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Erotik ist nicht klinisch rein - doch wie schreibt man darüber?

Sex - perfekt geschminkt und ohne Schweiß

Krimi-Zuschauer sind im Allgemeinen sauer, wenn der perverse Mörder von der schönen, aber strengen Kommissarin nicht gefangen oder wenigstens zur Strecke gebracht wird. Am Ende eines Krimis, so absurd die Story auch sein mag, wird eine plausible Lösung verlangt.

Die meisten "seriösen" Autorinnen und Autoren schreiben keine Kurzgeschichten, Novellen oder Romane, in denen es um rein sexuell motivierte Beziehungen geht. Wir erkennen: Das ist anders als im Krimi, in dem die Aufklärung des Verbrechens im Mittelpunkt steht und darum herum ein bisschen Beziehungsgedöns gehängt wird wie Lametta an den Christbaum.

Seriöse oder gar fernsehtaugliche Liebesgeschichten müssen aus „sozialer Korrektheit“ anders sein: Sie sollten der „wahren Liebe“ entspringen und möglichst in eine eine „bürgerlich kompatible“ Beziehung münden. Dann dürfen sie selbstverständlich auch „Sexszenen“ enthalten, so wie man einst eine Architektur vertrat, bei der „Kunst am Bau“ verlangt wurde. Neuerdings – da staunt die Literaturwelt – darf die Geschichte sogar eine schicke erotische Auspeitschung enthalten, wenn sie nur genügend romantisch verkitscht wurde.

"Seriöse" Literatur und die böse Schwester Pornografie

Auf der anderen Seite dieser „Literatur“ steht die böse und angefeindete Schwester, die „reine Pornografie“. Üblicherweise wird als „Pornografie“ eine Art von Literatur bezeichnet, bei der die Schilderung des Geschlechtsakts stärker hervorgehoben wird als die Entwicklung der sinnlichen Gefühle der Protagonisten. Wobei einzuschränken wäre, dass auch in konventionellen Liebesromanen ohnehin kaum „authentische Gefühle“ vorkommen.

Doch was ist die wahre Liebe? Was die lüsterne Geilheit? Was die ungebändigte Leidenschaft beim ekstatischen Sex? Hat man jemals eine Schilderung gelesen, die all dies umfasst? Und zwar so, dass die kleinen Schauer den Rücken herunterrinnen, und man sich dennoch auf einer Sprachebene befindet, die sozial erträglich ist?

Das allerdings ist noch nicht alles. Sexuelle Beziehungen, vor allem heftige und ekstatische, haben die Tendenz, nicht „klinisch rein“ zu sein, und sie finden normalerweise nicht im Ehebett statt. Sie sind ja gerade deshalb so erregend, weil sich niemand auf sie vorbereitete, weil sie uns überkamen wie ein Gewitter, und weil sie so was von sozial inkorrekt sind, dass sie mit bedenklichem Kopfschütteln bedacht werden.

Sex wie im Märchen - Pornografie wie im Comic

Fesselungen und Hiebe im Cinderella-Drama „50 Shades of Grey“? – das ist so ungefähr wie in einem Katz-und-Maus-Trickfilm: Am Ende bleibt jeder unbeschädigt, und man sammelt sich für die nächste Folge, in der die schlaue Maus wieder die blöde Katze foppt. Ganz ähnlich ist es in der Pornografie: Alles muss immer chic, klinisch rein und ohne Folgen bleiben – selbst der dümmste Zuschauer bemerkt inzwischen, wie sich die Darstellerin zwischen den „Einflügen“ ein wenig erholt, neu schminken lässt und sich dann dem nächsten Stecher hingibt. Gefühlsverwirrung, Schweiß, Tränen, Sabbern oder gar Schmerzen sind nicht vorgesehen, und selbstverständlich sind alle Männer beständig gute „Steher“.

Bi-Sinnlichkeit und schwule Leidenschaften?

Die Gesellschaftsordnung gibt sich offen tolerant – ich habe nie wo viel über sogenannte „Homo-Ehen“ oder Boulevardberichte über lesbische Paare gelesen wie zurzeit. Selbst Bi-Beziehungen haben schon Einzug in Kriminalfilme gehalten. Doch eine Schilderung der dahinterstehenden Leidenschaften, Verwirrungen und Verführungen sucht man vergeblich, zumal dann, wenn kein „Happy End“ zu erwarten ist.

