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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Juno und Julei - neues Motto

Jetzt kommt die Lust auf ... Haut
Was passiert, wenn ihr den letzten Buchstaben im Namen „Juni“ austauscht?

Nun, wenn es der letzte Buchstabe ist, dann wird aus Juni „Juno“. Und jene ist nicht nur „aus gutem Grund rund“ (1), sondern auch eine Göttin im alten Rom, wo es deren bekanntlich viel gab. Der Kaufmann sagt manchmal zur besseren Unterscheidung von Juni und Juli zum Juni gleichfalls „Juno“. Wobei ich langsam beim Folgemonat ankomme, dem Juli, July oder Julei. Der wurde bekanntlich nach Gajus Julius Cäsar benannt. Ich musste noch den Namen „Heuert“ lernen, den ich aber schnell wieder vergessen habe.

Tauschen wir also auch das Motto aus. Unser Juni-Motto hieß ja „Bist du bereit?“ Und ich denke, da habe ich öfter ins Schwarze getroffen. Beim Juli könnte man ja auf die Idee kommen: „Klamotten vom Leib werfen“ oder „Höschen runter“ oder so etwas. Aber wir wollen ja seriös bleiben und auch an diejenigen denken, die noch nicht einmal Shorts oder Miniröcke tragen.

Dennoch - die Haut wird im Sommer wichtiger. Nicht wegen nur wegen UVA und UVB, sondern auch, weil ihr Duft uns plötzlich wieder in dei Nase sticht. Ob trocken oder mit frischem Schweiß bedeckt, ob mit Salzrückständen vom Bad im Meer oder frisch aus der Dusche - Haut duftet immer. Und ob Außenhaut oder Schleimhaut, Gesichtshaut oder Fußrücken - im Juni werden wir ein Motto für sinnliche Haut finden müssen.

Gab es da nicht einen alten Schlager? Ich denke, den nehmen wir uns als Vorbild: „Du gehst mir unter die Haut“. Und deswegen heißt das Motto: „Kriech mir jetzt unter die Haut“. Ist immer noch besser als „Flatter mal mit deinen Schmetterlingsflügeln, Amor“. Ich habe gerade daran gedacht, weil mir der „Satz „ich habe Schmetterlinge im Bauch“ so zum Hals heraushängt wie kaum ein anderer.

Für die Nachgeborenen: Werbung für die Zigarettenmarke "Juno" von Josetti Zigarettenfabrik.

Rollenspiele und Erotik - erster Teil: Voyeure und Exhibitionisten

Exhibitionistin und Voyeurin im Roman
Ich habe euch in einem vorausgegangenen Artikel darauf hingewiesen, dass wir alle immer wieder in Versuchung kommen, im Alltag zu spielen. Ich zitiere dazu abermals den Psychiater Eric Berne. Er schreibt:

Spiele sind eingezwängt zwischen Zeitvertreib und Intimerlebnissen. (Die Spiele) … füllen einen Großteil der amüsanten Stunden des gesellschaftlichen Umgangs aus. Darin liegt die soziale Bedeutung der Spiele.

An dieser Stelle erinnere ich daran, dass bei Eric Berne keine Rollenspiele, sondern die üblichen „Spielchen“ zwischen Erwachsenen gemeint sind. In unsrem Fall interessieren am meisten die Party-, Sex-, Räuber- und Doktorspiele, weil sie erotische Komponenten enthalten.

Wir kratzen bei den „realen“ Spielen sozusagen an unserer „sozialen Wertschätzung“, ohne dass wir uns körperlich oder emotional völlig entblößen.

Was ist nun ein erotisches Rollenspiel?

Der Unterschied zu erotischen Rollenspielen liegt darin, dass wir dabei unsere Rolle bewusst einnehmen. Das heißt: Wir wissen, dass wir spielen, wir kennen die Regeln, und wir nehmen die Konsequenzen in Kauf, die das Spiel erfordert. Und – wir sind im erblühten Erwachsenenalter, dürfen uns aber tatsächlich „wie die Kinder“ in Illusionen suhlen.

Ein großer Teil der erotischen Spiele (wenn nicht alle) beruht auf „Gefälle“ oder „Komplementär-Transaktionen“. In diesem Fall nimmt ein Partner die führende Rolle ein, der andere die des Geführten. Wenn man Erotik-Spiele analysiert, wird man schnell feststellen: Diese Spiele sind selbstverständlich „sozial inkorrekt“. Wären sie „sozial korrekt“, so wären sie keine Spiele, sondern Rituale.

