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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Ohne Risiko Partner(innen) finden?

Eine der häufigsten Fragen, die mir (und jedem anderen „fröhlichen Kenner“) gestellt wird, ist diese:

„Kannst du mir eine absolut sichere Methode nennen, meine Partner (meine Partnerin) zu finden?“

Die Frage beinhaltet vielfach den Satz „ich fühle mich unsicher“ und oftmals leider auch „wie kann ich mein Glück ohne Risiko finden?“

Über das Risiko

Nun ist es so: Das Leben ist immer und überall Risiken ausgesetzt. Und dabei spielt es keine Rolle, ob du suchst oder „Gefunden werden willst“. Du wirst in jedem Fall „Fremden“ begegnen, wenn in deiner Umgebung niemand vorhanden ist.

Was ich dazu sagen kann?

Wenn du gelernt hast, mit Risiken umzugehen und sie zu beherrschen, brauchst du keinen Rat. Und vor allen nicht, wenn du offen und selbstbewusst, aber mit der üblichen Zurückhaltung an Begegnungen herangehst.

Wenn du Risiken scheust, ist es schwieriger. Manche Frauen/Männer, die die begegnen, sehen das und „helfen dir über diese Hürde“. Andere nutzen deine Unsicherheit aus. Diejenigen, die zur zweiten Gruppe gehören, sind oft sehr geschickt, dich einzulullen. Sichere dich ab – zum Beispiel, indem du das erste Date ausführlich mit einer Freundin / einem Freund besprichst, der neutral und klug ist.

Wenn du „der ganze normale Typ“ Frau oder Mann bist, dann liegst du etwa in der Mitte: Mit manchen Risiken kannst du umgehen, mit andere nicht. Da hilft nur, sich vorher zu überlegen, welche Situationen du beherrscht und welche nicht. Und eine dürfte klar sein: Je mehr Alkohol, umso leichtsinniger werden Menschen. Aber auch, je mehr irrwitzige Vorstellungen sie haben, die nur schwer erfüllbar sind.

Ich hoffe, dass dir mein Beitrag etwas nützt.

Partnersuche – gleich oder ungleich?

Wer nach präzisen Regeln für die Partnersuche fahndet, trifft bald auf ein Gewölle von Ungenauigkeiten. Die meisten psychologisch argumentierenden Autoren meinen, die homogame Theorie sei am wahrscheinlichsten. Nach ihr finden sich Partner(innen) nach dem Gleichheitsprinzip.

Die Ähnlichkeitsthese - historisch

Diese Theorie sagt aus, dass zukünftige Partner in erster Linie gleich sein müssten. Die Theorie wird durch den Volksmund gestützt, der sagt „Gleich und gleich gesellt sich gerne“. Auch im Englischen existiert ein ähnliches Sprichwort: „Birds of a feather flock together“. Doch reicht das als Begründung?

Keinesfalls, wenn man das 19. Oder auch den größten Teil des 20. Jahrhunderts ansieht. Denn zu jenen Zeiten war es relativ normal, in Kreisen zu heiraten, die ohnehin „ähnlich“ waren. Man kannte sich aus dem Freundeskreis, aus dem Viertel, wo man lebte, aus der Schule, oder aus dem Studium, das damals nur wenigen vergönnt war. Später entstanden viele Beziehungen aus der Berufstätigkeit. Es war also klar, dass man „einander irgendwie ähnlich war“.

Die Psychologie korrigiert ihre Meinung beständig

Es gibt also keine Beweise für diese These. Auch in der Psychologie wechseln die Ansichten häufiger, als seien Altbauwohnung tapeziert werden muss.

- Zu Anfang wurde der „Gleichheitsgrundsatz“ als gegeben angesehen. Das hatte historische Gründe.
- Im Rahmen der „Einstufungen von Persönlichkeitsmerkmalen“ wurde versucht, Gemeinsamkeiten bei Paaren festzustellen.
- Davon übrig blieb, dass „existenzielle Persönlichkeitsmerkmale“ (Lebenseinstellungen) gleich sein sollten.
- Dann wurden Einschränkungen gemacht – nun heiß es, nur „beziehungsrelevante“ Aspekte, der Persönlichkeit sollten herangezogen werden. Allerdings gab es dafür keine verbindlichen Kriterien.
- Alternativ wurde ein Ähnlichkeitsprinzip vertreten und ein Ergänzungsprinzip (Konklusion).
- Gegen 2011 wurde erstmals die These vertreten, dass es nicht Persönlichkeitsmerkmale, sondern Fähigkeiten (Kompetenzen) sind, die für das Gelingen von Beziehungen nötig sind. (Durch Guy Bodenmann, Zürich).

