Frauen und Männer, sind konsequent heterosexuell – das jedenfalls glauben sie von sich selbst.

Der Zwang zum heterosexuellen Denken

Kommen wir zurück auf die erotische Unterwerfung. Wenn wir dir üblichen, „binären“ Strukturen verfolgen, dann unterwerfen sich psychisch schwache Frauen den emotional übermäßig robusten Männern. Frauen, die sich anderen Frauen erotisch unterwerfen oder sich zur Unterwerfung verführen lassen, kommen gar nicht erst vor. Wir erfahren nur wenig über Männer, die sich von anderen Männern dominieren lassen, und wir vermuten, dass dies daran liegt, keinen Zugang zu dieser Szenerie zu haben. Doch wir werden hellwach, wen sich Männer auf die erotische Dominanz von Frauen einlassen. Sofort sind sie da, die alten Klischees. Ein Mann, der sich einer Frau unterwirft, ist eben kein „echter“ Mann. Und falls seine Beziehung ruchbar wird, muss er sich dem öffentlichen Spott aussetzen. Zumal, wenn er sich wahrhaftig devot verhalten hat oder er seine femininen Anteile vordergründig ausgelebt hat.

Wenn Männer ihre femininen Anteile entdecken

Dabei ist es keinesfalls ungewöhnlich, wenn Frauen im erotischen Spiel maskuline Eigenschaften entdecken und Männer ihre weiblichen Sehnsüchte verwirklichen. Besonders in den Ritualen der Kontrolle und der erotischen Züchtigung ist kaum etwas aktueller als der Rollentausch. Viele Paare haben sich schon an Fesselungen, Verkleidungen und ähnlichen Rollenspielen versucht, in denen das Geschlecht kaum eine wesentliche Rolle spielt. Der bekannte Spruch „was für die Gans gut ist, dient auch dem Ganter“ ist wesentlich populärer, als man glaubt. Die große Anzahl von verkauften Strap-on-Dildos, die für die Praxis des Pegging benötigt werden, spricht Bände.

Die Realität ist fluider als die Sexualität

Wer fragt, ob es gefährlich ist, die bekannten Klischees zu verlassen, sollte wissen, dass sie in Wahrheit längst nicht mehr gelten. Lediglich in den Köpfen mancher Zeitgenossinnen und Zeitgenossen ist die Frau weiterhin das „schwache Geschlecht“, das nach Schutz und Führung lechzt. Allerdings können wir dessen nie sicher sein: Zwei Seelen wohnen mittlerweile in weiblichen wie männlichen Brüsten, und mal siegt die fordernde Seite, dann wieder die nachgiebige. Wir haben eine fluide Realität, die uns zwingt, die Geschlechterrollen anders zu verstehen. Was wir privat daraus machen, geht niemanden etwas an – aber wir sollten darauf vorbereitet sein, dass wir auch die Lust in Zukunft auf andere Weise genießen als zuvor.

Hinweis: Dies ist ein Meinungsbeitrag, der Kontroversen auslösen kann. Was mein ihr? Wie realistisch ist die Einschätzung unseres Autors? Grafiken: Liebesverlag.de

Schämst du dich deiner Lüste?

Was ist es? Scham? Furcht? Anspannung?
Sexualität ist voller Widersprüche und Paradoxien. Genau das macht sie so faszinierend und gibt ihr den Reiz.

Die Sexualtherapeutin Diane Gleim

Das Erste, was ich dir sagen will, wenn du dich schämst: Du bist nicht allein. Eine Sexualberaterin schrieb vor Kurzem:

Niemand ist vor sexueller Scham gefeit, nicht einmal Mediziner und Psychologen. Manchmal ist die sexuelle Scham einer Person so tief verwurzelt, dass sie sich nicht vorstellen kann, jemals ohne Schamgefühle zu sein.

Auf der anderen Seite fallen Menschen auf, die offenbar kein Schamgefühl kennen und sich erotischen Themen unbefangen nähern. Wir sind dann schnell bei der Hand, jemanden abzuwerten, zu verurteilen oder zu katalogisieren. Wenn du eine Frau bist, wird man dich vielleicht „Schlampe“ nennen, während der Mann häufig als „sexsüchtig“ angesehen wird.

