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Dating ab 50? Klare Ansage: Aber sicher doch!

Dating ab 50 kann ganz schön nervig sein –obwohl „gemeinsame Hobbys“ zu haben oder nach dem „gleichen Musikgeschmack“ zu fragen, immer uninteressanter wird. Wichtiger ist schon, ob und wo es die Partnerin oder den Partner überhaupt gibt. Der Paarberater Dr. Bruno Sternath nennt den wichtigsten Punkt gegenüber der Journalistin Melina Aeschbach zuerst (1): die deutlich geringere Anzahl der verfügbaren Partner bei der Suche „über 50“.

Der Partnermarkt für Ü-50-Beziehungen ist uneinheitlich

Behalten wir das mal im Auge. Wir befinden uns bei den „50-Plus“ auf einem höchst uneinheitlichen, aber dünn bestückten Markt. Und nahezu alle Aussagen darüber, wie leicht oderschwer es ist, mit 50-Plus einen Partner zu finden, sind falsch. Der Grund ist einfach: Weil 50 Jahre keine Grenze ist, nach der alles anders wird. Und weil die infrage kommenden Partner(innen) absolut nicht wirklich „über 50“ sein müssen.

Mit 50 bist du nicht zu alt

Mir ist bewusst, dass viele Frauen darüber anders denken, und ich kann die Gründe nachvollziehen. Mir ist aber auch klar, dass Frauen 1983 sehr ähnliche Gründe vorbrachten, wenn vom Eintritt in das 40. Lebensjahr die Rede war. Das ist nun schon sehr lange her, und nachzulesen ist es heute noch bei Doritt Cadura-Saf. (Ehemals Verlag „Gesundheit“, 1983.)

Es ist also nichts mit „letzter Halt der Reise: 50“.

Ist es sinnvoll, verwurzelt zu bleiben?

Der bereits erwähnte Berater meinte, dass man im Alter eher fest eingebunden sei im Beruf und im gesellschaftlichen Leben. Obgleich ich das nicht bezweifle, kann das, was hindert, aber auch befreien. Denn viele der über 50-Jährigen sehen am Horizont das Ende ihrer Berufstätigkeit. Das kann durchaus ein Aufbruch in neue Erfahrungen sein. Warum soll jemand beispielsweise in der „bekannten Umgebung“ verharren, wenn er mit der ehemaligen. langjährigen Partnerin auch einen Teil der übrigen Kontakte verloren hat? Und warum muss der zukünftige „Unruhestand“ dort erlebt werden, wo man gearbeitet hat?

Leichtes emotionales Gepäck hat Vorteile

Oftmals ist von dem emotionalen Gepäck die Rede, das man trägt, wenn man die 50 überschritten hat. Dies trifft aber nur auf wenige Menschen zu, die im Schmerz über Verluste verharren. Insbesondere, wenn du wirklich „Schlag 50“ bist, kannst du damit rechnen, noch einmal die Hälfte deines bisherigen Lebens anzuhängen. In dieser Zeit kannst du dir locker eine zweite, dritte oder vierte Existenz schaffen, die Körper, Geist und Gefühl umfasst. Also lohnt es sich auch, genau dies zu versuchen.

Und die Zukunft?

Wer „nach vorne plant“, sollte sich auch immer überlegen, wie denn die Zeit nach der Berufstätigkeit aussehen könnte – ich sprach bereits davon. Denn wenn der Arbeitsplatz seinen Stellenwert verliert, wird auch ein Paar, das sich erst mit „über 50“ kennenlernt, noch einmal dazulernen müssen. Und nicht nur das: Nicht bei allen Paaren kommen eine satte Pension und eine üppige Rente zusammen. Darüber redet kaum jemand, aber geklärt werden muss es doch, weil man dann gemeinsam von dem leben muss, was noch in den Topf kommt.

Keine Angst – das kann man alles Besprechen und auch alles regeln. Aber es muss eben auf den Tisch gebracht werden, bevor das Thema Grund für Streit und Zwietracht wird.

(1) Das Gespräch zwischen der Journalisten und dem Berater kannst du auf Zueriost nachlesen.

Etiketten - immer wieder neu erfunden

Der Autor - Ü40 und U100
Wenn du jemals ein „Etikett“ findest, dann stehen Interessengruppen dahinter, die es dir gerne aufkleben würden. Egel, was man die „aufpeppen“ will - immer steht eine Absicht dahinter, zumeist eine unlautere. Wenn du Glück hast, sollst du nur „Zielgruppe“ für Waren und Dienstleistungen werden. Ob Inkontinenzartikel oder Dating-Angebote: Die Geschäftemacher haben Frauen und Männer über 50 entdeckt. Und da ist dann auch gleich das Etikett: „Ü50“ - das heißt, du bist irgendwie „drüber“.

