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Müde davon, Ratschläge zu bekommen?

Wer auf Ratschläge zur Partnersuche baut, baut auf Sand. Denn gerade diese Ratschläge sind ein Beweis dafür, dass die Lösung nicht kommen kann, bevor das Problem bekannt ist. Dazu gibt es ein Beispiel vom humoristischen Dichter Christian Morgenstern:

doch wie er´s machte - er verlor.
Zwar stimmte jeder Rat genau,
doch jeweils nicht für jede Frau.


Jede Rat zur Partnersuche ist im Grunde Unsinn

Das heißt: Jeder Rat, den du in einer Frauenzeitschrift (daher kommen sie ja vor allem) bekommst, ist wahrscheinlich falsch, bis auf die wenigen Ausnahmen, in denen er richtig ist. Dann ist er entweder zufällig richtig oder er löst einen psychologischen Effekt aus, den man als "selbsterfüllende Prophezeiung" bezeichnet.

In der Theorie wie in der Praxis sind Ratschläge „Quatsch mit Soße“. Wenn du zum Arzt gehst, sagst du ja auch nicht: „Ach, ich fühle mich nicht wohl ...“ und der Arzt antwortet dann nicht „Ach, das kenne ich, ich verschreibe Ihnen die roten Pillen, auf denen steht: ‚Nimm mich, dann fühlst du sich wohl‘.“

Und wie beim Arzt ist es auch bei den Lösung deiner Liebes- und Verhaltensprobleme - Ratschläge sind Schall und Rauch, weil sie weder für dich, noch für dein Problem, noch für die Situation passen, in der du bist.

So kannst du deine Probleme wirklich lösen

Und wie löst du dann deine Probleme?

Es gibt keinen Königinnenweg. Aber es gibt einen Rat, der wirklich nützt:

1. Ist dein Problem so realistisch, dass es deiner Meinung nach lösbar ist?
2. Wenn es realistisch ist, dann kannst du es beschreiben.
3. Beschreibe es mithilfe von offenen Fragen und deinen Antworten dazu.
4. Hast du dir mindestens sechs Fragen dazu gestellt?
5. Wenn nicht, stelle dir mehr Fragen.
6. Wenn ja, füge den Antworten hinzu, wie alles sein SOLL.
7. Stelle die Differenz fest zu dem, was IST.
8. Schlage dir selbst vor, was du ändern könntest.
9. Versuche, diese Änderungen anzuwenden.
10. Dokumentiere Erfolge und Misserfolge möglichst präzis.

Unser Rat? Befolge unseren Rat. Einen Besseren wirst du schwerlich finden.

Lasst Liebe vom Himmel fallen und genießt sie

War diese Zeit der Kontaktarmut eine Zeit der Introvertierten? Bekanntermaßen sind Schriftsteller oft introvertiert, und ein Teil der ohnehin überaus sensiblen Erotik-Bloggerinnen hat sich tatsächlich mit ihrem Lieblingsthema beschäftigt. Es lautet in mehreren Abwandlungen: „Ich will herauskriegen, wer ich und warum sich so bin, und deshalb schreibe ich.“

Journalisten hingegen sehen die Dinge meist anders: „Ich will verdammt dahinter kommen, was eigentlich wirklich passiert, und das will ich herausfinden.“ Und weil dies allein keinen Sinn hat, teilen sie euch dann auch noch die Ergebnisse ihrer Recherchen mit.

Das vorläufige Ende der Krise - und kein Krisengewinn?

Und nun, gegen Ende der großen Krise, und sei es auch ein vorläufiges Ende, befinden sich die Erotik-Bloggerinnen wieder in dem Zustand, wieder, in dem sie zuvor waren. Knüpfen dort wieder an, wo sie aufgehört haben. Ventilieren die Probleme, die sie auch zuvor umgetrieben hatten. Und ich denke: Eigentlich wirklich schade - ich hätte ihnen allen gewünscht, dass der Rückzug auf sich selbst ihnen hilft, das zu werden, was sie schon immer sein wollten. Änderungen sind Chancen. Und in Krisen liegen Gewinnchancen.