Die Bühne öffnen – Voyeure und Exhibitionisten

Wenn ihr die erotischen Spiele aus dieser Sicht betrachtet, liegt ihr immer richtig. Wir können also die Bühne öffnen. Die ersten Spiele beruhen darauf, dass sich jemand entblößt … und auf die Reaktionen des Partners/der Partnerin wartet. Man könnte alle diese Spiele als „Voyeur(in) und Exhibitionist(in) bezeichnen. Sichere können wir darüber diskutieren, wie häufig "Voyeurinnen" und "Exhibitionistinnen" tatsächlich vorkommen, aber wir sollten auch dabei bedenken, dass es sich um Spiele handelt.

Zuschauen und sich Entblößen

Bekannt sind folgende Spielformen:

- Die Stripperin und der Klubbesucher (meist m/f).
- „Zufällig“ spärlich bekleidet sein, wenn ein Fremder kommt.
- In unangemessen erotischer Kleidung „erwischt“ zu werden.
- Fotograf(in) und Modell.
- Sexfilmer(in) und scheue(r) Darsteller(in).
- Sich in einer Praxis/Klinik erotisch zu entblößen.
- Sich ausziehen zu müssen, wo es „peinlich“ ist.

Diese Spiele könnte man als „sinnliche Herausforderungen für Paare, die Blümchensex bevorzugen“ bezeichnen. Es gibt ohne jeden Zweifel noch andere, heftigere Spiele, bei denen sowohl gewöhnliche emotionale wie auch physische „Schamgrenzen“ spielerisch überschritten werden.

Der Monat ist ja noch lang … und ihr werdet sicherlich noch davon hören. Der zweite Teil ist in Vorbereitung.

Eine Frage für euch

Habt ihr euch jemals die Frage gestellt, wer das Spiel beginnt? Ist es derjenige, der damit beginnt, sich teilweise zu entblößen oder vielleicht der Spielpartner, der dazu auffordert? Manche Rollenspieler sagen, dass der Starke den Schwachen dazu verführt. Andere behaupten, in Wahrheit verführe der Schwache den vermeintlich starken Partner. Macht euch einfach Gedanken darüber. Es lohnt sich.

Bild: Möglicherweise Buchtitel der 1950er Jahre, Autor unbekannt.

Strippen als Rollenspiel

Auf der Bühne oder "privat" - wenn der Mann auf dem Stuhl sitzt, kommst du besser an ihn heran
Strippen als Rollenspiel - diese Version wendet sich an Frauen. Über strippende Männer haben wir weniger Informationen gefunden.

Vielleicht hast du schon mal daran gedacht, mit deinem Liebsten einen Strip als Rollenspiel zu zelebrieren. Hier ist der Tipp, auf den du dich verlassen kannst:

Du kannst so frivol sein, wie du willst

Wenn du Rollen spielst, bist du nicht „du selbst“. Das heißt, du darfst wirklich einmal absolut schamlos extrem frivol sein. Wie ist das nun bei einer Stripperin?

Das „frivole“ an Stripperinnen besteht in der schamlosen, offensiven Präsentation ihres Körpers. Du kannst dich in beliebige frivole Positionen begeben, dich dem Mann nähern, auf seinem Schoß tanzen, deinen Körper an ihm reiben oder was du sonst willst.

Kostümieren oder "zivil" Strippen?

Professionelle Stripperinnen kombinieren manchmal eine bestimmte Kostümierung (Domina, Krankenschwester, Dienstmädchen, Sekretärin) mit dem Strip. Das ist aber nicht unbedingt nötig, es sei denn, dein Typ „steht darauf“.

Wichtig beim traditionellen Strip ist nur, dass du keine Probleme damit hast, deine Klamotten zu öffnen. Lediglich bei einer Bluse kannst du dir Zeit lassen und „Knopf für Knopf“ öffnen - ein Kleid oder ein Rock hingegen sollte sich mit einem Griff öffnen lassen.

Bei allen Kleidungsstücken, die sich unter dem Kostüm, Kleid oder Rock befinden, hast du die freie Wahl. Es gibt professionelle Stripperinnen, die „darunter“ lediglich einen weißen Spitzen-BH und einen entsprechenden Slip tragen. Andere gehen mit entsprechenden Korsagen, Strapsen und Stiefeln auf die Bühne.

