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 Liebeszeitung - Lüste, Liebe, Beziehungen und viel mehr.

Mehr Dates – mehr über sich selbst lernen

Ich hasse normalerweise Promi-Ratschläge. Aber dieser hier taugt etwas – und sicher nicht nur für Dates:

Date viel, und wenn ein Date schlecht läuft oder du eine schlechte Erfahrung machst, mach weiter. Wenn es nicht passt - Nächster"

Michelle Obama

Ich weiß, dass Misserfolge schmerzen können – schließlich hatte ich selber welche. Aber am Ende ist es so: Je mehr Menschen du kennenlernst, umso mehr lernst du über dich selbst.

Über dich selbst? Ja, denn all deine Begegnungen entschwinden wieder - und du wirst sie schnell wieder vergessen. Aber du selbst? Du lebst weiterhin mit dir.

Wenn du das bezweifelst, frag dich doch mal: Warum sollte dich jemand heiraten? Oder: Warum sollte er (sie) auch nur eine einzige Nacht mit dir verbringen?

Frag dich selbst – und finde deine Antworten.

Liebe ist mehr als "Wertschätzung"

Im Zusammenhang mit dem Kennenlernen fällt mir in letzter Zeit oft das Wort „Wertschätzung“ auf.

Du willst also für deine Werte geschätzt werden?

Na schön. Für soziale, emotionale, geistige, körperliche Werte oder für was sonst? Für die religiöse Richtung, der du anhängst? Für deine ethischen Grundlagen? Kannst du für jede der genannten Werte fünf Worte finden, die sie in etwa beschreiben?

Wenn du es kannst, bewundere ich dich. Das kann vielleicht eine Person aus 100.

Werte sind nicht gleich Werte

Oh, ich vergaß noch die Werte, die nicht unmittelbare mit deinem Gemüt, deinem Geist oder deiner Auffassung zusammenhängen. Was denkst du über deine Fähigkeiten, deine Fertigkeiten, deine Kernkompetenzen?

Gewertschätzte Schätzchen

Kommen wir mal zum Extrem. „Ich will gewertschätzt werden, weil …“ oder war es „wertgeschätzt werden, weil…“?

In diesen Fällen schwebst du gerade über den Wolken. Es kann sein, dass du „geliebt werden möchtest, weil …“ – das ist für jeden verständlich. Wenn du Fisch essen willst, gehst du in ein Fischrestaurant. Und wenn du Liebe suchst, dann gehst du zu einer Verabredung mit einem Menschen, der sie dir schenken kann.

Verabredungen zwecks „Wertschätzung“? Gehe besser gar nicht erst hin.

Die schrecklichen Dating-Apps

Die Illusion der freien Auswahl ... auf dem Jahrmarkt
Viele von uns habe es geahnt, einige sogar vorausgesagt: Dating-Apps bieten überwiegend ein Spiel mit der eigenen Attraktivität. Es ist unbestritten, dass solche Spiele gelegentlich auch für die Partnersuche taugen. Aber eben nur gelegentlich.

Überlegen wir doch einfach mal: Wenn du eine Frau bist und über eine angesagte Einkaufsmeile gehst, denn genießt du anerkennende Blicke. Und natürlich kommt es vor, dass deine Blicke auch den Blick jener treffen, die sich ansehen. Vielleicht kommt es sogar zu einem kleinen Flirt …

Und nun frage ich euch: Wo ist dann da der Unterschied? Du spielst dein Spiel, die anderen spielen ihr Spiel – und dann und wann fällt dabei auch mal eine Begegnung ab. Mehr hast du auch nicht erwartet, oder etwa doch?

Das Spiel, das sich "Partersuche" nennt

Das Spiel bei den Dating-Apps heißt „Swipen“. Dies wieder beruht auf der Annahme, dass sich in der App einige Tausend Gelegenheiten verstecken, lauern, die nur darauf warten, dass du sie entdeckst. Und ja, auch dieses Spiel kann zufällig einen Menschen hervorspülen, der zu passen scheint.

Und was passiert wirklich?

Kaum jemand will noch „swipen“, weil es bei dieser Lotterie viel zu viel Nieten und ein paar Trostpreise gibt, aber sehr selten einen wirklichen Gewinn. Das ist ebenfalls ganz einfach: Auf Dauer siegt nicht die Spielwut, sondern die Erfolgsquote entscheidet. Und daher sagt die Journalistin und Buchautorin Nichi Hodgson kurz und bündig:

„Jetzt ist das Tinder-Modell bei vielen Jugendlichen tot – sie wollen nicht mehr swipen.“

Der Forscher Dr. Luke Brunning geht noch weiter. Nach seiner Meinung wirkt der Spielcharakter vieler Dating-Apps mittlerweile „abstoßend“ und er sagt dazu:

Intimität wird einem leicht gemacht, es macht auf kurze Sicht Spaß, aber je mehr man spielt, desto ekliger fühlt man sich dabei.

Oder ganz konkret: Wer letztlich entdeckt, dass die Dating-App eher einer Lostrommel gleicht als einer Möglichkeit, den passenden Partner oder die passende Partnerin zu finden, der gibt auf. Und das ist nun wirklich eine ganz natürliche Reaktion.

Es gibt andere Argumente gegen Dating-Apps, auch gegen solche, die sich nicht als Spielkonsolen darstellen. Beispielsweise sind die Interessen der Betreiber nicht identisch mit denen der Benutzer. Denn während der Benutzer auf schnelle und sichere Erfolge hofft, haben die Betreiber die Absicht, ihre Kunden möglichst lange mit „Abos“ festzuhalten.

Das Problem mit den Dating-Apps? Ganz einfach: Auf Dauer zählen nur Erfolge. Und wenn sie ausbleiben, suchen die Menschen ihr Glück woanders.

