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Was ist eigentlich sex-positiv?

Sex-positiv zu sein bedeutet, Sex als einen natürlichen Teil des Lebens anzusehen, und der deshalb nicht als „schlecht“ oder „unrein“ angesehen oder sonst wie abgewertet werden sollte.

Deshalb heißt sex-positiv zu sein auch, die Vorstellungen anderer zu akzeptieren, so lange sie mit den Gesetzen konform gehen, und allen solchen sexuellen Formen und Einstellungen mit Respekt zu begegnen. Wenn legale sexuelle Kontakte im gegenseitigen Einvernehmen gesucht und entsprechende Aktivitäten ausgeführt werden, so darf dies nicht dazu führen, dass wir die Personen verachten, weil wir selbst solche Aktivitäten ablehnen.


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Sexuell-positive Menschen achten sowohl die Scham wie auch die Schuldgefühle anderer oder die Tabus, die sie aufgrund ihrer Religion oder Herkunft in die Welt beringen. Sie machen sich diese aber nicht zu eigen, sondern versuchen, ohne Schamgefühle lustvoll zu leben. Sie wissen, dass es Menschen gibt, die schwere Schicksale (Missbrauch, Süchte, Fehlleitungen) Schwierigkeiten haben, ihre Lüste positiv zu erleben.

In aller Kürze: Sex-positiv

Mit anderen Worten: Sex-positiv zu sein heißt, Sex als natürliche Regung der Persönlichkeit zu akzeptieren und den Sex dabei selbst möglichst lustvoll zu erleben.

Was erregt euch mehr - weibliche oder männliche Dominanz?

Moderne Domina-Darstellung
In einer bekannten Studie wird behauptet, dass Frauen „Sex an sich“ erregend finden, gleich, ob es sich dabei um Kaninchen, Frauen oder Männer handelt, die ihn vollziehen.

Was ist erregender? Weibliche oder männliche Dominanz?

Nun fragte sich Forscher, was wohl erregender sei: Romane über männlich Dominanz oder über weibliche Dominanz - oder möglicherweise auch Romane, in denen Dominanz keine Rolle spielte, obgleich sie ansonsten sehr erotisch waren. Zur Kontrolle diente ein „unerotischer“ Roman.

Dabei stellte sich heraus, dass sowohl Frauen wie auch Männer eine ähnliche Neigung zur Dominanz entwickelten, nachdem sie den Text über eine sexuell dominante Frau gelesen hatten.

Hingegen fand sich kein Beweis für die Annahme, dass Texte über männliche Dominanz erregender sein würden. Was die sexuelle Erregung betraf, waren alle drei Erotik-Geschichten in gleicher Weise erotisch stimulierend, und man fand keine Unterschiede in der sexuellen Erregung von Frauen und Männern durch diese Art von Literatur.

Dominanz "als solche" erregt beide Geschlechter

Was heißt das klartextlich?

1. Von erotischen Texten werden Frauen und Männer in ähnlicher Weise sexuell erregt. Das mag nicht für alle Texte gelten, aber mindestens für die Mainstream-Erotik.

2. Geschichten von dominanten Männern haben keine grundsätzlich andere Wirkung als solche von dominanten Frauen - beide fördern aber die Lust an Dominanz und Unterwerfung.

Geschriebene Dominanz und Unterwerfung erzeugen Lust

Dabei ergibt sich für Forscher natürlich die Frage, welche Schlussfolgerungen daraus zu ziehen sind, für den Rest der Menschheit steht aber fest, dass Geschichten, die abenteuerliche Lüste schildern, einen großen Unterhaltungswert haben. Im Grunde sind Werke über Dominanz und Unterwerfung ja erotische Abenteuerromane, bei denen wir gerne sehen, wenn die Figuren darin bis an ihre Grenzen gehen. Und wenn die Leserin oder der Leser dabei auf lustvolle Gedanken kommt, kann dies kaum ein Schaden sein - es sei, denn, sie oder er habe ein gestörtes Verhältnis zur Realität.

Wissenschaftliche Quelle: Tandfonlin.

Was gehört heute zum gewöhnlichen Sex?

