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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Glaube nicht ungeprüft, was Psychologen dir raten

Es gibt Psychologen und Psychologen. Die einen glauben an dich, die anderen an ihre göttliche Weisheit. Diejenigen, die an dich glauben, gehören zu jenen, die dir helfen werden. Diejenigen, die an sich selbst glauben, kannst du getrost ignorieren. Was Dates betrifft: Darüber hat jeder seine Meinung – auch der Psychologe oder die Psychologin. Meinungen bedeuten nicht viel, und das Gebiet der Dates ist ein „weites Feld“, auf dem es kaum Wegweiser gibt. Und deswegen haben Psychologen und Psychologinnen auch kaum einen sinnvollen Rat für dich.

Ich sage dir einen Satz, der dir hilft:

Beim Date bist du mit der anderen Person allein auf einem Schiff, dessen Kurs nur ihr beide bestimmen könnt – und wohin ihr beide es steuert, dahin wird es fahren.

Einfacher Rat für einfache Probleme - vom Chef der Liebeszeitung

Ein Leben einrichten – und etwas über das Kennenlernen

Gedanken reduzieren die Zeit zurückdrehen - warum spielen so viele Menschen mit der Nostalgie?
Ein Hauch von Informationen über mein Leben zuerst

Oft werde ich gefragt, ob es ein besonders Ereignis in meinem Leben gab, das „alles“ völlig verändert hat. Und ja, ich weiß eines, das meinem Leben eine neue Richtung gab.

Doch genau genommen war es nicht ein Ereignis, sondern es waren einige Ereignisse in Folge. Erst im Nachhinein konnte ich bewerten, was alles bedeutete, und wie zufrieden ich mit den Veränderungen sein konnte.

Und nun zu deinem Leben

Willst du dir ein bestimmtes Leben einrichten? Oder willst du etwas Grundlegendes ändern?

Ich rate dir, dabei sehr behutsam vorzugehen. Verhaltensänderungen können nützlich sein. Aber wenn du einen „neuen Lebensstil“ sozusagen „aufsaugen“ oder „verinnerlichen“ willst, dann denke daran, dass nur der Wandel wirklich sicher ist. Das heißt im Klartext: Es ist besser, jederzeit einen Katalog der Fähigkeiten und Fertigkeiten parat zu haben, als zu sagen: „Ich folge diesem oder jenem Lebensstil.“

Wenn du starr an einem Lebensstil festhältst, verhinderst du den Wandel. In den letzten Jahrzehnten gab es so viel Wandel, dass kaum noch jemand den Überblick behalten kann.

Und deshalb einmal für alle Male: Je mehr du erstarrst, dich fixierst oder ideologisierst, umso schwieriger wird es für dich, etwas Neues zuzulassen.

Und das Kennenlernen?

Allein die Möglichkeiten, Wege und Verhaltensweisen im Rahmen des Kennenlernens waren 1966 anders als 1986 und 1986 anders als 2006 - und garantiert gelten 2026 wieder andere Regeln. Dies wird von vielen Menschen weitgehend ignoriert, auch von sehr jungen Menschen, wenn sie „Dates“ zelebrieren. Sie spielen sozusagen „neunzehntes Jahrhundert“. Der Charme, der davon teilweise ausgeht, wird aber schnell zum Nachbarn des Misserfolgs. Denn in der Ehe geht es mehr und mehr um Tacheles – also um einen „Faktencheck“. Das Verlieben verläuft auf einer ganz anderen Schiene … parallel und doch nicht synchron.

Und deshalb ein Satz noch, ganz kurz:

Es ist ausgesprochen schädlich, unumstößliche Lebensentwürfe in neue Beziehungen einzubringen.


Grafik: Avatar im viktorianischen Kleid vor entfremdeter Kulisse aus einem nostalgischen Café. © 2022 by Liebesverlag.de

Kommunikation – etwas, das du nicht verstehst?

Ungewöhnliche Frage, aber durchaus sinnvoll
Zu den wichtigsten Werkzeugen, um Menschen kennenzulernen und beurteilen zu können, zählt die Kunst der Kommunikation. Frage mal einen „Personaler“, was er dazu meint, wenn du mir nicht glaubst.