Wer sich den Schuh anzieht, denn Sack überstülpt oder das Etikett auf die Stirn klebt, ist in jedem Fall bereits eingetütet.

50? Was ist das Besondere daran?

Was ist das Besondere daran, 50 Jahre alt zu werden? Wenn du willst, beginnt dann eine großartige, aufregende Zeit - und wenn du dich fragst: „Ach, reiche ich noch?“, dann hast du schon den Grundstein fürs Scheitern gelegt. Falls du jenseits der 50 Single werden solltest, ist da nicht viel anders, als wenn du mit 41 Single wirst. Du bist wieder allein, du musst wieder suchen, du musst dich erneut auf einen bis dahin fremden Menschen einstellen. Und das war es auch schon. Sicher - 50 ist keine 30, aber auch keine 70. Da gehörst noch nicht zur Gruppe der Greisinnen und Greise. Manche von uns Männern werden erst in diesem Alter „richtig“ frei für Neues und Ungewöhnliches, und falls und gerade jemand durch Scheidung „zwangsbefreit“ hat, sind wir manches Mal glücklicher als zuvor.

Frauen über 50 können ihr Leben genießen

Manchen Frauen geht es nicht anders. Sie sind heute sozial und finanziell unabhängiger und zumeist lustvoller und abenteuerlustiger als ihr Großmütter, die mit 50 als „alt“ galten. Und sie können wirklich machen, was sie wollen - niemand wird sie hindern, sich ein neues, unabhängiges Leben zu gönnen.

Reißt euch die Etiketten von der Stirn

Das alles geht freilich nur, wenn ihr euch diese Idioten-Etiketten von der Stirn reißt (falls ihr gerade welche drauf kleben habt). Ihr seid nicht „Ü50“, ihr seid lebendige Wesen, die meistens noch Mitten im Erwerbsleben stehen und eine wundervolle Zukunft haben. Und obgleich ich zugebe, dass der Partner (die Partnerin) ab 50 möglichst die letzte in der Reihe sein sollte, kannst du auch noch ein paar Jahre damit verbringen, lustvolle Erfahrungen zu machen. Je nachdem, ob du erst einmal im Hier und Jetzt leben willst oder bereits an die zweite oder dritte Ehe denkst, kannst du nahezu beliebig variieren. Du brauchst erst mal eine Zeit, um deine Freiheit auszuleben? Bitte. Männer hatten schon immer die Tendenz, über 50 noch einmal bei einer Frau „Jugend zu tanken“. Und seit einigen Jahren ist es nicht mehr so unüblich, einen wesentlich jüngeren Mann für einen zweiten Frühling auszuwählen.

Macht euch nicht zu Sklaven der Etiketten

Ich habe gerade den Unsinn gelesen, mit über 50 würde uns „unser Charakter um die Ohren“ fliege, und wir seien dann (plötzlich?) mit unseren Fehlern und Erwartungen konfrontiert. Ja, waren wir das vorher nicht? Und hatten wir vorher ausschließlich Eigenschaften, die allen gefielen?

Ich kann euch nur sagen: Macht euch nicht zu Sklaven der Etiketten. Widersprecht den Menschen, die sie euch aufkleben wollen.

Mein Rat heißt: Lebt. Lebt jetzt. Tut, was ihr für richtig haltet, und gestattet euch dabei kleine Fehler.

Alt und Jung - schräge Rollen der Liebe

Das Alter steht nur im Pass
In früheren Jahren hat man sich die Mäuler zerrissen, wenn ein 40-jähriger Mann eine 20-jährige Frau heiratete oder wenn er gar eine wesentlich jüngere Frau zu seiner Geliebten machte. Heute hat sich das etwas beruhigt, wenngleich den „üblichen Verdächtigen“ immer noch der Schaum vor dem Mund steht, wenn sie darüber geifern.

Der ätere Mann - zweiter Frühling oder "Edelfreier"?

Ob ich es selber toll finde oder fände, spielt eigentlich keine Rolle, weil es mich persönlich nicht betrifft. ich überlasse es den Männern, die es betrifft, damit zurechtzukommen. Oftmals wird den Männern unterstellt, dass sie einen „zweiten Frühling“ erleben wollten - doch was ist eigentlich ihre Rolle? Fühlen sie sich als Sponsor, vielleicht gar als „Edelfreier“, wenn es sich um eine jugendliche Geliebte handelt, an die regelmäßig Geldsummen fließen? Jedenfalls wird niemand dem Mann unterstellen, er würde eine Vater-Tochter-Beziehung führen ... da lachen ja die Hühner, oder?