Ungleich sein ist ein Prinzip des Menschseins, gleich sein die Ausnahme

Ungleich, also unterschiedlich zu sein, ist im Übrigen ein Prinzip des Menschseins und einer der Meilensteine der Evolution. Wer von Gleichheit spricht, unterschätzt, wie viele Aspekte die Persönlichkeit eines Menschen umfasst. Jedenfalls dann, wenn man täglich mit ihm zusammenlebt.

Was ist nun mit der gegenteiligen Annahme? Mindestens ebenso konfus. Der Begriff heißt „Heterogamie“ und sagt einfach aus, dass beide „unterschiedlich“ sind. Ursprünglich nicht einmal in der Persönlichkeit, sondern in Alter, Herkunft und Konfession. Die Annahme, dass unterschiedliche, eventuell sogar konträre Persönlichkeitsstrukturen gegen eine Ehe sprechen, stammen aus der Feder von Psychologen. Der Volksmund gibt gerne seinen Senf dazu und sagt: „Gegensätze ziehen sich an“ - je nachdem, wie die Beziehung verläuft.

Die einzige Regel: Wisse, was du tust, wenn du heiratest

Das Problem dabei ist – wie auch bei der „Homogamie“ – die unscharfe Definition von Gleichheit und/oder Ungleichheit. Auch bei „Ungleichheiten“ sollte also überlegt werden, ob sie für die Beziehung nützlich, schädlich oder bedeutungslos sind.

Generell gilt:

Eine Beziehung kann durch, trotz oder völlig unabhängig von Gleichheiten oder Verschiedenheiten gelingen. Wichtig ist allein, die Unterschiede einerseits und die Gleichheiten andererseits zu kennen und damit umgehen zu können.

Mit großer Wahrscheinlichkeit beruhen nahezu alle Ehen, die lange halten und glücklich sind, darauf, einander zu ergänzen. Wer mag, kann dies als eine Win-win-Situation bezeichnen.

Firmen gründen und Ehen begründen

Ein Beispiel off Topic: Ein Ingenieur hat eine Idee für ein innovatives Produkt. Um es zu vermarkten, braucht er einen Kaufmann. Also gründen beide zusammen eine Firma. Wenn beide guten Willens und jeder auf seinem Gebiet kompetent ist, gelingt die Gründung.

Ein Ehe zu begründen, bedeutet möglicherweise wesentlich mehr - aber eine gute Voraussetzung ist stets, sich gegenseitig zu ergänzen.

Eine der Quellen: Liebesbeziehungen, sowie zahllose Bücher und Internetquellen, die ich im Lauf der Zeit sammelte.

Braucht ein Paar eine „passende“ Intelligenz?

Es ist lange her, dass ich spaßeshalber am IQ-Test der „absoluten Eliten“ teilnahm – bei einer Online-Partnervermittlung (keiner deutschen, um dies vorauszuschicken). Nachdem ich den Test absolviert hatte, fiel ich nicht unter die glücklichen zwei Prozent, die zu den absoluten Intelligenzbestien gehörten. Wenig später bekam ich die Nachricht, ich solle doch bitte auch noch den Test auf „emotionale Intelligenz“ absolvieren. Offiziell wurde die Bedeutung gepriesen, doch inoffiziell war es wohl so, dass die Anzahl der gefundenen Mitglieder nicht ausreichte.

Die Inflation der Intelligenzbegriffe

Jener Test auf „emotionale Intelligenz“ wurde erst in den 1990er-Jahren entwickelt, und er löste eine Debatte über „Intelligenzformen“ aus. Flugs wurden noch ein paar draufgepackt – namentlich die „soziale Intelligenz“.

Im Grunde handelte es sich weder bei der „emotionalen“ noch bei der „sozialen“ Intelligenz nicht wirklich um „Intelligenz“, sondern um Fähigkeiten, Fertigkeiten und Veranlagungen, und „eigentlich“ wurden sie publik gemacht, um Neigungen für bestimmte Berufe festzulegen. Ob das, was für Berufe gilt, auch für Beziehungen zutrifft, ist allerdings mehr als fragwürdig.