Generell benötigst du also nicht unbedingt „extrem frivole“ Dessous, es reicht völlig, wenn du damit „ungewöhnlich anregend“ aussiehst. Es ist auch nicht unbedingt nötig, wirklich zu „tanzen“ beim Strip. Eine paar laszive Bewegung reichen völlig. Die kannst du leicht vor dem Spiegel einüben.

Wenn dein Liebster beim Strip auf einem Stuhl sitzt ...

Vielleicht hast du schon mal gesehen, dass eine Tänzerin einen Herrn auf die Bühne bittet. Was sie dann mit ihm „macht“, ist genau das, was du auch tun kannst, ohne zu tanzen. Die Ausgangssituation ist wesentlich besser, als wenn er auf dem Sofa sitzt, weil du aus jeder Richtung an ihn „herankannst“, ohne dich zu ihm setzen zu müssen. Meistens besteht das Repertoire der Profi-Stripperin darin, zwischen Körperkontakt und optischer Show zu wechseln. Das kannst du auch privat nutzen – in diesem Fall ist die „optische Erregung“ dann eben nur für ihn persönlich gedacht.

Ob du deine Show mit „Toys“, Handschellen oder Peitschen krönst, ist ganz von der Choreografie abhängig. Und natürlich von dem, was auf den Strip folgen soll. Denn du weißt sicher schon, ob, wann und wie du ihn später sexuell befriedigen willst oder ob du ihn noch eine Weile „zappeln“ lässt.

Wenn du mehr wissen willst findet du vielleicht etwas bei bei "Miss.at".

Wenn sich die Gürtelschnalle öffnet

Das Geräusch der Gürtelschnalle ..
Das Geräusch, das eine Gürtelschnalle verursacht, hat dich schon immer erregt. Erst, wenn er den Gürtel geöffnet hat, wird er sich auch weiter ausziehen. Und wenn du nichts anderes willst, als dass er sich endlich auszieht, weil du selbst schon lange geil bist … dann ist das Klicken der Gürtelschnalle wie eine Erlösung.

Es ist, als ob du ein altmodisches Radio anschaltest, so eins mit Drehknöpfen. Wenn es klick macht, beginnt die Musik – aber du weißt noch nicht, was gespielt wird.

Der Gürtel öffnet sich, und nun nestelt er den obersten Knopf auf – und damit den letzten Halt seiner Hose. Jetzt kannst du meistens schon ahnen, was er darunter trägt. Farbe? Muster? Fabrikat? Form?

Seine Hände greifen nach dem Reißverschluss – das kann jeder Mann, ohne hinzusehen. Wenn er sie herunterzieht, steigen die Erwartungen an das, was er darunter verbirgt. Warum sollte er die Boxershorts gleich mit den Jeans herunterziehen? Es ist viel interessanter, wenn du ihn erst einmal in einer Unterhose ansehen kannst. Du kannst sehen, wie geil er schon ist und ahnen, was dich erwartet. Manchmal findet nun ein Blickkontakt statt. „Ja, herunter damit“, sagen deine Augen. Das versteht er und zieht seine Boxershorts nach unten. Dann weißt du, was du erwarten kannst. Ästhetisch schön? Sauber und hygienisch? Nur erigiert oder schon mit hellen Tropfen der Hoffnung benetzt?

Was weiter geschieht? Das bestimmst du, wenn du gerade in der Situation bist. Nur du. Erinnerst du dich?

Nehmen wir nun mal an, alles wäre nicht real … sondern du würdest vor dem Bildschirm sitzen und hättest dir gerade diese Geschichte ausgedacht – wie würde sie weitergehen?

Über Stripperinnen

Unanständig oder einfach ein Schauspiel?
Körperliche Schönheit ist ein Geschenk der Natur. Doch die Gefahr dabei ist stets, ausschließlich über die Schönheit beurteilt zu werden.

Körperliche Kraft ist ebenfalls ein Geschenk der Natur, und kaum jemand stößt sich daran, wenn ein junger Mann damit prahlt.
Den Körper in irgendeiner Form zu vermarkten, ist nicht stigmatisiert. Einige kluge Menschen tun es, obgleich sie auch durch etwas anderes glänzen könnten. Ein schöner Männerkörper, muskulös und mit einem funktionierenden Gehirn, wird im Nadelstreifenanzug, mit nacktem Oberkörper oder in der Badehose gerne bewundert. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es auch ohne Gehirn geht.