Sonne, leichte Füße, leichte Kleidung, leichte Psyche - nur eine Hoffnung?

Ich schreibe euch dies, weil ich viele dieser Autorinnen lese und weil ich bisweilen deren Themen aufgreife. Indessen wäre es wirklich gut, wieder zu anderen Themen überzugehen. Denn nun beginnt die größte Hoffnung der Singles: Sich in Sommer, Sonne, Leichtfüßigkeit und luftiger Bekleidung einmal (wieder?) richtig zu verlieben.

Meine Wünsche für euch

Auch ohne ein spezielles Thema zur Sommerlust wünsche ich euch vor allem, dass ihr „loslassen und genießen“ könnt. Furcht vor dem Leben zu haben ist wahrscheinlich das Schrecklichste, was einem Menschen in guten Zeiten passieren kann. Und die Zeiten sind noch wirklich gut.

Lasst zu, was euch geboten wird

Ich habe schon früher geschrieben: Wenn auf wundersame Weise Manna vom Himmel fällt, dann macht eure Münder auf. Seht mal: Manna fällt nicht alle Tage vom Himmel, und die sinnliche Lust für diejenigen, die nach Liebe lechzen, schon gar nicht. Also: Nutzt die kurze Zeit, in der das Leben leicht ist und die Stimmung locker. Sollten wieder düstere Gewitterwolken am Himmel erscheinen, dann habt ihr den Honig schon eingebracht.

Einwickelpapier für deine Wünsche

Du kannst König für einen Tag sein ...
Ich weiß nicht, ob ihr diesen Schlager kennt. Er gehör zum Repertoire vieler Jazzsängerinnen – die meisten werden ihn aber in der Version von Bing Crosby kennen. Er beruht auf den Texten von Ted Koehler und Billy Moll und wurde 1931 veröffentlicht und fällt damit in den Beginn der „großen Depression“- er heißt „Wrap your troubles in dreams“.

Die Idee dahinter entspricht sehr der heutigen (angeblichen) Krisenzeit: „Wickel deinen Kummer in Wünsche ein und lass deine Sorgen in Träumen verschwinden.“ Und wann immer du das stolze Schloss deiner Träume zusammenfallen siehst – warst du nicht wenigsten für einen Tag der König darin?

Du wirst dir wahrscheinlich jetzt nicht alle deine sinnlichen, emotionalen oder sexuellen Wünsche erfüllen können. Aber du kannst sie hübsch einwickeln, denn der Tag, an dem du sie dir erfüllen kannst (oder an dem jemand sie dir erfüllt) kommt.

Ach ja – und habe das Papier schön auf, in das du sie eingewickelt hast. Es gehört zu dir und deinen Träumen.

Bild: Offenbar eine historische Buchillustration.undatiert

Freundschaft

Bist du nicht glücklich, mein Freund zu sein?
Freundschaft zwischen Mann und Frau? Ist das wirklich unmöglich? Und wieso leben Männer in "Fallen", die Freundschaften mit Frauen pflegen?

Wie steht es eigentlich mit der Freundschaft zwischen Frau und Mann? Ach, sie ist gar nicht möglich, weil der Sex dauernd hintere dem Sofa lauert? Und bei Kolleginnen, mit denen man tagelang auf Reisen ist, versteckt er sich da bei jedem Abendessen und vor jeder Hotelzimmertür?

Begehren Männer die Frauen nur, weil Sie Sex naschen wollen?

Ich weiß nicht, welche Minderbemittelten solche Begriffe wie „sieh zu, dass du aus der Freundeszone (Friedzone) herauskommst“ entwickelt haben, aber ich traue ihnen durchaus zu, dass sie - zumindest teilweise - in Frauen nichts mehr als „begehbare Sexualobjekte“ sehen.