Seither wird kräftig gewerkelt, um neue Intelligenzbegriffe zu propagieren. Zum bisherigen (und einzige authentischen) Intelligenzbegriff wurden weitere Begriffe hinzugefügt. Manche sind so fadenscheinig, dass jedem Laien auffallen müsste, dass es sich nicht um „Intelligenz“ handelt.

Die 10 "Neuen" Intelligenzbegriffe

Zum Hauptbegriff hinzugefügt werden, je nach Autor(in):

1. Emotionale Intelligenz.
2. Soziale Intelligenz.
3. Sprachliche Intelligenz.
4. Räumliche Intelligenz.
5. Musikalische Intelligenz.
6. Intelligenz des Bewegungssinns.
7. Interpersonelle Intelligenz.
8. Zwischenmenschliche Intelligenz.
9. „Naturalistische“ Intelligenz. (Beobachtungsfähigkeit)
10. „existenzielle“ Intelligenz.

Die meisten dieser Einstufungen stammen offensichtlich von dem Erziehungswissenschaftler Howard Earl Gardner. Wie bereits gesagt, ist die Einstufung im Wesentlichen darauf ausgerichtet, mit bestimmten Veranlagungen den richtigen Beruf zu wählen.

Kann Partnersuchenden ein Test auf „Intelligenzen“ dienen?

Vermutlich nicht. Wenn ihr euch nicht berufen fühlt, die nächste Generation von Eliten aufzuziehen, bringt nicht einmal der „hohe IQ“ etwas. Die schnöde Wahrheit ist: Wenn ihr von allem, was in den weiteren zehn Punkten steht, wenigstens ein klein wenig in eurer Erbmasse habt, und wenn ihr etwas damit anfangen könnt, dann ist alles gut.

Quelle der Aufstellung: simplypsychology.
Ein ähnlicher Artikel erschien auch bei "sehpferd".

Wann soll ich mich für eine(n) Partner(in) entscheiden?

Und wer soll es nun sein?
"Wie viele Dates soll man eigentlich eingehen, bevor man sich für jemanden entscheidet?"

Diese Frage wird oft gestellt - und sie ist eine dieser Fragen, die typisch sind für die „moderne Zeit“. Menschen aller Alztersklassen suchen heutzutage oft nicht nur Partner, sondern auch Orientierung. Und oftmals ist es noch wesentlich schwerer, den Kompass für die Partnersuche zu finden als die Partnerin/den Partner selbst.

Partnersuche ohne inneren Kompass

Wer ohne innere Kompass sucht, dem geht es wie einem Wanderer, der einfach losläuft, ohne eine Ziel zu haben. Das geht, wenn sie/er sehr neugierig und offen ist. Vor allem aber ist wichtig, genügend „Proviant“ dabei zu haben, also die Fähigkeit, mit dieser Form der Suche gut zu leben. Die Hoffnung ist, bei einem der Dates festzustellen, dass es für eine Beziehung reichen könnte.

Nach wie viel verschiedenen Dates also?

Meine Antwort: So viele Dates, bis es geklappt hat. Etwas Vorsicht ist angebracht, weil es sein könnte, dass du die Partnersuche mehr liebst als das Ziel, Partnerin oder Partner zu finden. Nach sechs bis zehn Dates unbedingt eine Pause einlegen, falls es bis dahin nicht geklappt hat.

Partnersuche mit festem Ziel

Partner(innen) „gezielt zu suchen“ ist eine Zeitströmung. Partnervermittler „online“ wie „offline“ unterstützen diese Idee aus Eigennutz, aber sie sich nicht die Verursacher des Trends. Die Ursache liegt darin, die eigenen Ziele sehr hoch zu setzen und sich selbst dabei (Pardon, liebe Leser/innen) völlig überbewerten. Das bedeutet meist: Die Partnersuche kostete viel Zeit, ist ernüchternd und zudem stressig. Welche Maßnahmen ihr dann treffen könnt, habe ich schon ein paar Dutzend Mal geschrieben.

Nach wie viel verschiedenen Dates also?

Nach sechs bis zehn Dates aufhören und eine andere Strategie wählen. Jedes zuständliche Date schadet dir, weil du ja den Erfolg suchst - und Misserfolge werfen dich zurück.

Partnersuche nach einfachen Regeln

Die einfachste Regel ist: Wenn dir jemand gefällt und du ihm/ihr auch, dann versuche, eine Beziehung einzugehen. Wenn du tolerant bist, den einen oder anderen Kompromiss eingehst und Mut hast, wirst du mit dieser Methode schnell Erfolg haben. Sie birgt ein gewisses Risiko, aber das gehört zu den „normalen Lebensrisiken“.