Die ältere Frau - einfach lustvoll oder in einer "Mutterrolle"?

Tja, und wenn ein Mann eine Frau heiratet, die deutlich älter ist als er selbst? Oder wenn der Jüngling zu einer Frau ins Bett kriecht, die sein Alter um 20 Jahre übertrifft? Oder gar um 30 Jahre? Dann plappern die Plappermäulchen, bis die Lippen schmerzen. Hält sie ihn aus? Hat sie es wirklich so nötig? Führt sie gar eine Mutter-Sohn-Beziehung mit ihm? Und als Krönung: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein junger Mann mit einer SO alten Frau noch vögelt - da muss etwas anders dahinterstecken.“

Die Realität der MILF - barrierefreie Lust

Gut - jeder junge Mann hat schon einmal von den Vorzügen der MILF gehört. Bei Gefallen jederzeit barrierefreier Zugang, nicht mal im Ansatz verzickt. Sie ist zwischen 30 und 45, erfahren (möglicherweise gar eheerfahren) und sie weiß, was ihr guttut. Und der junge Mann? Welche Rolle spielt er? Ist er ihr Lover? Und warum „nimmt“ er sich eine SO alte Frau?

Weil es ihm Lust bereitet, jedenfalls überwiegend. Und weil er vor den Türen der 25- bis 30-jährigen keine Affentänzchen aufführen will, bis sie sich öffnen.

Und warum die GILF oder COUGAR?

Bliebe noch die GILF (gestern wurde sie im Fernsehen erwähnt, deshalb erlaube ich mir, euch mir, euch mit dem Ausdruck zu nerven). Bei ihr ist die Altersdifferenz noch deutlich größer. Man nennt sie auch Cougar, nach dem weiblichen Puma. Von dieser Spezies weiß man nicht so genau, ob sie jagt oder gejagt wird. Jedenfalls soll ihr Habitat sich in schummrigen Bars befinden, in denen die Beleuchtung stark heruntergedimmt ist. Üblicherweise ist sie optisch noch hinreichend begehrenswert, hat beachtliche weiche Brüste, und trägt Blusen, Röcke oder Kleider, die atemberaubend sind. Klischees? Ja. Fantasien? Nein. GILFS oder Cougars sind Frauen ab etwa 45, die jederzeit mit jüngeren Konkurrentinnen mithalten können, wenn es um die Verführungskünste geht.

Keine Liebe zur "Großmutter" - sondern Lust an der Frau

Ja, und warum umschwärmen die jungen Männer nun auch noch die Frauen, die früher als „Großmütter“ galten (daher der Name GILF)? Fragt mich nicht ... jedenfalls scheint da etwas zu „beider Nutzen“ abzulaufen, sonst gäbe es diese meist heimlich gelebte Beziehung nicht. Und die Rollen? Ja, die sind wahrscheinlich einfach weggepustet, außer dass sich die Cougar (oder GILF) dabei um 20 Jahre jünger fühlen dürfte. Ist ja auch mal nett - und alle Tage gibt’s das auch nicht.

Irgendwann versagt die Einordnung der Rollen. Dann ist eine Frau einfach eine Frau, und ein Mann einfach ein Mann, und dass Spiel heißt: Lust kennt keine Grenzen.

Alter und Partnersuche

In jeder Altersstufe haben die Menschen andere Vorstellungen von ihren Partnern. Wie sollte es auch anders sein? Zu Anfang hat man viel mehr Zukunft als Vergangenheit, zuletzt viel mehr Vergangenheit als Zukunft.

Die junge Frau wünscht sich einerseits einen etwas älteren, sportlichen, hübschen Jüngling mit Hirn, andererseits schielt sie nach der Erfahrung der „gehobenen mittleren Jahre“. Der junge Mann wünscht sich eine wunderschöne, kluge und sexaktive „gleichaltrige“ Freundin, doch vermutet er, dass eine erfahrene Frau ihm wesentlich mehr barrierefreie Befriedigung bieten kann.

Betrachten wir nun Menschen über 50, so wünscht sich die Frau einen etwa gleichaltrigen, möglichst aber etwas älteren Mann. Sie hält es für unangemessen, sich einen jüngeren Mann zu suchen und befürchtet, im Alter von ihm verlassen zu werden. Der Mann hingegen glaubt, dass ihm die Welt aller Frauen von 25 bis 55 offensteht, und er strebt nach der erotischen Frische der jüngeren Frau.

Soweit die Klischees, die leider allzu oft auch zutreffen.

