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Schicke Lüste aus der Sicht der Edelmenschen

Hauptsache lustvolle Leidenschaft ... auch wenn sie ungewöhnlich ist
Im Rahmen der lästigen und beckmesserischen Diskussion um „Sexualerziehung“ ist das Hauptthema stets der Kampf dagegen, der Homosexualität (männlich wie auch weiblich) ein Forum zu geben. Doch wenn die Diskussion wirklich hart und hinterhältig geführt wird, dann folgt oftmals das Argument: „Ja, und wollen Sie vielleicht sogar noch, dass die Sadomasos in der Schule behandlelt werden?“

Lust ist nicht schlecht, sondern menschlich

Wobei ich beim Thema wäre: Was ist denn eigentlich so schrecklich an der Lust als solche? Gut – Lüste können Süchte erzeugen, du man muss als junger Mensch lernen, dass Genuss nicht in Sucht umschlägt. Aber das gilt für Spiele, Tabak, Alkohol und andere stoffliche Rauschmittel ebenso. Und „Sadomaso“ (und leider auch BDSM, SM oder D/S, lustvolle Fetische und dergleichen mehr) sind Begriffe, die in der Öffentlichkeit fast nur mit Abscheu genannt werden. Dabei ist alle dies menschlich und in einer weisen normal, in der die Lust eben normal ist. Wir fressen die Kartoffeln ja auch nicht aus Blechnäpfen, sondern richten sie fein an mit Soßen und Gemüsen, nicht wahr?

In der Welt der Edelmenschen aber wird „BDSM“ als Totschlagargument verwendet, so etwa in der Logik: „Ja, wenn wir schon all dies schwule Zeug in die Schule bringen, dann brechen alle Dämme“.

Nein, sie brechen nicht. Denn im Gegensatz zu Homosexuellen, deren Lebensformen gelegentlich nach außen sichtbar sind, ist das Verlangen für die Liebhaber(innen) sinnlicher, aber ungewöhnlicher Lüste aller Art ein privates Vergnügen. Und es findet überwiegend in „ganz gewöhnlichen“ Beziehungen statt, die nach außen nicht im geringsten nach ungewöhnlicher Wollust riechen. Nun wird jedem bewusst sein, dass ein Teil dieser Lüste auch von professionellen Dienstleisterinnen bedient wird, aber das dürfte bei den Männern, die erregenden Vanille-Sex suchen, recht ähnlich sein.

Was also treibt diese angeglichen „Edelmenschen“ an, die dem Nachbarn die Freude an der Lust nicht gönnen wollen? Es scheint, als wäre es die Lust daran, jeden Menschen bloßzustellen und abzuwerten, der anders liebt als ein Mann, der auf einer Frau liegt und sie vögelt. Oder eine Frau, die unter einem Mann liegt und sich vögeln lässt.

Und spätestens jetzt sollten wir uns fragen, warum wird diese Leute ernst nehmen. Was haben sie uns eigentlich zu sagen? Dass Eva auch „unten gelegen“ hat und dennoch aus dem Paradies vertrieben wurde?

Lesen Sie bitte über BDSM und Outing auch diesen Artikel.

Sets für lustvolle Paare?

Speile für Fortgeschrittene: Wartenberg-Rad


Was früher eine Wundertüte war, ist heute eine Playbox. Manche Leute sagen dazu auch Rollenspiel-Set oder so etwas. Und es ist auch – da staunte selbst ich noch - – eine Herstellerbezeichnung für raffinierte Sexspielereien, die man abonnieren und vorbestellen kann.

Die meisten dieser Sets sind – nun ja, lassen wir das für diesmal. Wenn Herr Mustermann noch nicht weiß, ob’s Frau Mustermann gefällt, dann reicht ein „Anfänger-Set“ in günstiger Preislage.

Wer wirklich etwas bewirken will, muss schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Ich las kürzlich einen Bericht über so eine Box. Inhalt:

1. Ein schicker, aber sehr wirkungsvoller Lederschlägel – wirkt unterschiedlich, je nachdem welche Site du zum Schlagen benutzt.
2. Eine Augenbinde- hübsch und wirkungsvoll, um die körperlichen Sensationen intensiver zu fühlen.
3. Ein Wartenbergrad. Es ist in der Medizin nicht mehr üblich, erzeugt aber die süßesten Qualen, wenn man es über die Haut mit empfindlichen Nervenenden rollt.
4. Nippelklemmen mit Glöckchen daran.

Wenn ihr an lustvollen Spielen interessiert seid – die Box ist leider ausverkauft. Aber ich wette, dass ihr die Teilchen auch einzeln irgendwo anders bekommt, und wenn es die Nippelklemmen mit Glöckchen nicht gibt: Glöckchen kannst du auch an andere Brustklemmen anbringen.

