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Keine Artikelplätze zu vergeben …

Keine Artikelplätze zu vergeben …

… aber: Ich könnte Ihr Blog redaktionell betreuen,
… etwas für Sie schreiben,
… und auch sonst viel Gutes für Sie tun.

Weil ich zufälligerweise gerade Zeit habe.

Was lernte ich als Redakteur der Liebeszeitung?

Teil eins: die Natur, Liebe und Sex
Am Anfang ist alles klar und rein ...
Das Allererste, das Sie lernen, wenn Sie über Liebe schreiben: Sie schreiben gar nicht über die Liebe. Ihr wirkliches Thema ist ein „Konvolut“ aus allerlei Lügen, Tand und Flitter, das ein klein wenig mit Gold behaucht ist. Und sie lernen, dass jeder Wissenschaftler in der Lage ist, das Wort „Liebe“ so für sich hinzudrehen, dass es auf seine Forschung passt.

Doch je länger man sich mit Liebe beschäftigt, umso unklarer wird das Bild
Das Chaos der Begriffe

Das Schwierigste bei der Beurteilung der Fakten? Es ist die Trennung von Begriffen. Erstens Verliebtheit, zweitens Liebesoberbegriffe aus der Literatur, der Religion und der Wissenschaft und drittens die eigentliche Liebe zwischen zwei Menschen.

Sex ohne Liebe - um Himmel willen!

Haben Sie dies vollbracht, ecken sie sofort bei moralisierenden Extremisten an, die „Liebe“ mit „Sex“ kombinieren wollen. Liebe existiert ohne Sex. Sex existiert ohne Liebe. Und überhaupt kann man Sex in und auf Körperorganen fühlen, während Liebe ein (immer noch) geheimnisvoller Zustand ist, über den nur die beiden Beteiligen alles wissen. Über Verliebtheit weiß übrigens nur derjenige etwas Genaues, der verliebt ist – nicht einmal der Partner weiß es genau, auch wenn er selbst verliebt sein sollte. Falls Sie anderer Meinung sein sollten: Na, dann fangen Sie bitte mal damit an, Ihre Verliebtheit in Worte zu fassen, dun dann beschreiben Sie die Verliebtheit Ihres Partners.

Verliebtheit - Rauschzustand durch Drogen

Was ist Verliebtheit? Das ist ein von körpereigenen Drogen gesteuerter Rauschzustand, der sehr schöne Gefühle, aber auch schreckliche Folgen nach sich ziehen kann – und der Menschen vor allem leichtsinnig macht. Und weil die menschliche Natur den Trick beherrscht, Verliebtheit und Geilheit zusammenzubringen, haben die Menschen den Spruch „kein Sex ohne Liebe“ erfunden. Nein, Verliebtheit und Geilheit ist nicht das Gleiche. Das Ziel der Natur ist, durch ihre sehr wirksamen Drogen Geilheit zu erzeugen, eine Beigabe mit Langzeitwirkung ist Verliebtheit. Deswegen ist Sex ohne Verliebtheit möglich, Verliebtheit ohne Sex aber ebenso.

Was ich also lernte: Verliebtheit, Lust, Wollust, Geilheit und Sex lassen sich mit Liebe kombinieren, aber die Liebe als solche ist anderer Natur. Und wie es eben mit fast allem ist: Sie können mit einem Menschen Sex genießen, weil sie in lieben, obwohl sie ihn lieben oder völlig unabhängig davon.

Wollen Sie die Liebeszeitung übernehmen?

Normalerweise rede ich nicht darüber, älter zu werden. Ich habe dieses Magazin in meinen jugendlichen 60ern gegründet. Und trotz mancher Verluste an Lesern (Webalizer behauptet immer noch, ich hätte über 100.000 Besucher im Monat, 1) habe ich doch geschafft, mich im harten Geschäft der Blogs zu halten. Unter anderem, will ich 45 Prozent Smartphone-Betrachter habe, also der Jugend stets nahe bin.