Wer ein Date hat, sollte Kommunikation wirklich beherrschen. Du hast wenig Zeit, deinen Partner wirklich kennenzulernen. Warum vergeudest du deine Zeit mit Smalltalk? Warum lernst du Fragenkataloge auswendig, die die nichts nützen werden? Du willst den anderen Menschen doch „kennenlernen“, oder?

Kommunikation besteht größtenteils aus drei Techniken:

1. Interessant zu fragen.
Immer mit W-Fragewörter beginnen, außer „warum".
2. Informative Antworten zu finden.
Keine Theorien, Visionen und ferne Zukunftspläne. Beginne dort, wo du bist, also im im „Hier und Jetzt".
3. Aufmerksam zuzuhören.
Du erfährst mehr, wenn du eine gute Zuhörtechnik verwendest, weil der andere dann motiviert wird, mehr zu sagen.

Wenn du das noch nie gehört oder gelesen hast – dann brauchst du wirklich „Nachhilfe“. Es sei denn, du wärest ein Naturtalent.

Einfacher Rat für einfache Probleme - vom Chef der Liebeszeitung

Mit diesen fünf Grundsätzen findest du deinen Partner

Niemand weiß zuvor, wohin sich die Liebe neigt ...
Ob du nun nach drei, fünf oder sieben Wahrheiten über „erfolgreiche Strategien“ oder „schlimme Fehler“ bei Dates gesucht hast – du bist jetzt an der richtigen Seite gelandet.

Das Erste und wichtigste: Erwarte nichts

Sobald du etwas erwartest, willst du etwas, das deiner Sichtweise entspricht – aber es ist etwas, das ein anderer /eine andere erfüllen soll. Und nun frage ich dich – warum sollte er oder sie das tun? Was du triffst, ist eine andere Person. Wenn du Glück hast, sucht sie ernsthaft, und bei sehr großem Glück will sie dich.

Das Zweite: Eindrücke sammeln

Wenn jemand mit seinem Wissen prahlen will, sagt er oft: „Die Sympathie entsteht in den ersten 100 Millisekunden“. Wenn das so wäre, könntet ihr euch das langwierige Gespräch schenken. In den „ersten 100 Millisekunden“ entscheidet der Mensch ob er weglaufen oder standhalten soll. Solange du nicht das Bedürfnis hast, wegzulaufen, solltest du zuhören, was der andere zu sagen hat. Und die wirkliche „Sympathie“ ist ein Puzzle, das aus vielen Eindrücken besteht.

Das Dritte: Kommunikation fördern

Ich höre oft von dem vielen Small-Talk und sonstigem blödsinnigen Gequatsche, das bei Dates angeblich eine Rolle spielt. Gespräche führen bedeutet nicht, Pingpong zu spielen, sondern etwas Wichtiges zu erfahren und zu verstehen. Das kannst du lernen. Es ist sehr einfach, aber du benötigst ein paar Grundlagen.

Das Vierte: Funken und Schmetterlinge sind nicht viel wert

Die ständigen Dummsprüche über „Funkenflug“, „Schmetterlinge“ und andere erhofften Emotionen sind Fakes. Es kann bei Dates passieren, dass sofort eine erotische Spannung entsteht oder eine spürbare sexuelle Erregung. Das ist oftmals gut, weil es die Partner veranlasst, sich körperlich näher zu kommen. Sobald dies so ist, steigt auch der Wunsch nach Sex. Das ist gut und richtig, aber es bedeutet nur, aufeinander Lust zu haben, und nicht, dass der andere der/die passende Beziehung ist.

Das Fünfte: Entscheiden ist nötig

In Deutschland ist es üblich, am Ende des ersten Dates die Entscheidung zu fällen, ob man sich noch einmal wiedersehen will. Das ist eine sehr gute Verhaltensweise. Denn meist stellt sich bis spätestens bis zum dritten Date heraus, ob der andere für eine Beziehung taugt. Und genau das ist entscheidend. Herausfinden kannst du es nur, wenn du tatsächlich das Risiko einkalkulierst, dass es nicht von Dauer sein könnte.