Orale Lust
Manchmal sind wir verblüfft - da benutzen unsere Zeitgenossen Begriffe wie "Sex haben" - aber so genau wissen sie nun doch nicht, was es bedeutet. Einen Zungenkuss auszutauschen ist sicher noch kein Sex. Aber was gehört nun eigentlich zum gewöhnlichen Sex?

Die Frage lässt sich am einfachsten Beantworten, wenn man überlegt, welche Sexpraktiken von den meisten Menschen verwendet werden. Dazu eigen sich zuverlässige Befragungen. In einer solchen in Deutschland gaben ungefähr 90 Prozent der Frauen und Männer an, schon mal „gewöhnlichen Sex“ erlebt zu haben, der allgemein „Vaginalverkehr“ heißt. Weil dies zu unscharf ist, verwenden wir hier den Begriff „PiV“ für „Penis-in-Vagina“.

Zum „gewöhnlichen Sex gehört inzwischen auch der Oralverkehr, von dem es noch Mitte der 1950er Jahren hieß, dass „ihn nicht einmal Huren ausüben“. Oralverkehr bedeutet, dass von einem Partner Lippen, Mundhöhle und Zunge genutzt werden, um das Geschlechtsteil des anderen zu stimulieren. Wenn man dabei etwas „gemacht bekommt“, heißt es immer „passiv“, wenn man selber „etwas macht“, heißt es „aktiv“.

Männer und oral

Immerhin haben demnach 56 Prozent der Männer schon einmal „passiven Oralverkehr“ genossen, das heißt, sie ließen sich (wenn sie heterosexuell waren) oral von einer Frau stimulieren - in der Gelehrtensprache nennt man das auch Fellatio. Wenn ein Mann seinerseits „Oralverkehr“ an einer Frau vollzieht, heißt dies im Volksmund „lecken“, und offiziell „Cunnilingus“. Auf diese Weise haben 51 Prozent der Befragten schon einmal einer Frau befriedigt.

Frauen und Oralverkehr

Bei den Frauen finden wir recht ähnliche Prozentzahlen vor: 48 Prozent gaben an, schon passiven Oralverkehr (Lecken, Cunnilingus) gehabt zu haben, und 45 Prozent gaben an, schon mal einen Blowjob (Fellatio) gegeben zu haben.

Vergleich mit Analverkehr - Männer

Analverkehr („Sex, bei dem etwas in den Po geht“) wird ebenfalls in „aktiv“ und passiv“ aufgeteilt. Bei Männern ist Analverkehr aktiv und passiv möglich, Frauen können auf „gewöhnliche“ Weise nur Analverkehr passiv ausführen, für aktiven Analverkehr benutzen sie Instrumente, die allgemein „Strap-on-Dildos“ heißen. Dabei antworteten 19 Prozent der Männer, bereits einmal aktiven Analverkehr erlebt zu haben, während nur vier Prozent angaben, einmal passiv anal befriedigt worden zu sein.

Frauen und Analverkehr

Siebzehn Prozent der Frauen gaben an, schon einmal passiven Analverkehr mit einem Mann gehabt zu haben. Wie viele Frauen schon aktiven Analverkehr vermittels eines Dildos versuchten, geht aus der Statistik nicht hervor.

Was bedeuten diese Zahlen?

Die Zahlen entstammen zwar einer einzigen Quelle, sind aber mit gewissen Einschränkungen für Deutschland relativ verlässlich. Beim Analverkehr ist zu berücksichtigen, dass 14 Prozent der Männer nicht heterosexuell waren.

Vergleich mit anderen Ländern

Außerhalb Deutschlands liegen die Zahlen bei solchen Befragungen teilweise deutlich höher. Vor allem für Oral- und Analverkehr wurden in einzelnen Ländern deutlich höhere Zahlen angeben (Oral USA - Frauen 89 Prozent, Männer 90 Prozent, anal USA - 36 / 40 Prozent). Ähnlich in Schweden: Von dort wird berichtet, dass 94 Prozent der Studentinnen „aktiven oder passiven Oralsex“ hatten.

Die heutige Bedeutung von „Sex haben“

Wir verwenden heute den Begriff „Sex haben“ - aber viele wissen nicht, dass dazu nicht allein der „reine Geschlechtsakt“ im Sinne unserer Vorfahren ist. Vielmehr gehört nach der heutigen Sichtweise mindestens der Oralverkehr (aktiv und passiv) zu den üblichen „Zutaten“ einer lustvollen geschlechtlichen Betätigung. Darüber hinaus besteht „Sex haben“ nach heutiger Auffassung aus allen Praktiken, bei denen bei mindestens einem der Beteiligten die Geschlechtsteile stimuliert werden - egal wie.

