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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Der süße Schmerz – das verkannte Gefühl

Mann als Transvestit in Schmerz und Wonne
Für viele Menschen ist nahezu unerklärlich, warum Schmerz und Lust sich in einer Woge widersprüchlicher Gefühle vereinigen können. Und diejenigen, die es lieben, haben meist Schwierigkeiten, genau über diese Gefühle zu sprechen.

Irgendwie sind da die Nerven beteiligt. Doch was sind schon Nerven außer Sensoren, die Gefühle über Leitungen ans Gehirn senden? Diesen Sensoren widmen wir deshalb viel Aufmerksamkeit, weil sie für unser „Wohl und Wehe“ verantwortlich sind. Gäbe es sie nicht, würden wir uns schaden. Aber die Nerven sind nicht „verantwortlich“ für die Gefühle, die sie auslösen. Wenn wir jemandem sanft über die Haut streicheln (ja, auch über den Po, wenn er/sie es mag), dann bekommt diese Person möglicherweise wohlige Gefühle, vielleicht auch schon sinnliche. Trifft unsre Hand hingegen klatschend auf dieselben Pobacken, so wird die Berührung als Schmerz interpretiert.

Von Mücken und Menschen

Und ja – so etwas erleben Menschen höchst unterschiedlich. In diesem Herbst war ich in einer Mückengegend. Sie waren einfach überall, und sie stachen in alles, was sie als Nahrungsquelle empfanden. Das Interessante ist, dass manche Menschen sie bemerken, sobald sie sich niedersetzen – andere gar nicht, solange es sie nicht juckt. Manchmal reicht also ein Hauch von Mücke, um ein Gefühl auszulösen, mal nehmen wir gar nicht wahr, dass wir uns verletzt haben: Die Schmerzempfindung ist unterschiedlich.

Was überwiegt bei den Gefühlen?

Wie wir etwas empfinden, hängt stark davon ab, was überwiegt. Manche Menschen scheuen sich davor, in kühles oder heißes Wasser einzutauchen, empfinden es aber als angenehm, sobald sie darin schwimmen oder baden. Nicht zuletzt haben viele Menschen beim Geschlechtsverkehr erlebt: Das war zu Anfang ein Schmerz. Egal, ob Mann oder Frau – immer wieder gibt es Momente, in denen wir Schmerzen verspüren, die dann aber in der Sinneslust untergehen. Vom Sport will ich gar nicht reden, weil ich nicht viel davon verstehe. Aber Leistung erfordert eben auch hier, manchen Schmerz auszuhalten.

Warum dürfen Schmerzen eigentlich nicht lustvoll sein?

Ja – und was ist dann so schrecklich daran, Schmerzen als lustvoll wahrzunehmen?

Für einige von uns ist es die Erinnerung. Für andere ist es eine Art innerliche Abwehr, die ganz natürliche Ursachen hat. Die meisten Menschen fürchten Schmerzen und Verletzungen, weil sie wissen, dass sie sich davor schützen müssen. Und sie haben eine Panik vor den Schmerzen, die aus dem Inneren heraus kommen. Doch andere versuchen bewusst, bis an die Grenzen zu gehen – auch dabei spielt der Sport eine tragende Rolle.

Und was wir von Sportlern kaum erfahren werden, ist auch das, was wir von Menschen mit Lustschmerzen selten erfahren: Warum malträtierst du dich? Warum nimmst du das alles in Kauf? Du hast doch kaum einen Gewinn davon?

Die Motive? Wer weiß sie wirklich?

Das Interessante: Oft wissen die Schmerzliebhaber gar nicht, was sie eigentlich genau motiviert. Sie sagen einfach, dass sie dieses oder jenes „innere“ Gefühl daran lieben. Genau genommen bestehen diese Gefühle aus einem „hauseigenen“ Drogencocktail, der von jedem etwas anders „interpretiert“ wird.

Was der Lustschmerz wirklich ist? Jeder Berufs- oder Amateurpsychologe wird auf „frühkindliche Erfahrungen“ tippen, was sich etwas merkwürdig anhört. Einige der neueren Schriften behaupten, es handele sich um etwas nebulöse sexuelle Empfindungen aus der Vorpubertät. Aber das erklärt im Grunde gar nichts. Warum sollte ein einmaliges Erlebnis überhaupt solche Folgen haben? Das glaube, wer will oder wer Anhänger von Herrn Freud ist.