Ein Problem dabei ist: Ich habe mich stets geweigert, dieses Projekt durchgängig zu kommerzialisieren. Das Zweite: Hier wird nichts schön geredet, sondern alles mit Chancen und Risiken objektiv dargestellt, soweit dies möglich ist.

Jüngere, ideenreiche Inhaber(innen) gesucht

Sehen Sie, und nun bin ich gestern 72 Jahre alt geworden, und ich denke: Das wäre doch eher ein Projekt für zwei 36-Jährige. Oder für drei 24-Jährige. Denn eines ist sicher: Ich verstehe zwar, was 24-jährige Frauen wollen, und ich erinnere mich noch sehr deutlich, was 36-jährige Frauen sich wünschen. Aber ich bin nicht in dem entsprechenden Alter, höre nicht, was auf ihren Partys und „Mädchenabenden“ gesprochen wird und warum „frau“ sich in diese oder jene Männer verguckt.

Wenn Sie interessiert sind, machen Sie ein Gebot. Wir haben über 3000 Artikel veröffentlicht – so etwas kostet netto ungefähr 15.000 Euro. Klar – mit dem gegenwärtigen Konzept lässt sich das nicht in drei Jahren amortisieren. Aber Sie müssen ja nicht das „gegenwärtige Konzept“ weiterverfolgen. Falls Sie Lust darauf haben, dass der "alte Knochen" noch eine Weile für sie über Wissenschaften, Rentner-Erotik oder etwas dergleichen schreibt, dann zwinkere ich mal mit dem rechten Auge.

(1) das glaube ich zwar selber nicht, aber etwa 10.000 sind wohl realistisch.

Lifestyle-Blogs – konstruierte Gefühlswelten?

Enthüllungen als konstruierte "Wahrheiten" - die Emotionen in Lifestyle-Blogs. Der zweite Teil zum Hauptartikel

Wirklich peinlich wird die Sache im Grunde erst, wenn der Grundsatz „hier schreiben echte Frauen für dich über ihr … Liebesleben“. Das fehlende Wort kann „schönes“, „peinliches“, „aufregendes“ oder „frustrierendes“ heißen. Im Prinzip ist es wurscht. Das Problem dabei: Diese Artikel sind pseudo-authentisch, und um veröffentlicht zu werden, müssen sie genau auf die Erwartungen oder Befürchtungen der Leserinnen passen.

Ich habe neulich dazu eine merkwürdige Erfahrung gemacht: Authentizität wird immer dann angenommen, wenn sich eine Autorin meldet, die im gleichen Alter ist wie die Leserinnen und vorgibt, dem gleichen Lifestyle zu frönen – der Wahrheitsgehalt wird dann nicht einmal in Frage gestellt. Fakten oder Wahrscheinlichkeiten spielen so gut wie keine Rolle, und Recherchen sind umständlich und viel zu mühevoll. Stattdessen wird eine Wahrheit konstruiert, die der Leserschaft „angemessen“ erscheint. Dazu gehört eine Kultur, in der die Neuzeit in eigenartiger Weise mit der Romantik vermischt wird, und nicht nur dies: da wird zwar Selbstbewusstsein gepredigt, aber Eigenverantwortung infrage gestellt. Die „schwache Frau“ wird in der „starken Frau“ verortet, weil dies der Seele gut tut, und die Eigenverantwortung wird betont, wenn alles (zum Beispiel im Job) gut geht, während sie infrage gestellt wird, wenn in der Beziehungssuche etwas schiefgeht.

Gut – das alles mag „gut tun“. Tut es vielleicht auch. Lifestyle-Blogs als Likörchen für die Seele? Ein neues Kleid, ein neues paar Schuhe, ein neuer Vibrator oder ein Erotik-Fummel, um sich äußerlich und innerlich aufzuhübschen?

Manchmal, so denke ich jedenfalls, wäre Geist nicht nur hübscher, sondern auch erotischer.

Lifestyle-Blogs – mit und ohne Erotik – haben sie Sinn?

Dies Blog ist nicht (un)moralischer als andere - aber dennoch meint unser Autor, dass Lifestyle-Blogs möglicherweise mehr schaden als nützen.