Lassen Sie es mich in einem Satz sagen: Leidenschaften sind nie „sozial korrekt“. Sie sind wild, animalisch und äußerst feucht, und gelegentlich sind sie zerstörerisch. Nein, ich erwarte gar nicht, dass man als Autor von erotischen Novellen „die Wahrheit“ schreibt. Aber vielleicht wenigstens, dass sich das Bett durchfeuchtet, wenn man seiner Partnerin eine Flasche Champagner über den Körper gießt und das sinnliche Gesöff dann genüsslich von ihr aufschlürft.

Die magische Züchtigung (8) – der Sinn der Schläge

Was bisher geschah: Die junge Ranghild wurde von der Antiquarin Sarah dabei erwischt, über einem antiken Buch „die Hand unter dem Rock“ gehabt zu haben. Die Antiquarin straft sie vorgeblich dafür, doch die Starfe erweist sich als ein magisches Erleben, einer Wiedergeburt nicht unähnlich. Und das hat Folgen ..." Lesen Sie hier den Schluss der Novelle "Die magische Züchtigung"

Der mir als mürrisch bekannte Student saß auf dem Stuhl vor dem Jugendstilschreibtisch, doch seine Augen glänzten diesmal, als er mich sah. „Sie müssen Frau .. äh .. „Ranghild sein, nicht wahr?“, sagte er wie aus der Pistole geschossen. Ich war völlig baff, bejahte seien Frage aber und fragte dann nach: „Darf ich wissen, woher Sie meinen Namen kennen?“ Er schlickte sagte „Verzeihung“, und dann etwas trocken: „Wegen der Widmung „für Ranghild in ewiger Liebe“. Ich war weiterhin unsicher: „Welche Widmung?“ Der Student lächelte nun: „Sie wissen gar nichts davon?“ fragte er. Als ich verneinte, erklärt er, es sei wohl sehr ungewöhnlich, in ein so teures antiquarisches Buch eine Widmung zu schreiben, aber in diesem befindet sich eine.“ Tatsächlich schlug er die Seite drei des Buches auf, das er in der Hand hielt, und da stand in einer königsblauen Damenhandschrift: „Für Ranghild in ewiger Liebe“. Mir aber ging es wie ein Stich durch Herz und Seele: das war das Buch, das ich hier zuletzt gelesen hatte – eine Originalausgabe der „Wonnen der Rute“ – und als ich es zuletzt sah, hatte es noch keine Widmung.

Erstaunlicherweise war ich völlig klar im Kopf, als ich den Studenten fragte: „Ach, sagen Sie doch bitte, wer hatte am vergangenen Mittwoch Nachmittag eigentlich Dienst hier im Antiquariat?“ Diesmal machte der Student in betretenes Gesicht, bevor er antwortete. „Da hatten wir geschlossen, leider. Wir waren hier alle auf einer Beerdigung, ich meine die Geschäftsleute und ihre Mitarbeiter auf dieser Straßenseite. Die Besitzerin dieser Häuserzeile ist vor einiger Zeit gestorben, und sie wurde von allen Bewohnern verehrt und geachtet. Deswegen waren auch so viele Menschen auf ihrer Beerdigung. Wir mussten also leider am Nachmittag schließen.“

Am Mittwoch Nachmittag war also geschlossen? Und das Buch? Ich sagte so leichthin, wie es ging: „Bin ich ihnen noch etwas schuldig für das Buch?“ der Student lächelte: „Nein, es wurde bereits von Ihrer Gönnerin bezahlt – übrigens auf sehr merkwürdige Weise. Sie bestand darauf, ihren Namen nicht zu nennen, und bezahlte in D-Mark, was wirklich höchst ungewöhnlich war.“