Zahlen, Fakten, Erhebungen:
Das Zahlenmaterial fanden wird im Ärzteblatt.
Die US-Dateh stammen aus der "National Survey of Family Gowth" USA, 2010.
In Schweden gibt es mehrere Erhebungen - die zitierte wurde "researchgate" entnommen.

Warum wünschen wir uns „erotische Szenarien“?

Wenn die Rolle der Geliebten gespieltt wird ...
Seit Langem ist bekannt, dass immer mehr Männer, aber auch Paare, Frauen und Gruppen sich an erotischen Szenarien erfreuen. Ein Teil davon sind Rollenspiele der besonderen Art, also beispielsweise solche, in denen es um „Disziplin“ oder „Gehorsam“ geht.

Warum sind erotische Rollenspiele so beliebt?

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Vor allem, weil du weitgehend risikolos Praktiken erproben kannst, die dir im „wirklichen Leben“ außerordentlich peinlich wären. Aber „in der Rolle“ kannst du wagen, alles zu tun, denn du kommst am Ende wieder in das Leben zurück, aus dem du im Spiel geflohen bist. Du kannst entweder deine „Seele baumeln lassen“ und deine sinnlichen Erfahrungen erweitern. Oder du kannst ausprobieren, wie weit du gehen kannst, wenn niemand außer deinem „Rollenspielgefährten“ weiß, wann du nach mehr gierst, vor Lust oder Schmerz schreist oder dich entspannt in Tränen auflöst.

Normalerweise ist alles viel lustvoller, wenn du so etwas mit einem Partner probierst, den du auch im Alltag schätzt, und der über all das, was aus dir herausquillt, Stillschweigen bewahrt.

Warum du vieles nur „professionell“ bekommen kannst

Allerdings - und da liegt der kleine Haken - werden solche Szenarien auch von Dienstleistern und Dienstleisterinnen angeboten. Das liegt im Wesentlichen daran, dass nur wenige Menschen das schauspielerische Talent mit dem Wunsch vereinen, mit einem anderen Menschen körperlich oder psychisch intim zu werden. Denn „intim“ ist die Sache allemal, auch wenn eigentlich keine „Intimitäten“ (sexuelle Handlungen) im herkömmlichen Sinn angeboten werden.

Romantische Verführungen - nur noch gegen Bezahlung?
Das gilt im Übrigen auch für durchaus traditionelle Rollenspiele, wie „der Besuch einer Freundin, die bis zum morgen bleibt“, oder dem Erlebnis, mit einer Frau sexuell zu verkehren, die sich „wie eine echte Freundin“ verhält (GFE). Auch die Behauptung, dass ein älterer Herrn zu seiner jugendlichen Freundin, eine „echte Liebesbeziehung“ unterhält, wird auf den zweiten Blick dadurch getrübt, dass zu diesem Spiel regelmäßige Zahlungen an die jüngere Frau gehören. „Sugar Babys“ sind deshalb auch nichts anderes als Rollenspielerinnen, die für Geld auf der „Bühne“ eines Mannes auftreten. Frauen mittleren Alters wünschen sich oft „erotische Verführungen“, die mit Romantik gespickt sind - sie kommen heute praktisch nur noch als Rollenspiele vor.

Rollenspiele auf Gegenseitigkeit

Wenn beide Partner in einer „ganz gewöhnlichen“ Beziehung experimentierfreudig und schauspielerisch begabt sind, können sie durchaus wechselnde Rollen annehmen. Es ist wahrscheinlich so, dass dir manche Rollen besser gefallen werden als andere. Aber so viel kann ich dir sagen: Der „Appetit“ kommt beim „Essen“. Beim Schauspielern überwindest du Ängste und kannst tief in deine geheimen Wünsche abtauchen - und das alles ohne Risiko.

Einmal ein ganz anderer Mensch sein

Kommen wir noch einmal zur Frage, warum Rollenspiele so beliebt sind: Die meisten Menschen haben erotische Träume und Sehnsüchte, die sie nicht an die Öffentlichkeit bringen wollen. Im Rollenspiel allerdings kannst du abtauchen in eine Person, die tief in dir wohnt, aber niemals an die Öffentlichkeit kommen soll.