Scham ohne Ideologie - Nutzen und Schaden

Das alles bringt uns nicht weiter. Ein kühler Kopf hilft uns, der Sache auf den Grund zu gehen. Welchen Nutzen haben wir von unserer Schamhaftigkeit?

Zunächst bewahrt sie uns davor, etwas zu tun, worauf wie nicht vorbereitet sind. Sich zum ersten Mal ausziehen vor einem Menschen, dem wir zugeneigt sind? Oder uns plötzlich schon halb entkleidet, zu erinnern, dass wir nicht wissen, wie und ob wir auf die Wünsche unserer Sexpartner reagieren sollen?

Wie du siehst, stehen wir immer wieder vor dem Zwiespalt, etwas zu tun, was uns möglicherweise schaden könnte, das uns aber andererseits ein großes Vergnügen bereiten könnte. Irgendwann können wir uns nicht herausreden, unvorbereitet zu sein. Wir müssen zugeben, einfach zu fürchten, dass uns der Geschlechtsverkehr also solcher verändert – oder eine neue Praxis, die wir erproben wollen.

Gewöhnlicher Sex und lustvolle Wünsche

Wenn du – wie ich hoffe – keine Furcht mehr vor dem „gewöhnlichen Sex“ hast, wirst du meist dennoch Vorbehalte gegen das „ungewöhnliche“ hegen. Typisch für nahezu alle „konservativ“ erzogenen Frauen und Männer ist, zu behaupten, sie genössen ausschließlich den „ganz gewöhnlichen Sex“. Doch fast alle fragen sich, ob das wirklich „alles“ war und träumen von mehr Sinnlichkeit oder mehr Ekstase.

Wenngleich wir also erlernt haben, dass sogenannter „penetrativer“ Sex (PiV) etwas Gutes ist, sind wir im Zweifel, ob die intensiveren und sinnlicheren Lüste „gut für uns“ sind.

Alles, was unsere Sinne reizt, kann „gut“ sein. Lange, ausgiebige Vorspiele, heftige Hautreizungen, Oralsex oder Analsex. Es ist immer dann schlecht, wenn wir uns schämen, ekeln oder dergleichen aus religiösen oder normativen Gründen ablehnen.

Wenn Schamgefühle die Sinnlichkeit verhindern

Die meisten Schamgefühle haben Menschen, die religiös, moralisch oder ideologisch vorgeprägt sind. Wenn sie sich darüber hinaus krampfhaft kontrollieren und sich ihren Ängsten unterwerfen, sind sie meist dagegen, sich einem Vergnügen hinzugeben. Diese Personen glauben, dass sie Dämonen verfallen könnten, wenn sie sich dem Vergnügen hingeben würden – also tun sie es nicht.

Die drei Schwellen, die dem „ganz gewöhnlichen“ Menschen am schwersten Fallen, sind nahezu immer ähnlich:

1. Alle sinnlichen Körperteile des Körpers zu erkunden und zu stimulieren, also nicht nur Genitalien.
2. Sich davon zu befreien, typisch feminin oder typisch maskulin zu handeln, sondern der Lust den Vorrang zu geben.
3. Die Kontrolle über das Geschehen zeitweilig dem Partner zu überlassen, also die Rolle zu wechseln.

Allen Menschen, die glauben, sie seien besonders schamvoll, sollten sich überlegen, ob sie nicht einfach besonders ängstlich sind. Und da hilft dieser Satz, den du sicher schon einmal gehört hast: „Was kann den schlimmstenfalls passieren?“

Was ab er sagt uns die Wissenschaft? Ist Scham nützlich?

Ist Scham naturgegeben, nützlich oder schädlich?

Das Schamgefühl entstammt der Evolution und es ist eng verbunden mit der Anpassung an unsere soziale Umgebung. Aus diesem Grund ist es nicht bedeutungslos. Andererseits ist der Nutzen umstritten, vor allem, wenn die Sexualität betroffen ist. Denn solange es nur um das geht, was zwei erwachsene Menschen in Freiheit und Gleichheit sexuell miteinander tun, verliert das Schamgefühl seine Bedeutung. Dominiert es uns dennoch im Erwachsenenalter, so wird es Zeit für uns, darüber nachzudenken.

Hinweise: Unser Autor hat ausführliche und verlässliche Quellen genutzt. unter anderen die Zitatenquelle: Psychology Today und als ergänzende Information Quarks.