Die meisten, die es betrifft und die über die „Grübelphase“ hinaus sind, nehmen es hin – es stört ja kaum im Alltag. Ob es nützt? Ja, das muss wirklich jeder und jede selbst wissen. Solange der Schmerz zur Steigerung der Lust führt, umso besser. Und im äußersten Notfall kann man die ganze Chose physisch erklären, zum Beispiel so:

Der Prozess führt auch dazu, dass Blut in die Beckenregion strömt, was die sexuelle Erregung imitiert.

In Wahrheit ist es wohl doch eher ein Mix aus vielen Komponenten: Gefühle beruhen auf Input, Verarbeitung und Output. Wir wissen etwas über Input und Output (1), aber was dazwischenliegt, wollen die meisten gar nicht wissen.

In jedem Fall ergibt sich eine Steigerung der Lust … wenn man es denn mag.

(1) Input - eingehende Nachrichten oder Gefühle. Output - resultierende Informationen oder Gefühle.
Bild oben: Nach Francis Heuber, Illustrator. Dem Vernehmen nach 1931 in einer Privatausgabe erschienen.

Etwas über den Funkenflug in der Liebe

Hoffnung auf die Liebesglut
Der Funke ist einfach nicht übergesprungen ... nicht beim ersten Date, nicht beim Dritten und auch bei Date Nummer 29 noch nicht. Der Beitrag, den ich las, wurde vollmundig angekündigt als „Dating: Single-Frau verrät, ab wann es keine weiteren Dates mehr gibt.“

Was dann im Artikel stand, war sozusagen „das Übliche“. Jemand, der innerlich „nicht wollte“ trifft auf jemanden, der es im Grunde will.

Nein, nein ... Ich meine dieses Mal nicht die Dating-Nomadinnen, (und Nomaden), die „mal sehen wollen, was der Markt so hergibt.“

Hier handelte es sich bemüht, Ablehnung zu signalisieren - und das liest sich dann so:

Dabei versuchte ich aber möglichst keine Situationen entstehen zu lassen, in denen er auf die Idee kommen könnte, mir näherzukommen.

Frage: Was erwartet eine Person denn noch, die von vorn herein Ablehnung signalisiert? Und was hat sie jemals erwartet?

Wie die Funken entstehen, fliegen und Lust auslösen

Wer oft sagt, dass ihm keine Schmetterlinge begegnet sind, dass Funken nicht übergesprungen sind und dergleichen, sollte sich wirklich überlegen, ob er seine Gefühlswelt nicht in die Mauser schicken sollte.

Zwei Frage, die wir vorab klären müssten:

1. „Sagt mir“ der Mensch etwas, der da vor mir sitzt?
2. Ist es schön (lustvoll, interessant) , die Zeit mit ihm zu verbringen?

Wenn du wenigstens eine dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet hast, ist es Zeit an körperliche Nähe zu denken. Erst durch sie wird der „Funkenflug“ zur Realität.

Reden wir bitte mal endlich Tacheles: Gefühle sind nicht irgendetwas Abstraktes. Sie beginnen mit empfangenen Reizen, die biochemische Prozesse auslösen. Die bemerkst du, dafür sorgt dein Körper schon. Die Zurückhaltenden unter den Autoren nennen dies körperliche Anziehung, die weniger zurückhaltenden „aufkommende Geilheit“.

Aber: Um Reize zu empfangen, ist es nötig, offen zu sein. Wenn du nicht lustvoll sehen, riechen oder hören willst und dich keinesfalls in irgendeiner Weise emotional oder körperliche berühren lassen willst - warum bleibst du dann nicht zu Hause?

Märchen und andere Scheinwelten

Das mag dir vielleicht provokativ erscheinen, aber vielleicht solltest du mal die Märchenwelt verlassen, in der eine überwältigende Gestalt auftaucht, bei der du ganz hingerissen bist.

Ja klar - es gibt die Menschen, die einander sehen, übereinander herfallen und beieinanderbleiben. Und es gibt auch diejenigen, die einander sehen und voreinander fliehen. Aber nun hör mal deutlich her: Das sind Minderheiten. Und sehr, sehr wahrscheinlich fällst du in keine dieser Gruppen.

Über Gefühle lernen heißt: Sich selbst verstehen

Und das heißt im Endeffekt: Lerne mehr über dich und deine Gefühle. Welche Funken lösen etwas in dir aus? Was entfacht „dein Feuer“? Und wie stellst du es selber an, Funken zu versprühen? Schon mal überlegt, welche Wirkung deine Körpersprache hat?