Nach einer halben Stunde, einer Stunde oder einem noch längeren Zeitraum bist du wieder dort zurück, woher du gekommen bist. kannst wieder die Person sein, die du vorher warst und wieder so mit deinem Partner leben als sei nichts vorgefallen.

Bild oben und unten: historisch, vermutlich Anfang 20. Jahrhundert.

Was ein Strap-on-Dildo mit einem Rucksack zu tun hat

Wenn du einen Gegenstand mit deinem Körper verbindest, den du stressfrei benutzen willst, musst du ihn zu einem Teil deines Körpers werden lassen. Nimm einen Rucksack. Wenn du ihn als Fremdkörper empfindest, der schnell wieder wegmuss, kannst du damit keine weiten Reisen antreten. Du musst zuvor akzeptieren, dass er zu dir gehört.

Dazu musst du eine gewisse Sensibilität entwickeln. Stell dir mal vor, du steigst mit dem Rucksack in eine Straßenbahn, dann wirst du beachten müssen, wie weit die Ausladung ist, und was jede Bewegung von Dir mit dem Rucksack macht.

Der Strap-on muss zu einem Teil von dir werden

Nun nimmt einen Umschnall-Dildo als Beispiel. Er gehört im Rollenspiel viel mehr zu deinem Körper als ein Rucksack, nicht wahr? Jede Bewegung, die du machst, und alles, was deine Gelenke, Muskeln und Sehnen bei der Verwendung tun, hat einen Einfluss auf das, was „am Ende“ ankommt - und natürlich auch auf dich selbst.

Schnall ihn um - und schau, wie sich deine Bewegungen übertragen

Harness - Fabrikat Zado
Und was ist also das Erste, was du nach dem Auspacken mit einem Umschnall-Dildo machen solltest. Zieh in an, zieh die Gurte fest und schau, wie du dich fühlst, wenn er wirklich aus dir herausragt. Schau, was er macht, wenn du dich bewegst. Leg deine Hand locker auf den Dildo, um zu beobachten, wie deine Bewegungen in ihn übergehen. Fühle mit deiner Hand, was passiert, wenn du mehr oder weniger Kraft anwendest oder wenn du die Bewegungen reduzierst oder verstärkst. Tipp: Nimm einen festen Gurt aus Leder mit auswechselbarem Dildo (Bild), auch wenn er teurer ist.

Üben - üben - üben

Du kannst dies im Liegen, Sitzen oder Stehen probieren. Manchmal wirst du mit deinem Strap-on-Dildo durch deine Wohnung gehen. Probier aus, wie du ihn tragen willst: Über den Jeans, mit einem Slip oder völlig nackt.

Versuch dann, jeden Tag ein wenig zu üben: Die „Hubbewegungen“, die ein Mann beim Sex ausführt, sind ihm angeboren - dir nicht. Also musst du erst einmal trainieren.

Wenn du den Gurt eine viertel Stunde tragen kannst und dabei ebenso heftige wie sensible Bewegungen ausführen kannst, ohne dass du Druckschmerzen empfindest, dann bist du so weit, dass du ihn das erste Mal „einsetzen“ kannst.

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Der erste echte Einsatz

Wenn du deinen neuen „Körperteil“ zum ersten Mal bei einem Mann einsetzt - such dir einen, der ein bisschen härter im Nehmen ist. Für den Mann ist es meistens genau so neu wie für dich - und du hast zu Anfang noch nicht die Sensibilität, die du benötigst, damit es „ihm“ wirklich Freude bereitet.

Du wirst bald sehen: Übung macht die Meisterin. Und egal, was du damit anstellen willst: Zum Einsatz eines Strap-On-Gürtels gehört jede Menge „Schmiere“, englisch „Lube“ und auf Deutsch eigentlich „Gleitmittel“.

Alles über "anal" bei netdoktor at.
Bild: Ansicht eines soliden Gurts von Zano. Ein Dildo wird hier nicht gezeigt. Dieser Gurt ("Harness") ist bei vielen Anbietern, unter anderem auch Sineros erhältlich.Dieser Artikel ist nicht gesponsert.