Übrigens habe ich von einer Händlerin gehört, dass viele Leute SM-Wundertüten kaufen und hinterher nicht wissen, was sie dann damit machen sollen. Da wäre natürlich Klasse, wenn die Hersteller eine Gebrauchsanweisung beilegen würden.

Gelesen bei: MrBLK.
Hersteller-Blog (Wartenberg-Rad)
Bild: Internet-Darstellung.

Was bedeutet eine Trennung in einer S/M-Beziehung?

Eine Beziehung ist eine Beziehung ist eine Beziehung. Na schön, wenn’s so wäre, wäre‘s ja gut. Aber sind S/M-Beziehungen eigentlich „ganz normale Beziehungen“?

Eine interessante Frage. Die meisten Trennungen sind schmerzhaft, aber ein Großteil davon schmerzt nur einen Partner, während der andere sich befreit oder jedenfalls erleichtert fühlt. Klar: Dazu kommen immer noch andere Gefühle: Zweifel und Selbstvorwürfe, die an sich unnötig wären, die wir ja aber alle kennen, oder etwa nicht?

Was unterscheidet die Trennung bei einer S/M-Beziehung dann von jedem anderen Paar, das sich trennt? Es gibt dazu eine unbequeme Wahrheit: Wer zuvor am meisten aufgegeben hat, der muss nun am heftigsten an sich arbeiten, um seine existenziellen Bedürfnisse neu zu regeln. Aber seien wir doch mal ehrlich: Genau genommen tritt das auf viele „Normalos“ auch zu.

Und was ist daran an der Behauptung, der dominante Part würde emotional ebenso leiden, oder vielleicht noch stärker? Wieder sollten wir mal einen Blick auf andere Beziehungen werfen: Wer den Partner emotional, finanziell oder physisch manipuliert hat, soll sich nicht beklagen, sondern sich bitte schön schämen. Tut er aber meistens nicht, sondern heult Freunden Krokodilstränen vor.

Schön. S/M-Beziehungen sind etwas anders als andere Beziehungen. Es gibt andere Abhängigkeiten, und die sitzen meistens wesentlich tiefer als bei Vanilla-Paaren. Und deshalb ist auch eine Trennung meist schmerzhafter. Aber auf der anderen Seite können Trennungen eben auch ausgesprochen befreiend sein. Jedenfalls für denjenigen, der seine innere Abhängigkeit hinter sich lässt.

Was meint ihr?

Haben Frauen, die „Fifty Shades of Grey“ lesen, den besseren Sex?

Grau mit Schattierungen von Rosa: Bringt das mehr Lust?

Den meisten wirklich intelligenten Menschen sträuben sich die kleinen Nackenhaare, wenn sie die „Fifty Shades of Grey“ lesen. Nicht wegen der Sexszenen oder den Peitschenhieben, sondern weil das Buch so schrecklich schlecht geschrieben ist. Möglich, dass manche Frauen "mittleren Alters" diese Gefühle nicht an den Nackenhaaren spüren. Mummy-Porn ist eben für Frauen gedacht, die über 35 sind, und bislang nicht einmal wagten, erotische Träume zu haben, weil angeblich auch keine ihrer Freundinnen welche hatte.

Der Buchhändler freut sich über neugierige Damen

Seither freut sich der örtliche Buchhändler (wie alle anderen Buchhändler in Deutschland auch) nicht nur über weibliche Edel-Porno-Leser, sondern auch darüber, dass die Beratungsliteratur anschwillt. Plötzlich scheinen Tausende von mittelmäßig intelligenten, aber umso neugierigeren Frauen mittleren Alters daran interessiert zu sein, wie sie ihr Sexleben anheizen können.

Endlich darf frau beim Damenkränzchen über Sex reden

Und wenn möglichst viele Frauen möglichst ähnliche Bücher lesen, dann darf man sich beim Damenkränzchen auch endlich darüber unterhalten, was wiederum nach sich zieht, dass eine „neue Qualität Wahrheit“ entsteht. Und die heißt: Es mag ja nicht alles wahr sein, was in den „Shades of Grey“ steht, aber diese Beratungsliteratur, die fußt doch auf Fakten.

Vibratoren vereinen alle - Strafpeitschen weniger

Nun wissen wird aus den Kreisen der „Spielzeughersteller“ und der Vertriebsfirmen von Erotik-Artikeln, dass nicht nur mehr gelesen wird, sondern auch gekauft. Von ganz gewöhnlicher frivoler Reizwäsche über schicke Outfits für Sklavinnenrollen aller Art und von „Anfänger Bondage Sets“ bis zur Strafpeitsche für unartige Bedienstete. Und natürlich: Vibratoren. Denn wie hieß es schon bei der Circe? „Ja, ist wahr, man zaubert besser oft allein, fällt was ausm Ärmel, steckt man’s wieder rein.“ (1)

Mit anderen Worten: Frau kann sich auch selbst mehr Lust bereiten – und möglicherweise macht ihr dies mehr Vergnügen als den Hintern versohlt zu bekommen.