„Zweihundert Mark“ klangen in meinem Ohr nach – mein Gott, wir hatten doch längst den Euro. Ich nahm das Buch, bedankte mich, und bevor ich ging, kam mir noch der Gedanke, einmal nachzufragen: „Ach sagen Sie bitte, wie alt war diese Dame, als sie starb?“ Der Student hatte sein Lächeln wiedergefunden und sagte schlicht: „Sie war hochbetagt, in einem Alter, in dem man sterben kann, glaube ich.“ Sie hatte übrigens keine Kinder – das Erbe soll eine völlig fremde Person antreten, deren Name noch niemand kennt.“

Alles, was ich hörte, passte nicht. Es wurde auch nicht viel klarer, als ich den Notar traf, der aufs Höchste entzückt von meinem Anblick war. „Sie sehen ihr ähnlich, wirklich“, waren seine ersten Worte, bevor er zur Sache kam.

Ein paar Stunden und einige Formalitäten später war ich Besitzerin der rechten Häuserzeile der kleinen Gasse, die vom Markt direkt auf die Hauptstraße führt, kurz vor der Kurve, an der sich das indische Restaurant befindet. Ich habe neben dem Antiquariat ein kleines Café eingerichtet, in dem Lesungen stattfinden können, und ab und an lese ich selbst aus einem neuen erotischen Buch. Immer noch sind die Menschen fasziniert von meinen blauen, funkelnden Augen, von denen sie sagen, dass sie zugleich Güte und Herrschaft ausstrahlen. Lediglich mein Augenarzt meint, das sei nur eine Pigmentverschiebung, und so etwas müsse man beobachten.

Das Erlebnis, das ich hier beschreibe, habe ich nie zuvor jemandem mitgeteilt. Der Notar deutete an, ich können möglicherweise ein uneheliches, im Geheimen geborenes Kind der Erblasserin sein, das später zur Adoption freigegeben wurde, aber das alles passt überhaupt nicht zu meiner Lebensgeschichte. Und die magische Züchtigung? Ich habe mit niemandem darüber gesprochen, nicht einmal mit meinem Arzt. Ich fürchte, er hätte mich zu einem Psychiater überwiesen, wenn ich es gesagt hätte.

Manchmal, wenn ich aus hocherotischen Büchern lese, in letzter Zeit auch mehr und mehr aus eigenen, huscht eine grauhaarige Dame mit funkelnden blauen Augen in die letzte Stuhlreihe. Doch wenn ich versuche, sie intensiv anzusehen, verschwimmt ihr Bild vor mir und der Platz ist wieder leer. Ob ich mich darüber wundere? Nein, ich wundere mich über gar nichts mehr. Warum sollte ich auch?

Diese Geschichte ist reine Fiktion, wird hier unter dem Namen unseres Kulturbeobachters veröffentlicht und ist geistiges Eigentum des Liebesverlags. Striktes © 2013 bei Liebesverlag.de

Unser Autorin schreibt Gerade an einer neuen Novelle - Arbeitstitel: "Begegnung mit dem Prinzen in Stuttgart". Sind Sie interessiert? Dann sagen sie es der Redaktion.

Die magische Züchtigung (7) – Erwachen und Wundern

Was bisher geschah: Die junge Ranghild wurde von der Antiquarin Sarah dabei erwischt, über einem antiken Buch „die Hand unter dem Rock“ gehabt zu haben. Die Antiquarin straft sie vorgeblich dafür. Doch langsam ahnen wir, dass es keine gewöhnliche Strafe ist, sondern eine magische Züchtigung.

Ich besann mich auf den Ort, an dem ich befand, und die Lage, in der ich war. Offenbar lag ich immer noch auf einem Jugendstilschreibtisch, nackt, den Po gegen die Decke gereckt. Ich erinnerte mich dunkel, dass man mir verbot, mich umzusehen, bevor … mein Gott, bevor … ich erinnerte mich an die Hiebe, die nicht nur in mein Fleisch, sondern tief in meine Seele eingedrungen waren. Ich spürte, wie sich meine Seele vor innerer Erschütterung aufbäumte, doch als sich die Wogen wieder glätteten, wer mir auf merkwürdige Art wohlig im Bauch. Ich wagte nun, aufzustehen und mich umzusehen.

