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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Klischees, Frauenwünsche und Wahrheiten

Gentleman oder Schnösel?
Klischees halten sich vor allem deswegen so lange, weil sie ständig von Zeitschriften und Fernsehsendern, aber auch in Romanen und Spielfilmen verbreitet werden.

Frauen sollten nicht suchen - ein veraltetes Klischee

Im Vorfeld ist es die Meinung, dass Frauen nicht suchen sollten, sondern gefunden werden sollten. Dies Ansicht verschwindet langsam, weil sie durch die Realität nicht gestützt wird. Dennoch sind Reste davon sehr verbreitet. Zum Beispiel, dass die Frau nicht von sich aus dem weiteren Verlauf des Abends vorschlagen sollte oder dass sie auf keinen Fall die „Erotikkarte“ ausspielen sollte.

Hofieren und aufgesetztes Benehmen

Ein Klischee, das ich schon häufig gebrandmarkt haben, ist ein bestimmter Wunsch an das „Benehmen“. Natürlich sind Umgangsformen wichtig. Aber das, was Frauen als „gentlemanlike“ bezeichnen, hat mit höflichem Entgegenkommen nichts zu tun, sondern damit, die Frau zu „hofieren“ das bedeutet, die mit einem aufgesetzten Verhalten zu umschmeicheln.

Ein Mann, der zahlt soll ein Gentleman sein?

Womit wir beim Zahlen beim ersten Date wären. Die Kavaliere der Vergangenheit haben das Dinner bezahlt, weil sie sich danach noch ein Schäferstündchen erhofften, nicht, weil sie „gentlemanlike“ waren. Der Brauch, den Mann bezahlen zu lassen, hat seinen Ursprung aber auch in der US-amerikanischen Dating Kultur der Vergangenheit. Da musste ein Kerl erst einmal beweisen, dass er genug verdiente, um eine Frau zu ernähren. Inzwischen ist das Bezahlen ein so lachhaftes Ritual geworden, dass viele Männer einfach die Kreditkarte zücken, um Diskussionen zu vermeiden.

Das "Aufmotzen" zum Date

Eine weitere Frage, die zu den absoluten Klischees gehört, besteht darin, den „großen Tag des Dates“ für einen Vorläufer der Verlobung zu halten. Kosmetikerin, Friseurin, Nagelstudio – neue Dessous, High Heels und ein Kleid mit großem Ausschnitt oder eine Spitzenbluse?

Der Mann (jedenfalls in Mitteleuropa) heute will weder eine Schaufensterpuppe noch eine Frau, die sich anbietet wie eine Prostituierte. Ich als gerade (obgleich dies nicht repräsentativ sein muss), dass (1).

Mehr als 60 Prozent der befragten Nutzerinnen auf ihre Lieblingskleidung … setzen … statt sich tagelang Gedanken zu machen, welches unbequeme Outfit den Auserwählten nun am besten gefallen könnte.

Die Liebeszeitung schließt sich dem absolut an: Das bequeme Outfit oder jenes, das dich besonders gut kleidet, ist das Richtige. Ausnahmen gelten bei Besuchen in sehr vornehmen Restaurants, oder wenn mit dem Date Theaterbesuche, Außenaktivitäten oder dergleichen verbunden sind. Dazu haben wir auch schon einmal andere Meinung vertreten – aber auch wir gehen mit der Zeit.

Das neuen Klischee: Shopping-Mentalität

Inzwischen ist ein neues Klischee aufgekommen: Je länger du sucht und je mehr Männer (Frauen) du triffst, umso größer ist die Chance, dass der/die Richtige dabei ist.

Das ist eindeutig Unsinn. Die Realität ist weder ein Bordell noch ein Warenhaus, in dem man Menschen „shoppen“ kann. Zwar kommt es manchmal vor, dass jemand mit den emotionalen Ersatzwährungen Schönheit, Sinnlichkeit, Macht oder Geld einen Vorteil bei der Jagd nach Partnern herausholt. Die Frage ist aber, was diese Eigenschaften auf Dauer wert sind und ob sie wahres Glück verheißen.

(1) Nach einem Bericht des STERN, der auf einer Umfrage eines Dating-App-Anbieters beruht.