Ich verlasse dich und das Thema für heute. Aber es musste mal wieder sein: Tacheles reden, kein Herumschwafeln.

Bist du jetzt befremdet? Gut so. Denk an die Mauser. Geh mit einem anderen Gefieder ins neue Jahr. Viel Glück (ernsthaft und ohne Häme).

Dieser Artikel folgt einer alten Idee, Tacheles zu reden ohne irgendjemandem zu schmeicheln. Herumgeschwafelt wird derzeit wirklich genug.
Bild: © 2021 by Liebesverlag.de

Bedroht, erregt oder im Rausch der Gefühle?

Furcht und Faszination zugleich
Sobald Gefahr droht, schaltet sich unser Gehirn schlagartig in einen Alarmzustand. Wenn es sich um eine akute Bedrohung handelt, müssen wir sofort reagieren, wie einst der Urmensch. Wer im Auto sitzt, wird spontan bremsen, wer die Straße überquert, mit einem kühnen Sprung aus der Gefahr Zone fliehen. Wir bemerken kaum, wie wir uns oder andere gerettet haben.

Das heißt: Bevor die Gefahr tatsächlich eintritt, reagiert unser Körper automatischen mit denselben Methoden wie die meisten Säugetiere: bewegungslos Verharren, Flüchten oder Kämpfen.

Alles, was bei uns Menschen „automatisch“ funktioniert, gelingt erstaunlicherweise über blitzartige bio-chemische Reaktionen. Auch wenn wir sie nicht genau benennen können, wissen wir doch, wie sie sich auswirken. Kürzlich wurde ein Artikel verbreitet, der recht genau schildert, was geschieht (gekürzt):

Die Erwartung, dass uns Schlimmes zustoßen kann, setzt eine chemische Kaskade in Gang … Das Nebennierenmark stößt große Mengen des aufputschenden Stresshormons Adrenalin aus, der Blutzuckerspiegel steigt, das Herz schlägt schneller und die Handinnenflächen werden feucht.

Keine Gefahr - und stattdessen Lust an Qualen

Was passiert nun aber, wenn im Grunde gar keine Gefahr besteht? Die meisten von uns kennen Märchen und Gruselgeschichten, Spielfilme und Kriminalfilme, in denen das Grauen recht plastisch und faszinierend geschildert wird. Oftmals wird es bis ins Unerträgliche gesteigert und wir sehen schreckliche Bilder von gequälten Menschen. Wir wissen nicht, ob und wie sie gerettet werden, hoffen es aber. Wir beruhigen uns möglicherweise damit, dass es sich um Katz-und-Maus-Comics handelt, bei denen die Maus stets überlebt. Oder wir sagen uns: „Ach, die Figur stirbt sowieso nicht, die wird für die Serie in der nächsten Woche erneut benötigt.“

Wenn am Ende die Guten gerettet werden, setzt meist eine wohltuende Entspannung ein. Andere Botenstoffe durchwandern unsere Blutbahn, und ein wohliges Gefühl macht sich breit.

Wir müssen uns also nichts schämen, dem Gefühlsmix zu verfallen. Er gehört zu unserer Natur.

Horror, Gefahr und Sexualität

Wie steht es aber um Gefahren und Sexualität?

Eines hat die Gefahr in jedem Fall mit dem Geschlechtsakt gemeinsam: Beide sind Ausnahmesituationen. Und noch etwas haben beide Situationen gemeinsam: Der Verstand wird vorübergehend ausgeschaltet. Und etwas Drittes? Ja, auch. Denn wieder sind biochemische Botenstoffe am Werk, die wir nicht vollständig willentlich beeinflussen können.

Die Literatur (und damit auch der Film) benutzt oftmals einen Trick, um Bedrohungen, Horror, Furcht und Lust miteinander abzumischen. Dabei wird die schöne Heldin oder der muskulöse Held der Gefangenschaft, der psychischen oder physischen Folter ausgesetzt. Auch in Agenten- und Spionagegeschichten kommt dieser Aspekt vor: Der Held oder die Heldin verfallen beinahe einem Schurken, weil sie sich sexuell auf ihn/sie einlassen.