Sicher – wer eine Frau wirklich begehrt, will nicht „nur“ ihre Freundin werden. Aber wie viele Frauen begehrt ihr eigentlich so – sagen wir mal, im Jahr? Sind es zwei, zwölf oder 52?

Die selbst ernannten Beziehungsgurus sehen das anders. Na klar. Sie machen ja Kohle damit. Und also sagen sie erst mal, dass es Scheiße ist, mit einer Frau "nur" befreundet zu sein. Hat keine Vorteile, Mann! Vergiss es – du kümmerst dich um sie und ein anderer vögelt sie!

Unsinn und Mackertum höflich formuliert - die Fallen-Legende

So sagen es die Obermacker der Szene natürlich nicht. Sie geben sich seriös und versprechen dir, dich aus der Freundschaftsfalle zu führen oder dir mal zu verklickern, warum du da überhaupt drin steckst.

Sie alle sagen: Mit einer Frau „nur“ befreundet zu sein, heißt, in einer Falle zu stecken. Und du weißt noch gar nicht, dass du in der Falle bist, wenn du „nur“ eine Freundschaft mit einer Frau pflegst. Denn mit Frauen, so lesen wir allenthalben, hat ein Mann „eine schöne Beziehung mit Zärtlichkeiten und Sex“ zu haben. Der Gipfel der Guru-Lügen: Sie behaupten, dass Frauen uns Männer „betrügen“, indem sie uns Gefühle entgegenbringen. (1)

Wissen diese sogenannten „Berater“ überhaupt, was Freundschaften bedeuten können? Ahnen sie nicht, wie sinnvoll es sein kann, wenn du mit einer Frau intime Gedanken austauschen kannst, ohne mit ihr „körperlich intim“ zu werden?

Es gibt manchmal Schwierigkeiten - aber sie liegen woanders

Tatsächlich ist es oftmals ein wenig problematisch, Freundschaften in Liebesaffären zu verwandeln – und Liebesaffären in Freundschaften. Dabei ist aber auch die Frage, wie man zur Sexualität steht. Sicher habt ihr von Paaren gehört, die sich in „Rollenspielen“ ganz anders verhalten als „normal“ uns sich dabei Dinge sagen (oder Dinge tun), die nicht unbedingt zum bürgerlichen Umgang miteinander gehören. Und ebenso gibt es auch Freundschaften, in denen es Sex-Episoden gibt – egal, was man von FWBs hält – es ist möglich, wenn man Sex nicht als Sozialkleister, sondern als Vergnügen versteht. Es kommt also auf die Einstellung an – und die ist bei jedem etwas unterschiedlich.

Übrigens gibt es nicht nur innerhalb von Freundschaften Liebesaffären, sondern auch in Liebesbeziehung Freundschaften. Die Gemeinsamkeit, die Freundschaft, das Wohlbefinden – all dies hat in der Beziehung einen ebenso hohen Stellenwert wie der Sex. Was ist also falsch an „freundschaftlichen“ Gefühlen?

Tut euch was Gutes, Männer: Pflegt Freundschaften mit Frauen

Ich sag euch mal dies: Wohl dem, der eine feste Freundschaft mit einer Frau pflegt, sie genießt und daraus lernt. Und manche gute Freundin überdauert -wirklich- mehrere Liebschaften.

(1) Ich verkenne keinesfalls, dass es intrigante Frauen gibt. Sie sind aber leicht zu entlarven.
Bild: Werbung, ca. 1940

Die Natur und die Liebe

Die Natur schafft Lebewesen ...
Wir müssen reden. Über die Liebe. Ja, über die Liebe.

Zunächst sollten wir feststellen, dass wir zu allererst Teil der Natur sind. Noch bevor wir im Ansatz denken konnten, waren wir Natur. Ich habe neulich einen Säugling auf dem Arm der Mutter gesehen – ich sehe wenige kleine Kinder, weil ich nicht dort bin, wo sie sind. Er unterschied sich im Verhalten nicht sehr von meinem Lieblings-Gorillababy im Leipziger Zoo (oben).