In dem kleinen Antiquariat befand sich kein Mensch außer mir. Nichts deutet auf jene fremde Frau hin, die sich Sarah nannte, und auch die wertvolle Peitsche war verschwunden. Ich begann, meinen Po zu spüren, doch er schmerzte nicht so, wie ich es erwartet hatte. Die Natur forderte ihren Tribut: erst einmal eine Toilette! Gottlob fand ich eine im Untergeschoss, und ein kleines Wachbecken war auch vorhanden. Ich wusch mich so gut es ging mit kaltem Wasser. Aber wie würde ich meinen Körper bedecken? Auf dem Weg zurück sah ich einen kleinen Spind, wie man ihn früher für die Ablage er Tageskleidung benutze, während man im Laden einen Kittel trug. In ihm befand sich nun ein wundervolles Abendkleid, das ein wenig altmodisch wirkte, aber ungetragen zu sein schien. Ich beschloss, es einfach zu probieren – und es passte wie angegossen. Nach Wäsche suchte ich vergeblich, doch lachten mich ein paar Schuhe an, ebenfalls ungetragen, und auch sie passten erstaunlicherweise. Ich zögerte auch nicht, nach dem kleinen Flakon zu greifen, das ein Parfüm mit orientalischem Namen enthielt. Schließlich fürchtete ich, nach dieser Nacht schlecht zu riechen, trotz der Katzenwäsche auf der Toilette. Oh, das kleine Täschchen dort in der Ecke des Schranks würde mir eine gewisse Würde geben, dachte ich. Was ist schon eine Frau ohne Handtasche? Ich fragte nicht, sondern nahm es an mich, als sei es selbstverständlich für mich, andere zu bestehlen.

Nun fehlte nur noch der Schlüssel, fand ihn aber nirgendwo. So ging ich einfach zur Tür, drückte die Klinke – und konnte sie aufziehen, als wäre nie etwas anderes möglich gewesen. Ich sah auf die Uhr: Es war morgens gegen halb fünf, und die Sonne schien bereits. Die ersten Berufstätigen hasteten zur Arbeit, und ich wollte gerade ein Taxi suchen, als ich mich erinnerte, kein Geld zu haben. Ich sah in die gefundene Handtasche und fand dort eine nagelneue Geldbörse, in der sich außer etwas Kleingeld einige Scheine befanden, die ich im Moment nicht nachzählte – für ein Taxi würde es jedenfalls allemal reichen.

Als ich den Taxistand erreichte, und ein ältlicher Fahrer an seinem Taxis lehnte, dachte ich: „Um Himmels willen, was wir der von mir denken?“ Und in der Tat sagte er ein wenig abfällig: „Na, junge Frau, harte Nacht gehabt, was?“ Doch dann sah er mir in die Augen und sagte eingeschüchtert: „Entschuldigen sie bitte, gnädige Frau, war nicht so gemeint.“

Ich war so verblüfft, dass ich zunächst nicht daran dachte, wie schmerzhaft es sein müsste, mich zu setzen, doch zu meiner Überraschung fühlte ich nur ein leichtes Brennen auf meinem Po. Der Taxifahrer brachte mich an die Adresse, die ich angegeben hatte, sagte: „Oh, hier wohnen Sie?“ Und sah mich dabei merkwürdig an, als ob er an der Adresse zweifelte. Ich hatte aufgegeben, mich zu wundern, trat in meine einfache Mietwohnung ein und sah mich im Spiegel an. Ja, das war ich – aber eben nicht das, was ich sonst im Spiegel gesehn hatte. Mich sah eine wissende, selbstbewusste Frau an, die ein wenig übernächtigt und ungekämmt war, aber ansonsten eine Dame, wie sie im Buche steht. Es dauerte einen Moment, bis mich an das grelle Leuchtstoffröhrenlicht gewöhnt hatte. Meine blassen, graublauen Augen schienen über Nacht die Farbe gewechselt zu haben, denn sie erstrahlten jetzt in einem durchdringenden Blauton.

Was andere nach einer solchen Nacht tun würden? Ich jedenfalls nahm eine Schmerztablette, trank dazu ein Glas Rotwein und schlief wie ein Stein.