Verwendete Quelle: BBC
Eine andere Meinung: NPR

Auf meinem persönlichen Blog behandle ich das Thema strukturierter und aus einer anderen Sicht.

Zurück aus dem Urlaub – Beginn einer neuen Phase?

Nein, ich bin nicht ganz und gar verschwunden. Aber ich habe mir gedacht, dass ein kleiner Urlaub vom Blog nicht schaden könnte.

Ich lebe seit einigen Jahren in einer Kleinstadt in Thüringen - wie in allen Kleinstädten, ist Partnersuche hier eng mit dem „sehr begrenzten Markt“ verbunden. Im Klartext: Die Personen, die „noch infrage kommen“, sind bekannt. Was Menschen angeblich oder tatsächlich woanders denken, erfahre ich aus angeblich „gut recherchierten“ Beiträgen der Medien. Selbst die seriösesten unter ihnen schwimmen im Mainstream mit.

Jüngst las ich diese Überschrift:

«„ZDF-Doku zeigt, warum Dating-Apps am Ende sind: „Haben alle keinen Bock mehr“.»

Der Artikel ist absolut belanglos und bietet keinesfalls irgendetwas Neues.

Was aber ist die Wahrheit?

Die Wahrheit liegt in uns – nicht im Zeitgeist, nicht in den sozialen Medien, nicht in den mit „heißer Nadel“ genähten Dokumentationen.

Erkläre deine Partnersuche zur Chefsache - setze dir realistische Ziele

Die Wahrheit heißt: Menschen suchen nach Beziehungen – und auf dem Weg dahin verlieren sie ihr Ziel aus dem Auge. Und das liegt – neben wenigen Fakten des Marktes - ausschließlich an jedem Einzelnen.

Nun tritt ein eigenartiges Phänomen auf, das sich in der Aussage spiegelt: „An mir kann es nicht liegen“.

Ich will die Frage „an wem denn sonst?“ gar nicht stellen. Antworten, dass es an anderen, am anderen Geschlecht, den App-Anbietern oder sonst wem liegt, bringen dich nicht weiter. Nur Du kannst alles ändern.

Das ist die Wahrheit – wirklich.

Hilfe in Sicht - Tipps sind wertvoll - aber sie müssen auf dich zutreffen

Aber dabei will ich es nicht belassen. Denn etwas Positives kann ich dir noch mit auf den Weg geben.

Denn: Nicht alle Menschen leben in der Kleinstadt, nicht alle auf dem Dorf und (wirklich) nicht alle in der großen Stadt. Der Ort spielt aber eine ebenso große Rolle wie Alter, Beruf, Geschlecht (Ausrichtung) oder das gewählte Lebensziel.

Und meine Folgerung ist: Der Stadtmensch benötigt andere „Tipps“ als der Landmensch, der junge Mann andere als die junge Frau, und alle, die sich nicht mehr so junge fühlen, noch andere. Ebenso wie ältere Geschiedene andere Ratschläge suchen als Ledige.

Wer solche Themen auf „Apps“ reduziert tut mir wirklich leid. Es geht nicht um Apps. Es geht um Dich.

Zitat nach der TZ

Deine Beziehung beginnt JETZT

Da sitzen sie – Hans und Grete oder wie sie sonst heißen mögen. Hannah und Lukas? Noah und Emma? Beide wollen ein Paar werden, deshalb sie sie gekommen. Aber worüber sprechen sie?

Sie simulieren in ihrem Gespräch Zukunft. Alles was „Dann und dort“ stattfinden könnte, wenn sie ein Paar würden und sich alles zum Guten wenden würde. Oder wenn der richtige Partner käme – was automatisch unterstellt, dass der Mensch gegenüber nicht der „Richtige“ ist.

Sinnlose Fragestunden ohne Ziel

Sie meiden alle Themen, die etwas mit ihrer echten Person zu tun haben. Stattdessen ordnen sie sich in eine Kategorie ein. Fragen vorsichtig, ob das Gegenüber hoffentlich ein „Familienmensch“ wäre. Manchmal wird gefragt, was ihm oder ihr der Beruf bedeutet, aber viel zu selten. „Gehst du feiern?“ „Machst du Sport?“ „Gehst du auf Festivals?“ „Welche Musik magst du?“

Abgleich mit Small Talk. Kaum Informationen über das, was den Alltag ausmacht. Nichts über das „Hier“ und schon gar nicht über das „Jetzt“. Ja nicht einmal über die nächsten vierzehn Tage.

Märchenstunde für Paare

Sie veranstalten Märchenstunden im „Dort und dann“. Träumereien vom Leben zu zweit nach ihren Wünschen.

Am Ende (oder nach einer Zeit des weiteren Überlegens im „Dort und dann“) kommen sie zu dem Schluss, doch nicht zueinanderzufinden. „Etwas“ hat gefehlt, und dafür gibt es diese blumigen Ausdrücke: der fehlende Funke, die Schmetterlinge, die nicht geflattert sind, die „Vibes“ die vermisst wurden.

Ja, woher sollen denn diese tollen Dinge kommen, wenn Menschen sich ständig in der fernen Zukunft oder in Utopien suhlen oder ihren weitgehend zweitrangigen „Hobbys“ so viel Gewicht beimessen?

Wo ist dein HIER und JETZT?

Verabredungen, liebe Mitmenschen, finden im Hier und Jetzt statt. Das „Dort und dann“ kommt später – oder gar nicht.

Wenn du häufiger daran denken würdest, dass du jetzt lebst und hier jemand ist, mit dem du es versuchen könntest … dann wäre der erste Schritt getan, etwas zu ändern.