Die Monster wohnen auch in uns

Und was macht das mit uns? Etwas ganz Einfaches:

Das Monster überschreitet stellvertretend für uns Grenzen in Form von gesellschaftlichen Werten und Normen

Ob Graf Dracula, Erzsébet Báthory, James Bond oder eine “Femme fatale”, der „böse Wolf“ oder die „eifersüchtige Stiefmutter“ - sie alle haben in Romane, Filmen und Märchen „gesellschaftliche Normen“ überschritten.

Horror und der sexuelle Reiz daran

Die sexuelle Reizung durch Horror mag fragwürdig sein – doch sie ist ganz offensichtlich sehr häufig. Zudem ist der Zusammenhang zwischen Lust und Pein wissenschaftlich bereits ausführlich behandelt worden. Gegenwärtiger Stand der Hirnforschung ist jedenfalls: Das Lustzentrum im Gehirn wird besonders stark erregt, nachdem der Schmerz gerade begonnen hat.

Was nun das Denken und Nachdenken betrifft – all dies ist dem aktuellen Empfinden in Sondersituationen „nachgeschaltet“. Entweder, um das Überleben der Person zu sichern, oder um die Art zu erhalten.

Wer darin ein Problem sieht, mag es tun. Aber falls du einer (eine) davon bist: Auch du bist ein Teil der Natur – unabhängig von dem, was du denkst.

Zitate und weitere Quellen:

Süddeutsche Zeitung zum Thema Horror
Wissenschaft.de zu Lust-Schmerz
Quarks.de zum Thema Horrorfilme und Gefühle.
Bild: Vermutlich aus einem "Groschenroman" der 1950er Jahre

Die üblichen erotischen Fantasien - und die weniger üblichen

Sind Fantasien über Nacktheit noch populär?
Das, worüber wir fantasieren, ist das, was wir nicht haben. Das lässt sich weiter ausführen, indem wir sagen: Wir fantasieren über erotische Erlebnisse, die uns innerlich bedrängen, die wir aber im wahren Leben nicht verwirklichen können. Teils sind es Fantasien, die uns zugleich befremden und erregen, und zu einem anderen solche, die uns soweit „ins Abseits“ stellen würden, dass uns selbst wohlmeinende Freunde meiden würden.

Was wissen wir über die geheimen Lüste?

Zunächst wissen wir heute, dass die Fantasien von Frauen und Männern durchaus ähnlich sind. Der Unterschied besteht vor allem darin, dass die Lüste der Männer breiter gefächert sind als jene der Frauen. Sodann ergibt sich, dass Frauen viel häufiger über aktive Dominanz fantasierten als angenommen, während Männer sich häufiger in der Rolle der Unterwerfung sahen, als erwartet wurde.

Eine Beobachtung der Forscher folgend, rechneten Frauen aber nicht damit, dass sie ihre Fantasien in die Tat umsetzen würden. Die Männer hingegen suchten zumindest nach Wegen, einige ihrer Wünsche zu verwirklichen.

Kuscheln und Lüste mit Vanillesoße

Welche Fantasien sind wirklich häufig wie Gänseblümchen? Beginnen wir einmal mit den Vanille-Erfahrungen: Blümchensex mit einem vorhandenen Partner oder einem Fremden. Die Befragten schwankten dabei zwar zwischen Kuschelromantik und Abenteuer, doch letztlich ergab sich eine Mehrheit für die Romantik, gefolgt vom Abenteuer mit Fremden und der Lust an gegenseitiger Masturbation. Die Antworten von Frauen und Männer lagen dabei in einem Bereich von „mehr als zwei Drittel“ bis hin zu 90 Prozent.

Mundverkehr – keine Einbahnstraße

Orale Fantasien sind orale Verlockungen
Eine der Überraschungen ergab sich bei der Abfrage von oralen Kontakten, sei es Cunnilingus und Fellatio in der Kombination oder separat. Generell fantasierten Frauen wie auch Männer darüber häufig. Beim gemeinsamen Genuss von Oralkontakten waren es über 75 Prozent, während nahezu 80 Prozent angaben, in ihren Träumen Cunnilingus zu geben. Davon, Fellatio zu geben, träumten immerhin noch fast drei Viertel der Frauen. Männer, die in ihren Fantasien Fellatio gaben und Frauen, die den Cunnilingus aktiv vollziehen wollten, landeten immerhin noch im Bereich zwischen einem Viertel und einem Drittel.