Klar, dass ich am nächsten Tag „blaumachte“, obwohl es erst Donnerstag war. Ich beschloss einfach mal, bis zum Wochenende krank zu sein, obwohl mir eigentlich nichts fehlte – im Gegenteil. Ein seltsames Glücksgefühl durchströmte mich, und die Art, in der ich beim Bäcker angesprochen wurde, verblüffte mich zutiefst. Alle Menschen schienen eine eigenartige Höflichkeit an den Tag zu legen, die ich vorher nicht gekannt hatte. In meinem Briefkasten fand ich eine Postkarte und einen wichtig aussehenden Umschlag. Mit der Postkarte bat mich das Antiquariat, doch bitte das bestellte Buch abzuholen, und ein Notar schrieb mir etwas verschnörkelt, dass ich ihn bitte in einer unaufschiebbaren Angelegenheit dringlich anrufen möge.

Das „bestellte Buch?“ Ich hatte kein Buch bestellt, und vor dem Antiquariat graute es mir. Was, wenn ich dort Sarah treffen würde? Ich würde mich zu Tode schämen, ihr noch einmal zu begegnen. Immerhin hatte ich mich vor ihr so schamlos entblößt, wie es höchstens eine Stripperin tun würde, vom Rest der Ereignisse jener Nacht ganz zu schweigen.

Ich ging dennoch. „Da musst du durch“, dachte ich mir, und neugierig war ich auch. Ehrlich, ich war hochrot, als ich die Klinke des Antiquariats drückte.

Gibt es eine Auflösung der wundersamen Wandlung? Was bezweckte Sarah mit der magischen Züchtigung? Wer war Sarah? Ob es wirklich ganz aufgeklärt wird? - Lesen Sie die nächste Folge: Das unerwartete, geheimnisvolle Glück oder der Sinn der Schläge
Diese Geschichte ist reine Fiktion, wird hier unter dem Namen unseres Kulturbeobachters veröffentlicht und ist geistiges Eigentum des Liebesverlags. Striktes © 2013 bei Liebesverlag.de

Die magische Züchtigung (6) Die Zauberkaft der Hiebe

Was bisher geschah: Die junge Ranghild wurde von der Antiquarin Sarah dabei erwischt, über einem antiken Buch „die Hand unter dem Rock“ gehabt zu haben. Die Antiquarin will sie dafür strafen. Doch die Strafe lässt auf sich warten. Doch nun scheint die Zeit zu drängen - und wirklich: die magische Züchtigung beginnt.

Die Zeit drängte also – und ich überlegte mir, welche Zeit denn gemeint war. Es dürfte gegen zehn Uhr abends gewesen sein, bei alldem, was schon geschehen war. Doch was bedeutet Zeit? Ich war gefangen, ich war nackt, und ich wollte vor allem aus diesem Albtraum heraus. Es schien zu gelingen, denn nun solle es ernst werden: ja, ich würde alles „hinter mich bringen“ und dieser Verrückten den Gefallen tun, mir den Po zu verhauen.

Doch als sie mich nun endlich „übers Knie gelegt“ hatte, und ich ihre Körperwärme spürte, die durch ihren Schoß in mir hochstieg, wurde mir ganz wunderlich. Kleine Kreise, Rechtecke und Dreiecke tauchten vor meinen Augen auf, wie ein kleines Fenster, und sie veränderten ihre Form und Farbe mit jedem Schlag, den ich auf meinen Hintern bekam. Zu Anfang spürte ich noch den heißen, klatschend ausgeführten Schlag einer Hand, die alles andere als sanft auf mich einschlug. Im ersten Schmerz hatte ich das Verlangen, mich aufzubäumen und zu schreien, doch nach vielen, vielen, sinnlichen Schlägen spürte ich nur noch die Wärme, die meinen Körper durchstrahlte. Dazu sah ich merkwürdige Bilder aus einem transparenten Mosaik, die sich bei jedem Schlag zerfetzten und dann wieder zusammenfügten, bis mich der nächste Schlag mit der Hand traf. Sarah schien zunächst unermüdlich und übermäßig hart zuzuschlagen, um mich auf keinen Fall zu schonen, doch ihre Hand erlahmte deutlich, nachdem sie mich wohl drei Dutzend Schläge mit der Hand verabreicht hatte.