Wenn eine Frau strippt, vermarktet sie dann ihren Körper?

Wenn eine Frau ihren Körper vermarktet, kann sie das tun, doch will sie ihr Renommee behalten, muss sie noch etwas anderes tun. In aufreizenden Kleidern Tango zu tanzen, ist OK, sich als Wäschemodell zu verdingen, hingegen nicht. Am Strand Männerblicke auf sich zu ziehen, ist üblich. Sich vor einem männlichen Publikum bis auf die Haut auszuziehen, ist verwerflich.

Wenn sie eine Stripperin ist, dann ist sie eine Stripperin – eine Frau, die mit lasziven Bewegungen erotische Lüste erzeugt, aber sie nicht erfüllt. Sobald sie dies tut, verliert sie ihren guten Ruf. Bei Männern temporär, solange sie sich zum „Objekt“ degradiert, bei Frauen permanent, weil keine Frau so etwas tun würde, die „auf sich hält“.

Ich las:

Die ständige Aburteilung, oft von Leuten, die noch nie in einem Strip-Klub waren, hatte mich vom normalen Leben ausgeschlossen. Ich weiß jetzt, dass die von Männern dominierte Gesellschaft dieses Stigma braucht, um den Status quo aufrechtzuerhalten. Es muss Frauen typisieren, sie in Jungfrauen und Huren trennen, weil es eine Rechtfertigung für den männlichen Blick und dafür braucht, dass Frauen in den sexuellen Dienst von Männern gestellt werden.


Die Aussage ist authentisch, daran gibt es nichts zu rütteln. Doch ist es wirklich wahr, dass Männer „Frauen typisieren“? Und teilen sie Frauen wirklich in „Huren“ und „Jungfrauen“? Ich persönlich halte dies für eine Aussage der 1960er Jahre.

Was stigmatisiert eigentlich Stripperinnen?

Es ist nicht immer ein "anziehender" Beruf
Das eine klingt so eigenartig wie das andere. „Hure oder Jungfrau“ unterschlägt, dass Männer durchaus jene Frauen schätzen, die werde in die eine Waagschale noch in die andere fallen. Und eben auch nicht in den „Mainstream“ der Frauen, die beim Date fragen: „Welche Hobbys hast du denn?“

Möglich, dass es einem Mann schwerfällt, ein ernsthaftes Gespräch mit einer Dame zu beginnen, die gerade von der Bühne herunterkam und soeben noch ihren Schritt präsentierte. Das hat nicht mit dem „Mann als Solchem“ zu tun. Wenn ein Mann eine Soldatin „datet“, dann wird sie nicht im Kampfanzug erscheinen. Und falls sie sogar in einem betont sinnlichen Outfit erscheint, wird er sie anders sehen, als wenn sie hochgeschossen im Kostüm kommt, und wieder anders, wenn sie in Jeans und T-Shirt auftritt. Es kommt also sehr darauf an, wo, wie und unter welchen Umständen man eine Frau trifft.

Ich hege den Verdacht, dass es nicht die Männer sind, die strippende Frauen verachten – oder andere, die in den Randgebieten des Erotikgeschäfts tätig sind.

Verachten vor allem "solide" Frauen die "unanständigen" Frauen?

Nein – ich denke, die größte Verachtung für Frauen im Erotik-Geschäft geht von den Frauen aus, die sich als „solide“ präsentieren. Frauen, die feste Vorstellungen davon haben, wie ein Leben zu gestalten ist. Und von Frauen, die sich gerne von all jenen absetzen wollen, die sie für „schmutzig“ oder „verdorben“ halten.

Niemand sollte sich das Lebensziel setzen, Stripperin zu werden. Aber auch „Sportlerin“ oder „Model“ zu werden, ist eigentlich kein Lebensziel. Es ist eine andere Art der Vermarktung, die anderen Gesetzen folgt. Und kaum jemand wird ewig strippen, Klamotten präsentieren oder seinen Körper bis zur Leistungsgrenze schinden.

Und ja: Dating als Stripperin ist nicht einfach, wie ich hörte – und ich wundere mich, warum Ex-Stripperinnen dann unbedingt bei Dates darüber reden wollen – aber das Thema werden wir erst behandeln, wenn wir eine verlässliche Quelle finden können.

Zitat: Guardian, 2016
Bilder: Liebesverlag-Archiv.