Haremsgedanken und Damenwahl

Was sich bei Oralkontakten zeigte, wiederholte sich bei den Triolen und Orgien. Die Männer führten dabei mit 84 Prozent, soweit nach „Triolen mit zwei Frauen“ gefragt wurden, und sie folgten auch dem Prinzip: „Je größer der Harem, umso mehr will ich der Pascha“ sein (75 Prozent). Doch bereits, wenn man Männer befragte, ob sie in der Fantasie an einer gemischten Gruppe mit mehr als drei Personen teilnehmen würden, sackte der Anteil auf 16 Prozent. Die Frauen dachten ganz anders. Mehr als die Hälfte fand diese Fantasie erregend – der Grund dafür könnte sein, dass es für Frauen attraktiv ist, aus einer Gruppe von Männern wählen zu können.

Lechzen nach Unterwerfung und roten Gesäßen

Sinnliche Dominanz ist ausgesprochen häufig in der Fantasie

Ein Anzeichen für den Wandel der Geschlechterrollen sahen viele Beobachter in den Zahlen, die man über Domination und Submission gewinnen konnte. Sowohl Frauen wie auch Männer erregte die Fantasie, Macht über ihre Partner(innen) auszuüben, und auch die Lust, diese Macht zu spüren, lag bei beiden Geschlechtern über 50 Prozent. Dabei waren durchaus unterschiedliche Empfindungen im Spiel, zum Beispiel wurden passive Fesselungsgelüste häufiger genannt als aktive. Und mit Schlägen nach Art des Herrn Grey und der Frau Anastasia konnten sich deutlich weniger Frauen und Männern anfreunden. Immerhin lagen die Zahlen auch hier noch im Bereich von einem Drittel der Befragten. Hier zeigten sich auch deutlichere Unterschiede zwischen Frauen und Männern: Davon, Frauen zu züchtigen, träumten fast 44 Prozent der Männer, aber nur etwa 24 Prozent der Frauen erregten sich in der Fantasie dadurch, Männer zu züchtigen.

Auf der anderen Seite des Zauns

Das gleiche Geschlecht - sanfte Realität, heftige Fantasie
Aus verschiedenen Studien geht inzwischen hervor, dass die Lust am eignen Geschlecht verbreiteter ist, als man zuvor annahm. Zumindest für Frauen wurde dies wissenschaftlich erhärtet, sodass es kaum verwundet, wovon Frauen träumen. Mehr als ein Drittel der Befragten Frauen grasen in ihren Fantasien auf der anderen Seite des Zauns. Männer sind zurückhaltender, aber unter den 20 Prozent, die entsprechende Gelüst zugaben, waren sicherlich auch heterosexuelle Männer.

Und alles andere?

Einige der sinnlichen Träume, zum Beispiel, Menschen nackt zu sehen, oder sich anderen nackt zu zeigen, haben wir ignoriert. Zudem fanden wir zu wenig eindeutige Daten über anale Lüste heterosexueller Frauen und Männer. Fetische oder fetischistische Aktivitäten waren für meine Begriffe nicht ausreichend spezifiziert, ebenso wie die unterschiedlichen Arten der erotischen Unterwerfung. Wir fanden, dass erotische Flexibilität offenbar in den Träumen zunimmt, während sie in der Realität weitgehend geleugnet oder aus sozialen Gründen nicht praktiziert wird.

Findet ihr euch in diesen Träumen wieder?

Um sich dessen bewusst zu werden, ist nötig, gewisse Schranken des Alltagsdenkens zu durchbrechen. Was vorstellbar ist, offenbart sich nur für diejenigen, die sich in eine Situation vertiefen könnte, nicht für diejenigen, die an der Oberfläche ihrer Gedankensuppe Buchstaben zu finden hoffen. Und in diesem Sinne: Taucht ruhig einmal ab in eure Traumwelten, so wie Millionen andere Menschen auch.

Quellen: Wir nutzen mehrere Quellen. Einige befinden sich in im Archiv der Liebeszeitung - sie gelten als besonders zuverlässig. Andere finden sich in der Fachliteratur und in psychologischen Zeitschriften, zum Beispiel in "Psychology Today" Auch populärwissenschaftliche Publikationen wie diese sind gelegentlich hilfreich.

Was macht S/M eigentlich mit DIR?

Erotisches Rollenspiel - das Spiel mit Körper und Psyche
Du willst wissen, was S/M (1) mit dir macht? Also Schmerzlust, Unterwerfung, frivole Rollenspiele und noch mehr?