Eine Pause trat ein, so lang, dass ich begann, die Sekunden zu zählen. Nachdem ich bis wenigstens 180 gezählt hatte, sagte sie schließlich: Schließlich sagte sie: „Du bist jetzt gut vorbereitet. Nun lass uns Ernst machen. Los! Leg dich über den Schreibtisch und reck deinen süßen Po schön hoch, damit ich ihn besser treffen kann.“

Wie in Trance stand ich auf, legte mich über den Jugendstilschreibtisch, und erwartete die Schläge, die noch kommen sollten. „Du wirst dir nun das Instrument ansehen, mit dem ich dich züchtigen werde, und zwar sehr, sehr genau“, sagte Sarah und zeigte mir dabei einen Gegenstand. Es war eine Art Spazierstocks aus Ebenholz, mit einem goldenen Knauf, der ein Frauengesicht trug. Sarah drehte an einem kleinen Gewinde und zog am Knauf, woraufhin sich der „Spazierstock“ als ein dünner, flexibler Stab erwies, der mit einer Art Kautschuk überzogen war. Am Knauf konnte man nun einige funkelnde blaue Steine sehen, die wie Augenpaare glitzerten. „Es ist das letzte Mal, dass du mich sehen wirst“, sagte Sarah nun geheimnisvoll, „wage auf gar keinen Fall, dich umzudrehen und nach mir zu sehen, weil sonst unweigerlich ein Unglück geschehen wird.“

Sarah nahm nun die eigenartige Peitsche in die Hand, ließ sie ein paar Mal durch die Luft zischen und murmelte dazu ein paar Worte in einer Sprache, die ich nicht verstand. Ohne jede Vorankündigung schlug sie zu, und während ich die Luft noch zischen hörte, als der Stab auf mich einschlug, spürte ich, wie stark dieser Schlag ausgeführt wurde. Ich hatte den Eindruck, als ob alles in Zeitlupe ablief. Erst war es nur das Zischen der Luft, dann traf mich die runde Kante des Schlagwerkzeugs, und erst dann spürte ich, wie sich der Stab mit voller Wucht immer tiefer in mein Fleisch versenkte. Ganz plötzlich spürte ich dann einen schneidenden Schmerz, und ich bäumte mich auf und ließ einen gellenden, tierischen Schrei aus voller Lunge in den Raum. Er war so laut und so schrill, dass er in der Lage sein mochte, das ganze Viertel aufzuwecken.

Doch der Schlag verklang ungehört, und der Schrei ebenso. Die Dreiecke, Kreise und Quadrate waren wieder da, aber nun formten sie wundervolle Fenster, wie in einer Kathedrale, und Licht drang hindurch. Bei jedem neuen Hieb zerbrachen die Fenster mit einem klirrenden Getöse, um dann in neuer Form zu erscheinen, eines schöner als das andere. Bald erkannte ich die Motive: Eine Schäferin, die auf einer Wiese ihre Schafe hütete, eine Prinzessin, die eingekleidet wurde, Handwerker, die ein prachtvolles Haus aufbauten, Köchinnen, die Speisen zubereiteten. Dazwischen spürte ich wieder Schlag um Schlag, immer wieder und um keinen Deut schwächer als zuvor.

Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, wie viele Schläge dieser Art ich erhielt, so angespannt war mein Körper und so sehr war ich mit dem Schmerz, aber auch mit den Bildern beschäftigt, die sich nach und nach zu einem Teil eines prachtvollen Raumes vereinigten. Am Ende befand ich mich, ermattet und dennoch über alle Maßen zufrieden, wieder in dem orientalischen Palast, den schon während meines Tanzes bewundert hatte. Doch zu meinem Erstaunen saß ich nun auf den Thron, während man junge Sklavinnen vorführte, aus denen ich wählen sollte. Dazu erklang das Gezirpe sanfter Stimmen, vermischt mit einem Liebeslied, das wohl von einer Flöte gespielt wurde.