Wir sind ein Teil der Natur

Nachdem ich dies gesagt habe, wiederhole ich: Wir sind ein Teil der Natur, und die Natur bleibt in uns. Sie verabschiedet sich nicht eines Tages und sagt: „Ach ich schäme mich so für dich, Geisteswesen, deswegen hau ich jetzt ab.“ Im Gegenteil: Sie fordert ihre Rechte.

Die Mehrheit sieht die Liebe als ihr "eigen" an

Ich denke, für 90 Prozent der Bevölkerung (wenn nicht noch mehr) ist die Liebe eine wundervolle, wenngleich nicht leicht zu erwerbende Wonne, die auf naturgegebenen, vom Geist etwas modifizierten Regeln beruht. Liebe ist für uns so gut wie immer Nähe, Innigkeit der Gefühle, intime Berührung. Wer Liebe lediglich als Sozialkitt begreift, liegt zwar nicht falsch, denn auch die Rudel- oder Familienbindung stammt von der Natur – sozusagen „jede Spezies nach ihrer Art“. In der Form des reinen „Zusammenhalts“ finden wir in der Soziologie. Dort wird Liebe gelegentlich „als ein gesellschaftlich wirkendes Symbol für Interaktionen betrachtet“ – schon die Wortwahl zeigt: Da werden Gefühle verschleiert und Worten wird eine neue Bedeutung gegeben, um eine Theorie daraus abzuleiten. Humpty Dumpty (1) lässt grüßen.

Nur wenige vereinnahmen die Liebe für sich

Womit wir bei den zehn Prozent wären, für die Liebe nichts Sinnliches ist. Zu ihnen gehören Soziologen, Sophisten und Pfarrer. Die Soziologen und Sophisten sezieren die Liebe, bis sie letztlich leblos am Boden liegt, und die Pfarrer interpretieren das Liebesgebot ihres Religionsstifters – aber so, als ob es eben nicht zur Natur gehöre.

„Liebe“ ist in Wahrheit kein Wert „an sich“, sondern die Bedeutung und damit der Wert der Liebe entsteht durch uns selbst. Durch unsere Entwicklung, namentlich durch die Qualität unsere Begegnungen von Jugend an.

Wie Liebe erfahren wird

Wer in der Jugend kaum Liebe erlebt hat, hält sie für ein begehrenswertes Gut, das später teuer erkauft werden muss: durch Wohlanstand, Gefälligkeiten und gelegentlich auch durch Geschenke. Wenn jemand weiterhin daran scheitert, Liebe zu erwerben, läuft er Gefahr, in Abhängigkeiten zu geraten, die ihn bedrohen.

Anders jene, die in ihrer Jugend alle Liebe dieser Welt geschenkt bekamen. Sie bleiben unbekümmert und wundern sich, wenn jemand für die Liebe einen Wegzoll fordert. Obgleich sie sich anzupassen wissen, verweigern sie doch die Forderung nach „Liebe nur bei Leistung oder Wohlverhalten“. Weil sie sich beständig weigern, sich den Gesetzen des Wohlwollens zu unterwerfen, erschaffen sie sich selbst als Persönlichkeit. Und werden geliebt, weil sie Persönlichkeiten geworden sind.

Sicher – beide Wege sind extrem dargestellt. Das Beispiel soll auch nur zeigen, dass Liebe höchst individuell erlebt wird und keinem „Wertesystem“ folgt.

Zuneigung ist ein Element der Natur, das nicht untersucht werden muss. Es ist Natur pur, mal Zufall, mal das Ergebnis einer langen Suche. Und Liebe ist nach wie vor das Wort, das wir für die innige Zuneigung nutzen sollten. Auf andere Definition können wir wirklich verzichten.

(1) Nach Lewis Carroll. Humpty Dumpty sagt, er könne jedem Wort die Bedeutung geben, die er sich wünscht. "The Question is, which is to be master - thats's all.