Nun, sehr viel Menschen betreiben „so etwas“, mal härter, mal „soft“ und mal ist Sex dabei und mal nicht. Und klar - wenn es viele Menschen tun, dann interessieren sich auch Wissenschaftler dafür. Übrigens gibt es unglaublich hohe Anzahl von Menschen, die niemals S/M betrieben haben, aber beständig davon träumen.

Was du darüber wissen kannst, ist dies:

1. S/M ist nicht exakt das, was in den „Shades of Gray“ beschrieben wird.
2. Es ist auch kaum das, was du in pornografischen Videos siehst.
3. Überwiegend ist es ein Spiel mit Lust und Schmerz.
4. Wenn es das nicht ist, ist es oft ein Spiel mit der rein körperlichen und/oder physischen Unterwerfung.
5. Es kann sich auch um andere Rollenspiele handeln, zum Beispiel um Geschlechterrollen.
6. Manche Spiele können befremdlich oder erschreckend sein, wenn du nicht weißt, um was es geht.

Die Gründe, S/M zu beginnen, sind höchst unterschiedlich

Behauptet wird, dass es acht Gründe für die Lust an S/M-Aktivitäten gibt, die allerdings aus Forschungsprojekten stammen und deren Wahrheitsgehalt fragwürdig ist, weil zu wenige Personen befragt wurden. Eine der Hauptgründe eist aber ohne Zweifel, etwas ganz Besonderes zu erleben, indem man sich dem anderen hingibt, unterwirft oder eine Strafe von ihm empfängt.

Wichtig zu wissen ist, dass S/M nicht immer etwas mit Sex zu tun hat, sondern vor allem mit psychischen/physischen Sensationen. Das heißt: Du beanspruchst deine Gefühle „bis zum Anschlag“ oder forderst deinen Körper in entsprechender Weise heraus.

Meist versuchen sich junge Leute in S/M - aber nicht immer

Entsprechen finden wir das größte Interesse in S/M bei jungen Erwachsenen. (2) Festgestellt wurde aber auch, dass sich das Interesse mit dem Alter ändert oder dass es sich verschiebt. So gelten die „Shades of Gray“ eher als Literatur für „Frauen in mittleren Jahren“.

So weit Studien bekannt sind, sind feste Beziehungen unter Menschen, die einvernehmlich S/M ausführen, genauso glücklich oder stabil wie andere Beziehungen. Als positiv kann gelten, dass S/M-Anhänger viel aufmerksamer füreinander sein müssen als andere Paare. Da solche Paare auch mehr über ihre Körper und ihre Psyche wissen könnten, wäre dies ein weiterer Vorteil.

Was also passiert, wenn ein Paar S/M-Praktiken erprobt?

- S/M setzt voraus, dass Szenarien miteinander besprochen werden. Dadurch kommuniziert das Paar intensiver und vor allem intimer.
- Idealerweise lernen beide Partner ihre Emotionen intensiver kennen. Das kann überraschen oder gar schockieren, führt aber meist zu mehr Verständnis füreinander.
- S/M besteht nicht nur aus Schlägen und Lustschmerz, sondern auch aus dem Bedürfnis, seltene Emotionen zu erleben. Es ist also auch eine Selbsterfahrung.
- Wenn Lustschmerz zum S/M-Spiel des Paares gehört, wird oft auch das sexuelle Verlangen gestärkt.

Keine Voraussage möglich, wie du dich fühlen wirst

Ein „Leider“ muss noch folgen: Niemand kann dir im Voraussagen, ob du Gefallen an S/M-Aktionen finden wirst. Manche Menschen finden sie albern, besonders im Rollenspiel. Andere fürchten, dass sie einer Art Sucht verfallen könnten, wenn sie sich einmal einlassen.

Was wirklich gefährlich ist: sich auf völlig Fremde einzulassen. Also ist extreme Vorsicht geboten, wenn sich jemand beim Online-Dating als S/M-Liebhaber(in) vorstellt und sich sofort erbietet, dir zu zeigen, wie es geht.

Wir lasen dazu: das Blog von Dr. Lehmiller.

(1) Praktiken, die fälschlich, aber dennoch populär als "Sadomaso" bezeichnet werden, oft auch "BDSM" oder D/S.
(2) Mehr im Blog von Frau Lehmiller.