Ein guter Herr ist schwer zu finden

Bleiben wir mal bei den Shades of Grey: Um sich wirklich lustvoll zu unterwerfen, braucht man einen Partner, der ebenso cool wie liebevoll seine Rolle spielt. Und gegen Ende eben auch noch Lust darauf hat, nunmehr die Rolle zu wechslen und ihr den „Hengst zu machen“. Freilich ist das nicht alles: Ist die Spielstunde vorbei, muss er sich wieder um die tropfende Heizung kümmern. Solche Männer gibt’s allerdings nicht ohne Mühe: Da muss die Dame schon allerlei in die Waagschale werfen, um überhaupt „genommen“ zu werden.

Den Lover in die Wüste schicken?

Bevor ich vergesse, dies zu sagen: Ein Drittel der Frauen, die angeblich zuvor „Shades of Grey“ gelesen hatten, schickten Ihren bisherigen Lover hernach in die Wüste. Ich nehme mal scharf an, dass der Nachschub an willensstarken Peitschenschwingern und geilen Hengsten nicht so richtig gelappt hat. Aber zumindest für ekstatische Orgasmen gibt es ja Vibratoren. Bei denen funktioniert ja auch die „Technik“ immer – was bei Männern nicht so sicher ist. Und überhaupt – Männer – nur knapp ein Viertel der Frauen erwarten von penetrativem Sex überhaupt einen Orgasmus. Ob’s nach einem Hinternvoll besser funktioniert?

Ich tippe mal darauf, dass es unter ausschließlicher Verwendung eines Vibrators ausgesprochen entspannter klappt.

Referenzen:

Via Cassy.
Mirror (UK)
Daily Mail
(1) Zitat aus "Circe" von Friedrich Hollaender.

Liebe Pur

Zehn Antworten für BDSM-Anfänger: Sind Hilfsmittel teuer?

SM-Möbel sind teuer - und nicht immer praktisch


„Warum sind die Hilfsmittel für BDSM so teuer?“ – das werden wir immer wieder gefragt. Wir haben die Frage anderen gestellt, und diese zehn Antworten bekommen.

1. Sie sind teuer, wenn das Rohmaterial teuer ist - zum Beispiel wirklich geeignetes Leder.
2. Handelt es sich um Möbel, so ist der hohe Preis meistens gerechtfertigt. Es sind Einzelanfertigungen, die nicht vergleichbar mit Massenprodukten sind. Allerdings ist die Frage, ob man für den „Heimbedarf“ immer so aufwendige Strafmöbel benötigt.
3. Sie sind zu teuer, wenn Gegenstände, die in normalen Läden gekauft werden können, stattdessen in Erotik-Shops gekauft werden. Manchmal wird der Aufschlag „Perversen-Zuschlag“ genannt. Typische Gegenstände dieser Art sind Hundehalsbänder, Hundeleinen und Seile, aber auch Reitgerten und dergleichen.
4. Do-it-yourself (DIY) ist oftmals die bessere Lösung, wenn größere Vorrichtungen zu bauen sind.
5. Sehr aufwendige Gerätschaften dienen professionellen Dominas dazu, zu beweisen, wie exquisit ihre Dienste sind. Nötig für die „Behandlung“ sind sie nicht.
6. Vor allem bei der Bekleidung kann gespart werden: Was eine Domina benötigt, hat jede „bessere“ Dame im Kleiderschrank. Um eine Domina wirkungsvoll einzukleiden, reichen entsprechende Stiefel oder High Heels zu einem ganz gewöhnlichen Kostüm. Lederklamotten sehen besser aus und riechen sinnlicher, aber das ist auch alles.
7. Latexkleidung ist weder nötig noch angebracht. Sie braucht unglaublich viel Pflege.
8. Einfache Schlegel zum Erproben der Wirkung sind in jedem Haushalt verfügbar, besonders oft werden Kochlöffel, die Rückseiten kräftiger Haarbürsten und der Klassiker „Teppichklopfer“ empfohlen.
9. Auf gar keinen Fall kann Klebeband zum Fesseln empfohlen werden – Hände weg. Es ist hässlich, schwer wieder zu entfernen und schmerzt dann, wenn es nicht schmerzen soll.
10. Nicht ganz zuletzt: Worte und sinnliches Spiel sind wichtiger als Gerätschaften. Es ist ein bisschen wie beim Fotografieren: Wer die teuerste Kamera hat, macht nicht die besten Bilder.

Wie heißt es so schön? Lasst die Speile beginnen … auch ohne den Besuch eines Porno-Shops.