Und jetzt?

Du hast es gelesen? Dann tu genau das, was hier steht. Du brauchst keine Tricks, um einen Partner oder eine Partnerin zu finden. Die fünf Punkte, die ich genannt habe, reichen völlig. Und ich verdiene keinen Cent daran, sie hier zu veröffentlichen.

Konkreter werden … die zweite (oder dritte) Ehe

Einmal ist kein Mal ...
Manchmal fragt man mich ja noch – deutlich seltener als früher zwar, aber man kann ja mal versuchen, was der „Greis“ noch zu sagen hat.

Zum Beispiel, ob ich nicht etwas Konkreter werden könnte, wenn es um die Partnersuche geht. Vor allem, wenn man geschieden ist und über … über … na, sagen wir mal 45.

Denn so viel ist sicher – viele Paare trennen sich, wenn sie das Leben mit dem Partner für „erfüllt“ halten. Und dann sind sie zumeist nicht mehr sonnige 30, sondern gehen auf die 50 zu.

Einen Moment innehalten

Zunächst würde ich jedem, der in diesem Alter ist, den Rat geben, einen Moment zu verschnaufen und sich mit der Jetztzeit auseinanderzusetzen.

Das liegt daran, dass zwischen der Zeit, als du 30 warst, eben 20 Jahre liegen, falls du jetzt 50 bist. Und in dieser Zeit haben sich die Balzplätze ebenso verändert wie die Bedingungen, unter denen Paare zusammenkommen.

Mann, du suchst eine feste Beziehung?

Nehmend wir an, du wärest ein Mann und du suchst wieder eine feste Partnerin. Dann überprüfe zuerst deine Garderobe und guck dich dann damit im Spiegel an. Ist es ein netter Kerl mit Geschmack, der dich anblickt? Dann sieh zu, dass du deine Kommunikation neu ausrichtest. Je schneller du das Spiel lernst, wie man offener werden kann, aber auch weißt, wann du beim Gespräch einen Gang zurückschalten musst, ist alles klar.

Versuch es nicht bei Frauen, die hervorstechen wollen

Ab hier ist das Spiel ähnlich wie früher: Die begehrten, jugendlich aussehenden Frauen, die aus Ihrem Ex-Imperium noch ein paar Eigentumswohnungen gerettet haben, sind schnell aufgebraucht. Und diejenigen, die recht schnell mit dir ausgehen wollen, haben Absichten aller Art – Flirts, Bettaffären oder „Männerbesichtigungen“. Nur wenige suchen dich als „Person“ und Zukunftsbegleiter. Also bleiben jene, die nicht in der ersten Reihe stehen. Du erkennst sie daran, dass sich nicht fordern, sondern abwägen. Immerhin stehen einer heute 50-jährigen noch viel Jahre der gemeinsamen Freude bevor – und die wollen Frauen dann schon mit einem wirklich passenden Mann verbringen.

Vergessen und Ertragen - nicht alle Begegnungen sind Treffer

Konkret heißt das, sich einerseits nicht von „optischen Schönheiten“ blenden zu lassen und andrerseits die „Rosinenpickerinnen“ zu ertragen. Die Letzteren erkennst ihr daran, dass sie ihren eigenen Wert zu hoch einschätzen. Genau genommen wollen sie einen höheren Preis für ihre Schönheit, Bildung und soziale Stärke erzielen. Schon allein diese Absicht sollte jedem Mann zu denken geben.

Der beste Tipp? Oh, er ist sehr einfach. Die meisten Menschen sind Mittelmaß – also hast du hier die besten Chancen. Und im Mittelmaß findest du Frauen, die mit einigen Eigenschaften hervorstechen, die gerade dich interessieren. Das ist sozusagen der beste Weg zum Ziel.

War ich konkret genug? Ich hoffe doch sehr.

Auch interessant: Das Thema in der NZZ.