Ich eine Sklavin auswählen? Ich musste innerlich lachen, und das brachte mich offenbar in die Realität zurück, denn nach und nach wurden die Fenster aus farbigem Glas wieder zu Bücherregalen, und ich begann, auf meine Umgebung zu hören. Es war die Musik eines frühen Morgens, die ich gehört hatte: Die Vögel zwitscherte und zirpten, leise Stimmen huschten vorbei, und das sanfte Morgenlicht brachte die feinen Einlagen von Perlmutt an den Regalenden zum Leuchten.

Die nächste Folge: Folge 7 von 8: Die Verwunderung beim Erwachen

Doch wie wird es weitergehen? Wird Ranghild das Antiquariat verlassen können, nackt, wie sie ist? Lesen Sie die nächste Folge: Die magische Züchtigung (7) - Erwachen und Wundern.
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Die magische Züchtigung (5) - Der Zornesausbruch

Der plötzliche Zornesausbruch

Was bisher geschah: Die junge Ranghild wurde von der Antiquarin Sarah dabei erwischt, über einem antiken Buch „die Hand unter dem Rock“ gehabt zu haben. Die Antiquarin will sie dafür strafen. Doch die Strafe lässt auf sich warten. Während Ranghild nackt mit der bekleideten älteren Antiquarin Tee trinkt, soll verhandelt werden, wie die Schläge auf den Po appliziert werden sollen. Wird es dazu wirklich noch kommen?

Daran sollte ich mich zurückerinnern? Wie ich geschlagen wurde? Ich konnte mich nicht erinnern, als Kind jemals Schläge bekommen zu haben, und doch erregte mich der Gedanke, „übers Knie gelegt“ zu werden. Wie würde es sein? Würden die Handschläge von meinem Po abprallen wie von einem Gummiball? Oder würden sie tief in ihre Haut eindringen, die Nerven aufs höchste Reizen und meine hungrigen Sinne anregen?

Ich schluckte und sagte: „Ich kann mich nicht erinnern, je ‚übers Knie gelegt‘ worden zu sein, aber der Gedanke an … Schläge mit der Hand hat mich schon oft beschäftigt“, sagte ich vorsichtig. Sarah sah mich an, legte den Kopf ein wenig schräg, lächelte, und sagte dann: „Nun gut. Es ist ein wenig schmerzhaft für mich, wenn ich dir deinen Po mit der bloßen Hand versohle, aber ich will es solange tun, bis ich meinen Schmerz nicht mehr ertrage.“

„Ihren Schmerz?!“, fiel ich ein – Sie meinen wohl: „Meinen Schmerz?“ In diesem Moment lachte Sarah schallend. „Du“, sagte sie lang gezogen, wirst das Vergnügen daran haben, und je länger ich dich mit der Hand schlage, umso mehr wirst du es genießen. Aber ich …“, dabei sah sie auf ihre zarten Hände,“ werde es nicht lange durchhalten, fürchte ich.“ Sie sah mich belustigt an, bevor sie sagte: „Immerhin so lange, bis wir daran gehen können, uns ersthaft mit der weiteren … Behandlung deines … Hinterns zu beschäftigen.“

Ich fasste mir an den Kopf: Verhandelte ich tatsächlich darüber, wie Sarah meinen Hintern verbläuen wollte? Wer war ich denn, mich hier so zu erniedrigen? Wieder stieg der Zorn in mir auf: „Sie perverse alte Hexe!“, schrie ich Sarah an, „Sie werden diesem Zauber jetzt sofort ein Ende bereiten und mich herauslassen …“

Meine Worte schienen zu verhallen, denn Sarah blickte jetzt mit deutlich ergrauten Augen durch mich hindurch. Erst nach vielen lautlosen Sekunden grinste sie mich an und das hefite blaue Glitzern kam in ihrer Augen zurück. Sie zog den Ladenschlüssel aus der Tasche ihres Kostüms und legte ihn auf den Schreibtisch. „Bitte schön … viel Vergnügen auf deinem Spaziergang nach Hause. Der nächste Taxistand ist zwar nur dreihundert Meter weit, aber es könnte natürlich sein, dass der Taxifahrer interessiert ist an einer kleinen, nackten Schlampe. Falls sich nicht schon vorher jemand für dich interessiert.“

Erst jetzt wurde mir bewusst, dass meine spärliche Bekleidung verschwunden war, dass ich nackt und schutzlos hier saß. Ich war bereits viel zu weit gegangen, um zurück zu können, doch wie würde ich den Weg hindurch schaffen?