Dieser Tage las ich (Zitat):

Vermutlich ist … (meine Präferenz) … dadurch begründet, dass ich mir einen Partner wünsche, der sich in einer Lebenssituation befindet, die meiner sehr ähnelt und durch die Gemeinsamkeiten hergestellt werden könnten. Zu nennen wären hier Dinge wie Karriereziele, gefestigte Hobbys, oder dass man sich zumindest schon einmal Gedanken um Familiengründung gemacht hat.


Ich sehe das etwas „runder“. Statt „Karrierezeile“ würde ich „berufliche Zufriedenheit“ einsetzen, statt „gefestigter Hobbys“ eher „passende Interessen“ – und sicher – die Familiengründung interessiert Frauen zumeist etwas mehr als Männer - erwarten sollten Frauen es besser nicht.

Alter ist ein Kriterium - aber es gibt wichtigere

Die Kernfrage des Zusammenlebens ist eigentlich: „Was wäre, wenn …“, und das heißt: Wie würden WIR zusammen wohnen, wie und wo würde SIE/ER und ICH dann arbeiten? WAS würden wir zusammen tun können, was nur getrennt? Und vor allem: Was bin ICH bereit, für den anderen aufzugeben?

Ja, Alter spielt eine Rolle. Aber die Frage ist eben auch, welche Art von Leben man führen möchte. Ich habe (einige) „mitreisende Ehefrauen“ und (wenige) „mitreisende Lebenspartner“ kennengelernt. Sie haben sich für ein Leben entschieden, in dem der Eine dem Anderen folgt. Das mag die Ausnahme sein. Aber es ist eben spannend und voller Abenteuer. Und deshalb zählen manche Dinge, die euch als „wichtig“ erscheinen, im Grunde nicht so viel.

Die Entscheidung, mit über 50 eine deutlich jüngere Frau zu heiraten und mit ihr nochmals eine Familie zu gründen, ist zwar gerade so ein „Promi-Ding“ – doch es ist ziemlich selbstsüchtig. Kinder mögen junge Eltern. Wenn die Tochter gerade ihr Abi macht, während der greise Vater seinen 75. Geburtstag feiert, dann scheint mir irgendetwas in Schieflage zu sein.

Gehe niemals mit jemandem aus …

Nein, nein ... geh 'niemals mit ihr aus ...
Gehe niemals mit jemandem aus … der acht Jahre jünger oder älter ist als du. Sagt jemand, der sich für schlau hält. Ist es wirklich so klug, die Grenzen so eng zu setzen?

Oh, es gibt es eine neue Regel für die Partnersuche. (Gibt es immer noch nicht genug?) und sie heißt:

Gehe niemals mit jemandem aus, der acht Jahre jünger oder acht Jahre älter ist als du.


Damit Ihnen das Rechnen erspart bleibt:

- Wenn Sie 18 sind, geht‘s nur nach oben – bis 26.
- Sind Sie 28, dann ist der Toleranzbereich 20 bis 36.
- Sollten sie 38 sein, so ist es 30 bis 46.

Klingt nicht gut, nicht wahr? Ziemlich einschränkend, was den Erfahrungstransfer betrifft. Und warum wird dergleichen veröffentlicht? Wissen wir nicht.

Ein gewisser Scott Spinelli, der von sich behauptet, gegen 30 Jahre alt zu sein, hat es irgendwann einmal geschrieben. Zuerst erschienen ist es – in „Elite Daily“, das sich selbst als „Magazin für die Y-Generation“ bezeichnet, und die „Freundin“ hat es irgendwie gelesen und hielt dies (und Herrn Spinelli) für wichtig. Also dieser Herr Spinelli meint, er hätte schon viele Dates gehabt, aber offensichtlich waren all seine Damen, die er hier meint, wesentlich jünger. Ja, und mit denen hat er sich wohl nicht so recht verstanden.

Oh, natürlich. Wenn jeder dritte Satz der jungen Dame ist: „Meine Eltern meinen“, oder „mein Professor sagt immer“ oder sie sich ständig auf eine der gängigen Fernsehserien bezieht, dann wird es wohl nichts mit der Beziehung. Und mal ehrlich, auch im Bett stört es kolossal.

Doch wie war’s noch umgekehrt? Wenn der junge Mann sich einmal nach Strich und Faden von einer Dame verwöhnen lässt, die mehr als acht Jahre älter ist? Und die ihm Möglichkeiten der Liebe, der sozialen Umgebung oder der Karriere aufzeigt, auf die er zuvor nie gekommen wäre?

Sagen wir’s doch mal so: Wenn ohnehin erst im Alter von etwa 30 Jahren geheiratet wird, warum solle sich eine junge Frau oder ein junger Mann nicht die lange Zeit zuvor vergnügen, mit wem sie oder er es will? Ausgehen heißt ja nicht gleich heiraten ... oder?