Blogs haben eine lange Geschichte. Begonnen haben sie aus zweierlei Gründen: als Protest gegen die Massenmedien und als öffentliche Tagebücher. Das Konzept war (und ist) so einfach, dass es jeder benutzen konnte – man brauchte nicht notwendigerweise Programmierkenntnisse, obgleich sie sehr nützlich sein können.

Der Mainstream hat Blogs vereinnahmt - und kommerzialisiert

Seither sind viele Jahre vergangen. Der Mainstream hat sie schlicht und einfach vereinnahmt, die Blogs. Was nicht im offiziellen Teil der Gazetten steht, wird als Meinungsbeiträge gerne in Blogs ausgewiesen. Online-Zeitungen werden gerne in Blog-Form herausgebracht, und oft nicht nur bescheidene kleine Nischenmagazine, sondern auch weltbekannte Zeitungen und Online-Magazine, die auf Blog-Technologie basieren.

Seit einigen Jahren haben sich die Dinge noch einmal total umgekehrt. Dabei spielten zwei Ereignisse unabhängig voneinander eine Rolle: die Lust der Menschen am „tollen Unwesentlichen“ und die Orientierung am „Lifestyle“. Besonders die „Lifestyle“-Magazine sprechen Frauen an, und unter ihnen sind jene besonders erfolgreich, die das unterschwellige Motto verfolgen: „Sieh her, hier schreiben richtige Frauen wie du mit echten Erlebnissen für dich. Und die verstehen total, was dich bewegt.“

Aufstieg und Fall der unabhängigen Blogs

Auf dieser Basis arbeiten seit Jahren Jugend-, Männer und insbesondere Frauenzeitschriften. Doch Zeitschriften gelten inzwischen als „Old School“, während Blogs als unheimlich „cool“ gelten. Das liegt wiederum an zwei Dingen: Einmal daran, dass vom Lifestyle-Blog blitzartig zum Produkt verlinkt werden kann – das eröffnet PR- und Werbemöglichkeiten ohne Ende. Und dann, dass „eigentlich“ kaum noch jemand am PC sitzt und „Blogs guckt“ – jedenfalls nicht die Frauen und Mädchen, die lifestyleaffin sind. Sie „gucken Smartphone“, und dort haben Lifestyle-Blogs mittlerweile ihr Lieblingspublikum gefunden.

Willkürliche Anteilnahme als Lockmittel

Interessant ist, dass die journalistische Tugend, sich selbst möglichst aus der Liebe zum Produkt oder aus der Lust am Produkt herauszuhalten, im Lifestyle-Blog bewusst durchbrochen wird. Soweit Erotik nicht betroffen ist, wird der eine Satz hochgehalten: „Schau, ich bin eine Frau wie du, die auch Interesse an diesen tollen Sachen hat.“ Ist hingegen Erotik im Spiel, wird die Sache kniffliger: „Ich habe dieses tolle Produkt für dich ausprobiert und hier kannst du es kaufen“ erfordert etwas Mut – aha, sie hat es sich selber in die Vagina eingeführt. Und was ihrer Vagina gut tut, könnte auch mir Lust machen.“ Da muss frau sich schon ziemlich „outen“, wenn sie zugibt, regelmäßig mechanisch forcierte Orgasmen zu bekommen.

Rotieren um sich selbst - kommerzielle Frauenblogs mit Sex- und Erotikberatung

Ein weiterer Baustein für „authentische“ Frauen-Blogs sind Empfehlungen zur Körpermodifikation, zur emotionalen Bereicherung oder zur Verbesserung sexueller Genüsse. Das dieses Thema bald ausgeschöpft ist, wird es immer wieder aufgewärmt – und im Umfeld der Lifestyle-Blogs findnen wir dann auch jede Menge langweilige oder auch mal fragwürdige Beraterinnen, die Wohlgefühle verkaufen oder schon einmal ein Buch geschrieben haben – Werbung für Berater-Webseiten oder Bücher fällt nicht so auf wie die redaktionelle Direktverlinkung zu Mode- oder Erotikfirmen.

(Wird mit einem zweiten Teil fortgesetzt)