„War sehr hübsch, dieser kleine Zornesausbruch“, sagte Sarah voller Spott zu mir, und dann, wie zu sich selbst: „Gewissen Damen der Gesellschaft hätten sicherlich eine wahre Freude daran gehabt, eine so renitente Zofe abzustrafen.“ Sie wandte sich wieder mir zu und sagte fast tonlos: „Eine kleine Hundepeitsche wäre ein gutes Mittel, diese Renitenz zu dämmen, stell dir nur vor, wie die, die den Schmerz sonst durchs Fell bringen muss, auf deinem zarten Hintern einwirken würde.“ Nachdem ich reglos da saß und sie anstarrte, zischte sie mir ins Ohr, wie die Hundepeitsche tiefe Wunden in mein Fleisch schlagen würde, und wie meine Haut dabei in Fetzten aufgehen würde, sodass ich angewidert wegsah.

Sarah lachte hell auf: „Arme kleine Ranghild … habe ich dich erschreckt? Du hast immer noch nicht begriffen, warum du hier bist, nicht wahr?“

Ich schüttelte den Kopf und sagte mit trockener Kehle und so nüchtern ich es sagen konnte: „Nun gut, also wollen Sie mich hernach schlagen? Ich will es endlich hinter mich bringen“.

Zu meiner Überraschung gluckste Sarah vor Lachen. „Es geht nicht um ein paar Schläge, du dummes Mädchen, die du ‚hinter dich bringen‘ musst. Du wirst dein ganzes Leben ändern, und zwar sehr, sehr bald.“

Was sollte ich dazu sagen? Ich hätte sagen können: „Ich will aber mein Leben nicht ändern“, und das hätte ich sogar noch in meinem nackten und erbärmlichen Zustand rechjt zornig hervorgebracht. Aber es wäre nicht die Wahrheit gewesen. Ich war nicht selbstbewusst genug, konnte nicht zu mir und meinen Wünschen stehen, und durchsetzen konnte ich sie schon gar nicht.

Also sah ich Sarah an, und wagte zu fragen: „Und wie soll das gehen, ich meine, mein Leben zu verändern? Doch wohl nicht so, wie Sie es gerade tun?“

Sarah wurde sichtbar nachdenklich, bevor wieder ein Lächeln über ihr Gesicht huschte, und sie dozierte dann längere Zeit. Soweit ich mich noch erinnre, sprach sie davon, dass eine Herrin zunächst lernen müsse, wie man diene, sonst würde sie keine gute Herrin, und dass es mir daran fehlen würde, über mich selbst hinauszuwachsen. Es war eine übermäßig lange, professorale Rede, doch an den Schluss erinnere ich mich: „Die Schläge geben dir die Kraft, etwas durchzuhalten. Sie transferieren die Macht, die du bekommen wirst. Ohne den Schmerz würdest du die Kraft vergeuden, die ich dir schenken werde.“

Ich sah Sarah an, als ob sie aus der nahen psychiatrischen Klinik entsprungen wäre, und sagte lustlos: „So kann man es wohl auch sehen.“ Sarah lachte noch einmal schallend, bevor sie sagte: „Warte nur, bis alles wirkt.“

Sie zögerte nun keinen Moment mehr, mich zu ergreifen und „übers Knie zu legen“. Dabei sagte sie zärtlich: „Es ist eine wunderschöne Art, die Kraft auf dich zu übertragen, meine Liebe, und ich werde nun nicht länger mit dir verhandeln. Die Zeit drängt etwas.“

Die Zeit? Ich hatte überhaupt kein Zeitgefühl mehr. Wie spät mochte es sein?

Die nächste Folge: Die Zauberkraft der Hiebe Folge 6 von 8
Diese Geschichte ist reine Fiktion, wir hier unter dem Namen unseres Kulturbeobachters veröffentlicht und ist geistiges Eigentum des Liebesverlags. Striktes © 2013 bei Liebesverlag.de