Nach wie vielen Dates klappt das?

Nach einem Date, wenn du Glück hast. Falls du eine Vorauswahl treffen kannst oder doch mehrere Dates eingehen willst: Nach drei bis fünf Dates hast du einen akzeptablen Partner gefunden.

Und nach wie vielen Dates soll ich mich festlegen?

Diese Antwort betrifft Dates mit derselben Person in Folge. Klare Antwort aus Erfahrungen von glücklichen Paaren: Nach dem ersten Treffen, an dem ihr einen ganzen Tag oder ein Wochenende miteinander verbringt. Also möglichst beim zweiten oder spätestens beim dritten Date.

Warum ich weiter leidenschaftlich über die Liebe schreibe

Propagandaschriften für junge Menschen, 1960er Jahre
Wenn wir hier über Liebe schreiben, lesen oder diskutieren, sollten wir immer im Auge haben: „Liebe“ ist ein sehr ungenaues Gefühl. Und wir rücken sie uns im Alltag stets so zurecht, wie wir es gerade brauchen.

Insofern ist es recht müßig, über „wahre“, „ewige“ oder „spontane“ Liebe zu schreiben. „Liebe“ ist zu einem enormen Teil das, was wir dafür halten. Nur die Soziologen und religiösen Eiferer versuchen, uns ihre Definitionen ins Hirn einzubrennen. Viele Autoren versuchen zudem, die Realitäten der Liebe vom Kitsch zu trennen, um dann den Kitsch mit Wunschträumen anzureichern, und uns den süßen Sirup auf die Lippen zu schmieren. Ja, da werden die Augen durchaus feucht – und dennoch ist es nichts als eine Manipulation.

Von den unverschämten Übergriffen der Soziologen auf die Liebe habe ich schon oft geschrieben. Sie benutzen zwei Abstraktionen aus dem Säugetierbereich: die Zugehörigkeit zu einer Herde oder einem Rudel und die Liebe der Mutter zu den Nachkommen. Das haben wir Menschen sinnvollerweise übernommen, und die Liebe, die sei dabei empfangen haben, können sie glücklicherweise auch oft weitergeben. Doch die Horde oder das Rudel sind für Menschen heute nicht mehr ganz so bedeutend. Sie finden durchaus auch andere Wege durchs Leben.

Anders die Moralisten: Sie setzen Liebe voraus, bevor Lust entstehen kann, und sie sagen, dies sei ein sehr langwieriger Prozess. Woher sie diese Meinung haben, ist ziemlich eindeutig. Sie entstammt dem Frauenbild des 19. Jahrhunderts, verbreitet durch einen Mann: Den forensischen Psychiater Krafft-Ebing. Er beharrt darauf, dass die sexuelle Lust „des Weibes eine sehr Geringe“ sei. Gestützt wird seine Meinung in neuester Zeit durch einen Teil der Evolutionspsychologie. Sie versucht, und einzureden, dass Frauen so sein müssten, weil sie das Risiko der Schwangerschaft tragen würden. Doch da liegt ein Irrtum vor: Lust und Begierde fördern den Sex, Liebe verhindert ihn eher. Damit es auch noch der/die Einfältigste glaubt: Wenn Treue eine Folge von Liebe ist, dann verhindert sie sexuelle Eskapaden der Partner.

Wenn wir als Menschheit wüssten, was Liebe „ist“, dann müssten wir nicht ständig danach fragen. Und weil Liebe so ein unordentliches Gefühl ist, gibt s viele Wege, sie zu empfinden und zu beschreiben. Ein unordentliches Gefühl? Zweifellos. Ein Schmelztiegel von drogengesteuertem Verhalten und sinnlichen Empfindungen? Sehr wahrscheinlich. Und für manchen ist Verliebtheit ein Ausnahmezustand, in dem er/sie glaubt, Liebe zu empfinden.

Das alles heißt: Wir müssen weiter über die Liebe schreiben und die Liebenden davor schützen, von den Piraten der Wissenschaft, der Religion oder der Moralinarmee gekapert zu werden.

Schriften im Bild: (links) Jochen Fischer (protestantischer Autor, kirchennah), "Nicht Sex, sondern Liebe", Hamburg 1966, (rechts) Dr. Urich Beer (Psychologe, kirchennah), "Liebe contra Sex", Tübingen 1967.